Exotische Materie

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Als exotische Materie bezeichnet man in der Teilchenphysik im weitesten Sinn alle Formen nicht-baryonischer Materie, die im Gegensatz zur „normalen“ Materie nicht aus Atomen mit einen Kern aus Baryonen (Protonen, Neutronen) und einer Hülle aus Elektronen (oder ihren korrespondierenden Antiteilchen) besteht. Dazu zählt etwa die aufgrund ihrer Gravitationswirkung postulierte unsichtbare Dunkle Materie, deren Natur aber noch weitgehend unklar und ihre tatsächliche Existenz nicht erwiesen ist.

Im engeren Sinn wird der Begriff „exotische Materie“ insbesondere auf Materieformen mit negativer Energiedichte und folglich negativem Druck bezogen. Aufgrund der von Albert Einstein mit seiner berühmten Formel E = mc2 beschriebenen Äquivalenz von Masse und Energie kann dazu auch die Dunkle Energie gerechnet werden, die für die beschleunigte Expansion des Universums verantwortlich sein soll. Diskutiert wird auch Materie mit negativer oder komplexer Masse.

Negative Materie und Universalkräfte

Bemerkenswert aus anthroposophischer Sicht ist, dass bereits Rudolf Steiner aufgrund seiner geistigen Erfahrungen von einer Art negativer Materie gesprochen hat, die sich nicht durch Raumerfüllung, sondern durch eine Raumentleerung unter das Nullniveau auszeichnet. Anstatt der Druckkräfte ist sie mit Saugkräften verbunden, die als ätherische Universalkräfte (auch Umkreiskräfte, Peripherikräfte oder zentrifugale Kräfte) ohne Potential zentrifugal gestaltend aus dem kosmischen Umkreis auf die Lebenswelt einwirken.

„Sehen Sie, das Physische hat zu seiner hauptsächlichsten Charakteristik, daß es drückt - ich könnte auch sagen, daß es den Raum ausfüllt. Daß es drückt. Es drückt auf die anderen Gegenstände, es schiebt sie weiter; es drückt auf uns selber. Diesen Druck erleben wir mit dem Tastsinn. Das Physische drückt. - Das Ätherische - ja, mit diesem Ätherischen ist es etwas ganz Sonderbares. Der Äther ist ja eigentlich für die Wissenschaft in den letzten 40 bis 50 Jahren ein merkwürdiges Ding gewesen. Wenn man alle die Äthertheorien jetzt hersagen wollte, die aufgestellt worden sind über die Wesenheit des Äthers, ja, dann würden wir nicht so bald fertig werden - bis es zuletzt heute schon so ist, daß eine ganze Anzahl von Leuten behaupten: der Äther, der ist im Grunde eigentlich nur die im Raum wesende Mathematik und Mechanik, die eigentlich nur etwa als Linien da seien. Ja, im Grunde genommen ist für viele der Äther seinem Inhalte nach bestehend aus herumfliegenden Differentialquotienten; also Errechnetes jedenfalls. Nun, immerhin hat man über diesen Äther sehr viel nachgedacht. Das ist ja sehr löblich, aber auf diesem Wege kommt über den Äther nichts heraus. Da muß man schon wissen, daß der Äther die von dem Druck entgegengesetzte Eigenschaft hat. Er saugt nämlich, der Äther ist der Saugende. Er will durch seine eigene Wesenheit immer die räumliche Materie aus dem Raume heraus vernichten. Das ist das Wesentliche des Äthers. Wo die physische Materie drückt, da saugt der Äther. Die physische Materie erfüllt den Raum; der Äther schafft die Materie aus dem Raume heraus. Er ist nämlich die negative Materie, aber qualitativ negativ, nicht quantitativ negativ.

Das ist in bezug auf den menschlichen Ätherleib ebenso. Wir leben zwischen physischem Leib und Ätherleib so, daß wir uns fortwährend vernichten und wieder herstellen. Der Äther vernichtet fortwährend unsere Materie, der physische Leib stellt sie wieder her. Das widerspricht allerdings - das will ich nur in Parenthese erwähnen - dem heute so beliebten Gesetz von der Erhaltung der Kraft. Aber die Tatsache ist, daß dieses Gesetz von der Erhaltung der Kraft der inneren Wesenheit des Menschen, der Wahrheit widerspricht. Es gilt nur für die unorganische Welt im strengen Sinne des Wortes. Für die organische gilt es nur so weit, als diese von Unorganischem ausgefüllt ist; für die Eisenteilchen im Blutserum gilt dieses Gesetz, aber nicht für das ganze Menschenwesen. Da findet ein fortwährendes Oszillieren statt zwischen den aufsaugenden und uns vernichtenden Kräften des Äthers und der Wiederherstellung des physischen Leibes.“ (Lit.:GA 306, S. 102f)

Es bleibe einer künftig noch zu entwickelten Technologie überlassen, auch die Universalkräfte mit einzubeziehen.

„Wenn Sie aber bedenken, wie fruchtbar die einseitigen Vorstellungen der Physik für die Technik geworden sind, so können Sie sich ein Bild machen von dem, was auch als technische Folgen auftreten würde, wenn man zu den heute in der Technik einzig figurierenden Druckkräften - denn die räumlichen Saugkräfte, die man hat, sind ja auch nur Druckkräfte; ich meine Saugkräfte, die qualitativ entgegengesetzt sind den Druckkräften - nun auch diese Saugkräfte wirklich fruchtbar machen würde.“ (Lit.:GA 321, S. 171f)

Namentlich in Westen werde sich nach Steiner zunehmend ein «mechanischer Okkultismus» entwickeln, durch den Maschinen, die sich dieser Saugkräfte bedienen, allein durch psychische Kräfte in Gang gesetzt werden, für die bestimmte moralische Qualitäten des Menschen erforderlich sind. Daraus kann eine «moralische Technik der Zukunft» entstehen. Eine Andeutung davon ist mit dem von Rudolf Steiner in seinen Mysteriendramen beschriebenen Strader-Apparat gegeben und auch mit dem in okkulten Kreisen berühmt gewordenen Keely-Motor [1]. Das Funktionsprinzip beruht auf dem Zusammenklang von Kräften bzw. Schwingungen, den sogenannten sympathetischen Schwingungen.

„Erstens sind es die Fähigkeiten zum sogenannten materiellen Okkultismus. Durch diese Fähigkeit - und das ist gerade das Ideal der britischen Geheimgesellschaften - sollen gewisse, heute der Industrialisierung zugrunde liegende soziale Formen auf eine ganz andere Grundlage gestellt werden. Es weiß jedes wissende Mitglied dieser geheimen Zirkel, daß man einfach durch gewisse Fähigkeiten, die heute noch beim Menschen latent sind, die sich aber entwickeln, mit Hilfe des Gesetzes der zusammenklingenden Schwingungen in großem Umfange Maschinen und maschinelle Einrichtungen und anderes in Bewegung setzen kann. Eine kleine Andeutung finden Sie in dem, was ich in meinen Mysteriendramen an die Person des Strader geknüpft habe.“ (Lit.:GA 186, S. 71f)

Siehe auch

Literatur

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Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Freie Werkausgaben gibt es auf fvn-rs.net, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
Die Rudolf Steiner Ausgaben basieren auf Klartextnachschriften, die dem gesprochenen Wort Rudolf Steiners so nah wie möglich kommen.
Hilfreiche Werkzeuge zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk sind Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners und
Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.
Ausführliche bibliografische Informationen mit Volltextsuche in allen derzeit verfügbaren Online-Ausgaben bietet die Steinerdatenbank.de.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Der genannte Motor wurde von John Worrell Keely (1837 - 1898) entwickelt, soll auf der Anwendung von Ätherkräften beruht haben und ließ sich nur durch ihn selbst in Bewegung setzen.