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Johannesbau-Verein

Aus AnthroWiki
(Weitergeleitet von Johannesbauverein)
Längsschnitt durch den Johannesbau in München mit Synthese der Skizzen Rudolf Steiners (1911/12); signiert mit "C. Sch[mid-Curtius]"
Risszeichnung des Johannesbau, Ansicht gegen Fuchsstraße.

Der Johannesbau-Verein wurde Anfang April 1911 von Sophie Stinde, Hermann Linde, Pauline Gräfin von Kalkreuth, Felix Peipers und anderen gegründet, um einen geeigneten Aufführungsort für die Mysteriendramen Rudolf Steiners und für Eurythmieaufführungen zu errichten. Schon 1908 hatte Mieta Waller Marie Steiner vorgeschlagen, „dem Worte Rudolf Steiners einen Tempel zu bauen“ (Lit.: Lindenberg 1988, S 271). Rudolf Steiner war künstlerisch-esoterischer Ratgeber des Vereins, gehörte ihm aber nicht an.

Der sogenannte Johannesbau sollte in München an der Ungererstraße in Schwabing errichtet werden. Der Name des Baus leitet sich von Johannes Thomasius, dem Protagonisten der Mysteriendramen Rudolf Steiners, ab.

Der Johannesbau sollte bereits, wie später das Goetheanum, als Doppelkuppelbau ausgeführt werden, nach einer Idee, die Steiner erstmals schon 1908 gefasst hatte. Mit der Planung wurde Carl Schmid-Curtius betraut, der dann auch bis 1914 der erste Architekt des Goetheanums in Dornach war. Auf Forderung der Münchner Behörden und wegen des Widerstands der Kiche, der umliegenden Anwohner und auch der Münchner Künstlerschaft mussten die Entwürfe immer wieder umgearbeitet werden. Am 12. Januar 1913 wurde das Bauvorhaben schließlich durch den Staatsminister des Inneren Maximilian von Soden-Fraunhofen aufgrund „schönheitlicher Standpunkte“ abgelehnt. Nachdem auch der Einspruch gegen diesen Entscheid am 6. Oktober 1913 abgelehnt worden war, wurde das Bauvorhaben in München endgültig aufgegeben.

Nachdem der projektierte Johannesbau in München nicht errichtet werden konnte, wurde der Bau auf einem von Emil Grosheintz geschenkten Gelände auf dem Hügel in Dornach umgeplant. Steiner erschien dies als eine Fügung des Schicksals.

„Daß der Bau nicht hier aufgeführt wird, ist nicht unsere Schuld, es ist unser Karma. Es ist unser Schicksal, daß er an einem einsam gelegenen Ort aufgeführt wird, aber an einem Ort, der doch nach seiner lokalen Lage einige Wichtigkeit hat für das geistige Leben der neueren Zeit.“ (Lit.:GA 286, S. 112)

Am 17. September 1913 wurde mit dem Ausheben der Baugrube begonnen. Nach der feierlichen Grundsteinlegung[1] am 20. September fingen 1914 die eigentlichen Bauarbeiten an, die sich allerdings während des Ersten Weltkrieges wesentlich verzögerten. Der mittlerweile in «Goetheanum» umbenannte Bau wurde, noch unfertig, in der Silvesternacht von 1922/23 durch Brandstiftung zerstört.

Die weltweit tätige Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft (AAG) mit Sitz am Goetheanum in Dornach, die nicht identisch ist mit der 1923 bei der Weihnachtstagung gegründeten Anthroposophischen Gesellschaft, ist rein rechtlich aus einer Umwandlung des ursprünglichen Bauvereins hervorgegangen. Sie ist dezentral in örtlichen Zweigen, regionalen Zentren und Landesgesellschaften organisiert, die wirtschaftlich autonom, ihre Tätigkeiten selbständig organisieren. Außerdem ist sie Träger der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft am Goetheanum.

Literatur

Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com.
Freie Werkausgaben gibt es auf steiner.wiki, bdn-steiner.ru, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
Die Rudolf Steiner Ausgaben basieren auf Klartextnachschriften, die dem gesprochenen Wort Rudolf Steiners so nah wie möglich kommen.
Hilfreiche Werkzeuge zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk sind Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners und Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.

Einzelnachweise