Tote

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Wie die Toten, von Rudolf Steiner auch als Sphärenmenschen bezeichnet, nach dem Tod in der geistigen Welt weiterleben und wie sie schließlich nach längerer oder kürzerer Zeit wieder zu einer neuen irdischen Inkarnation herabsteigen, hat Rudolf Steiner in vielen Schriften und Vorträgen ausführlich beschrieben.

„Wie viele gibt es heute noch, die sagen: Nun, was nach dem Tode kommt, das werden wir ja sehen, darauf werden wir noch immer zur rechten Zeit aufmerksam; hier wollen wir absehen davon, wollen dem Leben dienen. Wenn wir eintreten in jene Welt drüben, so wird sich uns schon zeigen, wie sie ist. - Ja, wenn schon das eine richtig ist, daß man da drüben dasjenige ist, was man hier von sich vorgestellt hat, so ist noch etwas anderes richtig. Nehmen Sie den Gedanken, der heute ja keine Seltenheit ist. Jemand stirbt, er hinterläßt Angehörige. Wenn diese nicht gedankenlos sind und doch materialistisch gesinnt sind, so müssen sie den Gedanken haben: Dieser Angehörige, der gestorben ist, verwest im Grabe, oder es ist von ihm dasjenige vorhanden, was man in der Urne aufbewahrt hat und dergleichen. - Nur solange die Menschen gedankenlos sind, können sie Materialisten sein und nicht diesen Glauben haben. Würde der Materialismus siegen, so würden die Menschen immer mehr und mehr den Glauben haben: Alles, was vom Toten übrig ist, ist in der Urne oder im Grabe verwesend. - Dieser Gedanke ist aber eine reale Macht. Er ist eine Unwahrheit. Wenn der hier Zurückbleibende denkt: Der Tote ist nicht mehr lebend, der Tote ist nicht mehr da - , so ist es ein falscher Gedanke, aber dieser falsche Gedanke ist doch in den Seelen, die ihn denken, real, ist doch wirklich. Diesen wirklichen Gedanken nimmt der Tote wahr; er nimmt ihn als sehr bedeutsam für sich wahr. Und das ist nicht einerlei, sondern im Gegenteil von grundwesentlicher Bedeutung, ob derjenige, der hier zurückbleibt, in lebendigem innerem Seelenleben pflegt den Gedanken an den fortlebenden Toten, an den in der geistigen Welt befindlichen Toten, oder ob er mehr oder weniger sich dem Jammergedanken hingibt: Der Tote ist eben tot, verwest. - Das ist nicht nur nicht gleichgültig, sondern es ist ein ganz wesentlicher Unterschied.“ (Lit.:GA 178, S. 111f)

Arbeit an den Naturreichen

„Wenn nun der Mensch gestorben ist, dann ist sein Ich auf dem Astralplan mit den Ichs - dieser ungewöhnliche Plural kann nicht umgangen werden - der Tiere zusammen, und er kann dort eine Arbeit verrichten wie die Ichs der Tiere. Diese Arbeit besteht darin, daß er die Tierwelt nach und nach verändert. Im unteren Devachan findet er die Ichs der Pflanzen als seine Genossen; da kann er die Pflanzenwelt verändern. Auf diese Weise wirkt er selbst mit an der Umgestaltung der Erde.

Mithin ist es der Mensch selbst, der die großen Veränderungen der Erde vollbringt; er arbeitet selbst an dem Antlitz der Erde. Den so ganz veränderten Schauplatz bei seiner neuen Inkarnation hat der Mensch selbst bewirkt. Aber diese Arbeit verrichtet er unter der Leitung und Führung höherer Wesen. Es ist also durchaus wahr, wenn wir im Hinblick auf die Tier- und Pflanzenwelt, die sich fortwährend verändert, sagen: Das ist das Werk der Verstorbenen. Die Toten arbeiten an der Umgestaltung der Fauna und Flora, ja selbst an der Umwandelung der physischen Formen der festen Erde. Erdenarbeit ist Totenarbeit. Auch in den Naturkräften haben wir die Handlungen der entkörperten Menschen zu sehen. Und wie gewaltig arbeiten diese Naturkräfte die Erde um!

Alle Tätigkeit, alles Arbeiten hat einmal vor Zeiten einen Anfang genommen. Da gab es noch keine Pyramiden, da gab es auch noch keine Werkzeuge. Alles war da, wie die Götter, oder wie die Materialisten sagen, die Naturkräfte es gegeben hatten, und der Mensch war in das hineingesetzt. Jetzt ist rund um uns her die Erde durch äußere Menschenarbeit umgestaltet; und was hier nicht erreicht werden kann, was der Mensch hier nicht tun kann, das tut er in der Zeit zwischen Tod und neuer Geburt. Somit hängt unsere eigene Entwik- kelung zusammen mit der Veränderung der ganzen Erde. Der Bau und die Evolution der Erde ist die Arbeit des Menschen auf den höheren Planen, und je höher sich der Mensch selbst entwickelt, um so rascher und vollkommener schreitet die Umgestaltung der physischen Erde und der Fauna und Flora vorwärts. Je höher er entwickelt ist, desto länger hat er zu arbeiten in den höheren Partien des Devachan.“ (Lit.:GA 95, S. 49f)

Erdgebundene Tote

Hauptartikel: Erdgebundene Tote

Erdgebundene Tote sind Menschen, die nach dem Tod wesentlich länger als üblich an die Erdensphäre, namentlich an das mineralische und pflanzliche Reich, gebunden bleiben. Diese Reiche sind aber ihrem Wesen nicht mehr angemessen. Oft werden diese für den Toten nur schwer zu ertragenden Erlebnisse dadurch verursacht, dass der Mensch es während des Erdenlebens versäumt hat, sich Begriffe und Vorstellungen zu bilden, die über das irdische Dasein hinausreichen. Es können aber auch Sorgen für zurückgelassene Freunde, Verwandte und Kinder oder unerfüllte Aufgaben und Pflichten sein, die den Toten noch lange an das Erdendasein fesseln. Man kann dann den Toten helfen, indem man ihre Aufgaben und Pflichten übernimmt. Für die Erde selbst und die hier zurückgelassenen Menschen stellen die erdgebundenen Toten ein großes Problem dar, denn „vieles von dem, was an zerstörenden Kräften wirkt innerhalb der Erdensphäre, kommt von solchen in diese Erdensphäre gebannten Toten.“ (Lit.:GA 182, S. 20)

Siehe dazu

Literatur

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Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Freie Werkausgaben gibt es auf fvn-rs.net, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
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