Dharmakaya

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Als Dharmakaya (skrt. Gesetzeskörper; tib. chos sku) wird nach Rudolf Steiner der Leib eines Bodhisattvas bezeichnet, durch den dieser auf Erden wirkt. Der Bodhisattva, in dem eine Erzengelwesenheit wirkt, ist in diesem Leib nicht vollständig inkarniert (Lit.: GA 114, S. 80ff). Er ist zugleich transzendent und immanent, steht also ungeboren und todlos jenseits der Dualität von Leben und Tod, wie es nach buddhistischer Auffassung der ursprünglichen erleuchteten Natur des Geistes entspricht. Buddhas, die den Dharmakaya repräsentieren, werden im Buddhismus seit dem 6./7. Jahrhundert als Adibuddhas oder Dhyani-Buddha (tib. sku lnga rgyal po) bezeichnet.

Ein Eingeweihter, der über einen Dharmakörper verfügt, hat die vollkommene Herrschaft über seinen Astralleib und seinen Ätherleib erlangt, und kann diese nun auf andere Menschen übertragen, die besondere Zukunftsaufgaben haben, und sich selbst einen neuen Ätherleib und einen neuen Astralleib bilden. Das war beispielsweise bei Zarathustra der Fall, der seinen Ätherleib Moses übergeben hat und seinen Astralleib an Hermes weiterleitete:

"Wer aber die Herrschaft schon hat über den Astral- und Ätherleib, der kann nun frei verfügen darüber. Er kann sich sagen: Dadurch, daß ich mit meinem Ich durchgemacht habe all die Verkörperungen, die mich gelehrt haben, meinen Astralleib und meinen Ätherleib so weit umzubilden, dadurch bin ich fähig geworden, mir, wenn ich wieder auf die Erde gehen soll, aus Äthersubstanz und Astralsubstanz einen neuen Astralleib und Ätherleib zu bilden, die ebenso vollkommen sind. — Und dadurch ist er imstande, den eigenen Astral- und Ätherleib, wie man sagt, hinzuopfern, ihn auf andere zu übertragen. Sie sehen also daraus, daß es Individualitäten gibt, welche dadurch, daß sie Herr in ihrem Astralleib und Ätherleib geworden sind, auch fähig werden, diesen Astralleib und Ätherleib hinzuopfern, weil sie gelernt haben, sich diese Dinge aufzubauen. Wollen sie wiederum auf die Erde, so werden sie sich neu aufbauen aus dem vorhandenen Material einen Astralleib und einen Ätherleib. Was sie aber in Vollkommenheit erreicht haben, übergeben sie anderen Persönlichkeiten, welche gewisse Aufgaben in der Welt zu bewirken haben. So werden späteren Persönlichkeiten solche Astral- und Ätherleiber von Persönlichkeiten der Vorzeit einverwoben, einverleibt. Wenn das geschieht, so sehen Sie, daß die Persönlichkeit der Vorzeit nicht bloß da wirkt, wo sie steht, sondern daß sie mit dem, was in ihr ist, noch in die Zukunft hineinwirkt.

So konnte zum Beispiel der Zarathustra, der fähig war, seinen Astralleib zu behandeln, und der ihn später hinübergeleitet hat in den Hermes, sich sagen: Ich lebe, aber ich werde nicht nur wirken, wie ich selber jetzt wirke als äußere Persönlichkeit, sondern ich durchwebe auch noch den Astralleib des ägyptischen Hermes, desjenigen, mit dem die ägyptische Kulturepoche beginnt. — Eine solche Persönlichkeit hat einen Körper, einen Kaya, welcher nicht nur an dem Orte wirkt, wo er ist, sondern welcher in die Zukunft hineinwirkt, welcher das Gesetz für die zukünftige Entwickelung abgibt. Gesetz in die Zukunft hinein heißt Dharma. Einen solchen Leib nennt man Dharmakaya. Das sind gewisse Ausdrücke, die häufig wiederkehren in der östlichen Wissenschaft." (Lit.: GA 110, S. 152)

Es entspricht dem Prinzip der spirituellen Ökonomie, dass hochentwickelte Ätherleiber oder Astralleiber, die der Dharmakaya umspannt, nach dem Tod nicht nur erhalten bleiben, sondern auch vervielfältigt und anderen Menschen einverwoben werden können oder selbst bereits aus einer solchen Vervielfältigung hervorgegangen sind (Lit.: GA 109, S. 287).

Siehe auch

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Das Prinzip der spirituellen Ökonomie im Zusammenhang mit Wiederverkörperungsfragen, GA 109 (2000)
  2. Rudolf Steiner: Geistige Hierarchien und ihre Widerspiegelung in der physischen Welt, GA 110 (1991)
  3. Rudolf Steiner: Das Lukas-Evangelium, GA 114 (2001)
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Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Freie Werkausgaben gibt es auf fvn-rs.net, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
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