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Glimmer

Aus AnthroWiki
Glimmerblättchen (farbloser Muskovit

Glimmer (von „glimmern, glühen, glänzen“; lat., eng. mica, von lat. micare „funkeln“), auch als Glimmergruppe bezeichnet, sind in Schichtrichtung leicht spaltbare, helle oder dunkle Schichtsilikate und zählen zu den häufigsten gesteinsbildenden Mineralen. Chemisch sind die Schichtsilikate der Glimmergruppe Komplexverbindungen, die folgendem allgemeinen Formelschema entsprechen, wobei die in Klammer gelisteten chemischen Elemente einander im stöchiometrischen Verhältnis vertreten können. Die häufiger als Bestandteile zu findenden Elemente sind fett gedruckt:

D G2,3 [T4 O10] X2.[1]

In dieser Formel bedeuten:

Struktur

Die mittlere Schicht der Glimmerstruktur: GO6-Oktaederschicht
Eine der beiden äußere Schichten der Glimmerstruktur: SiO4-Tetraederschicht

Strukturell ist jeweils eine Schicht von GO6-Oktaedern sandwichartig von zwei Schichten mit TO4-Tetraedern umschlossen. Diese Anordnung ergibt sich aus den geometrischen Verhältnissen:

Bei den Oktaedern der mittleren Schicht liegen jeweils vier Sauerstoffatome in einer Ebene, die zusammen ein Quadrat bilden. Über die vier von ihnen gebildeten Kanten ist das Oktaeder mit vier benachbarten Oktaedern in der gleichen Ebene verbunden, mit denen sie jeweils eine Kante gemeinsam haben. Diese vier Oktaeder sind wieder mit weiteren benachbarten Oktaedern verbunden, sodass sich die Ebene theoretisch unbegrenzt ausfüllen lässt. Über die zwei nach oben bzw. unten aus der Ebene herausragenden Sauerstoffatome ist die mittlere Schicht mit den beiden äußeren Tetraederschichten verbunden.

Beim Tetraeder wiederum liegen jeweils drei Sauerstoffatome in einer Ebene, die ein gleichseitiges Dreieck bilden und als gemeinsame Sauerstoffatome drei weiteren, in der gleichen Ebene liegenden benachbarten Tetredern angehören, wodurch sich in Fortsetzung dieses Prinzips ebenfalls eine unendlich ausgedehnte Ebene füllen lässt. Das vierte, aus der Ebene herausragende Sauerstoffatom stellt als gemeinsames Sauerstoffatom die Verbindung zur inneren Oktaederschicht her.

Untereinander sind diese dreilagigen „TOT“-Schichten nur schwach durch zwischengelagerte Kationen verbunden, woraus die leichte Spaltbarkeit der Glimmer resultiert.

Beispiele

Der bedeutendste und am häufigsten zu findende Naturglimmer ist der farblose bis hell grün, rot oder bräunlich gefärbte Muskovit (auch Hellglimmer, Kaliglimmer oder Tonerdeglimmer: KAl2[(OH,F)2|AlSi3O10]).

Literatur

  • Helmut Knauer: Erdenantlitz und Erdenstoffe, Verlag am Goetheanum, Dornach 1961, ISBN 978-3723500705
  • Dankmar Bosse: Die gemeinsame Evolution von Erde und Mensch: Entwurf einer Geologie und Paläontologie der lebendigen Erde, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgat 2002, ISBN 978-3772515934

Einzelnachweise

  1. Smith u. a.: A systematic approach to general and structure-type formulas.... 1998.