Irreduzibilität

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Irreduzibilität (von lat. ir- „nicht“ und reducere „zurückführen“) liegt ganz allgemein dann vor, wenn die Eigenschaften eines Systems nicht oder nur teilweise auf die Eigenschaften seiner Komponenten, aus denen es aufgebaut ist, zurückgeführt werden können. Auf diese Übersummativität, wonach die irreduzible Einheit des Ganzen mehr ist als die bloße Summe seiner Teile, hat erstmals schon Aristoteles hingewiesen:

„Das was aus Bestandteilen so zusammengesetzt ist, dass es ein einheitliches Ganzes bildet, ist nicht nach Art eines Haufens, sondern wie eine Silbe, das ist offenbar mehr als bloss die Summe seiner Bestandteile. Eine Silbe ist nicht die Summe ihrer Laute: ba ist nicht dasselbe wie b plus a, und Fleisch ist nicht dasselbe wie Feuer plus Erde.“

Aristoteles: Metaphysik, Buch 8.6. 1045a: 8-10.

Das Phänomen, dass auf der Systemebene spontan und unvorhersehbar neue Eigenschaften hervortreten, wird als Emergenz (von lat. emergere „auftauchen, hervorkommen, sich zeigen“) bezeichnet. Mit dem auftreten emergenter Eigenschaften wird der in den Naturwissenschaften und auch in der Philosophie des Geistes häufig angestrebte Reduktionismus und Physikalismus in Frage gestellt.

Siehe auch