Erdensphäre

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Als Erdensphäre oder Erdsphäre kann im weitesten Sinn jede zur Erde gehörige Sphäre bezeichnet werden, die als annähernd kugelförmig gedachter Bereich den Erdmittelpunkt umgibt - auch weit über die feste, mineralische Erde hinaus. Im äußeren geophysikalischen Sinn kann es sich dabei etwa um die Atmosphäre, Hydrosphäre, Kryosphäre, Biosphäre und Lithosphäre (deren oberster Teil die Pedosphäre ist) handeln oder um die aus konzentrischen Schalen aufgebaute feste bzw. plastische Erde, die auch als Geosphäre bezeichnet wird und nach gegenwärtiger Ansicht aus dem inneren und äußeren Erdkern, dem Erdmantel und der Erdkruste besteht. Die Erdhülle umfasst definitionsgemäß die Atmosphäre, die Hydrosphäre und die feste Erdkruste bis zu einer Tiefe von 16 km.

Die geistig wahrnehmbaren Sphären der Erde

Im anthroposophisch erweiterten Sinn gehören gehören zur Erdensphäre auch alle nur geistig wahrnehmbaren Sphären, die unmittelbar mit unserer Erde zusammenhängen. Dazu zählen u.a. die neun Schichten des Erdinneren, wie sie etwa Dante Alighieri in seiner «Göttlichen Komödie» in mit den neun Kreisen der Hölle schildert. Weiters sind auch die Äthersphäre und die Astralsphäre der Erde zu nennen, aus deren Kräften der Ätherleib und der Astralleib des irdisch verkörperten Mensch entnommen wird. Nach dem Tod verlässt der Verstorbene die unmittelbare Erdensphäre normalerweise sehr rasch und geht zunächst in das Kamaloka über, das der Mondensphäre entspricht, und erhebt sich danach in höhere Sphären. Tragisch ist es nicht nur für den Toten selbst, sondern auch für die ganze Erde, wenn er zu lange an die mineralische und pflanzliche Erdensphäre gebunden bleibt, denn dadurch werden Zerstörungskräfte in der Erdensphäre hervorgerufen.

„In unserer Zeit, in der sich eine gewisse materialistische Gesinnung notwendigerweise über die Erde hin ausbreitet, versäumen es die Menschen sehr leicht, sich spirituelle Vorstellungen anzueignen während ihres Erdenlebens. Und ich habe sogar gestern im öffentlichen Vortrage darauf aufmerksam gemacht, wie der Mensch, wenn er es versäumt, sich spirituelle Vorstellungen während seines Erdenlebens anzueignen, sich hereinbannt in das Erdenleben, gewissermaßen nicht heraus kann aus diesem Erdenleben, und dadurch zu einem zerstörenden Zentrum wird. Vieles von dem, was an zerstörenden Kräften wirkt innerhalb der Erdensphäre, kommt von solchen in diese Erdensphäre gebannten Toten. Man muß eher Mitleid haben mit solchen Menschenseelen, als irgendein kritisches Urteil fällen. Denn nach dem Tode ist das Erlebnis nicht besonders leicht, innerhalb eines Reiches bleiben zu müssen, das dem Toten eigentlich nicht angemessen ist. Und dieses Reich ist eben dann in diesem Falle das mineralische und pflanzliche Reich, auch dasjenige mineralische Reich, das die Tiere in sich tragen, das der Mensch selber in sich trägt. Denn diese Wesen sind ja von dem mineralischen Reiche durchdrungen. Für solche, die keine spirituellen Vorstellungen in sich aufgenommen haben, liegt nämlich die Sache so, daß sie zurückschrecken nach dem Tode vor diesem Erleben, das überall Empfindungen hervorruft: Sie können nicht hinein in das Reich, das da waltet in der tierischen Geistigkeit und im Menschlichen; sie können nur hinein in dasjenige, was mineralischer Natur, was pflanzlicher Natur ist. Ich kann nicht ausmalen, um was es sich da handelt; denn erstens hat die Sprache für das keine Worte, zweitens aber kann man sich nur langsam und allmählich dem nähern, was da eigentlich zugrunde liegt, weil dieses Nähern wirklich zunächst etwas Schreckhaftes hat.“ (Lit.:GA 182, S. 20f)

Die Verbindung des Christus mit der Erdensphäre

Mit der Jordan-Taufe verließ der Christus seine geistige Heimat und stieg auf die Erde herab, in dem er sich in den Leibeshüllen des Jesus von Nazareth inkarnierte. Durch das Mysterium von Golgatha, die Auferstehung, die Himmelfahrt und das Pfingstereignis verband er sich immer fester mit der Erdensphäre.

„Der Christus verließ den Himmel, um diesen seinen Wohnplatz mit der Erde zu vertauschen. Das bitte ich Sie im rechten Lichte sich anzuschauen und daran zu knüpfen dann die Empfindung, das Gefühl, was geschehen ist durch das Mysterium von Golgatha, was geschehen ist durch die Christus-Wesenheit, worin das eigentliche Opfer der Christus-Wesenheit bestanden hat, nämlich im Verlassen der geistigen Sphären, um mit der Erde und mit den Menschen auf der Erde zu leben, und die Menschen, die Evolution auf der Erde durch den ihr so gegebenen Impuls weiterzuführen. Das besagt schon, daß vor der Johannestaufe im Jordan diese Wesenheit nicht der Erdensphäre angehörte. Sie ist also hereingewandert aus den überirdischen Sphären in die Erdensphäre. Und dasjenige, was erlebt wurde zwischen der Johannestaufe und dem Pfingstereignis, das mußte erlebt werden, um umzuwandeln die himmlische Wesenheit des Christus in die irdische Wesenheit des Christus.

Es ist unendlich viel gesagt, wenn dieses Geheimnis hier ausgesprochen wird mit den Worten: Seit dem Pfingstereignis ist die Christus-Wesenheit bei den menschlichen Seelen auf der Erde; vorher war sie nicht bei den menschlichen Seelen auf der Erde. Das, was die Christus-Wesenheit durchgemacht hat zwischen der Johannestaufe und dem Pfingstereignis, ist geschehen, damit der Wohnsitz eines Gottes in der geistigen Welt vertauscht werden konnte mit dem Wohnsitz in der irdischen Sphäre. Das ist geschehen, damit diese göttlichgeistige Christus-Wesenheit die Gestalt annehmen konnte, welche notwendig war für sie, um mit den menschlichen Seelen fortan Gemeinschaft zu haben. Warum sind also die Ereignisse von Palästina vollzogen worden? Damit die göttlich-geistige Wesenheit des Christus die Gestalt annehmen konnte, die sie brauchte, um mit den menschlichen Seelen auf der Erde Gemeinschaft zu haben.

Es ist damit zugleich darauf hingewiesen, daß dieses Ereignis von Palästina ein einzigartiges ist, worauf ich ja schon öfter aufmerksam gemacht habe: es ist das Herabsteigen einer höheren, nicht irdischen Wesenheit in die Erdensphäre und das Zusammenbleiben dieser nicht irdischen Wesenheit mit der Erdensphäre, bis unter ihrem Einfluß die Erdensphäre die entsprechende Umgestaltung erfahren haben wird. Seit jener Zeit ist also die Christus-Wesenheit auf der Erde wirksam.“ (Lit.:GA 148, S. 42f)

Siehe auch

Literatur

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