Friedrich II. (Preußen)

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Der „Alte Fritz“: Friedrich II. im Alter von 68 Jahren (Gemälde von Anton Graff, 1781)

Friedrich II. oder Friedrich der Große (* 24. Januar 1712 in Berlin; † 17. August 1786 in Potsdam), volkstümlich der „Alte Fritz“ genannt, war ab 1740 König in und ab 1772 König von Preußen und ab 1740 Kurfürst von Brandenburg. Er entstammte der Dynastie der Hohenzollern.

Die von ihm gegen Österreich geführten drei Schlesischen Kriege um den Besitz Schlesiens führten zum deutschen Dualismus. Nach dem letzten dieser Kriege, dem Siebenjährigen Krieg von 1756 bis 1763, war Preußen als fünfte Großmacht neben Frankreich, Großbritannien, Österreich und Russland in der europäischen Pentarchie anerkannt.

Friedrich gilt als ein Repräsentant des aufgeklärten Absolutismus. So bezeichnete er sich selbst als „ersten Diener des Staates“.[1] Er setzte tiefgreifende gesellschaftliche Reformen durch, schaffte die Folter ab und forcierte den Ausbau des Bildungssystems.

Leben bis zum Herrschaftsantritt

Frühe Jahre (1712–1728)

Friedrich mit seiner Lieblingsschwester Wilhelmine (Gemälde von Antoine Pesne, 1715)

Friedrich wurde im Berliner Stadtschloss geboren und war der älteste überlebende Sohn von insgesamt 14 Kindern König Friedrich Wilhelms I. und dessen Gattin Sophie Dorothea von Hannover. Am 31. Januar 1712 wurde er auf den alleinigen Namen Friedrich getauft.[2] Bis zu seinem sechsten Geburtstag lebte Friedrich gemeinsam mit seiner älteren Schwester Wilhelmine, zu der er zeitlebens ein enges Vertrauensverhältnis hatte, in der Obhut der nur französisch sprechenden Marthe de Rocoulle, einer in Frankreich geborenen Hugenottin, die schon seinen Vater betreut hatte.

Danach erhielt Friedrich eine strenge, autoritär und religiös geprägte Erziehung nach den konkreten Vorgaben Friedrich Wilhelms, der den Tagesablauf des Kronprinzen pedantisch genau vorschrieb, vom „frühstücken in sieben Minuten Zeit“ bis zur Freizeit nach 17:00 Uhr, in der Friedrich tun könne, „was er will, wenn es nur nicht gegen Gott ist“.[3] Der 1716 bestellte Erzieher Friedrichs, Jacques Égide Duhan de Jandun, ein hugenottischer Flüchtling, der dem König bei der Belagerung Stralsunds im Jahre 1715 durch seine besondere Tapferkeit aufgefallen war, unterrichtete Friedrich bis 1727. Duhan entwickelte eine enge persönliche Bindung zu seinem Schüler, erweiterte den vom König streng redigierten Stundenplan, indem er dem Prinzen auch Latein und Literatur nahebrachte, und war schließlich auch bei der Anschaffung der heimlichen Bibliothek des Thronfolgers behilflich.

Konflikt mit dem Vater (1728–1733)

Die Hinrichtung Hans Hermann Kattes vor dem Fenster des Kronprinzen (Kupferstich von Abraham Wolfgang Küfner, 1730)

1728 begann Friedrich heimlich mit dem Flötenunterricht bei Johann Joachim Quantz, wodurch sich die Konflikte zwischen dem tyrannischen, nur auf das Militärische sowie Ökonomische fixierten Vater und dem Kronprinzen weiter zuspitzten. Brutale körperliche und seelische Züchtigungen durch Friedrich Wilhelm gehörten zu dieser Zeit zur Tagesordnung in der königlichen Familie.[4] Gleichwohl heizte der junge Friedrich diese Konflikte durch sein betont aufsässiges Verhalten seinem Vater gegenüber immer wieder an.

Gnadengesuch des Kronprinzen an seinen Vater nach dem Fluchtversuch (1731; Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, Brandenburg-Preußisches Hausarchiv)

Friedrich suchte 1729 die enge Freundschaft zum musischen und gebildeten acht Jahre älteren Leutnant Hans Hermann von Katte. Katte wurde Freund und Vertrauter Friedrichs, der ihn wegen dessen Weltgewandtheit bewunderte. Beide interessierten sich zudem für das Flötenspiel und die Dichtkunst. Im Frühjahr 1730, während einer von August dem Starken in Zeithain bei Riesa ausgerichteten Veranstaltung (Lustlager von Zeithain), offenbarte Friedrich seinem Freund den Plan, nach Frankreich zu fliehen, um sich der Erziehungsgewalt seines strengen Vaters zu entziehen.

Friedrich versuchte in der Nacht vom 4. auf den 5. August 1730 zusammen mit dem Pagen Keith erfolglos, aus seinem Reisequartier bei Steinsfurt über Frankreich nach England zu fliehen, während Katte durch einen kompromittierenden Brief als Mitwisser entlarvt und wenig später verhaftet wurde. Friedrich selbst wurde in der Festung Küstrin unter Arrest gestellt.

Zunächst war Katte von einem preußischen Kriegsgericht wegen Desertion zu lebenslanger Festungshaft verurteilt worden. Friedrichs Vater aber ließ dem Gericht mitteilen, es möge sich nochmals zusammensetzen und ein neues Urteil fällen, womit er die Richter unmissverständlich aufforderte, ein Todesurteil gegen Katte zu verhängen. Schließlich wandelte Friedrich Wilhelm selber den – nach wie vor auf lebenslange Festungshaft lautenden – Spruch am 1. November 1730 per Allerhöchster Kabinettsorder in ein Todesurteil um.[5] Es wurde am 6. November auf den Befehl des Königs vor den Augen Friedrichs, dessen Kopf von den Bewachern gegen die Gitterstäbe seines Gefängnisses gepresst wurde, in der Festung Küstrin durch Enthauptung vollstreckt. Friedrich wurde kurz vor dem Vollzug ohnmächtig.[6] Auch weitere Personen aus dem Umfeld des Kronprinzen wurden belangt und verhaftet, so die Potsdamer Rektorentochter Dorothea Ritter, eine musikalische Freundin Friedrichs, und der Leutnant Johann Ludwig von Ingersleben, der Friedrich bei Treffen mit Dorothea begleitet hatte. Dorothea wurde sechsmal öffentlich ausgepeitscht und anschließend in das Spandauer Spinnhaus gesteckt, Ingersleben erhielt sechs Monate Festungsarrest.

Der König, der Friedrich anfangs ebenfalls wegen Verrats hinrichten wollte, verschonte ihn schließlich, einerseits auf die Fürsprache Leopolds von Anhalt-Dessau hin, andererseits auch aus außenpolitischen Erwägungen, nachdem sowohl Kaiser Karl VI. als auch Prinz Eugen sich schriftlich für den Kronprinzen verwandt hatten. Er wurde aber zur Festungshaft in Küstrin verurteilt.

Zeitweilig wurde ihm sein prinzlicher Status aberkannt. Anfangs noch arrestiert, diente er ab 1731 in der Küstriner Kriegs- und Domänenkammer,[7] bis er im November wieder in die Armee aufgenommen wurde und 1732 als Inhaber des früheren Regiments zu Fuß von der Goltz (1806: Nr. 15) im damaligen Ruppin stationiert war. So lernte er Heeres- und Zivilverwaltung in eigener Anschauung kennen. Nachdem er 1732 einer Heirat mit der ungeliebten Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern – der Tochter Herzog Ferdinand Albrechts II. von Braunschweig – zugestimmt hatte, war der Konflikt mit dem Vater nach außen hin beigelegt und Friedrich als Kronprinz rehabilitiert.[8]

Ruppiner Jahre (1733–1736)

Friedrich und Elisabeth Christine heirateten am 12. Juni 1733 im Schloss Salzdahlum. Es gab Ballett, eine Pastorale, in der der Kronprinz, der die Hauptrolle führte, Querflöte spielte, und Opern von Carl Heinrich Graun und Georg Friedrich Händel.[9] Die Ehe blieb kinderlos, was von einigen Forschern auf eine Geschlechtskrankheit zurückgeführt wird, die er sich kurz vor der Eheschließung bei einem Besuch am Hofe Augusts des Starken zugezogen habe und die ihn darin gehindert habe, den Geschlechtsakt zu vollziehen.[10] Andere Wissenschaftler nehmen dagegen an, dass Friedrich wie sein Bruder Heinrich homosexuell war.[11]

Rheinsberger Jahre (1736–1740)

Blick über den Grienericksee auf Rheinsberg mit dem Schloss (Gemälde von Knobelsdorff, um 1737; Ausschnitt)

Mit Erlaubnis seines Vaters zog der Kronprinz 1736 mit seiner Gemahlin nach Rheinsberg und residierte dort auf Schloss Rheinsberg. Die folgenden Jahre bis zum Tode seines Vaters 1740 verbrachte er dort mit eigener Hofhaltung. In dieser Zeit widmete er sich dem Studium der Philosophie, Geschichte und der Poesie in einem selbstgeschaffenen Kreis meist älterer Schöngeister und Künstler, die sich in Rheinsberg aufhielten oder mit denen er korrespondierte, wie Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff, Charles Étienne Jordan, Heinrich August de la Motte Fouqué, Ulrich Friedrich von Suhm und Egmont von Chasôt.[12]

1738 komponierte Friedrich seine erste Sinfonie. Ein Jahr darauf, 1739, schrieb Friedrich, der bereits mit dem Vordenker der Aufklärung Voltaire korrespondierte, den Antimachiavel, einen Tugendkatalog des aufgeklärten Idealmonarchen. Spätere wichtige politische Schriften waren das Politische Testament (1752) und Regierungsformen und Herrscherpflichten (1777), in denen er sein Verständnis des aufgeklärten Absolutismus darlegte.

Während der Rheinsberger Jahre pflegte Friedrich zwar einen höflichen und zuvorkommenden Umgang mit seiner Frau, aber nach seiner Thronbesteigung schloss er, wie er es schon vor der erzwungenen Heirat angekündigt hatte, Elisabeth Christine aus seiner Umgebung aus. Während Friedrich sich vom Hofleben in das Schloss Charlottenburg zurückzog, wies er ihr im Berliner Stadtschloss eine Wohnung zu und schenkte ihr als Sommerwohnsitz das Schloss Schönhausen.[13]

Friedrich II. als König

Anfänge 1740–1745

Erste Reformen (1740)

Am 31. Mai 1740 bestieg Friedrich II. nach dem Tod seines Vaters den preußischen Thron. Zu den ersten Maßnahmen Friedrichs im Sinne der Aufklärung gehörte die Abschaffung der Folter. Schon seit längerer Zeit war die Folter in der deutschen und europäischen Öffentlichkeit als Barbarei abgelehnt worden, und Gelehrte wie der von Friedrich bewunderte Christian Thomasius hatten ihre Abschaffung gefordert. Auch Friedrich sah in der Folter ein grausames und ungewisses Mittel zur Entdeckung der Wahrheit und war sein Leben lang der Ansicht, „lieber sollten zwanzig Schuldige freigesprochen als ein Unschuldiger geopfert werden“.[14] Trotz des Widerspruchs seines Justizministers Cocceji und anderer Ratgeber ordnete Friedrich am 3. Juni 1740 per Edikt an, „bei denen Inquisitionen die Tortur gänzlich abzuschaffen, außer bei dem crimine laesae maiestatis und Landesverrätherey, auch denen großen Mordthaten, wo viele Menschen ums Leben gebracht oder viele Delinquenten, deren Connexion herauszubringen nöthig, impliciret sind“. Ferner verfügte Friedrich, dass es zu einer Verurteilung fortan keines erfolterten Geständnisses mehr bedürfe, wenn „die stärksten und sonnenklare Indicia und Beweise durch viele unverdächtige Zeugen“ vorliegen.[15] Die abschreckende Wirkung der Folter im Auge, ließ Friedrich das Edikt durch Cocceji zwar allen Gerichten bekanntgeben, untersagte aber im Unterschied zur Praxis bei Gesetzestexten seine Veröffentlichung. Im Jahre 1754 wurde die Folter ohne jeden Vorbehalt abgeschafft, nachdem sie in der Zwischenzeit vermutlich nur in einem Fall zur Anwendung gekommen war.[16]

Gesammelte Zitate Friedrichs II. im Autograph

Die für Preußen in wirtschaftlicher Hinsicht nicht ganz uneigennützige Toleranz und Offenheit gegenüber Einwanderern und religiösen Minderheiten wie Hugenotten und Katholiken war keine Reform, sondern wurde schon vor seiner Amtszeit praktiziert. Der geflügelte Ausspruch (22. Juni 1740) „Jeder soll nach seiner Façon selig werden“ fasste diese Praxis nur in eine griffige Formel. Auch in der diskriminierenden Behandlung der Juden knüpfte Friedrich II. nahtlos an die Politik seiner Vorgänger an (Revidiertes General-Privileg 1750). Mit Beistimmung des Breslauer Fürstbischof erließ Friedrich am 8. August 1750 dann ein Edikt, wonach bei interkonfessionellen Ehen zwischen evangelischen und römisch-katholischen Partnern (entgegen der römisch-katholischen Auffassung) „die Söhne in der Religion des Vaters, die Töchter aber in der Religion der Mutter“[17] unterwiesen werden müssen.

Neuen Industrien gegenüber war er sehr aufgeschlossen. So ordnete er bereits 1742 per Edikt die Anpflanzung von Maulbeerbäumen zur Seidenraupenzucht an, um von ausländischen Seidelieferungen unabhängig zu werden.

Bei seinem Regierungsantritt gab er dem Professor Formey den Auftrag, in Berlin eine französische Zeitung für Politik und Literatur zu gründen. An den Minister Heinrich von Podewils erging der Befehl, die Zensur für den nichtpolitischen Teil der Zeitungen aufzuheben. Politische Äußerungen unterlagen nach wie vor der Zensur. Preußen war damit die erste absolute Monarchie Europas, in der eine zumindest eingeschränkte Pressefreiheit eingeführt wurde. Außerdem war es im Preußen Friedrichs II. für alle Bürger möglich, sich brieflich oder sogar persönlich an den König zu wenden. Er versuchte, zu große Auswüchse des Feudalsystems zu unterbinden. Dabei war er insbesondere misstrauisch gegenüber seinen eigenen Beamten, denen er im Zweifelsfall einen ausgeprägten Standesdünkel zum Nachteil der ärmeren Schichten unterstellte.

Die ersten beiden Schlesischen Kriege (1740–1745)

Sechs Monate nach seiner Thronbesteigung im Jahre 1740 begann Friedrich den Ersten Schlesischen Krieg. Auslöser für seinen Angriff auf Schlesien war der überraschend frühe Tod des habsburgischen römisch-deutschen Kaisers Karl VI., der ohne männlichen Erben geblieben war. Seine älteste Tochter Maria Theresia hatte gemäß einer bereits zu seinen Lebzeiten angeordneten Thronfolgeregelung, der sogenannten Pragmatischen Sanktion, die Nachfolge angetreten. Dieses Erbe weckte auch die Begehrlichkeiten anderer, dem Haus Habsburg verwandtschaftlich verbundener Nachbarn, so dass nach dem ersten preußischen Sieg in der Schlacht von Mollwitz Bayern, Sachsen und – unter einem Vorwand – auch Frankreich Friedrichs Beispiel folgten und Maria Theresia angriffen. Dadurch weitete sich der anfängliche Konflikt um Schlesien zum Österreichischen Erbfolgekrieg aus. Friedrich nutzte dies für seine begrenzten Kriegsziele, sicherte sich im Separatfrieden von Breslau 1742 die Abtretung Schlesiens als „souveränen Besitz“ und schied aus der antipragmatischen Koalition aus.

Im folgenden Kriegsjahr wendete sich das militärische Blatt: Zwar verlor das Haus Habsburg den Kaiserthron an Karl Albrecht von Bayern, aber Maria Theresias Truppen konnten sich mit englischer Unterstützung behaupten und sogar zur Offensive übergehen. In dieser Situation begann Friedrich um den dauerhaften Besitz Schlesiens zu fürchten und trat an der Seite der Gegner Österreichs 1744 erneut in den Krieg ein. Er behauptete, den wittelsbachischen Kaiser schützen zu wollen, und marschierte in Böhmen ein, womit er erneut vertragsbrüchig wurde und den Zweiten Schlesischen Krieg eröffnete. Dies festigte den Ruf Friedrichs als eines höchst unzuverlässigen Bündnispartners. Der preußische Angriff auf Böhmen scheiterte jedoch, und Friedrich musste sich wieder nach Schlesien zurückziehen. Die österreichischen Truppen folgten zwar, verloren aber entscheidende Feldschlachten, und so konnte Friedrich 1745 schließlich im Frieden von Dresden die erneute Garantie seiner schlesischen Eroberungen erreichen.

Die junge deutsche Zeitungswelt berichtete parteiisch über den Krieg. Zu den preußenfeindlichen Blättern gehörte die Gazette de Gotha, welche ähnlich wie die Gazette d’Erlangen Friedrichs persönliches Missfallen hervorrief. Am 16. April 1746 beschwerte er sich in einem Brief an seine Schwester Wilhelmine über den „unverschämten Lümmel von Zeitungsmacher aus Erlangen, der mich zweimal wöchentlich öffentlich verleumdet“, und bat sie in ihrer Funktion als Markgräfin von Bayreuth, diesem Treiben ein Ende zu setzen. Sie tat das nur halbherzig, und der Herausgeber der Gazette d’Erlangen Johann Gottfried Groß zog sich dann immer kurzzeitig in die benachbarte freie Reichsstadt Nürnberg zurück. Durch einen von seinem Vertrauten Jakob Friedrich von Rohd angeheuerten Schläger ließ Friedrich den Herausgeber der weit verbreiteten, katholisch ausgerichteten Gazette de Cologne, die regelmäßig österreichische Erfolge überhöht darstellte und preußische Siege unterschlug, Jean Ignace Roderique, auf offener Straße zusammenschlagen. Ihm widmete der König in seinem Zorn sogar ein Schmähgedicht.[18]

Erwerb Ostfrieslands

1744 fiel Ostfriesland durch Erbfall an Preußen, worauf Friedrich Wilhelm bereits 1722 in seinem politischen Testament spekuliert hatte.[19] Als am 25. Mai 1744 Carl Edzard, der letzte ostfriesische Fürst aus dem Hause Cirksena, am 24. Mai 1744 mit 28 Jahren kinderlos gestorben war, machte König Friedrich II. von Preußen sein Nachfolgerecht geltend, das in der zwei Monate zuvor geschlossenen Emder Konvention geregelt war. Er ließ Ostfriesland von Emden ausgehend besetzen, worauf am 23. Juni das Land der Krone huldigte.

Siebenjähriger Krieg (1756–1763)

Ausgangssituation

Nach einer im Wesentlichen auf Aktivitäten des österreichischen Kanzlers Graf Kaunitz zurückgehenden Umkehrung der Allianzen (unter anderem wurde Frankreich zum Unterstützer Maria Theresias und England zum Freund des Preußenkönigs) ließ Friedrich II. Ende August 1756 seine Truppen ohne Kriegserklärung in das Kurfürstentum Sachsen einmarschieren und eröffnete so den Siebenjährigen Krieg. Damit kam er einem bereits abgesprochenen koordinierten Angriff einer Allianz praktisch aller direkten Nachbarn Preußens einschließlich der Großmächte Österreich, Frankreich und Russland um wenige Monate zuvor. Seines strategischen Geschicks wegen bürgerte sich für ihn endgültig der Beiname „der Große“ ein.[20]

Das Jahr 1757

So siegte er als Feldherr in den Schlachten Lobositz 1756, Prag 1757, Roßbach 1757, Leuthen 1757, Zorndorf 1758, Liegnitz 1760, Torgau[21] 1760, Burkersdorf 1762. Er unterlag dreimal (Kolin 1757, Hochkirch 1758, Kunersdorf 1759[22]). Im Belagerungskrieg war er weit weniger erfolgreich. Einer siegreichen Belagerung (Schweidnitz 1762) standen drei Fehlschläge gegenüber (Prag 1757, Olmütz 1758, Dresden 1760). Zwar verlor Friedrich durch die Niederlage von Kolin den Nimbus der Unbesiegbarkeit, galt aber bei seinen Gegnern weiterhin als sehr schnell, unberechenbar und kaum zu bezwingen.

Die Niederlage von Kolin zerstörte Friedrichs Hoffnung auf einen kurzen, unkomplizierten Feldzug. Von nun an stellte er sich auf einen langen Waffengang ein. Seine Seelenlage verschlechterte sich zunehmend, zumal als er erfuhr, dass zehn Tage nach der Schlacht seine geliebte Mutter Sophie Dorothea in Berlin gestorben war. Eine Briefnotiz an den Herzog von Bevern vom 26. August 1757 belegt seine hoffnungslose Stimmung eindrücklich:

„Das seind schwere Zeiten, weiss Gott! und solche beklummene Umstände, dass man ein grausam Gelücke gebraucht, um sich aus allem diesen durchzuwicklen.“[23]

Am Rand der Niederlage (1758–1760)

Die preußischen Staatsfinanzen waren hoffnungslos zerrüttet, der Krieg mit vorhandenen Mitteln nicht mehr zu finanzieren. Als Pächter aller Münzprägestätten erboten sich Veitel Heine Ephraim und Daniel Itzig dem bedrängten Monarchen, insgeheim den Silbergehalt von Groschen und Talern zu senken, und produzierten Millionen von Ephraimiten. Der König sicherte ihnen Straffreiheit zu und ließ die meisten Unterlagen vernichten, die eine Beteiligung der Regierung an der systematischen Falschmünzerei belegten.[24]

Nach dem katastrophalen Ausgang der Schlacht bei Kunersdorf im August 1759 war Friedrich II. einige Zeit nicht mehr in der Lage, die Armee zu befehligen. Am Abend der Schlacht übertrug er den Oberbefehl auf seinen Bruder Prinz Heinrich und schrieb an den Staatsminister Graf von Finckenstein in Berlin:

„Ich habe heute morgen um 11 Uhr den Feind angegriffen. Wir haben sie bis zum Judenkirchhof bei Frankfurt zurückgedrängt. Alle meine Truppen haben Wunder an Tapferkeit vollbracht, aber dieser Kirchhof hat uns ungeheure Verluste gekostet. Unsere Leute gerieten durcheinander, ich habe sie dreimal wieder rangiert, am Ende war ich selber drauf und dran, gefangen zu werden, und musste das Schlachtfeld räumen. Meine Kleidung ist von Kugeln durchlöchert. Zwei Pferde wurden mir unter dem Leib erschossen, mein Unglück ist, dass ich noch am Leben bin. Unsere Niederlage ist enorm. Von einer Armee von 48.000 Mann habe ich keine dreitausend mehr. Indem ich dies schreibe, flieht alles, und ich bin nicht mehr Herr meiner Leute. Man wird gut daran tun in Berlin, an seine Sicherheit zu denken. Das ist ein grausamer Rückschlag, ich werde ihn nicht überleben; die Folgen dieses Treffens werden schlimmer sein als das Treffen selbst. Ich habe keine Reserve mehr, und, um nicht zu lügen, ich glaube, dass alles verloren ist. Ich werde den Untergang meines Vaterlandes nicht überleben. Adieu für immer! Friedrich“

Politische Correspondenz, Bd. 18, S. 481 (deutsche Übersetzung)[25]

Nach Kunersdorf stand die totale Niederlage für Preußen kurz bevor. Friedrich selber war tief getroffen: „Es steht zu vermuten“, schreibt Wolfgang Venohr, „dass Friedrich in den ersten schrecklichen Tagen nach Kunersdorf mit Todesgedanken spielte.“[26] Doch es kam zu einer unerwarteten Wendung: Anstatt auf Berlin zu marschieren, zögerten Österreicher und Russen volle zwei Wochen, bis sie am 1. September ostwärts abrückten. Friedrich war vorläufig gerettet und sprach erleichtert vom „Mirakel des Hauses Brandenburg“. An Prinz Heinrich schrieb er am 5. September aus dem Lager Waldow an der Oder:

„Ich habe Ihr Schreiben vom 25. erhalten und ich verkünde Ihnen das Wunder des Hauses Brandenburg: Während der Feind die Oder überquerte und nur eine [zweite] Schlacht zu wagen brauchte, um den Krieg zu beenden, ist er von Müllrose nach Lieberose abmarschiert.“

Politische Correspondenz, Bd. 18, S. 510 (deutsche Übersetzung)[27]

Die Wende: der Austritt Russlands

Die endgültige Wende kam, als am 5. Januar 1762 die russische Zarin Elisabeth starb. Elisabeths Nachfolger Peter III. verehrte Friedrich und schloss mit ihm überraschend einen Allianzvertrag. Nach der Ermordung Peters im Juli 1762 löste dessen Witwe und Nachfolgerin Katharina II. das Bündnis, nahm aber die antipreußische Politik Elisabeths nicht wieder auf. Damit war die antipreußische Koalition auseinandergebrochen. Maria Theresia und Friedrich schlossen 1763 den Frieden von Hubertusburg, der den Status quo ante festschrieb.

Wiederaufbau und späte Erwerbungen (1763–1779)

Wiederaufbau im Inneren

Preußen hatte sich unter Friedrich II. im Siebenjährigen Krieg gegen den Widerstand von schließlich drei europäischen Großmächten (Frankreich, Österreich, Russland) und den Mittelmächten Schweden und Kursachsen behauptet und als neue Großmacht etabliert.[28] Allerdings war Friedrich II. durch die Strapazen und persönlichen Verluste der Feldzüge bis 1763 früh gealtert. Die intellektuelle Weltoffenheit des jungen Königs aus seinen ersten Regierungsjahren wich der Verbitterung und einem ausgeprägten Zynismus. Trotzdem hatte er 1763 Preußen eine sichere existenzielle Basis im politischen Konzert der damaligen Mächte verschafft und neben Russland, Österreich, Frankreich und England als fünfte europäische Großmacht etabliert. 1769 war er beschäftigt mit seinem Neffen und dessen Cousine: nämlich mit der Ehescheidung zwischen Elisabeth Christine Ulrike von Braunschweig-Wolfenbüttel und dem Thronfolger Friedrich Wilhelm II.

Grabstein Friedrichs des Großen mit darauf gelegten Kartoffeln zum Andenken an den Kartoffelbefehl

Sehr verdient machte er sich um die Entwicklung des Rechts, insbesondere des Allgemeinen Landrechts. Zu den weiteren innenpolitischen Taten nach 1763 gehörte in der Landwirtschaft die Einführung der Kartoffel als Nahrungsmittel – so ordnete er allen preußischen Beamten am 24. März 1756 im sogenannten Kartoffelbefehl an, sämtlichen Untertanen den Kartoffelanbau „begreiflich“ zu machen. Die Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin wurde von ihm 1763 gegründet, und er verlieh ihr mit dem blauen Zepter sein königliches Markenzeichen. Nach 1763 setzte Friedrich im Warthe-, Netze- und Großen Bruch den Landesausbau fort, der bereits 1762 im Oderbruch erfolgreich beendet worden war. Im Jahre 1783 begann nach langjährigen Verhandlungen mit den Nachbarstaaten, auch im braunschweigischen Amt Calvörde, die Trockenlegung des wilden Drömlings. In den neu erschlossenen Gebieten wurden Dörfer errichtet und freie Bauern angesiedelt. Es war bei anstehender Verlängerung eines Pachtvertrags für staatlichen Grund üblich, dass Angestellte, Mägde und Knechte über ihre Behandlung befragt wurden und bei Missständen der Pächter, auch bei erfolgreichem Wirtschaften, ausgetauscht wurde.

Die von ihm gewünschte und angeregte Abschaffung oder Milderung der Leibeigenschaft konnte Friedrich nur schrittweise auf den königlichen Krondomänen durchsetzen. Eine allgemeine Abschaffung scheiterte am massiven Widerstand der gesellschaftlich fest verankerten adligen Gutsbesitzer.

Während der Regentschaft Friedrichs II. wurden Hunderte von Schulen gebaut. Das Landschulsystem krankte allerdings an der ungeregelten Lehrerausbildung. Häufig wurden ehemalige Unteroffiziere herangezogen, die des Lesens, Schreibens und Rechnens selbst nur lückenhaft mächtig waren.

Nach Beendigung des Siebenjährigen Krieges ordnete er an der Westseite des Parks Sanssouci den Bau des Neuen Palais an, das 1769 fertiggestellt wurde und das überwiegend für Gäste seines Hofes genutzt wurde.

Außenpolitik

Nach dem Siebenjährigen Krieg kam für Friedrich weder ein Bündnis mit Großbritannien noch eines mit Frankreich in Frage: Den Briten nahm er den Separatfrieden von Fontainebleau von 1762 übel, für die militärische Schlagkraft der Franzosen hatte er nur noch Verachtung übrig. Respekt hatte er dagegen vor Russland: In seinem politischen Testament von 1752 hatte er seinem Nachfolger eingeschärft, einen Krieg gegen Russland möglichst zu vermeiden, zumal dazu auch gar kein Grund dazu bestehe: „Zwischen ihm und Preußen gibt es keine Streitfragen. Nur der Zufall macht es zu unserem Feinde.“ Als Kaiserin Katharina 1764 anfragte, wie sich Friedrich angesichts des absehbaren Ablebens König Augusts III. von Polen zu verhalten gedenke, nutzte er die Gelegenheit und ließ ein formales Bündnis aushandeln. Am 31. Märzjul. / 11. April 1764greg. wurde das Abkommen unterzeichnet, das neben einer Zusammenarbeit gegenüber Polen eine wechselseitige Garantie der Grenzen und eine gegenseitige Unterstützung im Kriegsfall vorsah. Dieses Bündnis wurde 1769 und 1777 verlängert. Es sollte für die nächsten zwanzig Jahre die zentrale Säule der friderizianischen Außenpolitik werden.[29]

Dieses Bündnis bewährte sich im Zuge der Ersten Teilung Polens im Jahre 1772. Schon in seinem Politischen Testament von 1752 hatte Friedrich über einen Erwerb Polnisch-Preußens spekuliert, des später so genannten Westpreußen, um eine Landbrücke zwischen Pommern und Ostpreußen zu erhalten. Eine Gelegenheit dazu ergab sich 1769, als Österreich die Zips besetzte, um einen Ausgleich für das verlorene Schlesien zu bekommen. Polen konnte sich nicht wehren, da hier der Bürgerkrieg um die Konföderation von Bar tobte, die das faktische Protektorat, das Russland über die Rzeczpospolita ausübte, beenden wollte. Dieser Bürgerkrieg und die russische Verwicklung darin stellte die Kaiserin Katharina vor ein Dilemma: Weder konnte sie die polnische Unbotmäßigkeit dulden, noch durfte sie durch eine forcierte Militärintervention Preußen und Österreich provozieren, die auf einer Aufrechterhaltung des Mächtegleichgewichts beharrten.[30] Dies Gleichgewicht schien vollends zu kippen, als Russland im gleichzeitig stattfindenden Russisch-Osmanischen Krieg große Erfolge erzielte.

Als ein Eingreifen Österreichs unmittelbar bevorzustehen schien, ergriff Friedrich die Initiative: Er entsandte seinen Bruder Heinrich in die russische Hauptstadt St. Petersburg, um Katharina II. zur Teilnahme an einer Annexion polnischer Gebiete zu bewegen. Die Kaiserin war gern dazu bereit, und nach einigen moralischen Zweifeln erklärte sich 1772 auch Maria Theresia einverstanden. Am 5. August 1772 wurde der Teilungsvertrag in Warschau unterzeichnet. Russland, Preußen und Österreich annektierten großräumig polnische Gebiete, Preußen bekam, wie von Friedrich erwünscht, Polnisch-Preußen. Im Anschluss ließ Friedrich dessen Text extensiv auslegen, um seine Gebietsgewinne im Netzegebiet möglichst groß ausfallen zu lassen. Dabei schreckte Preußen auch nicht vor Bestechungen polnischer Grenzkommissare zurück. Von den westeuropäischen Großmächten wurde kein Einspruch erhoben, das Mächtegleichgewicht schien gewahrt, da von den rechtswidrigen Annexionen drei Staaten profitierten und nicht nur einer.[31] Im Zessionsvertrag vom 30. September 1773 gelang es Friedrich zudem, die Lehnshoheit abzuschütteln, die Polen seit 1466 de jure über das Herzogtum Preußen innegehabt hatte.[32] Der Historiker Karl Otmar Freiherr von Aretin vertritt die These, dass Preußen durch die gleichberechtigte Teilnahme an dem Länderraub „endgültig in den Rang einer europäischen Großmacht“ aufgestiegen sei.[33]

Im Bayerischen Erbfolgekrieg (1778/1779), auch als „Kartoffelkrieg“ bekannt, vereitelte Friedrich II. die Bestrebungen des habsburgischen Kaisers Joseph II., Belgien gegen große Teile Bayerns zu tauschen. Ohne das Eingreifen Preußens wäre Bayern damals mit einiger Wahrscheinlichkeit ein Teil Österreichs geworden. Russland griff trotz seines Beistandspakts nicht in diesen vierten Krieg ein, den Friedrich gegen die Österreicher führte, weil es den Bündnisfall als nicht gegeben ansah: Preußen war ja nicht im eigenen Land angegriffen worden. Ein 1780 geschlossener Bündnisvertrag zwischen Österreich und Russland entwertete das Friedrichs Bündnis mit Katharina, Preußen drohte in Isolation zu geraten.[34] Friedrich gründete im Jahre 1785 den protestantisch dominierten Fürstenbund, mit dem er das österreichische Festhalten am bayerisch-belgischen Tauschprojekt zu konterkarieren hoffte. Im gleichen Jahr schloss er mit den Vereinigten Staaten einen Freundschafts- und Handelsvertrag, dessen Grundlage die Anerkennung der erst seit kurzem unabhängigen 13 Staaten der USA seitens Preußens darstellte. Dem Drängen der Amerikaner, ihre Republik schon vor Ende des Unabhängigkeitskrieges anzuerkennen, hatte er zehn Jahre lang widerstanden. Nach dem Frieden von Paris war Preußen der erste Staat, der mit den USA einen Vertrag schloss.[35]

Tod

Von 1786 bis 1943 ruhten die sterblichen Überreste Friedrichs in der Gruft des Königlichen Monuments der Potsdamer Garnisonkirche

Friedrich starb am 17. August 1786 im Schloss Sanssouci in seinem Sessel. Obschon zu Lebzeiten anders verfügt, ließ ihn sein Neffe und Nachfolger Friedrich Wilhelm II. in der Potsdamer Garnisonkirche in der hinter dem Altar befindlichen Gruft des Königlichen Monuments an der Seite seines Vaters Friedrich Wilhelm I. beisetzen.

Napoleon Bonaparte besuchte nach seinem Sieg über die preußische Armee bei Jena und Auerstedt auf dem Marsch nach Berlin am 25. Oktober 1806 inmitten seiner Generalität Potsdam. Seine Worte, „Man würde nicht bis hierher gekommen sein, wenn Friedrich noch lebte“, fielen wahrscheinlich nicht – wie oft behauptet – am Königsgrab in der Garnisonkirche, sondern in der Wohnung Friedrichs im Potsdamer Stadtschloss.[36] Aus Respekt vor der Persönlichkeit Friedrichs des Großen stellte Napoleon die Garnisonkirche unter seinen persönlichen Schutz.

Im Jahr 1943 gelangten die Särge der Könige in einen Luftwaffenbunker in Eiche, im März 1945 zuerst in ein Bergwerk bei Bernterode, dann ins Marburger Schloss und 1947 in die dortige Elisabethkirche. Auf Initiative von Louis Ferdinand von Preußen kamen sie 1952 in die Kapelle der Burg Hohenzollern.[37]

Am 17. August 1991 wurde der letzte Wille des Königs erfüllt und sein Sarg nach Potsdam überführt, um auf der Terrasse von Sanssouci in der noch vorhandenen Gruft bestattet zu werden.[38] Friedrich hatte in seinem Testament verfügt, dort bei Nacht mit kleinstem Gefolge und beim Schein einer Laterne beigesetzt zu werden. Das entsprach seinem philosophischen Anspruch. Stattdessen gestaltete sich die Beisetzung zu einer Art Staatsbegräbnis. Seitdem markiert und schmückt eine einfache Steinplatte sein Grab52.40406313.039782.

Die Persönlichkeit Friedrichs II.

Beziehungen

Friedrich II. von Preußen und Voltaire in Sanssouci (Kupferstich, um 1800)
König Friedrichs II. Tafelrunde in Sanssouci (Gemälde von Adolph von Menzel, 1850; Kriegsverlust)

Friedrich korrespondierte mit Voltaire, den er mehrmals traf. Im Jahre 1740 war Voltaire 14 Tage lang auf Schloss Rheinsberg zu Gast. Wie schon in Rheinsberg umgab sich Friedrich auf Schloss Sanssouci mit intellektuellen Gesprächspartnern, die abends zur Tafelrunde erschienen. Gäste waren George Keith und sein Bruder, der Marquis d’Argens, Graf Algarotti, La Mettrie, Maupertuis, Graf von Rothenburg, Christoph Ludwig von Stille, Karl Ludwig von Pöllnitz, Claude Étienne Darget und Voltaire.[39] Ab 1751 verweilte Voltaire für etwa zwei Jahre in Potsdam. Aus dieser Zeit muss das geistreiche Bilderrätsel stammen, das Friedrich und Voltaire zugeschrieben wird. 1753 kam es zum Zerwürfnis, das für einige Zeit für Verstimmungen sorgte. Nach der von Wilhemine von Bayreuth vermittelten Versöhnung korrespondierte Friedrich ab 1757 erneut mit Voltaire. 1775 schickte er ihm sogar ein Bildnis von sich.[40]

Friedrich beschränkte engere persönliche Kontakte großenteils auf Männer, von seiner Ehefrau lebte er seit der Thronbesteigung getrennt. Verschiedene Quellen deuten darauf hin, dass er homosexuell war: Als junger Kronprinz vertraute er etwa Friedrich Wilhelm von Grumbkow an, er fühle sich zu wenig vom weiblichen Geschlecht angezogen, um sich vorstellen zu können, eine Ehe einzugehen. Am Vorabend der Schlacht bei Mollwitz empfahl er seinem Bruder August Wilhelm für den Fall seines Todes „die, die ich im Leben am meisten geliebt habe“ – es folgten ausschließlich Namen von Männern, darunter der seines Kammerdieners Michael Gabriel Fredersdorf. An seinen offen schwul lebenden Bruder Heinrich schrieb er 1746 einen gehässigen Brief, der von Eifersucht um den „schönen Marwitz“[41] geprägt war, Heinrichs Kammerjunker, dem Friedrich unterstellte, an Gonorrhoe erkrankt zu sein. In den Jahren 1747 bis 1749 verfasste er Le Palladion, ein längeres Gedicht, das in heiterer Weise die homosexuellen Abenteuer seines Vorlesers Darget schilderte. Es gab auch vielerlei Gerüchte, zu denen nicht zuletzt Voltaire und der Arzt Johann Georg Zimmermann, der Friedrich kurz vor seinem Tod behandelt hatte, beitrugen.

Ob Friedrich seine Neigung aber je körperlich ausgelebt hat, ist umstritten: So glaubt Reinhard Alings, Friedrich habe zölibatär gelebt und sei nach den traumatischen Erfahrungen seiner Kindheit zu einer echten Liebesbeziehung gar nicht in der Lage gewesen.[42] Auch Frank-Lothar Kroll glaubt, dass Friedrichs Veranlagung deutlich weniger lebensbestimmend war als bei seinem Bruder.[43] Wolfgang Burgdorf dagegen glaubt, der König habe seine ihm später nachgesagte Homosexualität durchaus ausgelebt. Dies sei eines seiner wesentlichen Persönlichkeitsmerkmale, mit dem sich zentrale Charakterzüge Friedrichs erklären ließen: Dieser habe den Wunsch seines Vaters, er möge einen Thronfolger zeugen, nicht erfüllen können und sein Versagen durch Ruhmbegier und militärische Risikofreude kompensiert.[44] So nennt etwa Kunisch zeitgenössische Äußerungen über diese „Facette“ von Friedrichs Wesen „denunziatorisch“ oder „wichtigtuerisch“. Es lasse sich, zumindest in Friedrichs Jugend, auch heterosexuelles Empfinden und Erleben nachweisen, etwa in Bezug auf die Balletttänzerin Barbara Campanini. Schließlich sei es auch möglich, dass Friedrich seine Homosexualität nur inszeniert habe, etwa um eine Impotenz zu verbergen.[45]

Einige der wenigen Frauen, die seinen hohen Ansprüchen entsprachen und denen er deshalb seinen Respekt zollte, waren die sogenannte „große Landgräfin“ Henriette Karoline von Pfalz-Zweibrücken und Katharina II. von Russland, der er mehrere Gedichte widmete und mit der er in regem Briefverkehr stand. Katharinas zweimaliger Einladung zu einer persönlichen Begegnung ist er jedoch ausgewichen; auch Maria Theresia hat Friedrich nie persönlich kennengelernt.[46] Er erwartete von Frauen den gleichen schöngeistigen Esprit, für den seine Tafelrunden gerühmt wurden.

Der Literat

Titelblatt des Antimachiavel (1740)

Friedrich schrieb zahlreiche Werke, und zwar ausschließlich in französischer Sprache. Europaweit berühmt wurde sein Antimachiavel (1740), in dem er staatspolitische Grundsätze des Niccolò Machiavelli einer kritischen, dem Geist der Aufklärung verpflichteten Analyse unterzog. Im Antimachiavel begründete er auch seine Position hinsichtlich der Zulässigkeit des Präventivschlags und des „Interessenkrieges“. Demnach verfolgt der Fürst im „Interessenkrieg“ die Interessen seines Volkes, was ihn nicht nur berechtigt, sondern sogar verpflichtet, wenn nötig zur Gewalt zu greifen. Damit nahm er die Begründung für die Eroberung Schlesiens 1740 und den Einmarsch in Sachsen 1756 vorweg.

Er verfasste mit den Denkwürdigkeiten zur Geschichte des Hauses Brandenburg (1748), der Geschichte meiner Zeit (erster Entwurf 1746), der Geschichte des Siebenjährigen Krieges (1764) und seinen Memoiren (1775) die erste umfassende Darstellung der Entwicklung in Preußen.

Für seine 1780 bei Decker in Berlin in deutscher Sprache erschienene Schrift Ueber die deutsche Litteratur; die Mängel, die man ihr vorwerfen kann; die Ursachen derselben; und die Mittel sie zu verbessern. (De la Littérature Allemande) erntete Friedrich in der deutschen Geisteswelt heftige Kritik. Er hatte offensichtlich den Aufschwung der deutschen Literatur in der Gegenwart nicht zur Kenntnis genommen und empfahl ihr nun die französische Literatur als Vorbild. Wahrscheinlich beruhte Friedrichs Pamphlet auf Jahrzehnte alten Aufzeichnungen. Im Auftrag von Friedrichs Schwester Philippine Charlotte von Preußen veröffentlichte Johann Friedrich Wilhelm Jerusalem anonym eine kritische Antwort, Justus Möser und Johann Michael Afsprung verfassten Gegenschriften.[47]

Friedrich förderte die Königliche Deutsche Gesellschaft (Königsberg).

Der Kunstverehrer

Flötenkonzert Friedrichs des Großen in Sanssouci (Gemälde von Adolph von Menzel, 1850–52)

Friedrich war an Kunst in jeder Form interessiert. Er kümmerte sich um die Konzeption seiner Bauten, ließ gleich nach seinem Amtsantritt für das Berliner Publikum das Opernhaus Unter den Linden als Musentempel erbauen, skizzierte selbst sein Potsdamer Schloss Sanssouci und ließ es von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff ausführen. Nach Beendigung des Siebenjährigen Krieges wurde im monumentalen barocken Stil das Neue Palais im Westen des Schlossparks von Sanssouci errichtet. Als Skulpturenschmuck gesellen sich zu den Bauten oft Apollo-, Herkules- und Musen-Statuen. Auch legte er in Sanssouci und im Neuen Palais bedeutende Bildersammlungen an.[48]

Vor allem in jüngeren Jahren scheint Friedrich eine Schwäche für die galanten Szenen auf Gemälden von Antoine Watteau, Nicolas Lancret und Jean-Baptiste Pater gehabt zu haben, später erwarb er auch Gemälde der italienischen Renaissance und des Barock sowie flämische und niederländische Werke.[49] Sein Kunstgeschmack war dabei zum Teil von Dilettantismus und persönlicher Liebhaberei geprägt[50], während er neuere Entwicklungen in vielen Bereichen kaum beachtete. So wird die Erwerbung der antiken Bronzestatue des „Betenden Knaben“, den man damals für eine Darstellung des Antinous, des Lustknaben Kaiser Hadrians, hielt, aus dem Besitz des Prinzen Eugen mit dem homoerotischen Geschmack des Preußenkönigs erklärt.[51] Ähnliches gilt für die Statuen des nackten Mars und Merkur am Portal zur Eingangshalle in Sanssouci. Weitere Räume waren mit erotischen Motiven und homoerotischen Darstellungen geschmückt.[52]

Friedrich war auch der Musik sehr zugetan. Er spielte sehr gut Querflöte und komponierte, unterstützt von seinem Flötenlehrer Johann Joachim Quantz, auf gehobenem Niveau.[53] Außerdem verfasste er das Libretto zur Oper Montezuma, die von Carl Heinrich Graun vertont wurde. Dass die Marcha Real, die spätere spanische Nationalhymne, von Friedrich komponiert worden sein soll, ist allerdings eine Legende.[54] Auch Franz Benda und Johann Gottlieb Graun spielten im Musikleben in Rheinsberg und Berlin eine wichtige Rolle. Weithin bekannt ist sein – von Friedrichs Hofmusiker Carl Philipp Emanuel Bach arrangiertes – Treffen mit Johann Sebastian Bach 1747 in Sanssouci. Im Zuge dieser Begegnung schrieb Bach sein berühmtes Musikalisches Opfer über das von Friedrich vorgegebene „Königliche Thema“. Ferner hatte Friedrich II. eine große Vorliebe für die Flötensonaten von Muzio Clementi (1752–1832).

Der Freimaurer

Während eines Tischgespräches äußerte sich sein Vater, König Friedrich Wilhelm, auf einer Rheinreise 1738 abfällig über die Freimaurerei. Graf Albrecht Wolfgang von Schaumburg-Lippe widersprach und bekannte sich offen zur Freimaurerei. Friedrich war von der Freimaurerei angetan und bat den Grafen, ihm eine Aufnahme in den Freimaurerbund zu vermitteln. Ohne Wissen seines Vaters wurde Friedrich durch Abgeordnete der Loge d’Hambourg unter konspirativen Bedingungen in der Nacht vom 14./15. August 1738 in Braunschweig zum Freimaurer gemacht. Das Mitgliederverzeichnis führt zur Nr. 31 den Eintrag: „Friedrich von Preussen, geb. 24. Jan. 1712, Kronprinz“.[55] Nach seiner Thronbesteigung führte er im Schloß Charlottenburg freimaurische Arbeiten durch. Seine Hofloge blieb jedoch den adeligen Mitgliedern vorbehalten.

Der Hundeliebhaber

Als größte Leidenschaft des Königs gilt jene, die er gegenüber seinen Hunden pflegte; er wird mit den Worten zitiert: „Hunde haben alle guten Eigenschaften des Menschen, ohne gleichzeitig ihre Fehler zu besitzen.“ Zu seinen Lieblingshündinnen zählten die Windspiele Biche, Alcmène und Superbe. Sie schliefen in seinem Bett und wurden bei Tisch vom König gefüttert. In seinen letzten Jahren zog Friedrich die Gesellschaft seiner Hunde der seiner Mitmenschen vor. Testamentarisch verfügte er, in einer Gruft auf der Terrasse des Schlosses Sanssoucis neben seinen Hunden beerdigt zu werden – ein Wille, der erst 1991 erfüllt wurde.

Werke

Siehe auch

Literatur (Auswahl)

Bibliographien

  • Bibliographie Friedrich der Grosse: 1786–1986. Das Schrifttum des deutschen Sprachraums und der Übersetzungen aus Fremdsprachen. Bearbeitet von Herzeleide (Henning) und Eckart Henning. Walter de Gruyter, Berlin/ New York 1988, ISBN 3-11-009921-7.
  • (Reinhard) B(reymayer): Philosophe de Sans-Souci, Bibliographische Nachweise. In: Friedrich Christoph Oetinger: Die Lehrtafel der Prinzessin Antonia. Hrsg. von Reinhard Breymayer und Friedrich Häußermann. Teil 2: Anmerkungen. Berlin/ New York 1977 (Texte zur Geschichte des Pietismus, Abt. VII, Bd. 1, Teil 2), S. 258–266 (75 Titel vor allem zum dichterischen Werk Friedrichs des Großen); vgl. weitere Nachweise, ISBN 3-11-004130-8, S. 267–312.
  • Burkhard Hegermann: Wegweiser durch die Friedrich-Jubiläumsliteratur. Berlin-historica Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-939929-14-7.
  • Bibliographie Friedrich der Große. Nachträge 1786–1986. Neuerscheinungen 1986–2013. Bearbeitet von Herzeleide Henning (= Veröffentlichungen aus den Archiven Preußischer Kulturbesitz. Arbeitsberichte. Bd. 18). Selbstverlag des Geheimen Staatsarchivs PK, Berlin 2015, ISBN 978-3-923579-25-9.

Lexikonbeiträge

Biographien

  • Rudolf Augstein: Preußens Friedrich und die Deutschen. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1968.
  • Tillmann Bendikowski: Friedrich der Große. C. Bertelsmann Verlag, 2011, ISBN 978-3-570-01131-7.
  • Friedrich Benninghoven, Helmut Börsch-Supan, Iselin Gundermann: Friedrich der Große. Ausstellung des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz anlässlich des 200. Todestages König Friedrichs II. von Preußen. 2. durchgesehene Auflage. Nicolai, Berlin 1986, ISBN 3-87584-172-7.
  • Tim Blanning: Frederick the Great. King of Prussia. Random House, New York 2016, ISBN 978-1-4000-6812-8.
  • Jean-Paul Bled: Frédéric le Grand. Fayard, Paris 2004.
  • Jens Bisky: Unser König: Friedrich der Große und seine Zeit. Ein Lesebuch. Rowohlt, Berlin 2011, ISBN 978-3-87134-721-4.
  • Wilhelm Bringmann: Friedrich der Große. Ein Porträt. Herbert Utz Verlag, München 2006, ISBN 3-8316-0630-7.
  • Johannes Bronisch: Der Kampf um Kronprinz Friedrich. Wolff gegen Voltaire. Landt Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-938844-23-6.
  • David Fraser: Frederick the Great. Penguin, London 2000, ISBN 0-14-028590-3.
  • Ewald Frie: Friedrich II. Rowohlt, Reinbek 2012, ISBN 978-3-499-50720-5.
  • Peter-Michael Hahn: Friedrich II. von Preußen. Feldherr, Autokrat und Selbstdarsteller. Kohlhammer, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-17-021360-9.
  • Oswald Hauser (Hrsg.): Friedrich der Große in seiner Zeit. Böhlau, Köln 1987, ISBN 3-412-08186-8.
  • Gerd Heinrich: Friedrich II. von Preußen. Leistung und Leben eines großen Königs. Duncker & Humblot, Berlin 2009, ISBN 978-3-428-12978-2. (Rezension).
  • Georg Holmsten: Friedrich II. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt, Reinbek 1969. (Neuausgabe: 2001).
  • Hans Jessen (Hrsg.): Friedrich der Große und Maria Theresia in Augenzeugenberichten. dtv, München/ Frankfurt 1972.
  • Reinhold Koser: Geschichte Friedrichs des Großen. Vierte und fünfte vermehrte Auflage. (vier Bände), Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger, Stuttgart/ Berlin, Bd. 1 1912, Bd. 2/3 1913, Bd. 4 1914.
  • Christian Graf von Krockow: Friedrich der Große. Ein Lebensbild. Bastei Lübbe, 2005, ISBN 3-404-61460-7.
  • Franz Kugler, Adolph von Menzel: Geschichte Friedrich des Großen. R. Löwit, Wiesbaden 1981. (Neuauflage des Erstdrucks von 1840).
  • Johannes Kunisch: Friedrich der Große. Der König und seine Zeit. 4. Auflage. C.H. Beck, München 2005, ISBN 3-406-52209-2.
  • Johannes Kunisch: Friedrich der Große in seiner Zeit. Essays. C.H. Beck, München 2008, ISBN 978-3-406-56282-2.
  • Jürgen Luh: Der Große. Friedrich II. von Preußen. Siedler, München 2011, ISBN 978-3-88680-984-4.
  • Ingrid Mittenzwei: Friedrich II. von Preußen. Eine Biographie. VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1980.
  • Karl Heinrich Siegfried Rödenbeck: Tagebuch oder Geschichtskalender aus Friedrichs des Großen Regentenleben, 1840–1842.
  • Theodor Schieder: Friedrich der Große. Ein Königtum der Widersprüche. Verlag Ullstein Propyläen Verlag, Frankfurt am Main 1983, ISBN 3-549-07638-X.
  • Bernd Sösemann (Hrsg.): Friedrich der Große in Europa – gefeiert und umstritten. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-515-10089-2.
  • Bernd Sösemann, Gregor Vogt-Spira (Hrsg.): Friedrich der Große in Europa. Geschichte einer wechselvollen Beziehung. 2 Bände. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-515-09924-0.
  • Wolfgang Venohr: Fridericus Rex. Friedrich der Große – Porträt einer Doppelnatur. Gustav Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach 2000, ISBN 3-7857-2026-2.
  • Deutsches Historisches Museum (Hrsg.): Friedrich der Große. verehrt. verklärt. verdammt. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-515-10123-3.

Studien zu Einzelaspekten

  • Josef Johannes Schmid: Friedrich der Große. Das Personenlexikon. von Zabern, Darmstadt u. a. 2012, ISBN 978-3-8053-4367-1.

Familie

  • Christian Graf von Krockow: Die preußischen Brüder. Prinz Heinrich und Friedrich der Große. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1996, ISBN 3-421-05026-0.
  • Charlotte Pangels: Friedrich der Große. Bruder, Freund und König. Callwey, München 1979.

Kultur

  • James R. Gaines: Evening in the Palace of Reason. Bach meets Frederick the Great in the age of enlightement. Harper Perennial Books, London 2005, ISBN 0-00-715658-8.
  • Brunhilde Wehinger (Hrsg.): Geist und Macht. Friedrich der Große im Kontext der europäischen Kulturgeschichte. Akademie Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-05-004069-6.

Politik und Militär

  • Frank Althoff: Untersuchungen zum Gleichgewicht der Mächte in der Außenpolitik Friedrichs des Großen nach dem Siebenjährigen Krieg (1763–1786). Duncker & Humblot, Berlin 1995, ISBN 3-428-08597-3.
  • Heinz Duchhardt (Hrsg.): Friedrich der Große, Franken und das Reich. Böhlau, Köln 1986, ISBN 3-412-03886-5.
  • Christopher Duffy: Frederick the Great. A military life, Routledge & Paul, London 1985.
    • deutsch: Friedrich der Große. Ein Soldatenleben. Benziger, Zürich 1986. (Neuausgabe: Düsseldorf 2001, ISBN 3-491-96026-6).
  • Christopher Duffy: The army of Frederick the Great. David & Charles, Newton Abbot 1974.
  • Martin Fontius (Hrsg.): Friedrich II. und die europäische Aufklärung. Duncker & Humblot. Berlin 1999, ISBN 3-428-09641-X (Rezension).
  • Rüdiger Hachtmann: Friedrich II. von Preußen und die Freimaurerei. In Historische Zeitschrift, 264, 1997, S. 21–54.
  • Walther Hubatsch: Friedrich der Große und die preußische Verwaltung. Grote, Berlin 1973.
  • Johannes Kunisch: Das Mirakel des Hauses Brandenburg. Studien zum Verhältnis von Kabinettspolitik und Kriegführung im Zeitalter des Siebenjährigen Krieges. Oldenbourg, München 1978.

Weblinks

 Wikisource: Friedrich II. (Preußen) – Quellen und Volltexte
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Einzelnachweise

  1. Vgl. Antimachiavel. In: Œuvres. Bd. 8, S. 66, sowie Mémoires pour servir à l’histoire de la maison de Brandenbourg. In: Œuvres, Bd. 1, S. 123.
  2. Hans Eberhard Mayer: Gleichnamige Geschwister im Mittelalter. In: Archiv für Kulturgeschichte 89 (2007), S. 1–17, hier: S. 15.
  3. Reglement, wie mein ältester Sohn Friedrich seine Studien ... halten soll. 3. September 1721, zitiert nach: Frank Schumann (Hrsg.): Allergnädigster Vater. Berlin 1983, S. 23 ff.
  4. Heinz Duchhardt (Hrsg.): Friedrich der Große, Franken und das Reich. Böhlau, Köln 1986, ISBN 3-412-03886-5, S. 9.
  5. Wortlaut bei Theodor Fontane, Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Band 2 Das Oderland, „Jenseits der Oder“ – Küstrin: Das Kriegsgericht zu Köpenick. http://www.zeno.org/nid/20004778146
  6. Johannes Kunisch: Friedrich der Große – der König und seine Zeit. 5. Auflage. Beck, München 2005, S. 40. Christopher Clark: Preußen. Aufstieg und Niedergang 1600–1947. München 2007, S. 138 f.
  7. Instruction des Königs an Hofmarschall [Gerhard Heinrich] von Wolden vom 21. August 1731 (online)
  8. Theodor Fontane schrieb hierüber in den Wanderungen durch die Mark Brandenburg: Band 2 (Oderland) „Jenseits der Oder“ – Tamsel I: Frau von Wreech; Band 1 (Die Grafschaft Ruppin) „Am Ruppiner See“ – Neu-Ruppin: Kronprinz Friedrich in Ruppin.
  9. Hans-Henning Grote: Schloss Wolfenbüttel. Residenz der Herzöge zu Braunschweig und Lüneburg. 2005, ISBN 3-937664-32-7, S. 228.
  10. Joachim Campe: Andere lieben. Homosexualität in der deutschen Literatur. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1988, S. 110 f.; Johannes Kunisch: Friedrich der Große. Der König und seine Zeit. Beck Verlag, München 2004, S. 79.
  11. Reinhard Alings: „Don’t Ask, Don’t Tell“ – war Friedrich schwul? In: Generaldirektion der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Friederisiko. Friedrich der Große. Die Ausstellung. München 2012, S. 238–247.
  12. Zum Leben in Rheinsberg Jürgen Luh: Der Große. Friedrich II. von Preußen. Siedler, München 2011, ISBN 978-3-88680-984-4, S. 136 ff.
  13. Zur faktischen „Verbannung“ Elisabeths vgl. ebenfalls Schieder, Friedrich der Große, S. 51; sowie Karin Feuerstein-Praßer, Die preußischen Königinnen, S. 197 ff.
  14. Ingrid Mittenzwei: Friedrich II. Von Preußen. Eine Biographie. Pahl-Rugenstein, Köln 1980, ISBN 3-7609-0512-9, S. 41 f., dort auch die Einwände der Ratgeber.
  15. Hierzu siehe Mathias Schmoeckel: Humanität und Staatsraison. Die Abschaffung der Folter in Europa und die Entwicklung des gemeinen Strafprozeß- und Beweisrechts seit dem hohen Mittelalter. Böhlau, Köln, Weimar, Wien 2000, ISBN 3-412-09799-3, gesamter Wortlaut in: Königliche Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): Acta Borussica. Denkmäler der preussischen Staatsverwaltung im 18. Jahrhundert, Band 6/2, Berlin 1901, S. 8.
  16. Koser (siehe Literaturliste), Erster Band, S. 196 f., Nachweis: Vierter Band, S. 33.
  17. Michael Sachs: ‘Fürstbischof und Vagabund’. Geschichte einer Freundschaft zwischen dem Fürstbischof von Breslau Heinrich Förster (1799–1881) und dem Schriftsteller und Schauspieler Karl von Holtei (1798–1880). Nach dem Originalmanuskript Holteis textkritisch herausgegeben. In: Medizinhistorische Mitteilungen. Zeitschrift für Wissenschaftsgeschichte und Fachprosaforschung. Band 35, 2016 (2018), S. 223–291, hier: S. 275.
  18. „A Cologne vivait un fripier de nouvelles, / Singe de l’Aretin, grand faiseur de libelles, / Sa plume ètait vendue es se écrite mordants / Lançaient contre Louis leurs traits impertinents“. Zitiert nach Ludwig Salomon: Geschichte des Deutschen Zeitungswesens. Erster Band. S. 147 ff., Oldenburg, Leipzig 1906.
  19. Wolfgang Neugebauer: Preußen und Europa unter Friedrich Wilhelm I. und Friedrich II. bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts. In: Ders. (Hrsg.): Handbuch der Preußischen Geschichte. Bd. 1: Das 17. und 18. Jahrhundert und Große Themen der Geschichte Preußens. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2009 ISBN 978-3-11-021662-2, S. 315 und 332 (abgerufen über De Gruyter Online).
  20. Zum Epitheton „der Große“ siehe den Tagungsbericht von Ullrich Sachse: Friedrich und die historische Größe. In: H-Soz-u-Kult, 2. Dezember 2009.
  21. Illustration von Heinrich Wilhelm Teichgräber: Friedrich der Große, während der Schlacht bei Torgau (Digitalisat)
  22. Illustration von Heinrich Wilhelm Teichgräber: Friedrich der Große, nach der Schlacht bei Kunersdorf. (Digitalisat)
  23. Vgl. Politische Correspondenz, Bd. 15, S. 308.
  24. Klaus Wiegrefe: Der kleine König. In: Der Spiegel 45/2011, S. 75, 82 (online); Selma Stern: Der preußische Staat und die Juden. Band 3: Die Zeit Friedrichs des Großen. Mohr Siebeck, Tübingen 1971, ISBN 3-16-831372-6, S. 241, 249.
  25. Brief 11335. Au ministre d'État comte de Finckenstein à Berlin in der Digitalen Ausgabe der Universitätsbibliothek Trier.
  26. Vgl. Venohr, König, S. 209.
  27. Brief 11393. Au prince Henri de Prusse in der Digitalen Ausgabe der Universitätsbibliothek Trier.
  28. Heinrich August Winkler: Geschichte des Westens. Von den Anfängen in der Antike bis zum 20. Jahrhundert. München 2011, S. 170–171.
  29. Katja Frehland-Wildeboer: Treue Freunde? Das Bündnis in Europa 1714–1914. Oldenbourg, München 2010, ISBN 978-3-486-59652-6, S. 115 f. (abgerufen über De Gruyter Online).
  30. Norman Davies: Im Herzen Europas. Geschichte Polens. Vierte, durchgesehene Auflage. Beck, München 2006, S. 280.
  31. Wolfgang Neugebauer: Preußen und die europäische Mächtepolitik vom Siebenjährigen Krieg bis zum Fürstenbund. In: Ders. (Hrsg.): Handbuch der Preußischen Geschichte. Bd. 1: Das 17. und 18. Jahrhundert und Große Themen der Geschichte Preußens. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2009 ISBN 978-3-11-021662-2, S. 343 f. (abgerufen über De Gruyter Online).
  32. Johannes Kunisch: Friedrich der Große. Der König und seine Zeit. C.H. Beck, München 2004, S. 488.
  33. Karl Otmar Freiherr von Aretin: Tausch, Teilung und Länderschacher als Folgen des Gleichgewichtssystems der europäischen Großmächte. Die Polnischen Teilungen als europäisches Schicksal. In: Jahrbuch für die Geschichte Mittel- und Ostdeutschlands. 30, 1981, S. 53–68, hier: S. 56.
  34. Katja Frehland-Wildeboer: Treue Freunde? Das Bündnis in Europa 1714–1914. Oldenbourg, München 2010, ISBN 978-3-486-59652-6, S. 118 f. (abgerufen über De Gruyter Online).
  35. Ilja Mieck: Preußen und Westeuropa. In: Wolfgang Neugebauer (Hrsg.): Handbuch der Preußischen Geschichte. Bd. 1: Das 17. und 18. Jahrhundert und Große Themen der Geschichte Preußens. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2009 ISBN 978-3-11-021662-2, S. 599 (abgerufen über De Gruyter Online); Ingeborg Schnelling-Reinicke: Quelle: Der Freundschafts- und Handelsvertrag zwischen Preußen und den USA von 1785. In: 100 Schlüsselquellen zur Geschichte von Berlin, Brandenburg und Preußen auf der Website der Historischen Kommission zu Berlin, Zugriff am 23. Dezember 2017.
  36. Tillmann Bendikowski: Friedrich der Große. Bertelsmann Verlag, München 2011, ISBN 978-3-570-01131-7, S. 156, zur Kontroverse S. 311, Anm. 18.
  37. Zum Verbleib der Särge siehe Andreas Kitschke: Die Potsdamer Garnisonkirche. „Nec soli cedit“. Potsdamer Verlagsbuchhandlung, Potsdam 1991, ISBN 3-910196-00-4, S. 91.
  38. Rudolf Augstein: Friedrichs Heimfahrt. Aktion Sarg und Asche. In: Der Spiegel 33/1991, [1], aufgerufen am 5. August 2016.
  39. Zur Tafelrunde Tillmann Bendikowski: Friedrich der Große. 2. Auflage. C. Bertelsmann Verlag, München 2011, ISBN 978-3-570-01131-7, S. 85 ff.
  40. Friederisiko. Friedrich der Große. Die Ausstellung. Hirmer, München 2012, S. 209.
  41. Eva Ziebura: Prinz Heinrich von Preußen, Berlin 1999, S. 44–48. Der „schöne Marwitz“ ist vermutlich identisch mit dem auf Heinrichs Rheinsberger Obelisken ohne Nennung seines Vornamens als „Quartiermeister bei der Armee des Königs“ mit der Lebensspanne 1724-1759 erwähnten Angehörigen der Familie von der Marwitz.
  42. Reinhard Alings: „Don’t Ask, Don’t Tell“ – war Friedrich schwul? In: Generaldirektion der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Friederisiko. Friedrich der Große. Die Ausstellung. München 2012, S. 238–247.
  43. Frank-Lothar Kroll: Die Hohenzollern. Beck, München 2008, S. 56.
  44. Wolfgang Burgdorf: Friedrich der Große. Ein biografisches Porträt. Herder, Freiburg im Breisgau 2011, S. 67 ff. und 103; ähnlich Tim Blanning: Frederick the Great, King of Prussia. Random House, New York 2016, S. 55 f. und 77.
  45. Johannes Kunisch: Friedrich der Große. Der König und seine Zeit. Beck, München 2005, S. 79 (hier das Zitat)–81.
  46. Theodor Schieder, Friedrich der Grosse, S. 400 ff.
  47. Information mit Literaturhinweisen in der Digitalen Ausgabe der „Œuvres de Frédéric le Grand. Werke Friedrichs des Großen“ der Universitätsbibliothek Trier
  48. Näheres bei Paul Seidel: Friedrich der Große als Sammler von Gemälden und Skulpturen. In: Jahrbuch der Königlich-Preußischen Kunstsammlungen 13 (1892), S. 183 ff. Gerd Bartoschek, Friedrich der Große als Sammler von Gemälden. In: Friedrich II. und die Kunst, hrsg. von Hans-Joachim Giersberg und Claudia Meckel. Band 1. Potsdam 1986, S. 86 ff.; Helmut Börsch-Supan: Friedrichs des Großen Umgang mit Bildern. In: Zeitschrift des Deutschen Vereins für Kunstwissenschaft 42 (1988), S. 23 ff.
  49. Johannes Kunisch: Friedrich der Große. Der König und seine Zeit. Beck, München 2005, S. 264 ff.
  50. Johannes Kunisch: Friedrich der Große. Der König und seine Zeit. Beck, München 2005, S. 252.
  51. Thomas Fischbacher: Des Königs Knabe. Friedrich der Große und Antinous. Weimar 2011.
  52. Blanning: Frederick the Great, S. 176–179.
  53. Sabine Henze-Döhrung: Friedrich der Große. Musiker und Monarch. München 2012, S. 23 ff.
  54. Wolfgang Neugebauer, Otto Büsch (Hrsg.): Handbuch der preußischen Geschichte. Band 1: Das 17. und 18. Jahrhundert und Große Themen der Geschichte Preußens. De Gruyter, Berlin 2009, ISBN 978-3-11-014091-0, S. 611.
  55. Eugen Lennhoff/Oskar Posner: Internationales Freimaurer-Lexikon. Almathea-Verlag München 1980, Reprint von 1932, S. 406ff ISBN 3-85002-038-X.
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