Buddhi

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Buddhi (skrt., f., बुद्धि; „Erkenntnisvermögen, Unterscheidungskraft“, abgleitet von budh „erwachen, verstehen, wissen“; männliche Form ist buddha) ist die indisch-theosophische Bezeichnung für den Lebensgeist; in der christlichen Terminologie auch «Wort» oder «Sohn» genannt.

Begriffsgeschichte

Der Begriff wird erstmals im Katha-Upanishad erwähnt:

Ein Wagenfahrer ist, wisse,
Der Atman, Wagen ist der Leib,
Den Wagen lenkend ist Buddhi
Manas, wisse, der Zügel ist.

Katha-Upanishad: 3,3[1]

Bodhisattvas und die Buddhi der Erde

Bodhisattvas bzw. Meister zeichnen sich dadurch aus, dass sie die ganzen irdischen Erfahrungen und damit die Buddhi der Erde in sich aufgenommen haben. Sie ragen mit ihrem Bewusstsein bis auf den Buddhiplan, d.h. bis in die Welt der Vorsehung hinauf und umfassen die gesamte Fülle der Weisheit, die der Gestaltung der Erde zugrunde liegt. Solche Bodhisattvas sind etwa Buddha, Zarathustra (später Meister Jesus genannt), Skythianos oder Christian Rosenkreutz:

„Einer, der die ganzen irdischen Erfahrungen aufgenommen hat, so daß er von einem jeglichen Dinge weiß, wie es verwertet werden kann und so ein Schöpfer geworden ist, wird ein Bodhisattva genannt, das heißt ein Mensch, der Bodhi, die Buddhi der Erde, genugsam in sich aufgenommen hat. Dann ist er reif, aus den innersten Impulsen heraus zu wirken. Die Weisen der Erde sind noch nicht Bodhisattvas. Auch für einen Weisen gibt es immer noch Dinge, in denen er noch nicht vermag sich zurechtzufinden. Erst wenn man das gesamte Wissen der Erde in sich aufgenommen hat, um schaffen zu können, ist man ein Bodhisattva. Buddha, Zarathustra zum Beispiel, waren Bodhisattvas.“ (Lit.:GA 93a, S. 54)

Die Mission eines Bodhisattvas ist erfüllt, wenn das, was er zu geben hat, restlos zur eigenen menschlichen Fähigkeit geworden ist. Von da an braucht er sich nicht mehr in einem physischen Leib zu verkörpern. Er ist zum Buddha geworden, dessen Bewusstsein nun bis zum Nirvanaplan hinauf reicht und dessen Leib zum Sambhoakaya (Leib der Vollendung) verwandelt wurde. Nach dem Tod in diesem letzten Erdenleben wirkt ein Buddha nur mehr in ätherischer oder astralischer Gestalt durch den sog. Nirmanakaya in das Erdengeschehen herein. Es gibt aber auch einzelne Nirmankayas, die weiter aufsteigen zum terristrischen Pitri. Indem sie sich freiwillig aus ihrem Engelsein ins irdische hinein inkarnieren, bringen sie gewaltige Opfer für die Menschheit. Sie werden für gewöhnlich auch als "aufgestiegene Meister" oder als "Väter" bezeichnet. Beispiele für solcherart opferwillige Pitris sind Vater Christian Rosenkreutz und Rudolf Steiner.

Siehe auch

Literatur

  • Paul Deussen, Peter Michel (Hrsg.): Upanishaden, Die Geheimlehren des Veda, Marix Verlag 2007
  • Hermann Keimeyer: Rudolf Steiners Martyrium und Auferstehung, Selbstverlag, Owingen 1994

Einzelnachweise

  1. Paul Deussen, Upanishaden, S. 353