Gewässer

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Diagramm des Wasserkreislaufs der irdischen Gewässer

Ein Gewässer ist ein in den natürlichen Wasserkreislauf eingebundenes, oberirdisch oder unterirdisch fließendes oder stehendes Wasser. Alle Gewässer sind mit einer Vielzahl von Elementarwesen bevölkert.

Allgemeines Schema eines Wasserkreislaufes

Schema des Wasserkreislaufes
Video: Wasserkreislauf

Die Ozeane sind die größten Wasserspeicher der Erde, sie bedecken den größten Teil der Erdoberfläche. Sonnenenergie erwärmt das Wasser. Durch Verdunstung, vor allem an der Meeresoberfläche, in geringerem Umfang auch auf dem Festland, entsteht Luftfeuchtigkeit. Der Wind transportiert die feuchte Luft zum Festland. Wenn die feuchte Luft auf kalte Luftschichten trifft, so schiebt sie sich darüber und steigt auf (Warmfront), ebenso wenn sie auf Bergflanken trifft oder über warmem Untergrund erwärmt wird (Konvektion). Wenn die Luft aufsteigt, kühlt sie sich ab. Kalte Luft kann aber weniger Wasserdampf aufnehmen als wärmere, daher kondensiert der in der Luft enthaltene Wasserdampf ab einer gewissen Höhe. Dabei entstehen Wolken. Werden die Wassertröpfchen groß genug, kommt es zu Niederschlägen, und das Wasser fällt in Form von Regen, Schnee oder Hagel zur Erde zurück. Die Form des Niederschlags hängt von der Temperatur ab. Wenn die Niederschläge direkt in die Gewässer fallen, schließt sich der Kreislauf und kann wieder von vorn beginnen. Fällt das Wasser auf die Erde, versickert es ins Grundwasser. Über den Grundwasserfluss oder über Quellen und Flüsse fließt es dann in die Ozeane ab. Auch Schmelzwasser von Gletschern und Schnee und oberflächlich abgeführtes Regenwasser wird über Flüsse in die Ozeane transportiert. In den Polargebieten und in Hochgebirgen wird ein Teil der Niederschläge in fester Form als Eis gespeichert, wo es über Schmelzwasser wieder in die Ozeane gelangt.

Grundgleichung des Wasserkreislaufs

Stark vereinfacht lässt sich der Wasserkreislauf mit folgender Grundgleichung beschreiben:

LaTeX: N = A + V\,

Der Eintrag durch Niederschläge N resultiert in Abfluss A und Verdunstung V. Die hier genutzte Darstellung ist jedoch nur ein vereinfachtes Beispiel einer Wasserhaushaltsgleichung.

Steinr zum Wasserkreislauf

„Dieser Wasserkreislauf zeichnet sich dadurch aus, daß er da, wo er beginnt, von etwas ganz anderem ausgeht als dasjenige ist, in das er dann kommt, wenn er ins Meer mündet. Sehen Sie, wenn Sie die Flüsse verfolgen, so finden Sie: Diese Flüsse sind nicht salzhaltig, es ist süßes Wasser. Süßwasser ist in den Flüssen. Das Meer ist salzhaltig. Und alles dasjenige, was das Meer zeitigt, gründet sich auf diese Salzhaltigkeit des Meeres. Das ist von außerordentlicher Wichtigkeit: Das Wasser beginnt auf der Erde zu zirkulieren, zu kreisen in süßem, salzfreiem Zustande und endet im Meere mit dem Salzzustand.

Gewöhnlich verfolgt man die Sache in der Weise, daß man sagt: Nun ja, solch ein Fluß wie der Rhein, der entspringt irgendwo, fließt dann so weiter (siehe Zeichnung) und fließt dann ins Meer. - Das ist eben dasjenige, was man äußerlich sieht. Aber was man nicht beachtet, das ist, daß der Fluß, der Rhein zum Beispiel, ja allerdings äußerlich so fließt, aber während dieser Fluß äußerlich in seinem Wasser von den Südalpen zu der Nordsee hinfließt, geht wiederum unter der Erde eine Art Kraftströmung zurück von der Mündung bis zum Ursprung. Die geht zurück. Und dasjenige, was da geschieht (oberirdisch), das ist das, daß der Fluß süß ist, salzfrei ist. Dasjenige, was da (unter der Erde) zurückgeht, trägt in die Erde immer in der Richtung des Flusses das Salz hinein, so daß die Erde Salze in sich kriegt, die eigentlich aus dem Meere kommen. Wir haben also gewissermaßen unter der Erde, von der Mündung eines Flusses bis zum Ursprung zurückgehend, eine Salzströmung. Und die Erde hätte kein Salz, wenn nicht von der Mündung der Flüsse bis zum Ursprung unter der Erde die Salzströmung wieder zurückgehen würde. Daher wird die sogenannte Geologie, die ja die Erde im Innern untersucht, immer darauf aufmerksam sein müssen, wie da, wo Flußbette sind, etwas tiefer in der Erde drinnen Salzablagerungen sind.

Zeichnung aus GA 352, S. 83

Aber, meine Herren, wenn keine Salzablagerungen in der Erde wären, könnten in der Erde drinnen keine Pflanzenwurzeln wachsen, denn die Pflanzenwurzeln wachsen in der Erde eben nur dadurch, daß sie das Salz der Erde gewissermaßen zur Nahrung kriegen. Die Pflanze ist unten in der Wurzel am meisten salzhaltig, oben wird sie immer weniger salzhaltig, und die Blüte hat wenig Salz. So daß man also fragen kann: Woher kommt es, daß unser Erdboden Pflanzen hervorbringen kann? Das kommt ja davon her, daß er einen Wasserkreislauf hat, daß geradeso wie bei uns Menschen vom Herzen aus die Blutadern und wiederum zurück die Venen gehen, die das blaue Blut zum Herzen zurückführen, so auf der Erde die Adern der Gewässer nach der einen Seite hingehen, und unter der Erde die Salzadern zurückgehen. So daß da auch eine richtige Zirkulation, ein richtiger Kreislauf ist.

Warum ist es denn überhaupt so, daß die Erde gewissermaßen auf der einen Seite aus einem wässerigen Salzkörper besteht, aus dem festen Land auf der anderen Seite, und dann aus den süßen Gewässern, aus den Flüssen, die die Länder durchziehen, und daß fortwährend auf diese Weise Salz vom Meere hineingeschoben wird? Ja, sehen Sie, wenn man nun das eigentliche Salzwasser, das sehr salzhaltige Meerwasser untersucht, da kommt man darauf, daß dieses salzhaltige Meerwasser wenig mit dem Weltenraum in Beziehung steht. Geradeso wie bei uns zum Beispiel der Magen wenig mit der Außenwelt in Beziehung steht, nur durch das, was er hereinbekommt, ebenso steht das Innere des Meeres wenig in Beziehung mit dem Himmelsraume. Dagegen steht für die Erde in ganz großer Beziehung mit dem Himmelsraume alles das, was Land ist, wo die Gewässer durchfließen, wo durch die Ablagerungen von Salz Pflanzen hervorgebracht werden, aber namentlich, wo die Gewässer durchfließen.“ (Lit.:GA 352, S. 83ff)

An rieselnden Quellen, wo das Wasser über bemooste Steine rinnt, und wo Pflanzenreich und Mineralreich einander berühren, wirken besonders die jungfräulichen Wasserwesen, die Undinen (von lat. unda = Welle), die die Elementarwesen alles Flüssigen sind und als "Weltenchemiker" die Stoffe binden und lösen und den Klangäther in die Pflanze tragen.

Vor allem aber sind die Quellen die Augen der Erde, mit denen sie ihre kosmische Umgebung wahrnimmt.

„Wir erfreuen uns daran, daß die Quellen rieseln, schön fließen, daß sie so wunderbar reinliches Wasser haben und so weiter. Aber das ist nicht das einzige! Die Quellen sind nämlich die Augen der Erde. Mit dem Meere sieht die Erde nicht hinaus in den Weltenraum, weil das Meer salzig ist, und das macht, daß das innerlich nur so ist, wie unser Magen innerlich ist. Die Quellen, die süßes Wasser haben, sind frei für den Weltenraum und sind wie unsere Augen, die sich auch hinaus ins Freie öffnen. So daß wir sagen können: Da auf den Ländern, wo Quellen sind, da schaut die Erde weit in den Weltenraum hinaus, da sind die Sinnesorgane der Erde, während der Körper der Erde, mehr die Eingeweide der Erde, im salzigen Meer sind.“ (Lit.:GA 352, S. 84)

„... wenn es bloß salziges Meer gäbe, wäre die Erde längst zugrunde gegangen, denn in sich selber kann sie nicht bestehen. Sie hat nicht nur das salzige Meerwasser, sondern auch das süße Gewässer, und das süße Gewässer nimmt vom Himmelsraum die Fortpflanzungskräfte für die Erde auf. Das salzige Meer kann aus den Weltenweiten nicht dasjenige hereinbringen, was die Erde immer wieder erfrischt. Wenn Sie an eine Quelle gehen und da das wunderbar reine Wasser herausrieselt: Sie werden merken, in der Nähe der Quelle, da grunelts, da riecht es so wunderbar, und alles ist so frisch. Ja, das, was da frisch ist in der Nähe der Quelle, das erfrischt auch die ganze lebende Erde. Da öffnet sich die Erde wie durch ihre Augen und Sinnesorgane dem Weltenraume.“ (S. 94)

Siehe auch

Literatur

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Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
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