Quelle

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Quellen (ahd. quella) sind Orte, an denen das Grundwasser, das die Hohlräume der Erdkruste durchströmt, in seltenen Fällen auch juveniles Wasser in ursprünglicher Reinheit aus größeren Erdentiefen, auf natürliche Weise an die Erdoberfläche tritt.

Oft sind Quellen auch Orte geistiger Begegnungen, wie es etwa Rudolf Steiner im 5. Bild seines zweiten Mysteriendramas durch «Das Märchen vom Quellwunder» anschaulich beschreibt. Das Märchen erzählt von einem zarter Knaben, der als das einzige Kind armer Förstersleute in Waldeseinsamkeit heranwuchs und ganz dem Geistesweben seiner engen Welt hingegeben war. Oft saß er bei einer nahen Quelle und einmal formte sich ihm der zerstäubende Tropfenstrom im sinnenden Erleben im Mondlicht zu drei Frauengestalten, die den drei seelischen Wesensglieder des Menschen, also der Empfindungsseele, der Verstandes- oder Gemütsseele und der Bewusstseinsseele, entsprechen.

An rieselnden Quellen, wo das Wasser über bemooste Steine rinnt, und wo Pflanzenreich und Mineralreich einander berühren, wirken besonders die jungfräulichen Wasserwesen, die Undinen (von lat. unda = Welle), die die Elementarwesen alles Flüssigen sind und als "Weltenchemiker" die Stoffe binden und lösen und den Klangäther in die Pflanze tragen. Die Undinen sind laut Rudolf Steiner als Abschnürung aus der Hierarchie der Erzengel hervorgegangen (Lit.: GA 136, S. 64). Varuna, der König der Undinen, von dem die Veden berichten, gehört zählt nach Steiner zu den Devas, also zur Dritten Hierarchie. (Lit.: GA 093a, S. 220)

Vor allem aber sind die Quellen die Augen der Erde, mit denen sie ihre kosmische Umgebung wahrnimmt.

„Wir erfreuen uns daran, daß die Quellen rieseln, schön fließen, daß sie so wunderbar reinliches Wasser haben und so weiter. Aber das ist nicht das einzige! Die Quellen sind nämlich die Augen der Erde. Mit dem Meere sieht die Erde nicht hinaus in den Weltenraum, weil das Meer salzig ist, und das macht, daß das innerlich nur so ist, wie unser Magen innerlich ist. Die Quellen, die süßes Wasser haben, sind frei für den Weltenraum und sind wie unsere Augen, die sich auch hinaus ins Freie öffnen. So daß wir sagen können: Da auf den Ländern, wo Quellen sind, da schaut die Erde weit in den Weltenraum hinaus, da sind die Sinnesorgane der Erde, während der Körper der Erde, mehr die Eingeweide der Erde, im salzigen Meer sind.“ (Lit.:GA 352, S. 84)

„... wenn es bloß salziges Meer gäbe, wäre die Erde längst zugrunde gegangen, denn in sich selber kann sie nicht bestehen. Sie hat nicht nur das salzige Meerwasser, sondern auch das süße Gewässer, und das süße Gewässer nimmt vom Himmelsraum die Fortpflanzungskräfte für die Erde auf. Das salzige Meer kann aus den Weltenweiten nicht dasjenige hereinbringen, was die Erde immer wieder erfrischt. Wenn Sie an eine Quelle gehen und da das wunderbar reine Wasser herausrieselt: Sie werden merken, in der Nähe der Quelle, da grunelts, da riecht es so wunderbar, und alles ist so frisch. Ja, das, was da frisch ist in der Nähe der Quelle, das erfrischt auch die ganze lebende Erde. Da öffnet sich die Erde wie durch ihre Augen und Sinnesorgane dem Weltenraume.“ (Lit.:GA 352, S. 94)

Literatur

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Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Freie Werkausgaben gibt es auf fvn-rs.net, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
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