Haar

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Haare (lat. pili, capillus, crinis, coma; hebr. שֵׂעָר se'ar) sind lange Hornfäden, die hauptsächlich aus Keratin bestehen und als Fell die typische Körperbedeckung der Säugetiere bilden. Schleimhäute sind stets unbehaart. Auch die menschliche Haut ist mit wenigen Ausnahmen behaart, allerdings sind die Haare an den meisten Stellen nur sehr dünn und unauffällig. Stark behaart ist beim Menschen nur der Schambereich, die Achselhöhlen, das Haupt (→ Kopfhaar) und bei Männern auch der Bereich um Kinn, Mund und Wangen in Form des Barthaars. Nicht behaart sind beim Menschen die Handflächen, die Innenseite der Finger, die Fußsohlen, die Brustwarzen und die Lippen.

Haare und altes Hellsehen

„Wir müssen uns klar sein darüber, daß für gewisse Menschenklassen der alten Zeit durchaus bis in spätere Zeiten hinein alte Fähigkeiten sich erhielten, namentlich in bezug auf die Erkenntnis. Die hellseherischen Fähigkeiten waren da in der Seele. Der Mensch war mit den geistigen Wesenheiten nahe verbunden. Sie offenbarten sich in ihm. Das aber drückte sich bei gewissen Menschen, die sozusagen Niedergangsprodukte darstellten dieser alten Zeiten, so aus, daß sie in einer niedrigeren Form diesen Zusammenhang mit der geistigen Außenwelt darstellten. Während die eigentlich hellseherischen Menschen mehr mit dem Gesamtuniversum verbunden waren durch die geistige Intuition und Inspiration, waren diejenigen Menschen, die im Niedergang begriffen waren, die in der Dekadenz diesen alten Zusammenhang mit der Umwelt entwickelten, niedrigere Menschentypen.

Sie waren unselbständig, die Ichheit wollte nicht heraus bei ihnen, aber es waren auch nicht mehr die alten hellseherischen Fähigkeiten auf der entsprechenden Höhe. Solche Menschen traten immer auf, und in solchen Menschen zeigte sich die Verwandtschaft gewisser physischer Organe mit den alten hellseherischen Organen. Und jetzt kommt die Wahrheit, die so sonderbar klingen wird. Was man nennen könnte altes Hellsehen, dieses Aufleuchten der Weltgeheimnisse im Inneren, das mußte auf irgendeinem Wege in die Seele hineinkommen. Wir haben uns vorzustellen, daß Einströmungen geschahen in den Menschen. Diese Einströmungen nahm der alte Mensch nicht wahr, aber dann, wenn die Einströmungen geschehen waren und in ihm aufleuchteten, dann nahm er es als seine alten Inspirationen wahr. Es flössen also in den Menschen gewisse Strömungen ein aus der Umgebung; die haben sich später umgewandelt beim Menschen.

Diese Strömungen waren in alten Zeiten rein geistige Strömungen, waren zum Beispiel für einen Hellseher als rein astralisch-ätherische Strömungen wahrnehmbar. Aber später vertrockneten sozusagen diese rein geistigen Strömungen, verdichteten sich zu ätherisch-physischen Strömungen. Und was entstand daraus ? Die Haare entstanden daraus. Die Haare sind das Ergebnis der alten Einströmungen. Was heute Haare am menschlichen Körper sind, waren früher geistige Einströmungen beim Menschen von außen ins Innere. Vertrocknete astralisch-ätherische Strömungen sind unsere heutigen Haare. Und solche Dinge sind ja eigentlich nur noch da erhalten, wo rein äußerlich, schriftgemäß, durch Überlieferung die alten Wahrheiten geblieben sind. Im Hebräischen wird daher das Wort «Haar» und das Wort «Licht» ungefähr durch dieselben Schriftzeichen bezeichnet, weil man ein Bewußtsein hatte von der Verwandtschaft des astralisch einströmenden Lichtes und des Haares; wie überhaupt im althebräischen Schrifttum urkundlich, rein in den Worten selbst, die größten Wahrheiten enthalten sind.

So könnte man also sagen, es gibt eine Fortentwickelung der Menschheit. Bei denjenigen Menschen nun, welche die alten Fähigkeiten im Niedergang hatten, da entwickelte sich das so, daß die Einströmungen sich zwar umbildeten, sozusagen vertrockneten, daß sich aber keine neuen Fähigkeiten dafür entwickelten. Sie waren auf alte Art mit der neuen verbunden und doch wiederum nicht verbunden, weil die Einströmungen vertrocknet waren. Solche Menschen waren stark behaart, während diejenigen, die sich weiterentwickelten, weniger behaart waren, weil neue Fähigkeiten auftraten für diejenigen Fähigkeiten, die sich später zu Haaren verdichteten.

Die Wissenschaft wird erst wiederum nach langer Zeit zu diesen bedeutungsvollen Wahrheiten kommen. In der Bibel stehen sie. Die Bibel ist viel gelehrter als unsere heutige, noch auf kindlicher Abc- Schützenstufe stehende Wissenschaft. Lesen Sie nach die Geschichte von Jakob und Esau! Jakob ist derjenige, der ein Stück vorgeschritten ist, der die Fähigkeit der letzten Zeit entwickelt hatte. Esau ist auf früherer Stufe stehengeblieben, ist derjenige, der sozusagen gegen Jakob der Tropf ist. Als die Söhne dem Vater Isaak vorgestellt werden, da hat die Mutter bei Jakob vorgetäuscht ein falsches Haar, damit Isaak den jüngeren der Söhne mit Esau verwechsle. Damit soll uns gezeigt werden, daß das althebräische Volk immer noch als Erbstück der andern Kulturen etwas in sich hatte, und das mußte abgestreift werden. Esau wird ausgestoßen. Durch Jakob pflanzt sich fort dasjenige, was als die äußere Kombination fortleben sollte.

Und so wie das, was sozusagen in einer etwas zurückgebliebenen Gestalt erhalten war, in Esau ausgestoßen war, so waren auch die alten hellseherischen Fähigkeiten wie eine atavistische Erbschaft zum Ausdruck gekommen in Joseph, der von den Brüdern dann nach Ägypten verstoßen wird. Er hat Träume; er kann aus ihnen die Welt deuten. Das ist die Fähigkeit, die sich nicht entwickeln sollte in der Mission des abrahamitischen Volkes. Daher wird er ausgestoßen, muß er nach Ägyptenland hinübergehen.“ (Lit.:GA 117, S. 179f)

Die Haare als Wirkung der verinnerlichten Sonnenkräfte

Die Haare wachsen und werden aus Licht, sie sind eine Wirkung der verinnerlichten Sonnenkräfte. Die Haare werden daher von innen heraus gestaltet, im Gegensatz zu den Vogelfedern, die von außen herein gebildet werden.

"Die Haare sind nämlich tatsächlich wie Pflanzen, die dem Boden eingesetzt sind, und ihr Wachstum hängt mit dem Licht zusammen. Wenn daher das Licht nicht imstande ist, bis in die Haare hinein die Nahrungssäfte zu ziehen, so bleiben die Haare blond. Wenn einer mehr materiell ist, so kriegt er schwarze Haare, und die Nahrungssäfte gehen hinein, vertragen sich dann nicht mit dem Licht. Das haben die Alten noch gewußt, vor ein paar Jahrhunderten noch, und haben daher die Mähne des Löwen nicht kräuselig gemacht, sondern strahlend gemacht, so wie wenn die Sonne die Lichtstrahlen in seinen Kopf hineinsteckte." (Lit.: GA 348, S. 105)

"Während wir bei den Säugetieren überall, wohin wir hellseherisch blicken mögen, ganz besonders mächtig ausgebildet finden den astralischen Leib, tritt uns hellseherisch in der Vogelwelt als das Hervorstechendste ganz besonders der Atherleib entgegen. Der Ätherleib, der von außen herein durch die Kräfte des Weltenraumes angeregte Atherleib, ist es, der die Federn der Vögel zum Beispiel zum Ausdruck bringt, die Feder, das Gefieder. Von außen wird das alles gestaltet, und eine Vogelfeder kann nur dadurch entstehen, daß die Kräfte, welche von dem Weltenraum auf die Erde herunterwirken und mitwirken bei der Ausbildung der Vogelfeder, starker sind als die Kräfte, die aus der Erde kommen. Dasjenige, was der Feder zugrunde liegt, was man als den Schaft der Feder bezeichnen kann, unterliegt allerdings gewissen Kräften, die aus der Erde kommen. Dann aber sind es die Kräfte, die aus dem Weltenraum wirken, die dasjenige angliedern, was sich an den Schaft der Feder anfügt und was konstituiert das äußere Gefieder des Vogels. Ganz anders ist es bei den mit Haaren bedeckten Wesenheiten, Da wirken bis in die Haare hinein vorzugsweise die Kräfte, die von der Erde nach auswärts, also in der entgegengesetzten Richtung wirken als bei der Vogelfeder. Und weil da nur im geringeren Maße die Kräfte aus dem Weltenraum auf die Haare der Tiere und der Menschen wirken können, so kann das Haar nicht zur Feder werden, wenn ich diesen paradoxen Ausdruck gebrauchen darf. Er entspricht völlig der Wirklichkeit, und man könnte, wenn man die Paradoxie fortsetzen wollte, sagen: Jede Vogelfeder hat die Tendenz, ein Haar zu werden, aber sie ist kein Haar, weil die Kräfte des Weltenraums von allen Seiten auf die Vogelfeder einwirken. Und jedes Haar hat die Tendenz, eine Feder zu werden, und es wird das Haar keine Feder aus dem Grunde, weil die Kräfte, welche von der Erde nach aufwärts wirken, stärker sind als die Kräfte, die von auswärts hereinwirken." (Lit.: GA 129, S. 188)

Es sind vor allem auch ahrimanische Kräfte daran beteiligt, den Federn ihre Struktur zu geben und sie mit Materie zu durchdringen. Wirkten nur die reinen Sonnenkräfte, blieben die Federn rein ätherische Gebilde. Die ahrimanischen Richtungskräfte wirken strahlig in Linien und zeigen sich bis hinein in den Bau jeder einzelnen Feder. Die luziferischen Richtungskräfte wirken hingegen in Spiralen und zeigen sich etwa in der Form der Vogeleischale.

"Beim Menschen schießt, sproßt Ahriman in die Beine und von da aus in den ganzen übrigen Organismus herauf. Beim Vogel sproßt Ahriman in die Federn.

Nun, wenn Sie sich den Menschen anschauen, wie er mehr für die Erde gebaut ist schon seinen Beinen nach, dann werden Sie wiederum sich sagen können: Warum hat der Mensch keine Federn? - Der Mensch hat keine Federn, weil er eben nicht als Vogel für die Erde gebaut ist. Würde der Mensch in der Luft herumfliegen, würde er eben auch Federn haben, weil dann die ahrimanischen Kräfte von ganz andern Richtungen her auf ihn wirken würden. So hat er nur diese wenigen Ansätze des Ahrimanischen, die in den Haaren vorliegen. Das sind die ahrimanischen Ansätze, die er hat. Sie sind im Kopf am stärksten, was schon ein Beweis dafür ist, daß der Kopf beim Menschen sehr viel Ahrimanisches hat, was wir ja auch aus andern Erkenntnissen bereits geschöpft haben [...]

Sie können sich sagen, der Vogel hat in sich das luziferische Prinzip, welches die Erde ganz und gar nicht mag, daher sondert sich der Vogel in seinem Ei solang als möglich von der Erde ab; dann gelangt er dazu, daß die Erde möglichst wenig auf ihn wirkt. Seine Beine bleiben verkümmert, und die die Erde umgebenden Kräfte, die nächsten Kräfte der Erde, die in dem Wärmemantel die Erde umgeben, die wirken dann auf den Vogel. Er wird daher diejenige Gestalt bekommen müssen, die er eben hat: verkümmerte Beine und so weiter. Der Mensch ist an die Erde gebunden durch die unteren Gliedmaßen; er macht sich frei. Das Säugetier steht mitten drinnen, steht mit vier Säulen auf der Erde auf: es wird aus der Erde herausgebildet. Es sind also die aus der Erde direkt herauswirkenden Kräfte, die vorzugsweise auf das Säugetier wirken." (Lit.: GA 205, S. 216ff)

"Sie sind nicht imstande, wenn ich sage, laß da irgendwo ein einziges Haar wachsen -, Sie sind nicht imstande, dieses Haar irgendwie wachsen zu lassen! Aber das Kind ist dazu imstande, indem es die nötigen Stoffe hintreibt bis zu dem Ort, wo die Haarwurzeln sich eingliedern, diese Stoffe dem Lichte entgegenzubringen - denn die Haare wachsen, werden aus Licht.

Also das alles geschieht in dem Kinde. Sehen Sie, das alles ist etwas, wovon die heutige Wissenschaft nicht reden will. Sie macht den Leuten diese Dinge durchaus unklar. Sie weiß nichts darüber und will nicht reden davon, daß da das Geistig-Seelische drinnen arbeitet, und daß das Geistig-Seelische nicht vererbt wird, sondern daß das Geistig- Seelische eben aus einer geistigen Welt kommt.

Nun, ich habe Ihnen das Beispiel von den Haaren erzählt. Sehen Sie, der Mensch ist ja im allgemeinen während seines normalen Lebens nicht behaart, sondern nur an gewissen Stellen bleiben die Haare, sonst ist er unbehaart. Aber der Mensch war einmal auf der Erde auch behaart. Er hat die Haare verloren. Er war ein ganz behaarter Mensch. Einmal, in sehr alten Zeiten war der Mensch auch zottelig behaart, ganz zottelig behaart. Er hat die Haare verloren. Ja, wodurch hat der Mensch die Haare verloren? Ich will Ihnen darüber keine Theorie geben, denn die kann man sich ausdenken, aber ich will Sie auf Tatsachen verweisen. Andere Wesen zum Beispiel, welche auch, wenn sie in der Natur herumgehen, behaart sind, verlieren die Haare, wenn sie zahm gemacht werden: das sind die Schweine. Schauen Sie sie an im wilden Zustande: da haben sie Haare; und wenn sie gezähmt werden, wenn sie also in solchen Verhältnissen leben, in denen sie ursprünglich nicht gelebt haben, da verlieren sie die Haare. Der Mensch hat auch ursprünglich nicht in solchen Verhältnissen gelebt wie heute. Der Mensch ist nämlich auch wie solch ein gezähmtes Tier. Daß er aber Haare bekommen hat, unter dem Einfluß von Licht und Wärme Haare bekommen hat, das zeigt das Kind ja heute noch; denn in den ersten Monaten, wo es fast nur Kopf ist, da ist der ganze Kindeskeim behaart - im Mutterleib ist das Kind in den ersten Monaten sogar behaart! Die Haare verliert es wieder; die gehen weg. Es ist ganz behaart. Geradeso wie ich Ihnen erklärt habe, daß die Pflanzen im ersten Stadium das Licht und die Wärme noch vom vorigen Jahr haben, so hat das Kind Licht und Wärme von der Mutter, so bekommt es das Licht und verliert erst später die Haare. Also auch daraus können Sie sehen, wie das Geistig- Seelische am Körper arbeitet." (Lit.: GA 348, S. 48f)

"Man muß eben den Zusammenhang des Haarwuchses mit der gesamten Menschheitsentwickelung ins Auge fassen können. Alles, was am Menschen an Wesenheit vorhanden ist, kann nur verstanden werden, wenn man es aus dem Geiste heraus zu begreifen sucht. So sonderbar es für den Menschen klingt: in unseren Haaren haben wir einen Rest gewisser Strahlungen zu sehen, durch die vorher Sonnenkraft in den Menschen hineingetragen wurde. Früher war dies etwas Lebendiges, was die Sonnenkraft in den Menschen hineintrug. Daher finden Sie dies da, wo man ein Bewußtsein an tiefere Dinge noch hatte, in gewisser Beziehung noch ausgedrückt: bei alten Löwenplastiken sieht man oft deutlich, daß der Bildhauer nicht einfach einen heutigen Löwen mit seiner mehr oder weniger pudelähnlichen Mähne kopieren wollte. Derjenige, welcher noch die gute Tradition aus alten Erkenntnissen hatte, stellte den Löwen so dar, daß man den Eindruck hatte, hier seien die Haare gleichsam wie von außen in den Körper hineingesteckt, ähnlich wie Sonnenstrahlen, die hineindringen und in den Haaren gleichsam verhärtet wären. So konnte sich also der Mensch sagen, daß es vielleicht in alten Zeiten durchaus noch möglich war, durch das Stehenlassen der Haare Kräfte in sich aufzunehmen, besonders wenn die Haare frisch und gesund sind. Aber schon im hebräischen Altertum, bei den Nasiräern, hat man darin kaum noch mehr als ein Symbolum gesehen.

Daß man das, was geistig hinter der Sonne liegt, in sich einströmen ließ, darin bestand wirklich in einer gewissen Beziehung der Fortschritt der Menschheit. In dem Fortschritt von den alten im Menschen aufsteigenden hellseherischen Gaben zu dem Kombinieren und Denken über die Außenwelt war bedingt, daß er immer weniger als ein behaartes Wesen auftrat. Die Menschen der atlantischen und der ersten nachatlantischen Zeit hat man sich vorzustellen mit reichem Haarwuchs, ein Zeichen dafür, daß sie von dem Geisteslicht noch stark überstrahlt worden sind. Die Wahl wurde getroffen, wie die Bibel erzählt, zwischen dem unbehaarten Jakob und dem behaarten Esau. In dem letztern sehen wir einen Menschen, der abstammte von Abraham und letzte Reste einer alten Menschheitsentwickelung in sich hatte, die zum Ausdruck kamen in seinem Haarwuchs. Derjenige Mensch, der solche Eigenschaften hatte, daß er sich in die Welt hinausentwickelte, war in Jakob dargestellt. Er besaß die Gaben der Klugheit mit all ihren Schattenseiten; Esau wird von ihm beiseite geschoben. So wird in Esau wiederum ein Sproß von der Hauptlinie abgeschoben. Von Esau stammen die Edomiter ab, in welchen sich noch alte menschliche Erbschaften fortpflanzten.

In der Bibel sind tatsächlich alle diese Dinge sehr schön ausgedrückt. Es sollte nun wieder ein Bewußtsein im Menschen entstehen von dem, was Geistesleben ist, und auf eine neue Art sollte es entstehen im Nasiräer, dadurch daß er die langen Haare trug während seiner Vorbereitungszeit. Im Altertum ist das Verhältnis der Haare zum Licht des Geistes sogar dadurch ausgedrückt, daß Licht und Haar mit Ausnahme eines geringfügigen Zeichens durch dasselbe Wort dargestellt werden. Überhaupt weist die althebräische Sprache auf die tiefsten Geheimnisse der Menschheit hin. Sie muß als so etwas wie eine gewaltige Sprachoffenbarung der Weisheit betrachtet werden. Das war der Sinn der Tatsache, daß die Nasiräer sich lange Haare wachsen ließen. Heute braucht dies allerdings nicht mehr als Hauptsache betrachtet zu werden." (Lit.: GA 117, S. 61ff)

"Nehmen Sie zum Beispiel im Tierreiche diejenigen Tiere, die behaarte Haut haben. Nun ja, da können Sie sich denken, daß die behaarte Haut dazu gut ist, damit die Tiere im Winter nicht frieren und so weiter. Gewiß, dafür ist sie auch gut. Aber wenn diese Haare in der Haut entstehen sollen, dann muß das Tier einer ganz besonders starken Sonnenwirkung zugänglich sein. Die Haare entstehen nicht anders als dadurch, daß das Tier einer starken Sonnenwirkung zugänglich ist. Sie könnten nun sagen: Ja, aber die Haare entstehen ja nicht überall nur da, wo die Sonnenstrahlen Zugang hatten! - Und doch ist es so. Das geht sogar so weit, daß der Menschenkeim in den ersten Zeiten, während er im Mutterleibe getragen wird, ja behaart ist. Da können Sie sagen: Der ist nicht der Sonne ausgesetzt. Diese Haare verliert er später. Und jeder Mensch, der geboren wird, war in den ersten Wochen der mütterlichen Schwangerschaft eigentlich ganz behaart. Diese Haare verliert er. Woher kommt das? Das kommt daher, weil die Mutter die Sonnenkraft ja aufnimmt und die innerlich wirkt. Die Haare hängen ganz innig zusammen mit der Sonnenwirkung.

Nehmen Sie zum Beispiel den Löwen. Der Löwe, dessen Männchen diese mächtige Mähne hat, ist ein Tier, das außerordentlich stark der Sonnenwirkung ausgesetzt ist. Dadurch hat der Löwe auch die Brustorgane, die unter der Wirkung der Sonne besonders stark werden, stark ausgebildet, hat kurz ausgebildeten Darm und mächtig ausgebildete Lungen. Das unterscheidet ihn von unseren Wiederkäuern, die mehr die Organe des Unterleibes, des Darmes, Magens und so weiter ausgebildet haben. Die Art und Weise, wie ein Tier behaart, befiedert ist und so weiter, hängt also vorzugsweise mit der Sonnenwirkung zusammen. Aber wiederum, wenn die Sonnenwirkung auf ein Wesen sehr groß ist, dann ist es ja so, daß dieses Wesen die Sonne in sich denken läßt, in sich wollen läßt: es wird nicht selbständig. Der Mensch hat seine Selbständigkeit dadurch, daß er eben nicht diesen äußeren Schutz hat, sondern daß er mehr oder weniger den Einflüssen der irdischen Umgebung ausgesetzt ist. Es ist sogar interessant zu vernehmen, wie das Tier weniger von der Erde abhängig ist als der Mensch. Das Tier ist großenteils von außerhalb der Erde hereingebildet. Ich habe Ihnen ja für diese Dinge überall die Belege angeführt. Aber der Mensch emanzipiert sich überhaupt von diesen äußeren Natureinflüssen. Und das kommt dadurch, daß er sozusagen die ungeschützte Haut nach allen Seiten hat und dadurch seinen eigenen Schutz suchen muß.

Sie können schon bei unserer gewöhnlichen Kleidung sehen, daß sie eigentlich aus zwei Teilen zusammengesetzt ist. Der eine Teil zeigt sich uns dadurch, daß wir im Winter einen Winterrock anziehen und uns gegen die Kälte dabei schützen. Das ist derjenige Teil der Kleidung, durch den wir Schutz suchen. Aber das ist ja nicht der einzige. Sie können zum Beispiel besonders bei den Frauen sehen, daß sie nicht bloß Schutz suchen durch die Kleidung, sondern sie so einrichten, daß sie schön sein soll; manchmal ist sie zwar greulich, aber sie soll schön sein. Es kommt ja dabei auf den Geschmack oder Ungeschmack an, aber jedenfalls soll sie schön sein, sie soll schmücken. Das sind die zwei Aufgaben der Kleidung: Schutz zu bieten gegen die Außenwelt und zu schmücken." (Lit.: GA 352, S. 102f)

Haarfarbe

Einfluss der Mondphasen beim Inkarnationsvorgang

Sowohl das Geschlecht als auch die Haarfarbe für die irdische Inkarnation entscheidet sich erst im Bereich der Mondsphäre.

„Blicken wir von der Erde aus in irgendeiner Gegend nach dem Vollmond, dann haben wir diejenige Zeit, die sich die Wesen wählen, um zur Erde herunterzusteigen, die Frauen werden wollen. Da erst wird das entschieden. Und die Neumondzeit ist diejenige Zeit, die sich die Wesen wählen, die Männer werden wollen. So daß also der Mensch durch das Mondentor in das irdische Dasein eintritt. Aber die Kraft, die der Mann braucht, um in das Erdenleben einzutreten, wird dann ins Weltenall hinausgeströmt; man geht ihr entgegen, indem man vom Weltenall hereinkommt, und sie wird vom Monde ausgestrahlt, wenn er für die Erde Neumond ist. Die Kraft, welche die Frau braucht, wird ausgestrahlt vom Monde, wenn er Vollmond ist; da ist seine beleuchtete Seite der Erde zu gerichtet, seine unbeleuchtete Seite geht ins Weltenall hinaus, und diese Kraft, die der Mond an seiner unbeleuchteten Seite ins Weltenall hinaussenden kann, die braucht das Menschenwesen, wenn es Frau werden will.“ (Lit.:GA 218, S. 119)

In der Folge wird auch die Entscheidung über die Haarfarbe getroffen:

„Aber der Mensch ist ja, bei diesem Herunterkommen öfter dem Vollmond oder Neumond ausgesetzt, und so kann es sein, daß der Mensch sich zunächst gewissermaßen einem entscheidenden Neumond aussetzt, um Mann zu werden, oder einem entscheidenden Vollmond, um Frau zu werden. Dann aber - es geht ja das Heruntersteigen nicht so schnell, er bleibt längere Zeit exponiert -, dann kann er auch irgendwie sich noch entscheiden, wenn er durch den Neumond als Mann heruntersteigt, trotzdem noch dem kommenden Vollmonde sich auszusetzen. So daß er also die Entscheidung getroffen hat, als Mann herabzusteigen: er hat die Neumondkräfte dazu verwendet; aber er hat noch während seines Abstieges den weiteren Mondengang zu seiner Verfügung, den Vollmondgang. Da erfüllt er sich mit den Mondenkräften dann so, daß diese nun nicht auf sein Verhältnis als Mann oder Weib wirken, sondern vorzugsweise auf seine Hauptesorganisation und auf das, was mit der Hauptesorganisation von außen, vom Kosmos her zusammenhängt, wenn gerade die Konstellation eintritt, von der ich jetzt gesprochen habe. Wenn also der Mensch die Entscheidung getroffen hat: Ich werde Mann durch eine Neumondszeit - und dann noch im Weltenall weiterlebt, so daß er noch nicht ganz durch den Mondeneinfluß durchgegangen ist, sondern noch der nächsten Vollmondzeit ausgesetzt ist, dann bekommt er durch die Einwirkung der Mondenkräfte in diesem Zustande zum Beispiel braune Augen und schwarze Haare. So daß wir sagen können: Durch die Art und Weise, wie der Mensch an dem Mond vorbeikommt, wird nicht nur sein Geschlecht bestimmt, sondern seine Haarfarbe und seine Augenfarbe. Ist der Mensch zum Beispiel als Frau an dem Vollmond vorbeigegangen und setzt sich nachher noch dem Neumond aus, so kann er als Frau blaue Augen und blonde Haare bekommen.“ (S. 120f)

Zusammenhang der Haarfarbe mit dem Schwefel- und Eisenprozess

„Diejenigen, die schwarz sind, die haben die Schwärze ihrer Haare von einem Eisenprozeß, der in den Haaren sich abspielt; diejenigen, die blond sind, haben ihre Blondheit von einem Schwefelprozeß, der sich in den Haaren abspielt, einem Schwefelprozeß, der insbesondere stark ist bei denjenigen Leuten, die rote Haare haben. Und es ist zu bemerken, daß die Dinge ein außerordentlich großes Interesse haben. Ich habe wirklich Menschen kennengelernt, bei denen man sagen konnte, es heißt etwas, daß sie feurig waren in ihren funkelnden roten Haaren. Da spielt sich ein außerordentlich starker, wirklicher Schwefelprozeß ab, während schwarze Haare mehr einen verhältnismäßig starken Eisenprozeß in sich haben. Nun denken Sie doch daran, daß das der Ausfluß der ganzen menschlichen Organisation ist. Das eine Mal ist der Mensch ein solcher, der fortwährend etwas erzeugt, was intensives Brennmaterial ist, Schwefel, so daß er seine Haare damit durchdringt, das andere Mal sondert er etwas ab, was Eisen ist, was eigentlich gar nicht brennt, sondern was etwas anderes ist. Dadurch zeigt sich ein tiefgreifender Unterschied zwischen den beiden Menschen in bezug auf ihre ganze Organisation.“ (Lit.:GA 316, S. 110f)

Siehe auch

Literatur

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