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Eidetische Reduktion

Aus AnthroWiki

Eidetische Reduktion (griech. εἶδος = die Schau, das Geschaute oder Wesen (Platon) und lat. reductio = Zurückführung) ist ein Begriff und eine Methode der Phänomenologie Edmund Husserls, in der das Wesen eines Phänomens erfassbar gemacht wird.[1]

Beschreibung

Die Phänomenologie geht davon aus, dass komplizierte Wahrheiten aus einfacheren aufgebaut sind, welche wiederum aus noch einfacheren bestehen. Die Endpunkte dieser Begründungskette werden Phänomene genannt. So bestehe die erste Aufgabe methodischen Denkens im Rekurs auf evidente Phänomene, die durch die Intuition mit absoluter Sicherheit gegeben sind. Diese Rückführung der faktischen Eigenschaften der „intentionalen Erlebnisse“ und ihrer Gegenstände auf die eidetische Bestimmtheit, die ihnen zugrunde liegt und für die die faktischen Eigenschaften nur auswechselbare Beispiele sind, nennt Husserl eidetische Reduktion. Dabei ist es von großer Bedeutung, dass sich jeglicher ungesicherter Urteile enthalten wird. Das bedeutet, dass während der phänomenologischen Reflexion alles das ausgeblendet werden muss, was nicht zum Wesen (Eidos) gehört, die Epoché muss universal werden.

Kurt Wuchterl nennt fünf Bereiche, die in diesem Prozess ausgeblendet werden:

  1. angelerntes Wissen aus den Wissenschaften sowie metaphysische Spekulationen - alles mittelbare (vgl. die Atomtheorie, die formale Logik, die Metaphysik)
  2. alles aus der Tradition übernommene
  3. was dem betrachteten Objekt nur aufgrund seiner Beziehung zu meiner Person zugeschrieben, aber von anderen nicht nachprüfbar ist
  4. beliebige Elemente, die auch anders sein können, also nicht wesensnotwendig für das betrachtete Objekt, z. B. die Farbe des Hauses (Im Gegensatz dazu, dass das Haus ein Dach hat)
  5. Zuletzt wird die objektive Existenz des Erlebten ausgeblendet, weil diese per definitionem als transzendentales Element keinen Bewusstseinsinhalt darstellen kann und somit nicht zum evidenten Phänomen gehören kann.

Da der Mensch die Fähigkeit habe, in der Anschauung eine Wirklichkeit unmittelbar zu erfassen, werde das Wesen losgelöst von oben genannten Bereichen erfasst. Diese Wesensschau bringt ein Allgemeines, eine allgemeine Form zutage, die allen Einzeldingen derselben Gattung innewohnt.

Literatur

  • Klaus Held: Einleitung. In: Edmund Husserl: Die phänomenologische Methode. Ausgewählte Texte I. Stuttgart, 1985.
  • Kurt Wuchterl: Methoden der Gegenwartsphilosophie. UTB, Stuttgart, 3. Auflage, 1999.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. ↑ Georgi Schischkoff (Hrsg.) : Wörterbuch der Philosophie. 22. Aufl. Kröner, Stuttgart 1991, Lemma Eidos.
Dieser Artikel basiert ganz oder teilweise auf einer für AnthroWiki adaptierten Fassung des Artikels Eidetische Reduktion aus der freien Enzyklopädie de.wikipedia.org und steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike. In Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.