Inkarnationsvorgang

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Der Inkarnationsvorgang, durch den das menschliche Ich im Zuge des Reinkarnationsgeschehens wiederholt zum Erdenleben, zur irdischen Inkarnation herabsteigt, wurde von Rudolf Steiner in vielen Vorträgen ausführlich besprochen.

"Zweierlei Ansichten sind möglich, die materialistische und die geistige. Die materialistische Ansicht ist die, welche glaubt, daß der Mensch sich sein physisches Dasein aus physischen Stoffen bestehend schafft und daß dann, so glaubt diese Anschauung, diese materiellen Stoffe das Geistige erzeugen. Diese Anschauung verfolgt dann irgendeine materielle Erscheinung, indem sie zum Beispiel fragt: Was geht vor im Organismus, was geht vor in den feinen Funktionen, die sich im Gehirn abspielen, wenn ein Gefühl, wenn eine Vorstellung in uns ist? Derjenige, welcher das psychische Sehen hat, weiß, daß dieser Körper sich nicht selbst auferbaut hat; er weiß, daß der Körper von seinem eigenen höheren Menschen, welcher in ihm wohnt, ausgewählt worden ist. «Schaffen» bedeutet nicht das, was wir heute schaffen nennen, sondern es bedeutet Wählen. Das heißt: die Seele des Menschen, die Psyche, welche aus anderen Regionen kommt, hat sich diesen Körper erwählt, so daß er ihr ein Instrument sein kann zur Verfolgung derjenigen Ziele, die aus einer höheren Welt stammen." (Lit.: GA 88, S. 38)

Überblick

Wenn wir im Leben zwischen Tod und neuer Geburt über die Mitternachtsstunde hinausgekommen sind und der Abstieg zu einer neuen Inkarnation beginnt, fängt auch die Suche nach einem geeigneten Elternpaar an, durch das wir die geeignetsten Inkarnationsbedingungen auf Erden finden können. Genauer gesagt verbinden wir uns schon lange bevor dieses Elternpaar geboren wurde mit der ganzen Ahnenreihe, die zu ihm hinführt. Das geschah früher oft schon Jahrhunderte vor deren Geburt. Heute ist allerdings die Zeit zwischen zwei Inkarnationen meist sehr viel kürzer, so dass auch für diese Suche nur entsprechend weniger Zeit zur Verfügung steht. Das Ich sucht dabei besonders die Beziehung zum Vater, der Astralleib drängt zur Mutter hin. Der Ätherleib, der sich allerdings erst sehr viel später ausbildet, zieht uns dann ganz besonders zu einem bestimmten Volkstum hin.

Der Mensch erscheint dem hellsichtigen Blick zu dieser Zeit als trichter- oder glockenförmiges Seelenwesen, das in seinem Inneren das Ich trägt, und das sich mit rasender Geschwindigkeit durch den Astralraum bewegt. Das ist eigentlich der Homunculus, den Goethe im zweiten Teil seiner Faust-Tragödie schildert, der den Weg zur Verkörperung in den irdischen Elementen sucht.

Während unseres Herabstiegs durch die Planetensphären arbeiten wir zusammen mit den höheren geistigen Hierarchien den Geistkeim, das geistige Urbild, unseres späteren physischen Leibes aus. Dieser Geistkeim ist zunächst majestätisch groß wie das Weltall selbst, verdichtet sich aber dann immer mehr und wird immer kleiner. Schon einige Zeit bevor wir selbst als Seelenwesen zur Inkarnation herabsteigen, schicken wir diesen Geistkeim des physischen Leibes voraus in die physische Welt.

Wir kommen dadurch in ein anderes Verhältnis zum ganzen Kosmos, durch das wir erst die Ätherkräfte heranziehen können, die wir zum Aufbau unseres späteren Ätherleibes brauchen. Dieser Ätherleib, den wir uns aus den Weltenätherkräften zusammenziehen, ist eine ganze Welt für sich. Er trägt in sich ein Abbild des ganzen Kosmos. Man findet darin die Bilder der Sternenkräfte des Tierkreises, der Planetenkräfte und insbesondere auch von Sonne und Mond, ja sogar ein Bild der Erde ist in seinen unteren Bereichen erkennbar. Dieses ätherische Abbild des Kosmos nehmen wir mit herunter zur Inkarnation. Der Mensch ist nun für kurze Zeit ein Wesen, das aus Ich, Astralleib und Ätherleib besteht.

Unmittelbar mit der Empfängnis vereinigt sich der Geistkeim des physischen Leibes mit dem physischen Keim, der von einer ätherischen und astralischen Mutterhülle umgeben ist. Unser Ich, unser eigener Astralleib und unser eigener Ätherleib verbinden sich erst in der dritten bis vierten Schwangerschaftswoche mit dem befruchteten Keim. Bis dahin wirken die höheren Wesensglieder nur von außen herein. Etwa zu diesem Zeitpunkt, ab dem 23. oder 24. Tag der Schwangerschaft, ist das Herzzentrum schon soweit ausgebildet, dass es zu eigenständig zu pulsieren beginnt. Die Verbindung der höheren Wesensglieder mit dem physischen Leib fängt aber schon etwas früher, etwa ab dem 17. Tag, an. Das muss auch so sein, denn letztlich bringt das Ich das Herz zum Schlagen.

Kurz bevor unser Ätherleib in den physischen Leib eintaucht, tritt aber noch ein wichtiges Ereignis ein. Wir erhalten durch unseren Ätherleib eine überblicksartige Lebensvorschau auf unser künftiges Erdendasein, die uns in groben Umrissen zeigt, welche Schicksalsaufgaben wir uns für diese Inkarnation vorgenommen haben. Das ist das spiegelbildliche Erlebnis zum dem Lebenspanorama des vergangenen Lebens, das wir kurz nach dem Tod erleben. Die Vorschau auf das künftige Leben kann gelegentlich einen solchen Schock auslösen, dass der Mensch vor der Inkarnation gleichsam zurückzuckt und sich nur ungenügend mit der physischen Grundlage verbindet. Das führt dann zu den verschiedenen Formen der geistigen Behinderung, die immer ihre Ursache darin hat, dass sich die höheren Wesensglieder nicht genügend bzw. nicht richtig inkarnieren.

Während der folgenden Embryonalzeit und auch nach der Geburt bis hin zum Zahnwechsel bleibt die sternenartige Konfiguration des Ätherleibs noch erhalten, aber sie wird immer blasser. Nach dem Zahnwechsel, nachdem sich auch die ätherische Mutterhülle ganz abgelöst hat, lösen sich die Sternenbilder ganz auf und werden zu Strahlen, die von Außen nach Innen gehen und im Inneren ein Zentrum bilden, aus dem unser eigenes Ätherherz entsteht. Nicht, das wir nicht vorher auch schon ein Ätherherz gehabt hätten, aber das war nur vererbt. Jetzt beginnt sich unser eigenes Ätherherz zu bilden und das alte „verfault“, wie sich Rudolf Steiner ausdrückt. Mit der Geschlechtsreife, also etwa im 14. Lebensjahr, ist das eigene Ätherherz dann vollkommen ausgebildet und das alte vererbte fällt ab. Das ist ein ebenso wichtiges Ereignis wie der Zahnwechsel um das 7. Lebensjahr. Der Sternen-Ätherleib hat sich nun ganz in das Ätherherz verdichtet, während der restliche Ätherleib weitgehend strukturlos erscheint. Im Ätherherzen tragen wir nun ein Bild des ganzen Kosmos.

In der Zeit bis zur Geschlechtsreife verwandelt sich aber auch der Astralleib in bedeutsamer Weise. Der Astralleib des Kindes, der bis zur Geschlechtsreife noch von der astralen Mutterhülle umgeben ist, zeigt eine reiche und ganz individuelle Strukturierung. Hier ist viel von dem eingeschrieben, was der Mensch zwischen seinem letzten Tod und seiner neuen Geburt in der geistigen Welt erlebt hat. Bis hin zur Geschlechtsreife wird der Astralleib aber immer undifferenzierter. Die reichen astralen Gebilde schlüpfen nämlich in die Organe hinein, die von oben herab etwa bis zum Zwerchfell liegen. Die vererbten Astralkräfte, die bis dahin in den Organen wirken, werden dadurch verdrängt und ausgeschieden, bis schließlich die ganze astrale Mutterhülle abfällt. Dadurch wird der Astralleib immer mehr zu einer strukturlosen Nebelwolke.

Alles, was der Mensch tut, zeigt sich auch im Astralleib. Allerdings bildet das zunächst nur flüchtige Erscheinungen, die sofort wieder verschwinden. Wenn das kleine Kind mit seinen Beinchen zappelt, so zeigt sich das zwar im Astralleib, aber es ist auch gleich wieder ausgelöscht, werden gleichsam elastisch zurückgestoßen. Erst wenn das Kind sprechen und denken lernt und sich bleibende Erinnerungen bildet, bleiben Spuren im Astralleib zurück. Aber die haben nun die Tendenz, sich in einem Mittelpunkt zu sammeln – eben weil sie sonst überall zurückgestoßen werden. Mit der Geschlechtsreife ist dieser astrale Mittelpunkt, in dem sich all unser Tun ausdrückt, dann schon sehr deutlich ausgebildet und er liegt – wenig verwunderlich – in der Gegend des Herzens, wo auch das Ätherherz liegt, das ein Bild des ganzen Kosmos in sich trägt. Jetzt ist das Ätherherz auch bereits soweit ausgebildet, dass es aus dem Astralischen die Spuren unserer Taten aufnehmen und bewahren kann. Dadurch wird ihm unser Karma eingeschrieben. Im Wesentlichen sind daher auch nur die Taten, die wir nach der Geschlechtsreife vollbringen, für unser Karma relevant. Viel später, nach unserem Tod, wird das, was diesem ätherisch-astralischen Zentrum eingeschrieben ist, dem Kosmos übergeben. Hier zerstreuen sie sich aber nicht einfach, sondern beim Herabstieg zur nächsten Inkarnation ziehen wir sie wieder zusammen und bringen sie mit in das nächste Erdenleben.

"Zwischen dem Gehirn und dem Herzen ist ein großer Unterschied in Bezug auf das kosmische Werden. Nehmen Sie einmal an, ein Mensch geht durch die Pforte des Todes, geht durch das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Sein Gehirn ist überhaupt ein Götterprodukt. Das Gehirn ist von Kräften durchzogen, die, wenn man durch die Pforte des Todes geht, eigentlich ganz fortgehen und beim nächsten Leben wird dann das Gehirn vollständig neu aufgebaut, auch die inneren Kräfte dazu, nicht nur das Materielle. Das ist beim Herzen nicht der Fall. Beim Herzen liegt die Sache so, daß nicht das physische Herz, wohl aber die Kräfte, die im physischen Herzen tätig sind, bestehen bleiben. Diese Kräfte gehen zurück in das Astralische und in das Ich und bleiben auch zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Dieselben Kräfte, die in unserem Herzen darinnen klopfen, klopfen auch das nächste Mal bei unserer neuen Inkarnation." (Lit.: GA 159, S. 19)

Im ätherisch-astralischen Herzzentrum sammeln sich also die karmischen Anlagen durch alle Inkarnationen. Dem widerspricht nicht die Tatsache, dass die Kräfte, die in der einen Inkarnation das physische Herz gestalten, in der nächsten Inkarnation die Zirbeldrüse aufbauen.

Die Vorbereitung der Inkarnation in der geistigen Welt

"Wenn der Mensch so weit ist, daß er diejenigen Tätigkeiten, die er im letzten Leben vollzogen hat, in geistige Kräfte umgesetzt hat, wenn er alle die Erlebnisse in der devachanischen Außenwelt erlebt hat, so daß sie auf ihn gewirkt haben, dann ist er reif, vom Devachan herunterzusteigen zu einer neuen physischen Geburt. Dann zieht der Erdkreis ihn wieder an.

Das erste, was der Mensch antrifft, wenn er aus dem Devachan herabkommt, ist das astralische Gebiet, in der Rosenkreuzer-Theosophie die elementare Welt genannt. Die gibt ihm einen neuen Astralleib. Wenn man auf ein Papier Eisenfeilspäne streut und unterhalb desselben einen Magneten bewegt, dann bilden sich Formen und Linien nach den Kräften des Magneten; und genau so wird die astrale Substanz, die unregelmäßig verteilt ist, herangezogen und geordnet nach den Kräften, die in der Seele sind und dem entsprechen, was diese Seele im früheren Leben erarbeitet hat. So gruppiert sich der Mensch selbst seinen Astralleib. Diese werdenden Menschen, die nur erst einen Astralleib haben, sieht der Seher als Wesen, die ausschauen wie eine nach unten sich öffnende Glockenform. Sie schießen mit riesiger Geschwindigkeit durch den Astralplan. Kaum vorstellen kann man sich die Geschwindigkeit, mit der sie den Raum durchschwirren.

Jetzt müssen diese werdenden Menschen einen Ätherleib und einen physischen Leib erhalten. Was bisher geschehen ist bis zum Aufbau des Astralleibes, hing von ihnen selbst ab, je nach den Kräften, die sie selbst entwickelt haben. Wie aber der Ätherleib sich bildet, das hängt nicht allein vom Menschen ab in dem gegenwärtigen Entwickelungslauf, sondern in bezug auf diese Bildung ist der Mensch von äußeren Wesen abhängig. Darum hat der Mensch zwar immer einen passenden Astralleib; es ist aber nicht immer der Fall, daß dieser Astralleib ganz in den Äther- und physischen Leib hineinpaßt. Daher oft die Disharmonie und Unzufriedenheit im Leben. Daß die werdenden Menschen so herumschwirren, geschieht namentlich deshalb, weil sie ein passendes Elternpaar suchen, das ihnen die beste Gelegenheit gibt, eine zur Astralwesenheit stimmende Äther- und physische Körperlichkeit zu bekommen. Es kann immer nur das relativ beste und passende Elternpaar sein, das ihnen diese gibt. Bei diesem Suchen wirken Wesenheiten, die den Ätherleib an den astralischen Leib angliedern und die ähnlich dem sind, was man oft Volksgeister nennt. Das ist nicht dieses unfaßbare Abstraktum, als was der Volksgeist gewöhnlich angesehen wird; es ist für den geistigen Beobachter der Welt etwas so Wirkliches wie unsere Seele, die in unserem Leibe verkörpert ist. So hat ein ganzes Volk gemeinschaftlich zwar nicht einen physischen Leib, wohl aber einen Astralleib und die Ansätze zu einem Ätherleibe. Es lebt wie in einer astralischen Wolke, und das ist der Leib für den Volksgeist. Das sind die Lenker der Ätherbildungen um den Menschen herum, und so hat der Mensch sich nicht mehr selbst in der Gewalt.

Nun kommt ein außerordentlich wichtiger Moment, ebenso wichtig wie der Moment nach dem Tode, wo man sein ganzes vergangenes Leben als Erinnerungsbild sieht. Wenn der Mensch in seinen Ätherleib hineinschlüpft und noch nicht den physischen Leib hat — es ist dies nur ein kurzer Moment, aber von höchster Wichtigkeit —, da hat er eine Vorschau auf das nächste Leben; nicht auf alle Einzelheiten, es ist nur ein Überblick über all das, was ihm bevorsteht im künftigen Leben. Da kann er sich sagen — er vergißt es wieder bei der Einkörperung —, er hat vor sich ein glückliches oder ein unglückliches Leben. Nun kommt es vor, wenn ein Mensch viele schlimme Erfahrungen im früheren Leben gemacht hat, daß er einen Schock bekommt und nicht hinein will in den physischen Leib. Das kann bewirken, daß er wirklich nicht ganz hineinrückt in denselben und so die Verbindung nicht ganz hergestellt ist zwischen den verschiedenen Leibern. Das ergibt dann Idioten in diesem Leben. Es ist das nicht immer der Grund zur Idiotie, doch häufig. Die Seele sträubt sich gleichsam, physisch verkörpert zu werden. Ein solcher Mensch kann sein Gehirn nicht richtig gebrauchen, weil er nicht richtig hineingeschaltet ist. Nur wenn der Mensch sich richtig hineingebären läßt in sein physisches Werkzeug, kann er es richtig gebrauchen. Während der Ätherleib sonst nur ganz schwach hinausragt, kann man bei den Idioten oft Teile des Ätherleibes wie einen weit über den Kopf hinausragenden ätherischen Lichtschein sehen. Wir haben da einen Fall, wo etwas, was das Leben seiner physischen Betrachtung nach unerklärlich läßt, erklärt wird durch die Geisteswissenschaft." (Lit.: GA 99, S. 49ff)

"Wir haben nun gesehen, daß der Mensch bei seinem Abstieg zur neuen Geburt von geistigen Wesenheiten, im Range ähnlich den Volksgeistern, mit einem neuen Ätherleib umkleidet worden ist. Dieser Ätherleib ist dem Menschen nicht vollständig angepaßt; noch weniger angepaßt ist ihm aber das, was er als eine physische Hülle erhält. Wir wollen jetzt in großen Zügen die Eingliederung des Menschen in die physische Welt erklären. Manches davon entzieht sich in einer gewissen Beziehung einer öffentlichen Besprechung.

Wir wissen, daß der Mensch durch die Eigenschaften, die er hat, sich mit einem astralen Leibe umkleidet. Er hat durch das, was in diesem astralen Leibe ist, eine Anziehungskraft zu bestimmten Wesen auf der Erde. Durch den Ätherleib wird er hingezogen zu dem Volk und zu der Familie im weiteren Sinne, in welche er neu hineingeboren wird. Durch die Art und Weise, wie er ausgebildet hat seinen Astralleib, wird er hingezogen zum mütterlichen Teil seiner Eltern. Die Essenz, die Substanz, die Gliederung des Astralleibes zieht ihn zur Mutter. Das Ich zieht den neuen Menschen hin zum väterlichen Teil der Eltern. Das Ich war ja da in uralten Zeiten, als die Seele zum ersten Male herunterstieg aus dem Schöße der Gottheit in einen irdischen Leib. Dieses Ich hat sich durch viele Inkarnationen hindurch entwickelt. Das Ich des einen Menschen unterscheidet sich vom Ich des andern, und wie es jetzt ist, bildet es die besondere Anziehungskraft zum Vater. Der Ätherleib zieht hin zum Volke, zur Familie, der Astralleib zieht besonders hin zur Mutter, das Ich zum Vater. Darnach richtet sich das ganze Gebilde, das zur neuen Verkörperung hinunter will.

Es kann vorkommen, daß der Astralleib zu einem mütterlichen Teil hingezogen wird, das Ich aber nicht zu dem entsprechenden Vater will. In diesem Falle setzt es seine Wanderung fort, bis es ein passendes Elternpaar findet.

Im gegenwärtigen Entwickelungszyklus stellt das Ich das Element des Wollens, der Empfindungsimpulse dar; im astralen Leibe sind die Eigenschaften der Phantasie, die Eigenschaften des Denkens. Letztere wird daher die Mutter, wie man sagt, vererben und erstere der Vater. Und wir sehen so, daß die Individualität, die sich verkörpern will, durch ihre unbewußten Kräfte das Elternpaar aussucht, das ihr den physischen Leib geben soll.

Das hier Beschriebene spielt sich so ab, daß es im wesentlichen etwa bis zur dritten Woche nach der Empfängnis fertig ist. Zwar ist dieser Mensch, der aus Ich, Astralleib und Ätherleib besteht, durchaus vom Moment der Empfängnis an in der Nähe der Mutter, die den befruchteten Menschenkeim in sich hat, aber er wirkt von außen ein. In dieser Zeit, etwa in der dritten Woche, fängt dieser Astral- und Ätherleib gleichsam den Menschenkeim ab und beginnt nun mitzuarbeiten an dem Menschen. Bis dahin geht die Entwickelung des physischen Menschenleibes vor sich ohne den Einfluß von Astral- und Ätherleib; von da ab wirken sie an derEntwickelung des Kindes mit und gliedern selbst die weitere Ausgestaltung des Menschenkeimes. Wir sehen also, daß in bezug auf den physischen Leib in noch höherem Maße das gilt, was vom Ätherleibe gesagt wurde, daß hier noch weniger leicht ein Zusammenstimmen stattfinden kann. Diese wichtige Tatsache verbreitet Licht über vieles, was in der Welt vorgeht.

Wir haben bis jetzt den gewöhnlichen Menschen der Gegenwart in seiner normalen Entwickelung geschildert. Nicht ganz gilt das für einen Menschen, der in einer vorigen Inkarnation eine okkulte Entwickelung angefangen hat. Je höher er gekommen ist, desto früher liegt der Zeitpunkt, wo er selbst beginnt, seinen physischen Leib zu bearbeiten, um ihn dadurch geeigneter zu machen für die Mission, die er hier auf der Erde zu erfüllen hat. Je später er dazu kommt, den physischen Keim abzufangen, desto weniger wird er Herr werden über den physischen Leib. Bei höchstentwickelten menschlichen Individualitäten, die die Leiter und Führer des geistigen Teiles unserer Welt sind, findet solches Abfangen bereits bei der Empfängnis statt. Für sie geht nichts vor ohne ihr Zutun. Sie leiten ihren physischen Leib bis zum Tode und beginnen den neuen zu bearbeiten, sobald der erste Anstoß dazu gegeben ist.

Die Stoffe, die den physischen Leib zusammensetzen, ändern sich immerfort. Nach ungefähr sieben Jahren hat sich jedes Teilchen erneuert. Der Stoff wird ausgetauscht, die Form bleibt. Zwischen Geburt und Tod müssen wir den Stoff immer neu gebären, er ist das Wechselnde. Dasjenige, was man zwischen Geburt und Tod höherentwickelt über den Tod hinaus, das bleibt erhalten und bildet einen neuen Organismus.

Was der Mensch zwischen Geburt und Tod unbewußt macht, tut der Eingeweihte bewußt vom Tode bis zur neuen Geburt: er bildet bewußt seinen neuen physischen Körper aus. Die Geburt ist daher für ihn nur ein radikales Ereignis. Er tauscht nur einmal, aber gründlich die Stoffe aus. Daher die große Ähnlichkeit der Gestalt solcher Individualitäten von einer Inkarnation zur andern, während bei wenig Entwickelten durchaus keine Ähnlichkeit zwischen den Gestalten ihrer verschiedenen Inkarnationen besteht. Je höher der Mensch sich entwickelt, desto ähnlicher sind die zwei aufeinanderfolgenden Inkarnationen. Das kann man durchaus beobachten mit hellseherischem Blick. Es gibt einen ganz bestimmten Ausdruck für dieses Verhältnis, in das der Mensch auf höherer Stufe der Entwickelung kommt. Man sagt, er wird überhaupt nicht in einen anderen Körper geboren, so wenig wie man vom gewöhnlichen Menschen sagt, daß er alle sieben Jahre einen neuen Körper erhält. Man sagt vom Meister: er ist geboren in denselben Körper. — Er braucht ihn Jahrhunderte, ja selbst Jahrtausende. Das ist bei weitaus den meisten führenden Individualitäten der Fall. Eine Ausnahme machen gewisse Meister, die ihre ganz besondere Mission haben. Bei denen bleibt der physische Leib erhalten, so daß der Tod für sie überhaupt nicht eintritt. Das sind die Meister, die für den Übergang von einer Rasse zu einer andern zu sorgen haben.

Zwei andere Fragen treten jetzt an uns heran, die Frage: Wie lange dauert der Aufenthalt in den anderen Welten, und die Frage nach dem Geschlecht in aufeinanderfolgenden Verkörperungen.

Die okkulte Forschung ergibt, daß der Mensch durchschnittlich in einem Zeitraum von 1000 bis 1300 Jahren wiederkommt. Das hat seinen Sinn darin, daß der Mensch, wenn er wiederkommt, das Antlitz der Erde verändert findet und dadurch neue Dinge erleben kann. Das, was sich ändert auf unserer Erde, steht mit gewissen Sternkonstellationen im innigen Zusammenhang; das ist eine sehr wichtige Tatsache. Im Frühlingsanfang geht die Sonne in einem gewissen Zeichen des Tierkreises auf. 800 Jahre vor Christo ging die Sonne zuerst im Sternbild des Widders, des Lammes auf, noch früher in dem danebengelegenen Sternbild des Stieres. Etwa 2160 Jahre braucht sie, um ein Sternbild zu durchlaufen. Das Durchlaufen sämtlicher zwölf Tierkreiszeichen nennt man im Okkultismus ein Weltenjahr.

Tief haben die alten Völker immer empfunden, was in Zusammenhang stand mit diesem Durchlaufen des Tierkreises. Es durchzog ihre Seelen, andachtsvoll empfanden sie: Die Sonne kommt im Frühling herauf, es erneut sich die Natur, die im Winter geruht hat. Des Frühlings göttlicher Sonnenstrahl erweckt sie aus tiefem Schlaf. — Diese junge Frühlingskraft vereinigte sich mit dem Sternbilde, aus dem heraus die Sonne schien. Sie sagten: Es ist der Herabsender der neu zu ihren Kräften gekommenen Sonne, der neu schöpferischen Gotteskraft. —

Und so erschien den Menschen einer Zeit, die nun zwei Jahrtausende zurückliegt, das Lamm als Wohltäter der Menschheit. Alle Lamm-Sagen entstehen um diese Zeit. Göttliche Begriffe verbinden sich mit diesem Symbolum. Der Erlöser selbst, der Christus Jesus, ist dargestellt in den ersten Jahrhunderten im Symbolum des Kreuzes und unter diesem das Lamm. Erst im sechsten Jahrhundert wird der Erlöser am Kreuz hängend dargestellt. Die bekannte Jason-Sage, das Holen des goldenen Widderfelles, des Goldenen Vließes, hat auch ihren Ursprung darin.

Vor 800 vor Christo ging die Sonne durch das Sternbild des Stieres, und da haben wir in Ägypten die Verehrung des Apis-Stieres und in Persien des Mithras-Stieres. Noch früher ist der Durchgang der Sonne durch das Sternbild der Zwillinge. In indischen und germanischen Mythen finden wir wirklich den Hinweis auf das Zwillingspaar. Die Zwillingsböcke, mit denen Donar, der Gott, fährt, sind ein letzter Rest davon. Dann endlich kommen wir zurück zur Zeit des Krebses, die uns nahebringt der alten Atlantischen Flut. Eine alte Kultur ging unter, eine neue ging auf. Das bezeichnet man mit einem bestimmten okkulten Zeichen, dem Wirbel, der zugleich das Krebs-Symbol darstellt und in jedem Kalender zu finden ist.

So haben die Völker stets ein deutliches Bewußtsein gehabt von dem, was am Himmel vorgeht, parallel den Veränderungen auf der Erde unten. Wenn die Sonne ein Sternbild durchlaufen hat, hat auch die Erde ihr Antlitz so verändert, daß es wertvoll ist für den Menschen, von neuem zu leben. Daher hängt die Zeit der Wiederverkörperung ab von dem Vorrücken des Frühlingspunktes. Ungefähr die Zeit, die die Sonne braucht, um durch ein solches Tierkreiszeichen durchzugehen, ist die Zeit, in der der Mensch zweimal inkarniert ist, einmal männlich und einmal weiblich. Denn die Erfahrungen und Erlebnisse, die der Mensch durchmachen kann in einem männlichen oder weiblichen Organismus, sind für das geistige Leben so grundverschieden, daß er in demselben Antlitz der Erde sich einmal weiblich und einmal männlich inkarniert. Und das gibt ungefähr die Zeit zwischen zwei Inkarnationen von etwa 1000 bis 1300 Jahren durchschnittlich.

Damit ist zugleich die Frage nach dem Geschlecht beantwortet: es ist in der Regel abwechselnd. Diese Regel wird oft durchbrochen, so daß manchmal drei bis fünf, aber nie mehr als sieben gleichgeschlechtliche Inkarnationen aufeinanderfolgen. Es widerspricht allen okkulten Erfahrungen, wenn gesagt wird, daß sieben aufeinanderfolgende gleichgeschlechtliche Inkarnationen die Regel sei." (Lit.: GA 99, S. 54ff)

Der hier angegebene Zeitraum von etwa 1000 bis 1300 Jahren bezeichnet das ursprüngliche kosmische Maß, das der Reinkarnation zugrunde liegt. Rudolf Steiner hat aber deutlich gemacht, dass heute bedeustsame Abweichungen von diesem kosmischen Maß vorkommen und zwischen den einzelnen Inkarnationen oft nur wenige Jahrhunderte oder gar nur Jahrzehnte liegen.

Der Geistkeim des physischen Leibes

Hauptartikel: Geistkeim

"Niemals würde einen für uns geeigneten physischen Leib ein Elternpaar gebären können als physischen Leib, wenn dieser physische Leib nicht vorbereitet wäre durch lange Zeiten, durch eine Arbeit mit höchsten, erhabenen geistigen Wesenheiten im Geistkosmos. Und unsere Arbeit im Geistkosmos besteht im wesentlichen darinnen - und sie ist wahrlich größer, umfangreicher als dasjenige, was wir im kleinen Erdendasein tun -, all das zu besorgen mit den Wesen höheren Grades zusammen, was in diesen Wesenheiten als Geist-Ereignisse sich abspielt wie hier die Naturereignisse, als Geistkunst sich abspielt wie hier die Naturkunst, und was uns zuletzt in den Stand bringt, all dasjenige, was da gearbeitet ist, zusammenzuschließen in einem mächtigen geistigen Urbilde, das aber der Geistkeim, gewissermaßen der vorhergeworfene Schatten ist desjenigen, was dann als unser physischer Leib auf Erden geboren wird...

Schon in dem Momente, wo der Mensch diese große Umkehrung im Kosmos macht, beginnt er seine Aufmerksamkeit auf die Erde herunter zu richten. Da schaut er die fern zurückliegende Ahnenschaft, von der dann abstammen Söhne, Töchter, von denen wieder Söhne, Töchter, wieder Söhne, Töchter abstammen und so weiter, bis nach Jahrhunderten das Elternpaar geboren wird, zu dem er heruntersenden kann dasjenige, verkleinert, was als mächtiger, umfassender Geistkeim für den physischen Leib geformt worden ist in der geistigen Welt, damit dieser Geistkeim sich dann mit dem physischen Keim im Mutterleibe verbinden kann.

Dieser Geistkeim ist zuerst majestätisch und groß wie das Weltenall selber. Während der Mensch den Rückzug antritt in die physische Welt und die Generationen, von denen dann seine Eltern stammen werden, überschaut, von der geistigen Welt aus mittätig ist an dieser Generationenfolge, während dieser Zeit wird der Keim immer kleiner und kleiner, bis er wiederum zurückkommt in die Mars-, die eigentliche Sonnensphäre, und dann schnell durch die Mondensphäre wiederum zur Erde zum nächsten Leben heruntersteigt.

Schon einige Zeit, bevor der Mensch als Seelenwesen selber heruntersteigt, schickt er diesen Geistkeim voraus. So daß der Mensch dasjenige, was er vorbereitet hat für seinen physischen Leib, eine Zeitlang, bevor er selber heruntersteigt in die physische Welt, voraussendet. Indem er gewissermaßen seine Arbeit für das nächste Erdenleben abgelegt hat, kommt er in die Lage, ein anderes Verhältnis zum Kosmos einzugehen, als das vorher war; dadurch kommt er in die Lage, sich in ein Verhältnis zum ganzen kosmischen Äther zu bringen. Und er zieht als den letzten Akt dieses Herabsteigens aus den geistigen Welten die Kräfte aus dem gesamten Weltenäther heraus, aus denen er seinen Ätherleib formt.

Wenn der Mensch schon den Geistkeim für seinen physischen Leib heruntergeschickt hat, wenn also der Geistkeim schon zum Elternpaar nach einer langjährigen Strömung aus den geistigen Welten für das Physische des Leibes heruntergeschickt worden ist, so weilt der Mensch selber noch in der geistigen Welt, sammelt in der geistigen Welt den Äther um sich, so daß er für eine kurze Zeit ein Wesen wird aus Ich, astralischem Leib und Äther; der Äther ist zusammengezogen aus dem gesamten Weltenäther. Und erst während der Embryonalzeit, in der dritten, vierten Woche nach der Empfängnis, vereinigt der Mensch dasjenige, was sich in den ersten drei bis vier Wochen aus der Vereinigung von Geistkeim und physischem Keim gebildet hat, was also schon früher als er auf der Erde angekommen ist, das vereinigt er mit seiner Wesenheit, begabt es mit demjenigen, was er an Ätherleib gewonnen hat durch Anziehung aus dem Weltenäther, und der Mensch wird ein Wesen aus dem, was entstanden ist als schon früher heruntergeschickt, aus physischem Leib, Ätherleib, den er gewissermaßen im letzten Augenblick seines kosmischen Daseins um sich angesammelt hat, astralischem Leib und Ich, die durchgegangen sind durch das Leben zwischen Tod und neuer Geburt." (Lit.: GA 227, S. 214ff)

Der unsichtbare Mensch in uns

„In dem Menschen, wie er vor uns steht, sind eigentlich deutlich zwei Wesenheiten zu unterscheiden. Sie erinnern sich, daß ich in verschiedenen Betrachtungen der letzten Zeit ausführte, wie die physische Organisation des Menschen geistig vorbereitet wird im vorirdischen Leben, wie sie dann gewissermaßen als geistige Organisation heruntergeschickt wird, bevor der Mensch selbst mit seinem Ich in das irdische Dasein hereinkommt. Diese geistige Organisation ist im wesentlichen auch während des ganzen physischen Erdenlebens nachwirkend, nur drückt sie sich während des physischen Erdenlebens nicht in etwas äußerlich Sichtbarem aus. Das äußerlich Sichtbare wird bei der Geburt im wesentlichen abgestoßen, denn es sind die Hüllen, in welche der Menschenkeim während der Embryonalzeit eingehüllt ist: Chorion und Amnionsack, die Allantois, alles das, was also abgestoßen wird als physische Organisation, wenn der Mensch aus dem Mutterleibe heraus ein freies physisches Dasein gewinnt. Aber tätig bleibt im Menschen diese vorirdische Organisation sein ganzes Leben lang. Nur ist ihre Beschaffenheit etwas anders als die Leibes-Seelen-Geistwirksamkeit des Menschen während des physischen Erdenlebens. Und darüber möchte ich heute etwas sprechen.

Wir haben also gewissermaßen in uns einen unsichtbaren Menschen, der enthalten ist in unseren Wachstumskräften, auch in denjenigen verborgenen Kräften, wodurch die Ernährung zustande kommt, der enthalten ist in alledem, worüber sich die bewußte Tätigkeit des Menschen eigentlich nicht erstreckt. Aber auch in diese unbewußte Tätigkeit, bis in die Wachstumstätigkeit, bis in die tägliche Wiederherstellung der Kräfte durch die Ernährung, geht [seine] Wirksamkeit hinein. Und diese Wirksamkeit ist eben die Nachwirkung des vorirdischen Daseins, das im irdischen Dasein ein Kräfteleib wird, der in uns wirkt, aber der nicht eigentlich zur bewußten Offenbarung kommt. Diesen unsichtbaren Menschen, den wir alle in uns tragen, der in unseren Wachstums-, in unseren Ernährungskräften steckt, der auch in den Reproduktionskräften steckt, diesen unsichtbaren Menschen möchte ich Ihnen zunächst seiner Beschaffenheit nach schildern. Wir können das schematisch tun, indem wir uns sagen: Auch in diesem unsichtbaren Menschen sind enthalten das Ich, die astralische Organisation, die ätherische Organisation, also der Bildekräfteleib, und die physische Organisation. Natürlich, diese physische Organisation steckt bei dem geborenen Menschen in der anderen physischen Organisation drinnen, aber Sie werden im Laufe der heutigen Betrachtungen das Eingreifen des unsichtbaren Menschen in die physische Organisation erfassen können.

Wenn ich schematisch zeichne, so muß ich es so zeichnen (siehe Zeichnung links):

Der unsichtbare Mensch in uns (Zeichnung aus GA 221, S. 76)

Wir haben in diesem unsichtbaren Menschen zunächst die Ich-Organisation (gelb), wir haben dann die astralische Organisation (rot), dann die ätherische Organisation (blau), und wir haben die physische Organisation (weiß). Diese physische Organisation, die in Betracht kommt für den unsichtbaren Menschen, greift nur ein in die Ernährungs-Wachstumsprozesse, in alles das, was von dem unteren Menschen, wie wir ihn öfter geschildert haben, von dem Stoffwechsel-Gliedmaßenmenschen sich in der menschlichen Organisation geltend macht. Alle Strömungen, alle Kräftewirkungen in diesem unsichtbaren Menschen gehen so vor sich, daß sie ausgehen von der Ich-Organisation, dann in die astralische, in die ätherische und in die physische Organisation gehen, und in der physischen Organisation sich dann ausbreiten (siehe Pfeil in Zeichnung Seite 76). Beim Menschenkeim ist dasjenige, was hier physische Organisation genannt wird, in den Häuten, in den Hüllen des Embryo vorhanden, im Chorion, in der Allantois, in dem Amnionsack und so weiter. Beim geborenen Menschen ist all das, was hier physische Organisation genannt wird, enthalten in denjenigen Vorgängen, welche Ernährungs-Wiederherstellungsvorgänge im ganzen Menschen sind. Also nach außen hin ist diese physische Organisation hier (siehe Zeichnung rechts) von der anderen physischen Organisation des Menschen nicht getrennt, sondern mit ihr vereinigt.“ (Lit.:GA 221, S. 75ff)

Wiedervereinigung mit dem in der Mondensphäre zurückgelassenem Karma

„In dem Momente, wo die geistige Welt gewissermaßen in ihren Individualitäten ineinander verschwimmt und der Mensch die geistige Welt im allgemeinen wahrnimmt, erwacht in ihm das Interesse für die Erdenwelt wiederum. Dieses Interesse für die Erdenwelt tritt in einer ganz besonderen Weise ein. Es tritt nämlich in bestimmter Weise, in konkreter Weise auf. Man fängt an, ein Interesse zu bekommen an ganz bestimmten Menschen, die da unten auf der Erde sind, und wiederum an deren Kindern und an deren Kindern wiederum. Während man früher nur ein Himmelsinteresse hat, bekommt man jetzt ein merkwürdiges Interesse, wenn die geistige Welt zur Offenbarung wird, an gewissen Generationenfolgen. Das sind die Generationenfolgen, an deren Ende dann die eigenen Eltern stehen, die einen gebären werden, wenn man wiederum herabsteigt zur Erde. Aber man bekommt schon lange vorher für die Voreltern Interesse. Man verfolgt die Generationenreihe bis zu den Eltern hinunter, und zwar verfolgt man sie nicht bloß im Zeitenverlaufe, sondern wenn dieser Zustand der Offenbarung zuerst eintritt, da sieht man schon wie prophetisch die ganze Generationenreihe vor sich. Da sieht man durch die Generationen, durch die Menschenfolge Urururgroßvater, Ururgroßvater, Urgroßvater, Großvater und so weiter, man sieht den Weg, den man auf die Erde hinunter machen wird, in Menschengenerationen vor sich. Nachdem man zuerst in den Kosmos hineingewachsen ist, wächst man später in die reale, in die konkrete Menschengeschichte hinein. Und dann kommt der Zeitpunkt, wo man wiederum aus dem Sonnenbereiche allmählich herauskommt. Man bleibt natürlich immer im Sonnenbereiche drinnen, aber das deutliche, klare, bewußte Verhältnis verdunkelt sich, und man zieht wieder in den Mondenbereich ein. Und jetzt findet man im Mondenbereich das Päckchen, das man abgelegt hat - ich kann es nicht anders als mit diesem Bilde bezeichnen -, dasjenige, was die moralische Wertigkeit darstellt. Die muß man jetzt aufnehmen.

Wir werden in den nächsten Tagen sehen, wie da wiederum der Christus-Impuls eine sehr bedeutsame Rolle spielt. Man muß das Schicksalspäckchen sich einverleiben. Aber indem man sich dieses Schicksalspäckchen einverleibt, indem man den Mondenbereich betritt, geht einem, während das Selbstgefühl immer stärker und stärker geworden ist, während man immer mehr und mehr innerlich Seele geworden ist, das Gewebe, das man zu seinem physischen Leibe gewoben hat, allmählich verloren. Der Geistkeim, den man selbst gewoben hat, geht einem verloren, geht einem in dem Momente verloren, wo auf der Erde die Konzeption für den körperlichen Keim eintritt, den man auf Erden anzunehmen hat.

Nun ist man aber noch selber in der geistigen Welt. Der Geistkeim des physischen Leibes ist schon hinuntergegangen, man ist selber in der geistigen Welt. Da tritt eine starke Entbehrung ein, ein starkes Entbehrungsgefühl. Man hat seinen Geistkeim des physischen Leibes verloren. Der ist schon unten. Der ist am Ende der Generationenreihe angekommen, die man gesehen hat. Man ist noch oben. Gewaltig macht sich da die Entbehrung geltend. Und diese Entbehrung, die zieht jetzt aus aller Welt die geeigneten Ingredienzien des Weltenäthers zusammen. Nachdem man schon den Geistkeim des physischen Leibes auf die Erde hinuntergeschickt hat und als Seele, als Ich und als astralischer Leib, zurückgeblieben ist, zieht man aus dem Weltenäther Äthersubstanz zusammen und bildet den eigenen Ätherleib. Und mit diesem eigenen Ätherleib, den man gebildet hat, vereinigt man sich dann etwa in der dritten Woche, nachdem die Befruchtung auf Erden eingetreten ist, und vereinigt sich mit dem leiblichen Keim, der sich nach dem Geistkeim in der geschilderten Weise gebildet hat.

Aber ehe man sich mit seinem eigenen Leibeskeim vereinigt, bildet man sich noch seinen Ätherleib in der Weise, wie ich es geschildert habe. Und in diesen Ätherleib hinein ist verwoben das Päckchen, von dem ich gesprochen habe, das die moralische Wertigkeit enthält. Das verwebt man jetzt in sein Ich, in seinen astralischen Leib, aber auch noch in den ätherischen Leib hinein. Das bringt man dann mit dem physischen Leibe zusammen. Und so ist es, daß man sein Karma mit auf die Erde trägt. Das hat man zuerst im Mondenbereich zurückgelassen, denn man würde einen schlechten, einen verdorbenen physischen Leib ausgebildet haben, wenn man das in den Sonnenbereich mitgenommen hätte. Der physische Leib des Menschen wird individuell erst dadurch, daß der Ätherleib ihn durchzieht. Der physische Leib eines jeden Menschen würde gleich dem physischen Leib eines andern Menschen sein, denn in der geistigen Welt weben sich die Menschen schlechthin gleiche Geistkeime für ihren physischen Leib. Individuell werden wir eben nach unserem Karma, nach dem, wie wir unser Päckchen in den Ätherleib hineinverweben müssen, der dann schon, während wir noch im embryonalen Zustande sind, individuell unseren physischen Leib gestaltet, konstituiert, durchdringt.“ (Lit.:GA 226, S. 38ff)

Der Weg von der Zeugung bis zur Geburt

"Wie arbeiten nun die Kräfte, um den Menschen zu einer neuen Inkarnation zu bringen? Ungefähr tausend Jahre gehen dahin zwischen Tod und neuer Inkarnation, wie wir sahen; in dieser Zeit reift die Seele aus, um den Weg zu einer neuen Geburt wieder anzutreten. Für den Seher ist es außerordentlich interessant, die astralische Welt zu durchforschen. Er kann zum Beispiel fliegende, in Auflösung begriffene Astralleichname beobachten. Der Astralleichnam eines hochentwickelten Menschen, der an seinen niederen Trieben gearbeitet hat, löst sich rasch auf; aber langsam geht die Auflösung vor sich bei niedrigstehenden Menschen, die ihren Neigungen und Leidenschaften freien Lauf gelassen haben. Da kann es sogar vorkommen, daß der alte zurückgelassene Astralleichnam sich noch nicht aufgelöst hat, wenn der ursprüngliche Träger zu einer neuen Geburt schreitet. Und das ist dann ein schweres Schicksal. Es kann auch sein, daß ein Mensch durch besondere Umstände bald wiederkehrt und seinen alten Astralleichnam noch vorfindet; dieser hat dann eine starke Anziehung zu ihm und schlüpft mit hinein in den neuen Astralleib. Der Mensch bildet sich also wohl einen neuen Astralleib, aber sein alter verbindet sich damit, beide schleppt er dann mit sich durchs Leben. Der alte Astralleib tritt dann in bösen Träumen oder Visionen vor ihn als sein zweites Ich und umgaukelt, quält und peinigt ihn. Das ist der unberechtigte, falsche «Hüter der Schwelle». Dieser alte Astralleichnam tritt leicht aus dem Menschen heraus, weil er nicht fest mit den anderen Wesensgliedern verbunden ist, und erscheint dann als ein Doppelgänger.

Außer diesen Gestalten sieht der Seher noch eine ganz besonders merkwürdige Art von Gebilden; es sind glockenförmige Gebilde, die mit riesiger Schnelligkeit den Astralraum durchfliegen und durchschießen. Das sind die noch nicht verkörperten, aber nach Verkörperung hinstrebenden Menschenkeime. Die Zeit und der Ort sind eigentlich ziemlich bedeutungslos für diese zur Verkörperung hinstrebenden Menschenkeime, weil sie sich so leicht bewegen können. Sie sind mannigfaltig gefärbt und umgeben von einer Farbenatmosphäre, an einer Stelle sind sie rot, an der anderen blau, mitten drinnen funkelt ein gelbleuchtender Strahl. Es sind dies also die eben aus dem Devachan in den Astralraum hineinkommenden Menschenkeime. Was ist da geschehen? Der Mensch hatte den höheren Astralleib und die Früchte der verschiedenen Leben als Kausalleib mit sich ins Devachan genommen, und nun sammelt er eine neue «Astralmaterie» um sich herum. Es ist das gleichsam, wie wenn herumgestreute Eisenspäne sich ordnen nach den Kräften eines Magnets. Je nach den innewohnenden Kräften sammelt der Mensch die Astralmaterie um sich herum; bei einem guten Vorleben sammelt er anderes Material als bei einem schlechten. Das glockenförmige Gebilde nun ist der frühere Kausalleib, die Kräfte des früheren Astralleibes und der neue Astralleib. Der Keim soll nun nicht mehr den alten Astralleib finden, sondern er soll sich einen neuen Astralleib bilden aus der undifferenzierten Astralmaterie, so daß dieser Vorgang von dem Menschen selbst abhängig ist: Je nach den Kräften des vergangenen Lebens ist die Form und Farbe des neuen Astralleibes. Das ist eine Tatsache, die man wohl beachten muß. Warum schießen diese Menschenkeime mit solch rasender Schnelligkeit dahin? Weil das Elternpaar gesucht werden muß, das nach Charakter und Familienverhältnissen zu dem Menschenkeime paßt. Die Schnelligkeit ermöglicht es, daß das Elternpaar gefunden wird. Der Menschenkeim kann in diesem Moment hier, im nächsten schon in Amerika sein.

In dem, was weiter geschieht, ist der Mensch auf Hilfe angewiesen. Höhere Wesenheiten, die Lipikas, leiten den Menschenkeim hin zu dem entsprechenden Elternpaar, die Maharajas formen den Ätherleib in Gemäßheit der Astralform und dessen, was die Eltern an äußerem physischem Körper beitragen. Bei dem Befruchtungsakt kann der Seher in der Leidenschaft, die sich dabei von seiten der Eltern entwickelt, auch Astralmaterie entdecken. Dadurch wird die Leidenschaftlichkeit des Kindes je nach der Intensität dieser Leidenschaft bestimmt. Dann schießt die Äthermaterie an von Nord, Süd, Ost und West, aus der Höhe und von der Tiefe.

Nicht immer kann ein Elternpaar gefunden werden, das ganz genau zu dem Menschenkeim paßt; es kann immer nur das am besten passende herausgesucht werden. Und ebensowenig kann ein physischer Leib gebaut werden, der ganz genau zu dem Ätherleib des Menschenkeimes paßt. Eine völlige Harmonie kann es nie geben. Daher rühren die Zwiespalte im Menschen zwischen Seele und Körper.

Unmittelbar vor der Verkörperung tritt ein sehr wichtiges Ereignis ein, das demjenigen im Moment des Todes parallel ist. Wie unmittelbar nach dem Tode die Rückerinnerung an das vergangene Leben gleich einem Tableau vor die Seele tritt, so ist unmittelbar vor der Einkörperung eine Art Vorgesicht auf das kommende Leben vorhanden. Man sieht nicht alle Einzelheiten, aber in großen Umrissen alle Verhältnisse im kommenden Leben vor sich. Dieser Moment ist von ungeheurer Bedeutung. Es kommt vor, daß Menschen, die in früheren Leben viel gelitten haben und sehr Schweres durchgemacht haben, beim Anblick der neuen Verhältnisse und Schicksale einen Schock bekommen und die Seele zurückhalten vor der ganzen Einkörperung, so daß nur ein Teil der Seele in den Körper eingeht. Die Folge des Schocks bei einem solchen Vorgesicht ist die Geburt eines Idioten oder Epileptikers.

In dem Moment der Verkörperung, gleich nach der Befruchtung, verdunkelt sich der gelbglänzende Faden im Kausalleib und verschwindet. Nur bei dem Eingeweihten bleibt er in allen Stadien.

Nun darf man sich nicht vorstellen, daß die höheren Wesensglieder von Anfang an in vollster Weise mit dem Embryo verbunden sind. Was seine Tätigkeit zunächst entfaltet, ist der Kausalkörper, denn dieser arbeitet schon bei der allerersten Entstehung des physischen Leibes.

Der Ätherleib fängt erst in der siebenten Woche an, am Embryo zu arbeiten, der Astralleib erst im siebenten Monat. Vorher arbeitet am Kinde der Ätherleib und der Astralleib der Mutter. Es ist nun sehr wichtig für die Erziehung der ersten Jahre beim Kinde, diese Körper weiterzuentwickeln. Diesem sollte bei der Erziehung des Kindes viel mehr Rechnung getragen werden, als es geschieht. Es sollte die Zeit beobachtet werden, wo der Ätherleib und der Astralleib des Kindes anfangen mitzuarbeiten. Die Entwickelung geht nach der Geburt in verschiedenster Weise stufenförmig weiter, und besonders wichtig für die Erziehung ist dann die Zeit vom siebenten bis zum vierzehnten Lebensjahre." (Lit.: GA 95, S. 50ff)

"Wenn alles, was im Kausalleib aufgespeichert ist, sich zu Fähigkeiten umgewandelt hat, tritt der Mensch den Rückweg zur Erde an. Diese sich erdwärts Zurücklebenden hellseherisch zu beobachten, ist außerordentlich interessant. Bei ihnen nimmt der Hellseher glokkenförmige Gebilde wahr, die mit unglaublicher Schnelligkeit im Astralplan dahinschießen nach allen Seiten. Diese Gebilde sind dadurch entstanden, daß ein aus dem Devachan zurückkehrender Mensch sich mit neuer Astralmaterie umgibt. Es handelt sich um ein Anschießen der Astralmaterie um den Wesenskern des Menschen, das man mit folgendem vergleichen könnte: In einem Kasten seien Eisenfeilspäne, und darunter befindlich ein Magnet. Diese Späne ordnen sich nach den Kraftlinien des Magneten. Wie der Magnet zieht der aus dem Devachan zurückkehrende Mensch aus den verschiedensten Richtungen des Astralplanes die Astralmaterie an, und diese ordnet sich, wie es seinem Wesen gemäß ist, an. Dieser Zustand des Herumschießens vor einer neuen Verkörperung dauert nur eine kurze Zeit, die sich meistens nach Stunden bemißt. Die Glockenform ist die allgemeine, darinnen finden sich alle Farbennuancen. In diesem Zustand besteht der Mensch aus dem Ich nebst Kausalkörper und bildet sich nun aus der Astralmaterie einen neuen Astralleib, der genau dem entspricht, was sich der Mensch im Devachan ausgebildet hat. Seine ganze Veranlagung erhält so eine den umgewandelten Erfahrungen entsprechende Färbung.

Danach muß sich der neue Ätherleib angliedern. Bei der Astralmaterie ist es so, als ob sie ganz von selbst anschieße und sich angliedere. Bei der Äthermaterie ist es anders. Da gibt es Wesenheiten, die zunächst mit der Individualität des Menschen nichts zu tun haben. Sie helfen bei der Bildung des Ätherleibes. Man nennt sie Mahadevas. Sie haben auch sonst eine gewisse Bedeutung bei den Menschen. Der Mensch ist nicht so sehr Herrscher seiner Leiblichkeit, wie er glaubt. In seinen drei Leibern wohnen auch noch andere Wesenheiten wirksam darin. Nur in seinem vierten Glied, im Ich, ist der Mensch ganz allein zu Hause. Zu solchen Wesenheiten, die im Menschen leben, gehören auch die Mahadevas, sie haben Einfluß auf den Ätherleib und vermögen dem Menschen den richtigen Ätherleib zu geben. Von anderen Wesenheiten wird er sodann zu dem Elternpaar geleitet, nach den Vererbungsverhältnissen zu derjenigen Familie und dem physischen Menschenkeim, die zu den Fähigkeiten und Eigenschaften des sich wiederverkörpernden Menschen am besten passen. Nur in den seltensten Fällen fügt sich der neu verkörperte Mensch gänzlich in seinen neuen physischen Leib ein, wodurch oft viele innere Zwiespälte entstehen. Es kann immer nur ein annähernd passender physischer Leib gefunden werden in unserer gegenwärtigen Zeit. In dem Augenblick, wo der geeignete Ort der Verkörperung gefunden ist, leiten die Lipikas, elementarische Wesenheiten, den Menschen zu einer geeigneten Familie hin, und erst im Augenblick der Befruchtung geschieht die Umkleidung des Astralleibes mit dem Ätherleib. Wie die Mahadevas in Beziehung stehen zum Ätherleib, stehen die Lipikas in Beziehung zum physischen Leib. Alle diese Vorgänge dauern für gewöhnlich nur Augenblicke. In den ersten Wochen nach der Empfängnis ist im Menschenkeim nur der Kausalleib tätig und wirksam. Ungefähr in der siebenten Woche beginnt der Atherleib mit seiner Wirksamkeit, und vom siebenten Monat ab tritt der Astralleib mit seinen Kräften an den Menschen heran." (Lit.: GA 94, S. 152ff)

Vorschau auf das kommende Leben

Auf dem Weg zur irdischen Inkarnation wird dem Ich zunächst ein neuer Astralleib angegliedert, der sich dann wieder mit einem Ätherleib und physischen Leib verbinden kann, zu denen bzw. zu dem passenden Elternpaar wir durch die Herren des Karmas, die Lipikas, geführt werden. Der Astralleib verlangt sehr drängend nach äußerer sinnlicher Wahrnehmung und daher schwindet das Bewusstsein für die geistige Welt. Es tritt ein bewusstloser Zustand ein. Das Bewusstsein erhellt sich erst wieder nach der Angliederung eines neuen Ätherleibes und des physischen Leibes. Ähnlich wie wir beim Tod eine Lebensrückschau haben, tritt nun eine Lebensvorschau auf, bei der uns alle Hindernisse gezeigt werden, die wir künftig überwinden müssen, um in rechter Weise geistig voranzuschreiten.

„Beim Eintritt in eine neue Verkörperung ist es nun so: Das Ich steigt aus der geistigen Welt herab, mit allen bis dahin erworbenen unvergänglichen Extrakten sowohl des Ätherischen als des Astralen. Zunächst zieht es naturgemäß alle astralen Qualitäten zu seinem neuen Astralleibe zusammen, die seiner bisherigen Entwickelung entsprechen, und dann erst in derselben Weise die ätherischen Qualitäten. Alles das spielt sich ab in den ersten Tagen nach der Empfängnis, und erst vom achtzehnten bis zwanzigsten Tag darnach arbeitet der neue Ätherleib selbständig an der Entwickelung des physischen Menschenkeimes, während vorher der Ätherleib der Mutter das vollzieht, was später vom Ätherleib zu besorgen ist. Erst mit diesem achtzehnten bis zwanzigsten Tag nach der Empfängnis nimmt sozusagen die Individualität, die sich da verkörpern will und die bis dahin ihr Ich mit einem neuen Astralleib und Ätherleib umkleidet hat, Besitz von dem bis dahin von der Mutter gebildeten physischen Leibe.

In dem Augenblick, ehe diese Besitzergreifung erfolgt, besteht also die menschliche Wesenheit genau aus denselben Wesensgliedern wie in dem Augenblick des Todes; im letzteren Falle hat sie gerade den physischen Leib in jenem Augenblick abgeworfen, im ersteren Falle den physischen Leib noch nicht aufgenommen. Daraus wird Ihnen leicht verständlich sein, wie im Moment, da der Mensch seinen neuen physischen Leib betritt, etwas Analoges zu dem Moment auftritt, wo er diesen ablegt. In diesem Augenblick hat der Mensch dann eine Art Vorschau über sein kommendes Leben, so wie er im Augenblick des Todes eine Rückschau auf das verflossene Leben hatte. Diese Vorschau aber vergißt der Mensch, weil die Konstitution seines physischen Leibes noch nicht geeignet ist, diese Vorschau gedächtnismäßig zu behalten.“ (Lit.:GA 100, S. 99f)

Wie der physische Keim von den höheren Wesensgliedern ergriffen wird

"Zuerst haben wir es bei der Menschwerdung zu tun mit der Entwicklung des Keimes, der in den ersten Tagen einem kleinen Fischchen ähnlich sieht. Diesen Keim brauche ich nur skizzenhaft anzudeuten; er ist etwa so. (Es wurde an die Tafel gezeichnet; die Zeichnung ist nicht erhalten). Diesem kommt etwa am siebzehnten Tag das Astralwesen entgegen; und dieses Astralwesen kennt der psychische Forscher so gut wie der physische Forscher das Physische. Der Seher sieht im Astralen viele trichterförmige Gestalten. Das sind die werdenden Menschen; das sind die Wesenheiten, die ihre physische Verkörperung suchen. Von dem dringenden Wunsche beseelt, sich zu verkörpern, durcheilen diese Gebilde mit großer Geschwindigkeit den Astralraum und suchen nach physischer Stofflichkeit. Wer den zweiten Teil des «Faust» gelesen hat und sich an die Szene mit dem Homunculus erinnert, der wird sie nur verstehen, wenn er weiß, daß Goethe diesen Vorgang hat darstellen wollen. Diese astralen Gebilde haben die verschiedensten Färbungen, von denen wir uns kaum eine Vorstellung machen können. Innerhalb dieses Astralkörpers befindet sich ein Streifen, der sich ins Unbestimmte verliert. Er ist von hellgelber Farbe. Dieser Astralkörper verbindet sich mit dem von ihm selbst gewählten physischen Körper, wenn der Embryo ungefähr die Gestalt eines Fischchens hat. Dann tritt eine Veränderung ein. Es spaltet sich der Lichtstrahl in zwei Teile, in zwei hell-leuchtende Strahlenstreifen. Das ist bei der Mehrzahl der Menschen der Fall, und so würde Ihnen das erscheinen, wenn Sie die Menschen bei ihrer Entstehung verfolgen könnten. Nur bei wenigen Menschen zeigt sich ein etwas anderer Vorgang. Nur wenige Menschen zeigen einen bleibenden hellen Streifen, der allerdings etwas verblaßt in dem Augenblick, wo er bei anderen Menschen ganz verschwindet, aber er bleibt doch. Das sind diejenigen Menschen, welche ein spirituelles Schauen haben.

Wir halten zunächst fest an dem gewöhnlichen Vorgang, wo das Lichtstreifchen sich teilt. Nun vereinigt sich das astrale Gebilde mit dem physischen Menschenkeim. Von dem einen Tröpfchen wird alles durchströmt, gleichsam von einer hellgelben Flüssigkeit. Dieses wächst später zu dem sogenannten sympathischen Nervengeflecht aus, welches das physische Nervensystem des Menschen versorgt. Wir haben ja außer dem Gehirn- und Rückenmarksystem ein anderes Nervensystem, das sympathische, das die niederen Funktionen dirigiert. Der eine Tropfen durchströmt das sympathische Nervensystem, der andere Gehirn- und Rückenmarksystem. So wird der Mensch beseelt. Gesetzmäßig gehen die beiden Lichtkegel in das Physische über und durchgeistigen es. Bei jedem Menschen tritt erneut dieser Lichtschein auf, der das Gehirn im besonderen durchzieht. Wenn der Moment eingetreten ist, dann ist tatsächlich das, was der Mensch mitgebracht hat aus dem früheren Leben, und das, was er aus der physischen Welt hat, miteinander vereinigt. So kommen die beiden Wesenheiten zusammen, welche den vollen Menschen ausmachen.

Wir haben gelebt in früheren Inkarnationen; wir sind durch die geistige Welt hindurchgegangen; da waren wir Geist. Der Geist geht herunter durch die astrale Welt und umgibt sich mit dem Astralstoff. Das ist das, was der Mensch mitbringt aus dem früheren Leben und was er anzieht aus der astralen Sphäre. Diese beiden Dinge sind es, die der Mensch mitbringt, das Geistige und das Astrale. Der Lichtschein, das sind die Fähigkeiten, die wir mitbrachten aus früheren Leben. Diese ziehen ein, nachdem das Wesen den brennenden Wunsch gestillt hat, mit einem astralen Organismus verbunden zu sein. Von jetzt ab wächst der Menschenkeim nicht nur durch die physische Kraft, sondern auch von innen heraus. Was er in früheren Leben gewonnen hat, das arbeitet jetzt von innen heraus an der Herstellung des Körpers. Nicht Ihr Organismus baut Ihre Seele auf, sondern Ihre Seele baut Ihren Organismus auf. Der Menschenkeim ist erst wenige Tage alt, wenn er mit der Seele vereinigt wird. Er ist das einzige, was uns von außen gegeben wird. Er wird uns durch ganz bestimmte Gesetze gegeben. Wir werden sie noch genauer besprechen.

Tatsächlich verstehen wir des Menschen Geburt und seinen Tod nur dann, wenn wir wissen, aus welchen zwei Wesenheiten er besteht und wie diese zwei Wesenheiten zusammengeströmt sind, welche den ganzen Menschen bilden. Es ist also so, daß wir selbst an unseren äußeren Organen arbeiten; sie sind nicht ein Produkt der äußeren Welt, sie sind ein Abbild dessen, was wir mitgebracht haben." (Lit.: GA 88, S. 45ff)

"Wenn wir den Menschen betrachten, lange bevor er die Neigung entwickelt, von der geistigen Welt herabzusteigen zu einer physischen Verkörperung, so sehen wir ihn als eine geistig-seelische Wesenheit in einer geistig-seelischen Welt. Das waren wir ja alle, bevor wir heruntergestiegen sind, um uns mit dem zu verbinden, was als physischer Leib im mütterlichen Organismus vorbereitet wurde. Mit diesem physischen Leib verbinden wir uns dann, um unsere Daseinsepoche auf der Erde zwischen Geburt und Tod durchzumachen. Längere Zeit also vorher, sage ich, waren wir geistig-seelische Wesen in einer geistig-seelischen Welt. Was wir da sind und auch das, was wir da erleben, das unterscheidet sich nun ganz erheblich von dem, was wir hier auf Erden zwischen Geburt und Tod erleben. Daher ist es so schwierig, die Erlebnisse zwischen dem Tod und einer neuen Geburt darzustellen, weil sie schließlich doch sehr verschieden von den irdischen Verhältnissen sind und der Mensch sich seine Vorstellungen nach den irdischen Erlebnissen bildet, und man immer solche Vorstellungen zu Hilfe nehmen muß. Allein wir wollen uns zunächst weniger darin ergehen - das soll morgen und übermorgen darankommen -, wie der Mensch in der geistig-seelischen Welt selber ist, sondern wir wollen jetzt ins Auge fassen, wie er sich nähert seinem Herabstieg auf die Erde, um sich dann mit einem physischen Leib zu durchziehen.

Das, was zunächst geschieht, bevor der Mensch an seinen physischen Leib, an das Embryonale, an das Keimhafte seines physischen Leibes herankommt, ist, daß er die Kräfte der ätherischen Welt an sich heranzieht. Wir leben hier auf der Erde in der physischen Welt, das ist in derjenigen Welt, die durch alles das charakterisiert ist, was wir durch unsere Sinne sehen und durch unseren irdischen Verstand begreifen. Aber in dieser Welt gibt es nichts, was nicht durchsetzt ist von der ätherischen Welt. Diese physische Welt, die wir sehen, die wir hören und so weiter, ist überall von der ätherischen Welt durchsetzt. An diese ätherische Welt lebt sich der Mensch früher heran als an die physische Welt. Bevor er die Neigung erhält, sich mit der physischen Welt durch den Embryo zu verbinden, zieht er die Kräfte der ätherischen Welt heran. Und er bildet sich, indem er die Kräfte aus der ätherischen Welt heranzieht, seinen Ätherleib.

Der Inkarnationsvorgang 1

Damit wir diese Vorstellungen genauer aufnehmen können, wollen wir uns das schematisch auf die Tafel zeichnen. Nehmen wir an, ich wollte das Geistig-Seelische, was da herankommt aus der geistigen Welt, durch diese Figur charakterisieren (Zeichnung, violett). Das ist natürlich nur ganz schematisch gemacht. Nur dasjenige, was der Mensch zunächst an sich heranzieht, das wird zu seinem ätherischen Leib. Also er umkleidet sich gewissermaßen, indem er heruntersteigt aus der geistigen Welt, mit seinem ätherischen Leib (orange schraffiert). Aber damit, daß man sagt, «der Mensch umkleidet sich mit seinem ätherischen Leib», ist nicht viel gesagt; man muß da schon ein wenig eingehen auf die Beschaffenheit dieses ätherischen Leibes. Dieser ätherische Leib, der sich da im Menschen heranbildet, ist gewissermaßen eine Welt für sich. Allerdings, man möchte sagen, eine Welt für sich im Bilde. Es ist so, daß dieser ätherische Leib zum Beispiel an seiner Umgebung Sternhaftes zeigt (gelbe Sterne), und daß er in seinem unteren Teile etwas zeigt, was sich mehr oder weniger wie ein Abbild der Erde selber ausnimmt. Ja, er hat sogar eine Art von Abbild des Sonnen- und Mondenhaften in sich.

Das ist außerordentlich bedeutsam, daß, wenn wir so aus der allgemeinen Ätherwelt beim Herunterstieg in die irdische Welt die Ätherkräfte heranziehen, wir in unseren Ätherleib eine Art Abbild des Kosmos mitnehmen. Wenn wir den Ätherleib des Menschen in dem Momente herausnehmen könnten, wo der Mensch sich mit dem physischen Leib verbindet, so würden wir, viel schöner als das jemals mechanisch geformt worden ist, eine Sphäre haben mit den Sternen, mit dem Tierkreis, mit Sonne und Mond.

Diese Konfigurationen des Ätherleibes bleiben noch vorhanden, wenn der Mensch mit seinem physischen Leib während der Embryonalzeit immer mehr und mehr zusammenwächst. Sie blassen nur etwas ab, aber sie bleiben vorhanden. Und sie bleiben auch vorhanden bis in das siebente Lebensjahr hinein, bis zum Zahnwechsel. Da ist durchaus im kindlichen Ätherleib noch immer diese Weltensphäre zu erkennen. Mit dem siebenten Jahre, mit dem Zahnwechsel beginnen die Gebilde, die man da drinnen schaut in dem Ätherleib, gewissermaßen strahlig zu werden, während sie vorher mehr sternig waren. Ich zeichne das schematisch für die Zeit von dem siebenten bis ungefähr zum vierzehnten Jahr, vom Zahnwechsel bis zur Geschlechtsreife (siehe Zeichnung, rote Strahlen). Wie gesagt, es verblaßt während der Embryonalzeit schon und dann immer mehr, aber es ist noch deutlich vorhanden. Vom Zahnwechsel ab jedoch beginnt es ganz zu verblassen, dafür aber Strahliges nach innen zu senden (rot). Ich möchte sagen: die Sterne lösen sich auf im menschlichen Ätherleib, sie werden zu Strahlen, die die Tendenz haben, da im Inneren zusammenzukommen.

Der Inkarnationsvorgang 2

Das alles geschieht langsam und allmählich während des ganzen Lebensabschnittes vom Zahnwechsel bis zur Geschlechtsreife. Bei der Geschlechtsreife ist es dann so weit, daß, indem diese Strahlen hier zusammengewachsen sind, sie innerlich eine Art eigenes Gebilde, ein ätherisches Gebilde formen (rot). Man möchte sagen: Dasjenige, was die Umfangssterne waren, das strahlt zuerst nach innen; dann hört es später auf, da werden diese Sterne vollständig blaß. Es bleibt natürlich immer etwas vorhanden, aber es wird ganz blaß. Es werden auch diese Strahlen blaß. Dagegen wird das, was sich in der Mitte gewissermaßen zusammengeballt hat, besonders lebendig. Und in dem, was sich da in der Mitte zusammengeballt hat, in dem hängt in der Zeit, in der auch die Geschlechtsreife eintritt, das physische Herz darinnen. Das ist also an der Stelle des menschlichen Organismus, wo das physische Herz darinnenhängt mit den Adern (blau).

Das ist also das Eigentümliche, daß sich der Stern-Ätherleib nach innen zieht. Er bleibt natürlich als Ätherleib für den ganzen Menschen vorhanden. Er ist nur da dann im Außenraum, also an der Peripherie des Menschen, da ist er später undifferenziert, man kann nicht viel darin unterscheiden. Aber während der Zeit vom Zahnwechsel bis zur Geschlechtsreife, da ist er sehr strahlend von außen nach innen.

Und dann ballt sich das zusammen, und da ist dann deutlich darinnenhängend das physische Herz. Sie dürfen nicht glauben, daß der Mensch etwa nicht vorher auch ein Ätherherz hätte; das hat er schon; aber das bekommt er auf eine andere Art als das, was dann Ätherherz wird. Denn in der Tat wird das, was sich da von der Geschlechtsreife an zusammengeballt hat, das Ätherherz. Bis dahin hat er, wie gesagt, auch ein Ätherherz, aber das hat er bekommen als Erbschaft, das hat er bekommen durch die Kräfte, welche im Embryo drinnen sind. Wenn der Mensch nämlich seinen Ätherleib hat, und sich mit seinem Ätherleib nach dem physischen Organismus hin begibt, so wird auch eine Art Ätherherz, ein stellvertretendes Ätherherz gewissermaßen, durch die Kräfte des physischen Leibes zusammengezogen. Dieses Ätherherz aber, das der Mensch in seinem Kindheitsalter hat, das - es ist der Ausdruck etwas unschön für die Gewohnheiten, die wir haben, aber es trifft ganz genau das, um was es sich handelt -, das verfault nach und nach, und an seine Stelle setzt sich, gleichsam immerfort ersetzend das, was da ätherisch faulend herausfällt, jenes Ätherherz, welches eine Zusammenballung der ganzen Weltensphäre ist, das wirklich ein Bild des Kosmos ist, und das wir uns als ein ätherisches Gebilde mitbringen, wenn wir durch Konzeption und Geburt ins irdische Dasein schreiten.

Man kann also wirklich eine deutliche Veränderung des ganzen ätherischen Leibesgebildes verfolgen, das der Mensch während der Zeit von der Geburt oder schon von der Konzeption an bis zu der Geschlechtsreife in sich trägt. Man möchte sagen: Mit der Geschlechtsreife eigentlich erst ist des Menschen eigenes, aus seinem ätherischen Leibe herausgebildetes, nicht durch äußere Kräfte provisorisch gebildetes Ätherherz vorhanden.

Und alle die Ätherkräfte, die beim Menschen bis zur Geschlechtsreife tätig sind, tendieren dahin, ihm ein solches frisches Ätherherz zu geben. Es ist wirklich etwas, was sich in bezug auf das Ätherische mit dem Zahnwechsel vergleichen läßt. Nicht wahr, im Zahnwechsel haben wir die vererbten Zähne; die werden ausgestoßen, und die anderen Zähne, die dann unsere eigenen sind, ersetzen sie. Und so wird das vererbte Ätherherz, das wir bis zur Geschlechtsreife haben, ausgestoßen, und wir bekommen unser eigenes Ätherherz. Das ist das Wesentliche, daß wir da unser eigenes Ätherherz bekommen.

Nun aber geht parallel mit diesem etwas anderes, was sich im Menschen vollzieht. Wenn wir den Menschen betrachten so, wie er hereingetreten ist in die physische Welt, also als ganz kleines Kind betrachten, dann finden wir, daß in seinem astralischen Leibe außerordentlich viel einzelne Organe zu unterscheiden sind. Der Mensch setzt sich, wie ich eben geschildert habe, einen Ätherleib zusammen, der ein Abbild der Außenwelt ist. Aber in seinem astralischen Leibe, da bringt er sich ein Abbild dessen mit, was er erlebt hat zwischen dem letzten Tode und dieser Geburt. In diesem astralischen Leibe des Kindes sieht man außerordentlich viel darinnen. Da sind große Geheimnisse eingeschrieben. Da sieht man wirklich viel von dem, was erlebt worden ist zwischen dem letzten Tode und dieser Geburt. Dieser astralische Leib ist außerordentlich differenziert und individuell. Und das Eigentümliche ist, daß in derselben Zeit, in der sich das abspielt, was ich da für den Ätherleib beschrieben habe, der stark differenzierte astralische Leib immer undifferenzierter wird. Ursprünglich ist er ein Gebilde, von dem man, wenn man es verständig anschaut, sagt: Das ist ein Gebilde aus einer anderen Welt, das ist hereingekommen aus einer Welt, die weder in der physischen Welt noch in der Welt des Äthers ist. Aber alles, was da im astralischen Leib als außerordentlich viele einzelne Gebilde lebt, das schlüpft gewissermaßen bis zu der Geschlechtsreife in die physischen Organe hinein, und zwar nur in diejenigen Organe, die, wenn ich mich annähernd ausdrücken soll - es ist nicht ganz genau -, bis zum Zwerchfell liegen. Es schlüpfen wunderbare Gebilde, die in den ersten Lebenstagen im astralischen Leibe glänzend vorhanden sind, nach und nach in die Gehirnbildung hinein, füllen auch die Sinnesorgane aus. Dann schlüpfen andere hinein in die Atmungsorgane, andere in das Herz und durch das Herz in die Arterien. In den Magen schlüpfen sie nicht direkt hinein, sondern erst durch die Arterien breiten sie sich dann aus bis in die Organe des Unterleibes hinein. Aber nach und nach sieht man gewissermaßen den ganzen astralischen Leib, den sich der Mensch durch die Geburt ins physische Dasein mit hereinbringt, untertauchen in die Organe. Er schlüpft in die Organe hinein. So daß, wenn man das aussprechen will in einem Sinne, der ganz ein eigentlicher Sinn ist, der durchaus die Wirklichkeit mit ergibt - aber es nimmt sich natürlich paradox aus gegenüber den Vorstellungen, die man sich sonst heute in der Welt macht -, man sagen kann: Wenn wir erwachsen sind, haben unsere Organe die einzelnen Gebilde unseres astralischen Leibes in sich eingesperrt. Das ist die intimere Kenntnis der menschlichen Organe, die nur verstanden werden können, wenn man das Astralische des Menschen, das er sich mitbringt, versteht. Man muß wissen, daß jedes einzelne Organ in einer gewissen Weise ein Astralisches als Erbstück trägt, so wie das Ätherherz zunächst auch ein Erbstück ist, daß aber nach und nach dieses vererbte Astralische ganz durchsetzt wird von dem, was der Mensch sich als seinen astralischen Leib selber mitbringt und was Stück für Stück untertaucht in die physischen und ätherischen Organe. Das Herz bildet gewissermaßen eine Ausnahme. Da taucht auch ein Astralisches unter. Im Herzen konzentriert sich das Äthergeschehen ebensowohl wie das astralische Geschehen. Deshalb ist also das Herz dieses ganz besonders wichtige Organ für den Menschen.

Also der astralische Leib wird immer unbestimmter und unbestimmter, weil er seine konkreten Gebilde, die er sich aus einem anderen Leben durch die Geburt auf die Erde mitbringt, hinunterschickt in die physischen Organe, so daß sie da drinnen eben eingesperrt sind. Dadurch wird der astralische Leib mehr oder weniger immer eine bloße Nebelwolke.

Aber das Interessante ist jetzt dieses: der astralische Leib wird von dieser Seite her eine Nebelwolke, aber es treten andere Differenzierungen erst langsam und von der Geschlechtsreife an dann mit voller Regelmäßigkeit immer mehr und mehr ein.

Der Inkarnationsvorgang 3

Wenn das Kind mit seinen Beinchen zappelt, so merkt man von diesem Zappeln außerordentlich wenig im astralischen Leib. Wirkungen davon sind in dem astralischen Leib schon vorhanden, aber das, was sich der astralische Leib an Differenzierungen mitgebracht hat, ist so stark, daß sich eigentlich die ganze Sache so verhält: Wenn ich hier den astralischen Leib zeichne, so sind da wunderbare Gebilde darinnen. Das ist nur schematisch gemeint, aber doch eben der Wirklichkeit entlehnt. Diese Gebilde verschwinden allmählich, sie schlüpfen hinunter in die physischen Organe. Der astralische Leib wird mehr und mehr eine Nebelwolke. Aber, wie gesagt, wenn das Kind nun zappelt, so ist es schon so, daß von den Zappelbewegungen auch allerlei heraufkommt in den astralischen Leib, aber es stößt an das, was schon da ist, reflektiert sich wieder zurück (rot) und verschwindet wiederum. Es ist so, wie wenn Sie in einen elastischen Ball einen Eindruck machen; er gleicht sich sofort wieder aus. Diese Zappelbewegungen des Kindes, wenn sie auch noch so kräftig sind, machen wohl einen Eindruck in den astralischen Leib, aber er bleibt nicht. Nun, in demselben Maße, in dem das Kind dann sprechen lernt und solche Vorstellungen entwickelt, die in der Erinnerung bleiben, also in demselben Maße, in dem das Kind sprechen und die Erinnerungen ausbilden lernt, in dem Maße sieht man immer mehr und mehr, wie in der Tat das nicht zurückgeworfen wird, sondern wie die Bewegungen, die das Kind, nun nicht mehr als Zappelbewegungen, sondern als verständige Bewegungen macht, als Herumgehen und so weiter, auch die Bewegungen der Arme und so weiter, im astralischen Leibe bleiben. Ja, in diesen astralischen Leib kann außerordentlich viel eingeschrieben werden.

Wenn Sie fünfundvierzig Jahre alt sind, dann sind fast alle Bewegungen in Spuren im astralischen Leibe eingeschrieben und auch noch viele andere, wie wir gleich sehen werden. Der astralische Leib kann viel aufnehmen von dem, was sich da abgespielt hat seit dem Sprechen- und Denkenlernen und seitdem er seine eigene Konfiguration aufgelöst hat. So daß also das wunderbare Gebilde, das der astralische Leib des Kindes darstellt, nach und nach undifferenziert wird, weil all das allmählich in die Organe hinein verschwindet. Der astralische Leib wird ein undifTerenziertes Gebilde, natürlich nicht ganz, aber verhältnismäßig undifferenziert. In dieses undifferenzierte Gebilde schreibt sich jetzt alles das ein, was wir an Bewegungen der Arme und der Beine ausführen. Aber es schreibt sich auch ein, was wir durch Arme und Beine tun: Wenn wir zum Beispiel eine Feder führen, alles, was wir da in der Außenwelt vollführt haben, schreibt sich ein. Wenn wir Holz hacken, wenn wir jemandem eine Ohrfeige geben, so schreibt sich das ein. Sogar wenn wir nicht etwas selber tun, sondern einem Diener einen Auftrag geben und der es dann ausführt, so schreibt sich durch das Verhältnis unseres Wortinhaltes zu dem, was der Diener tut, das auch ein. Kurz, es schreibt sich die gesamte Tätigkeit eines Menschen, die einen Ausdruck in der Außenwelt findet, jetzt in diesen astralischen Leib ein (rot im Gelb). So konfiguriert sich der astralische Leib also in der mannigfaltigsten Weise durch das, was menschliches Tun ist.

Der Inkarnationsvorgang 4

Das beginnt, wie gesagt, wenn das Kind sprechen lernt, wenn das Kind in der Sprache Gedanken verkörpern lernt. Mit Bezug auf die Vorstellungen, die das Kind aufnimmt, an die man sich aber später nicht mehr erinnern kann, findet das noch nicht statt; erst von der Zeit an, bis zu der man sich später im gewöhnlichen Bewußtsein zurückerinnert. Dann aber wird sozusagen alles, was der Mensch tut, da aufgeschrieben.

Der Inkarnationsvorgang 5

Nun ist das Eigentümliche, daß alles, was da eingeschrieben wird, in einer ähnlichen Weise die Tendenz hat, sich da im Inneren zu treffen, wie auch die Strahlungen des Ätherleibes sich im Ätherherzen treffen. Auch alles, was menschliche Taten sind, trifft sich da. Und dieses Sich-Treffen hat eigentlich nun auch eine Art äußerer Veranlassung. Wir müssen einfach dadurch, daß wir Menschen sind, von Kindheit auf in eine gewisse Tätigkeit hineinkommen. Diese Tätigkeit drückt sich so aus, wie ich es eben angedeutet habe, durch den ganzen astralischen Leib hindurch. Aber auf der anderen Seite ist ein fortwährender Widerstand da. Die Wirkungen, die da auf den Organismus ausgeübt werden, können, man möchte sagen, sich nicht immer bis da hinauf (oben in der Zeichnung) entwickeln. Es ist überall Widerstand da; sie werden hinuntergestoßen. Was wir so tun, wenn wir uns an physische Organe halten, das will bis in den Kopf strömen; aber die menschliche Organisation läßt es da nicht heraufkommen, hält es auf. Und dadurch sammelt sich das auch in einer gewissen Weise hier an (rot) und bildet hier auch eine Art astralischen Mittelpunktes. So daß wir - und wiederum in der Zeit der Geschlechtsreife, da ist das sehr deutlich ausgebildet - an derselben Stelle, wo sich dieses Ätherherz, das nun unser eigenes ist, gebildet hat, auch ein astra-lisches Gebilde haben, das unser gesamtes Tun zentralisiert. Und dadurch, daß das von der Zeit der Geschlechtsreife an so ist, dadurch ist ein Mittelpunktsorgan geschaffen, in dem sich unser gesamtes Tun, unsere gesamte menschliche Tätigkeit zentralisiert. Es ist so, daß in derselben Gegend, wo der Mensch das Herz hat, sich nun weder physisch noch ätherisch, aber astralisch seine gesamte Tätigkeit zentralisiert. Und das Wichtige ist, daß in der Zeit, wo die Geschlechtsreife eintritt - es fallen ja die astralischen Ereignisse nicht ganz, sondern nur annähernd mit den physischen Ereignissen zusammen -, dieses Ätherherz so weit vorgebildet ist, daß es die Kräfte aufnehmen kann, die sich hier aus der Tätigkeit der äußeren Welt entwickeln. Man kann also sagen, und man trifft damit durchaus ein wirkliches Ereignis im Inneren des Menschen: Von der Geschlechtsreife an schaltet sich auf dem Umwege durch den Astralleib die gesamte menschliche Tätigkeit in das Ätherherz ein, in dasjenige Organ, das aus den Abbildern der Sterne, aus den Abbildern des Kosmos geworden ist. Da schaltet sich das alles ein.

Das ist eine außerordentlich bedeutsame Erscheinung, denn wenn Sie dieses alles betrachten, dann haben Sie den Zusammenschluß dessen, was der Mensch in der Welt tut, mit dem Kosmischen. Im Herzen haben Sie, insofern die ätherische Welt in Betracht kommt, einen zusammengezogenen Kosmos; aber zugleich auch, insofern die astra-lische Welt in Betracht kommt, eine Zusammenziehung desjenigen, was der Mensch tut. Hier schließt sich der Kosmos mit seinem Geschehen und das Karma des Menschen zusammen. Es ist eine so innige Korrespondenz des astralischen Leibes und des ätherischen Leibes mit dem ganzen menschlichen Organismus nur in der Gegend des Herzens vorhanden. Da ist es in der Tat so, daß die ganze Welt, von der sich der Mensch durch die Geburt in seinem Ätherleib ein Abbild hereingebracht hat, daß diese ganze Welt, die da wie in einer Essenz darinnen ist, alles das, was der Mensch tut, in sich aufnimmt, sich damit durchdringt. Und nun ist Gelegenheit durch diese Zusammenschlüsse, durch diese Zusammenschaltung, daß während des ganzen menschlichen Lebens fortwährend das menschliche Tun in die Essenz der Abbilder des Kosmos eingeschaltet wird.

Wenn dann der Mensch durch die Pforte des Todes geht, da ist nun in diesem ätherisch-astralischen Gebilde, in dem das Herz, ich möchte sagen, schwimmt, alles das, was der Mensch, wenn er den physischen Leib und jenes Äthergebilde abgelegt hat, in sein weiteres geistig-seelisches Leben mitnimmt. Und indem er jetzt geistig immer größer und größer wird, kann er- weil ja die Substanz des ganzen Kosmos da drinnen ist, es ist nur zusammengezogen im Herzen im Ätherleib - sein ganzes Karma dem Kosmos übergeben. Dasjenige, was aus dem Kosmos gekommen und zum Äthergebilde geworden ist, was im Herzen sich zusammengezogen hat und Essenz geworden ist, das will wiederum nach dem Kosmos hin. Der Mensch breitet sich im ganzen Kosmos aus und wird dann in die Seelenwelt aufgenommen und macht dasjenige durch, was ich in meiner «Theosophie» als den Durchgang durch die Seelenwelt und dann durch das Geisterland beschrieben habe. Aber es ist tatsächlich so, daß, wenn wir die menschliche Organisation in ihrem Werden betrachten, wir uns sagen können: Es findet in der Gegend des Herzens ein Zusammenschluß des Kosmischen mit dem Irdischen statt, und zwar so, daß das Kosmische in seiner kosmischen Konfiguration in das Ätherische hereingenommen wird und sich da bereitmacht, unsere Taten, alles, was wir tun, aufzunehmen. Und mit dem, was da durch eine innige Durchdringung des Ätherischen mit dem menschlichen Tun sich gebildet hat, gehen wir heraus und treten wiederum ein in ein neues kosmisches Dasein, wenn wir durch die Pforte des Todes gegangen sind.

Damit beschreibt man in der Tat in einer ganz konkreten Gestaltung die Art und Weise, wie der Mensch sich heranlebt an seinen physischen Leib und wie er wiederum sich aus diesem physischen Leib herausziehen kann, weil seine Taten ihm die Kraft geben, zusammenzuhalten, was er aus dem Kosmos nur als eine Essenz herausgebildet hat.

Der physische Leib wird ja innerhalb der physisch-irdischen Welt durch die Vererbungskräfte gebildet, also durch die Kräfte der Embryonalbildung, der Keimesbildung. Mit diesen verbindet sich das, was der Mensch herunterbringt aus der geistigen Welt, nachdem er zunächst seinen Ätherleib herangezogen hat. Mit diesem verbindet sich der Mensch auf der einen Seite. In dem Astralischen, das er sich als ein so wunderbares Gebilde mitgebracht hat, da lebt nun aber auch sein Ich darinnen, das durch viele Erdenleben gegangen ist und überhaupt eine Entwickelung hinter sich hat. Und dieses Ich lebt in einer gewissen Sympathieverbindung - indem ich das Wort gebrauche, bezeichne ich wiederum etwas sehr Wirkliches - mit alledem, was da als Gebilde im astralischen Leibe ist. Und indem diese Gebilde in die Organe des physischen Leibes hineinschlüpfen, so wie ich es beschrieben habe, behält das Ich die Sympathie und entwickelt diese innere Sympathie auch zu den Organen, breitet sich immer mehr und mehr auch in den Organen aus und nimmt Besitz von ihnen. Gewiß, es ist das Ich auch früher schon vom ersten Kindesalter an in einer gewissen Beziehung zu den Organen. Aber da sind eben diese Vererbungsverhältnisse da, von denen ich früher gesprochen habe, da ist die Beziehung des Ichs eine äußerliche. Das Ich schlüpft aber nach und nach schon mit seinem astralischen Leibe in die Organe des physischen Leibes hinein, und indem es da hineinschlüpft, geschieht das Folgende: während vorher das Ich längs des Blutlaufes, ich möchte sagen, äußerlich beim Kinde vorhanden war, verbindet es sich jetzt intensiv innerlich immer mehr und mehr mit dem Blutkreislauf, bis es bei der Geschlechtsreife im vollen Sinne eingetreten ist. Und während Sie hier ein astralisches Gebilde um das ätherische, um das physische Herz herum haben, während Sie hier also ein astralisches Gebilde haben (Zeichnung, orange), macht das Ich den anderen Weg durch: es schlüpft, sagen wir, in die Organe der Lunge hinein; mit den Adern, die von der Lunge zum Herzen hingehen, nähert sich das Ich immer mehr dem Herzen. Das Ich folgt immer mehr und mehr, innig verbunden mit dem Blutkreislauf, dem Wege dieses Blutkreislaufes. So daß wiederum auf dem Umwege durch diese mit dem Blutkreislaufe laufenden Ich-Kräfte das Ich eingreift in dasjenige, was aus dem Zusammenschluß des ätherischen und des astralischen Herzens gebildet worden ist, wobei überhaupt ein Ätherisches aus dem Kosmos mit einem Astralischen von uns selbst zusammenwächst. Ich sagte vorhin: Dieser astralische Leib enthält nach und nach außerordentlich viel, weil sich alle die Taten in ihm einschreiben. Aber indem das Ich in einer Sympathiebeziehung zu allem steht, was der astralische Leib macht, schreiben sich auch die Absichten, die Ideen ein, aus denen der Mensch heraus seine Handlungen vollzieht. So daß tatsächlich hier ein voller Zusammenschluß des Karmas mit den Gesetzmäßigkeiten des Kosmos stattfindet.

Man weiß von alldem, was da innerlich im Menschen vor sich geht, eigentlich heute, man möchte, da die Verhältnisse so sind, mit Emphase sagen: «herzlich wenig»; denn es bezieht sich alles das, was man nämlich nicht weiß, auf das Herz. Man weiß heute davon «herzlich wenig». Man weiß das, was hier in der physischen Welt geschieht und betrachtet es nach Naturgesetzen; und man weiß das, was der Mensch moralisch vollzieht und betrachtet es nach moralischen Gesetzen. Aber alles das, was im Menschenleben moralisch geschieht, und das, was auf der anderen Seite physisch geschieht, das schließt sich gerade im Menschenherzen zusammen; so daß man diese zwei Dinge, die heute so selbständig nebeneinanderherlaufen beim Menschen, moralisches Geschehen und physisches Geschehen, in ihrem Zusammenschluß findet, wenn man wirklich die Gesamtkonfiguration des menschlichen Herzens verstehen lernt, das heißt, wenn man verstehen lernt, was sich da in diesem Herzen in einer natürlich viel verborgeneren Weise vollzieht, als es sich offen vollzieht beim Zahnwechsel. Wir erben Zähne, und wir bilden dann aus unserem Organismus heraus Zähne. Die ersteren fallen ab, die anderen bleiben uns. Die ersteren haben eine gewisse Tendenz unterzugehen, sie würden sich in sich nicht halten können, wenn sie nicht ausfallen würden. Die bleibenden Zähne werden vorzugsweise durch die äußeren Verhältnisse zerstört, wozu natürlich auch die äußeren Verhältnisse im Organismus selbst gehören. In einer unsichtbaren Weise wird unser ätherisches Herz mit der Geschlechtsreife dem Zerfall übergeben, und eine Art bleibenden Herzens, eine Art Ätherherz, gewinnen wir. Dieses bleibende Ätherherz, das ist aber erst ganz geeignet, unsere Tätigkeit voll aufzunehmen. Deshalb ist es in der Tat etwas ganz anderes, ob der Mensch vor der Geschlechtsreife stirbt oder erst nach der Geschlechtsreife. Wenn der Mensch vor der Geschlechtsreife stirbt, dann ist in ihm nur die Tendenz vorhanden, daß sich dasjenige, was er hier auf der Erde getan hat, karmisch weitervererbt. Es kann sich einzelnes, auch wenn Kinder vor der Geschlechtsreife sterben, dem Karma einverleiben, aber es hat das immer etwas Unbestimmtes und Schillerndes. Das richtige Bilden des Karmas geschieht eben erst von dem Momente an, wo das astralische Herz in das ätherische Herz voll eingreift, wo sich diese zusammenschalten. Aber es ist das auch, wenn ich so sagen darf, der Organismus der Karmabildung. Denn mit dem Tode wird das, was da im Menschen konzentriert ist, was sich da zusammengeschlossen hat, immer mehr und mehr kosmisch und wird dann aus dem Kosmos heraus später beim nächsten Erdenleben dem Menschen wiederum einverleibt, so daß alles, was wir tun, nicht uns selbst allein angeht. Sondern es ist so, daß sich uns etwas einverleibt, was aus dem Kosmos kommt und was auch die Tendenz behält, nach dem Tode unsere Taten dem Kosmos zu übergeben, aus dem heraus aber sich die karmischen Gesetze für die Gestaltung unseres Karmas wirksam erweisen, so daß wir dann dasjenige, was der Kosmos aus unseren Taten macht, in seiner Wirkung wiederum ins Erdenleben hereintragen beim Beginn eines nächsten Erdenlebens." (Lit.: GA 212, S. 112ff)

Literatur

  • Rudolf Steiner: Über die astrale Welt und das Devachan, GA 88 (1999), Zweiter Vortrag, Berlin, 4. November 1903
  • Rudolf Steiner: Kosmogonie, GA 94 (2001), ISBN 3-7274-0940-1 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  • Rudolf Steiner: Vor dem Tore der Theosophie, GA 95 (1990), Fünfter Vortrag, Stuttgart, 26. August 1906
  • Rudolf Steiner: Die Theosophie des Rosenkreuzers, GA 99 (1985)
  • Rudolf Steiner: Menschheitsentwickelung und Christus-Erkenntnis, GA 100 (1981), ISBN 3-7274-1000-0 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  • Rudolf Steiner: Das Geheimnis des Todes. Wesen und Bedeutung Mitteleuropas und die europäischen Volksgeister, GA 159 (1980)
  • Rudolf Steiner: Menschliches Seelenleben und Geistesstreben im Zusammenhange mit Welt- und Erdentwickelung, GA 212 (1978), Sechster Vortrag, Dornach, 26. Mai 1922
  • Rudolf Steiner: Erdenwissen und Himmelserkenntnis, GA 221 (1998), ISBN 3-7274-2210-6 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  • Rudolf Steiner: Menschenwesen, Menschenschicksal und Welt-Entwickelung, GA 226 (1988), ISBN 3-7274-2260-2 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  • Rudolf Steiner: Initiations-Erkenntnis, GA 227 (2000)
  • Max Hoffmeister: Die übersinnliche Vorbereitung der Inkarnation. Erkenntnisgrundlagen zur Frage der Wesenheit des Ich und der Regelung der Empfängnis, Vlg. Die Pforte, Basel 1991
  • Peter Petersen: Retortenbefruchtung und Verantwortung. Anthropologische, ethische und medizinische Aspekte neuer Fruchtbarkeitstechnologien, Fischer TB-Vlg., Frankfurt a.M. 1988
  • Frits Wilmar: Vorgeburtliche Menschwerdung: Eine Betrachtung über die menschliche frühembryonale Entwicklung, 2. Auflage, J. Ch. Mellinger Verlag 1991, ISBN 978-3880690011
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