INRI

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Francisco de Zurbarán: Der Heilige Lukas als Maler vor dem Gekreuzigten (1630-1639)

INRI (auch I.N.R.I. oder J.N.R.J.) ist das Akronym des Kreuzestitels (lat. titulus crucis), den Pilatus nach dem Bericht des Johannesevangeliums 19,19f EU oben am Kreuz Christi anbringen ließ, um den rechtsgültigen Grund für seine Verurteilung anzuzeigen, wie es dem damaligem römischem Brauch entsprach. Nach Johannes war die Inschrift in den drei Sprachen Hebräisch, Griechisch und Latein verfasst. Die Inschrift wird auch in den synoptischen Evangelien erwähnt (Mk 15,26 EU; Mt 27,37 EU; Lk 23,38 EU).

„19 Pilatus ließ auch ein Schild anfertigen und oben am Kreuz befestigen; die Inschrift lautete: Jesus von Nazaret, der König der Juden. 20 Dieses Schild lasen viele Juden, weil der Platz, wo Jesus gekreuzigt wurde, nahe bei der Stadt lag. Die Inschrift war hebräisch, lateinisch und griechisch abgefasst.“

Johannesevangelium: 19,19-20 EU

Der lateinische Text heißt nach der Vulgata im vollen Wortlaut: Iesus Nazarenus Rex Iudaeorum (oder auch Jesus Nazarenus Rex Judaeorum). Im griechischen Urtext des Johannesevangeliums lautet er: Ἰησοῦς ὁ Ναζωραῖος ὁ βασιλεὺς τῶν Ἰουδαίων (Jesus hó Nazaraios hó basileus ton Judaion „Jesus, der Nazoräer, der König der Juden“). Entsprechend wird in den orthodoxen Kirchen die Abkürzung ΙΝΒΙ (Ιησούς Ναζωραίος Βασιλεύς Ιουδαίων) verwendet.

Die Kreuzesinschrift hat neben dieser exoterischen noch tiefere esoterische Bedeutungen. Bei den Rosenkreuzern findet man etwa folgende Deutungen: Igne Natura Renovatur Integra („Durch Feuer wird die reine Natur erneuert“) und Igne Roris Nitrum Ivenitur (Durch Feuer wird das Salz des Taus gefunden).

Vor allem aber sind die 4 Buchstaben der Inschrift nach Rudolf Steiner auch Symbole für die vier Elemente, die zusammen die Erdenwelt aufbauen.

Plato spricht davon, daß die Weltenseele an das Kreuz des Weltenleibes gekreuzigt sei. Das Kreuz symbolisierte die vier Elemente. Das Pflanzen-, Tier- und Menschenreich sind mit den vier Elementen aufgebaut. Am Kreuze steht: Jam = das Wasser = Jakobus; Nour = das Feuer, das sich auf Christus selbst bezieht; Ruach = die Luft, Symbol für Johannes; und das vierte Jabeschah = Erde, Fels, für Petrus.

Das Kreuz der vier Apostel und der vier Elemente.

Am Kreuze steht also dasselbe, was in den Namen der [drei] Apostel ausgedrückt ist, während mit dem einen Namen «J.N.R.J.» Christus selbst gemeint ist. «Erde» ist das, wohin zunächst das Christentum selbst gebracht werden sollte, zu jenem Tempel, wohin sich der Mensch selbst gebracht hat, um für das Höhere eine Umhüllung zu sein.“ (Lit.:GA 93, S. 149f)

Literatur

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Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Freie Werkausgaben gibt es auf fvn-rs.net, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
Die Rudolf Steiner Ausgaben basieren auf Klartextnachschriften, die dem gesprochenen Wort Rudolf Steiners so nah wie möglich kommen.
Hilfreiche Werkzeuge zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk sind Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners und
Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.
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Weblinks

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