Helmut Zander

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Helmut Zander

Helmut Zander (* 13. Juli 1957 in Oberaußem) ist ein deutscher Historiker und katholischer Theologe. Er wurde vor allem bekannt durch seine in wissenschaftlicher Form gehaltene Anthroposophie-Kritik.

Zander studierte Geschichte, Politikwissenschaft und Theologie. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte gesellschaftlicher Pluralisierung sowie die Kultur- und Sozialgeschichte der Religion. Mit einer kritischen, 2007 auch als Buch veröffentlichten Arbeit über die Geschichte der Anthroposophie und Theosophie in Deutschland habitilierte er sich 2002 an der Humboldt-Universität zu Berlin und lehrte dort als Privatdozent für Neuere und Neueste Geschichte und ist Fellow am Internationalen Kolleg für Geisteswissenschaftliche Forschung an der Ruhr-Universität Bochum[1]. Seit 2011 lehrt er als Professor für vergleichende Religionsgeschichte an der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg / Université de Fribourg.[2]

Zanders Anthroposophie-Kritik ist durch eine sehr einseitige Außenperspektive geprägt und die Wahrung der dabei gebotenen Neutralität ist sehr umstritten. Da er selten dem gebotenen textanalytischen Prinzip der wohlwollenden Interpretation folgt, trifft er häufig nur eine Karikatur der von ihm bemängelten Aussagen und stellt damit seine Kritik auf schwache Beine. So konnten ihm zahlreiche Fehler in seiner Habilitationsschrift nachgewiesen werden.[3]

Es gibt eine theologische Abhandlung Zanders über „Seelenwanderung“, die begreiflich macht, dass er die Anthroposophie, die von einer Reinkarnation des Geistes, nicht aber der Seele spricht, nicht verstehen kann. Sicherlich ist dies auch eine der Folgen des Konzils von 869, worauf Rudolf Steiner seinerzeit mehrfach hinwies (vgl. Der Kampf um das Menschenbild. Das achte ökumenische Konzil von 869 und seine Folgen. Hrsg. von Heinz Herbert Schöffler, Vlg. am Goetheanum 1986).

Zander bewegt sich in seinen Beiträgen weit abseits der seriösen Esoterikforschung, und es ist wohl kein Zufall, dass er im Alter von 55 Jahren erstmals eine Professur erlangt hat, und zwar im Bereich der katholischen Theologie.

Schriften

  • Die Christen und die Friedensbewegungen in beiden deutschen Staaten. Beiträge zu einem Vergleich für die Jahre 1978–1987. In: Beiträge zur politischen Wissenschaft, Band 54. Duncker & Humblot, Berlin 1989, ISBN 3-428-06641-3. (= Diss. Bonn 1987: Zur Rolle der Christen in den Friedensbewegungen der beiden deutschen Staaten)
  • Reinkarnation und Christentum. Rudolf Steiners Theorie der Wiederverkörperung im Dialog mit der Theologie. Schöningh, Paderborn 1995, ISBN 3-506-79769-7.
  • Geschichte der Seelenwanderung in Europa. Alternative religiöse Traditionen von der Antike bis heute. Primus, Darmstadt 1999, ISBN 3-89678-140-5.
  • Anthroposophie in Deutschland. Theosophische Weltanschauung und gesellschaftliche Praxis 1884–1945. 2 Bände. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2007, ISBN 978-3-525-55452-4. (Habilitationschrift).
  • Rudolf Steiner. Die Biographie. Piper, München 2011, ISBN 978-3-492-05448-5. [4]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Internationales Kolleg für Geisteswissenschaftliche Forschung: Mitglieder
  2. Medienmitteilung zur Berufung nach Fribourg
  3. Vgl. Lorenzo Ravagli: Zanders Erzählungen: Eine kritische Analyse des Werkes »Anthroposophie in Deutschland«, Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2009 und Karen Swassjan: Aufgearbeitete Anthroposophie. Bilanz einer Geisterfahrt, Vlg. am Goetheanum, Dornach 2007 sowie Holger Niederhausen: Unwahrheit und Wissenschaft. Helmut Zander und Rudolf Steiner, Occident-Vlg., Baarle Nassau 2013
  4. Siehe dazu: Rudolf Steiner: Universalgenie? Universal-Dilettant?, Interview mit Helmut Zander auf swissinfo.ch
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