Geistkeim

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Die Geistkeime aller auf Erden erscheinenden Naturreiche haben ihren Ursprung im höheren Devachan, d.h. in den drei obersten Bereichen des Devachans, der himmlischen Welt. An der Grenze zwischen unterem und oberem Devachan liegt die Akasha-Chronik, die alles enthält, was jemals von geistigen Wesen gedacht wurde. In den drei unteren Regionen des Devachans werden diese Keimpunkte zu geistigen Urbildern ausgearbeitet.

Die Regionen des Devachans

7. Keimpunkte des Physischen
6. Keimpunkte des Lebendigen
5. Keimpunkte des Seelischen

Höheres Devachan
4. Die Quelle der urbildlichen Gedanken. Akasha-Chronik

3. Die Urbilder des Seelischen - der Luftkreis der himmlischen Welt (Saturnsphäre)
2. Die Urbilder des Lebendigen - das Meeresgebiet, der Ozean der geistigen Welt (Jupitersphäre)
1. Die geistigen Urbilder der physischen Welt - das Kontinentalgebiet des Geisterlandes (Marssphäre)

Niederes Devachan

Die Geistkeime der Naturreiche

„In den verschiedenen Regionen des Geisterlandes zeigen sich (s.o.) die geistigen Urbilder der sinnlichen Welt. In der fünften, sechsten und siebenten Region finden sich diese Urbilder noch als lebendige Keimpunkte, in den vier unteren Regionen gestalten sie sich zu geistigen Gebilden. Diese geistigen Gebilde nimmt in einem schattenhaften Abglanz der Menschengeist wahr, wenn er durch sein Denken sich das Verständnis der sinnlichen Dinge verschaffen will. Wie diese Gebilde sich zur sinnlichen Welt verdichtet haben, das ist für denjenigen eine Frage, der ein geistiges Verständnis seiner Umwelt anstrebt. – Zunächst gliedert sich für die menschliche Sinnesanschauung diese Umwelt in die vier deutlich voneinander geschiedenen Stufen: die mineralische, die pflanzliche, die tierische und die menschliche. Das Mineralreich wird durch die Sinne wahrgenommen und durch das Denken begriffen. Macht man sich über einen mineralischen Körper einen Gedanken, so hat man es somit mit einem Zweifachen zu tun: mit dem Sinnendinge und mit dem Gedanken. Demgemäß hat man sich vorzustellen, daß dieses Sinnending ein verdichtetes Gedankenwesen ist. Nun wirkt ein mineralisches Wesen auf ein anderes in äußerlicher Weise. Es stößt an dasselbe und bewegt es; es erwärmt es, beleuchtet es, löst es aüf und so weiter. Diese äußerliche Wirkungsart ist durch Gedanken auszudrücken. Der Mensch macht sich Gedanken darüber, wie die mineralischen Dinge äußerlich gesetzmäßig aufeinander wirken. Dadurch erweitern sich seine einzelnen Gedanken zu einem Gedankenbilde der gesamten mineralischen Welt. Und dieses Gedankenbild ist ein Abglanz des Urbildes der ganzen mineralischen Sinnenwelt. Es ist als ein Ganzes in der geistigen Welt zu finden. – Im Pflanzenreiche treten zu der äußeren Wirkung eines Dinges auf das andere noch die Erscheinungen des Wachstums und der Fortpflanzung hinzu. Die Pflanze vergrößert sich und bringt aus sich Wesen ihresgleichen hervor. Zu dem, was dem Menschen im Mineralreiche entgegentritt, kommt hier noch das Leben. Die einfache Besinnung auf diese Tatsache gibt einen Ausblick, der hier lichtbringend ist. Die Pflanze hat in sich die Kraft, sich selbst ihre lebendige Gestalt zu geben und diese Gestalt an einem Wesen ihresgleichen hervorzubringen. Und zwischen der gestaltlosen Art der mineralischen Stoffe, wie sie uns in den Gasen, in den Flüssigkeiten und so weiter gegenübertreten, und der lebendigen Gestalt der Pflanzenwelt stehen die Formen der Kristalle mitten drinnen. In den Kristallen haben wir den Übergang von der gestaltlosen Mineralwelt zu der lebendigen Gestaltungsfähigkeit des Pflanzenreiches zu suchen. – In diesem äußerlich sinnlichen Vorgang der Gestaltung – in den beiden Reichen, dem mineralischen und dem pflanzlichen – hat man die sinnliche Verdichtung des rein geistigen Vorganges zu sehen, der sich abspielt, wenn die geistigen Keime der drei oberen Regionen des Geisterlandes sich zu den Geistgestalten der unteren Regionen bilden. Dem Prozeß der Kristallisation entspricht in der geistigen Welt als sein Urbild der Übergang von dem formlosen Geistkeim zu dem gestalteten Gebilde. Verdichtet sich dieser Übergang so, daß ihn die Sinne in seinem Ergebnis wahrnehmen können, so stellt er sich in der Sinnenwelt als mineralischer Kristallisationsprozeß dar. – Nun ist aber auch in dem Pflanzenleben ein gestalteter Geistkeim vorhanden. Aber hier ist dem gestalteten Wesen noch die lebendige Gestaltungsfähigkeit erhalten geblieben. In dem Kristall hat der Geistkeim bei seiner Gestaltung die Bildungsfähigkeit verloren. Er hat sich in der zustande gebrachten Gestalt ausgelebt. Die Pflanze hat Gestalt und dazu auch noch Gestaltungsfähigkeit. Die Eigenschaft der Geistkeime in den oberen Regionen des Geisterlandes ist dem Pflanzenleben bewahrt geblieben. Die Pflanze ist also Gestalt wie der Kristall, und dazu noch Gestaltungskraft. Außer der Form, welche die Urwesen in der Pflanzengestalt angenommen haben, arbeitet an dieser noch eine andere Form, die das Gepräge der Geistwesen aus den oberen Regionen trägt. Sinnlich wahrnehmbar ist an der Pflanze aber nur, was sich in der fertigen Gestalt auslebt; die bildenden Wesenheiten, welche dieser Gestalt die Lebendigkeit geben, sind im Pflanzenreiche auf sinnlich-unwahrnehmbare Art vorhanden. Das sinnliche Auge sieht die kleine Lilie von heute und die größer gewordene nach einiger Zeit. Die Bildungskraft, welche die letztere aus der ersten herausarbeitet, sieht dieses Auge nicht. Diese bildende Kraftwesenheit ist der sinnlich-unsichtbar webende Teil in der Pflanzenwelt. Die Geistkeime sind um eine Stufe herabgestiegen, um im Gestaltenreich zu wirken. In der Geisteswissenschaft kann von Elementarreichen gesprochen werden. Bezeichnet man die Urformen, die noch keine Gestalt haben, als erstes Elementarreich, so sind die sinnlich unsichtbaren Kraftwesenheiten, die als die Werkmeister des Pflanzenwachstums wirken, Angehörige des zweiten Elementarreiches. – In der tierischen Welt kommt zu den Fähigkeiten des Wachstums und der Fortpflanzung noch Empfindung und Trieb hinzu. Das sind Äußerungen der seelischen Welt. Ein Wesen, das mit ihnen begabt ist, gehört dieser Welt an, empfängt von ihr Eindrücke und übt auf sie Wirkungen. Nun ist jede Empfindung, jeder Trieb, die in einem tierischen Wesen entstehen, aus dem Untergrunde der Tierseele hervorgeholt. Die Gestalt ist bleibender als die Empfindung oder der Trieb. Man kann sagen, so wie sich die sich verändernde Pflanzengestalt zur starren Kristallform verhält, so das Empfindungsleben zur bleibenderen lebendigen Gestalt. Die Pflanze geht in der gestaltbildenden Kraft gewissermaßen auf; sie gliedert immer neue Gestalten während ihres Lebens an. Erst setzt sie die Wurzel, dann die Blattgebilde, dann die Blüten und so weiter an. Das Tier schließt mit einer in sich vollendeten Gestalt ab und entwickelt innerhalb derselben das wechselvolle Empfindungs- und Triebleben. Und dieses Leben hat sein Dasein in der seelischen Welt. So wie nun die Pflanze das ist, was wächst und sich fortpflanzt, so ist das Tier dasjenige, was empfindet und seine Triebe entwickelt. Diese sind für das Tier das Formlose, das sich in immer neuen Formen entwickelt. Sie haben letzten Endes ihre urbildlichen Vorgänge in den höchsten Regionen des Geisterlandes. Aber sie betätigen sich in der seelischen Welt. So kommen in der Tierwelt zu den Kraftwesenheiten, die als sinnlichunsichtbare das Wachstum und die Fortpflanzung lenken, andere hinzu, die noch eine Stufe tiefer gestiegen sind in die seelische Welt. Im tierischen Reich sind als die Werkmeister, welche die Empfindungen und Triebe bewirken, formlose Wesenheiten vorhanden, die sich in seelische Hüllen kleiden. Sie sind die eigentlichen Baumeister der tierischen Formen. Man kann das Gebiet, dem sie angehören, in der Geisteswissenschaft als das dritte Elementarreich bezeichnen. – Der Mensch ist außer mit den bei Pflanzen und Tieren genannten Fähigkeiten noch mit derjenigen ausgestattet, die Empfindungen zu Vorstellungen und Gedanken zu verarbeiten und seine Triebe denkend zu regeln. Der Gedanke, der in der Pflanze als Gestalt, im Tiere als seelische Kraft erscheint, tritt bei ihm als Gedanke selbst, in seiner eigenen Form, auf. Das Tier ist Seele; der Mensch ist Geist. Die Geistwesenheit ist noch um eine Stufe tiefer herabgestiegen. Beim Tiere ist sie seelenbildend. Beim Menschen ist sie in die sinnliche Stoffwelt selbst eingezogen. Der Geist ist innerhalb des menschlichen Sinnenleibes anwesend. Und weil er im sinnlichen Kleide erscheint, kann er nur als jener schattenhafte Abglanz erscheinen, welchen der Gedanke vom Geistwesen darstellt. Durch die Bedingungen des physischen Gehirnorganismus erscheint im Menschen der Geist. – Aber der Geist ist dafür auch des Menschen innerliche Wesenheit geworden. Der Gedanke ist die Form, welche die formlose Geistwesenheit im Menschen annimmt, wie sie in der Pflanze Gestalt, im Tiere Seele annimmt.“ (Lit.:GA 9, S. 148ff)

Der Geistkeim des physischen Leibes

Den Geistkeim seines physischen Leibes schickt der Mensch bei seinem Wiederherabstieg aus der geistigen Welt schon lange voraus, bevor er sich selbst als geistig-seelisches Wesen wieder auf Erden inkarniert. Dieser Geistkeim wirkt dann später im Erdenleben als unsichtbarer Mensch in uns weiter.

„Dieser Geistkeim ist zuerst majestätisch und groß wie das Weltenall selber. Während der Mensch den Rückzug antritt in die physische Welt und die Generationen, von denen dann seine Eltern stammen werden, überschaut, von der geistigen Welt aus mittätig ist an dieser Generationenfolge, während dieser Zeit wird der Keim immer kleiner und kleiner, bis er wiederum zurückkommt in die Mars-, die eigentliche Sonnensphäre, und dann schnell durch die Mondensphäre wiederum zur Erde zum nächsten Leben heruntersteigt. Schon einige Zeit, bevor der Mensch als Seelenwesen selber heruntersteigt, schickt er diesen Geistkeim voraus. So daß der Mensch dasjenige, was er vorbereitet hat für seinen physischen Leib, eine Zeitlang, bevor er selber heruntersteigt in die physische Welt, voraussendet. Indem er gewissermaßen seine Arbeit für das nächste Erdenleben abgelegt hat, kommt er in die Lage, ein anderes Verhältnis zum Kosmos einzugehen, als das vorher war; dadurch kommt er in die Lage, sich in ein Verhältnis zum ganzen kosmischen Äther zu bringen. Und er zieht als den letzten Akt dieses Herabsteigens aus den geistigen Welten die Kräfte aus dem gesamten Weltenäther heraus, aus denen er seinen Ätherleib formt.

Wenn der Mensch schon den Geistkeim für seinen physischen Leib heruntergeschickt hat, wenn also der Geistkeim schon zum Elternpaar nach einer langjährigen Strömung aus den geistigen Welten für das Physische des Leibes heruntergeschickt worden ist, so weilt der Mensch selber noch in der geistigen Welt, sammelt in der geistigen Welt den Äther um sich, so daß er für eine kurze Zeit ein Wesen wird aus Ich, astralischem Leib und Äther; der Äther ist zusammengezogen aus dem gesamten Weltenäther. Und erst während der Embryonalzeit, in der dritten, vierten Woche nach der Empfängnis, vereinigt der Mensch dasjenige, was sich in den ersten drei bis vier Wochen aus der Vereinigung von Geistkeim und physischem Keim gebildet hat. Was also schon früher als er auf der Erde angekommen ist, das vereinigt er mit seiner Wesenheit und begabt es mit demjenigen, was er an Ätherleib gewonnen hat durch Anziehung aus dem Weltenäther. Und so wird der Mensch ein Wesen aus dem, was schon früher entstanden und heruntergeschickt ist, aus dem [Geistkeim des] physischen Leib[es], aus dem Ätherleib, den er gewissermaßen im letzten Augenblick seines kosmischen Daseins um sich angesammelt hat, aus dem astralischen Leib und dem Ich, die durchgegangen sind durch das Leben zwischen Tod und neuer Geburt.

So steigt der Mensch hinunter, nachdem er die rein geistigen Erlebnisse gehabt hat, zu einem neuen Dasein in der physischen Welt.“ (Lit.:GA 227, S. 250f)

„Während wir also hier auf der Erde eine Organisation haben, die sich in unseren Organen und deren Wechselwirkung innerhalb der Haut offenbart, offenbart sich uns-im Schlafe bloß bewußtlos, lebensvoll, zwischen dem Tod und einer neuen Geburt aber vollbewußt - unser Inneres als ein Sterneninneres. Wir fühlen uns der Sternenwelt gegenüber so, daß wir zu den Wesenheiten der Sterne ebenso sagen, sie seien unser Inneres, wie wir hier zu Lunge und Herz sagen, sie gehören zu unserem physischen Inneren. Wir haben vom Einschlafen bis zum Aufwachen ein kosmisches Leben. Wir haben von dem Tode bis zu einer neuen Geburt ein kosmisches Bewußtsein. Dasjenige, was hier auf der Erde Außenwelt ist, insbesondere wenn wir den Blick hinausrichten in die Weiten des Weltenraumes, das wird zu unserem Inneren.

Und was stellt sich uns in der geistigen Welt als das Äußere dar? Unser Äußeres wird gerade das, was jetzt unser Inneres ist. Unser Äußeres wird der Mensch selbst, aber der Mensch in einer ganz besonderen Weise, der Mensch so, daß wir dasjenige, was dann Äußeres ist, wie eine Art geistigen Keim aufbauen, aus dem hervorgehen soll unser künftiger physischer Erdenkörper. Im Zusammenhang mit den Wesenheiten der höheren Hierarchien arbeiten wir diesen Geistkeim aus. Der ist vorhanden in einem bestimmten Zeitpunkte des Durchlaufens des Lebens zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Er ist als Geistwesenheit da, aber er trägt als Geistwesenheit in sich die Kräfte, welche dann den physischen Leib des Menschen organisieren, so wie, sagen wir, der Pflanzenkeim in sich trägt die Kräfte, welche die spätere Pflanze organisieren. Nur müssen wir uns den Pflanzenkeim klein, die Pflanze groß vorstellen; der Geistkeim des menschlichen physischen Organismus aber ist sozusagen ein Universum von unermeßlicher Größe, obwohl im eigentlichen Sinne von «groß» zu sprechen ja für diese Zustände nicht mehr ganz richtig ist.

Ich habe aber auch darauf hingedeutet, daß dieser Geistkeim uns gewissermaßen in einer gewissen Zeit entfallt. Wir fühlen von einer gewissen Zeit an: wir haben den Geistkeim unseres physischen Organismus im Zusammenhange mit andern Wesen des Weltenalls, mit Wesen der höheren Hierarchien ausgearbeitet; wir haben ihn bis zu einem gewissen Punkte gebracht. Dann entfällt er uns, und er senkt sich ein in die physischen Erdenkräfte, mit denen er verwandt ist und die vom Vater und von der Mutter kommen. Er verbindet sich mit dem Menschlichen der Vererbungsströmung. Er geht früher auf die Erde herunter als wir selbst als geistig-seelische Menschen, so daß wir noch eine wenn auch kurze Zeit in der geistigen Welt zubringen, wenn schon der Kräftezusammenhang unseres physischen Organismus auf die Erde heruntergegangen ist und als solcher in dem Menschenkeim im Leibe der Mutter lebt.

In dieser Zeit, da ziehen wir zusammen aus dem Weltenäther die Kräfte und Substanzen des Weltenäthers selber und bilden unseren Ätherleib zu unserem astralischen Leib und dem Ich hinzu. Und als solches Wesen im Ich und im astralischen Leib und Ätherleib kommen wir selber zur Erde herunter und verbinden uns mit dem, was aus dem schon früher heruntergeschickten Geistkeim geworden ist. Wer diesen Vorgang genauer betrachtet, dem wird ganz besonders klar, wie der Mensch eigentlich in seinem Verhältnisse zum Weltenall steht.“ (Lit.:GA 219, S. 11ff)

Wenn wir durch die Planetensphären wieder zu einer neuen Inkarnation auf die Erde herabsteigen, gliedern wir uns zuletzt in der Mondsphäre wieder unser Karma ein, unser „Schicksalspäckchen“, das wir mit dem Tod im vorangegangenen Erdenleben dort zurückgelassen haben.

„Wenn wir ganz in die Helle hineinkommen, dann tritt eben jene Zeit ein zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, die ich in dem einen Mysterium genannt habe die Mitternachtszeit des menschlichen geistigen Daseins, die Mitternachtsstunde zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. In dieser Zeit, die ungefähr in der Mitte zwischen dem Tode und einer neuen Geburt drinnen liegt, haben wir das Bewußtsein, das uns in der geistigen Welt unter den Wesen der geistigen Hierarchien leben läßt, am hellsten. Aber zu gleicher Zeit erleben wir auch am stärksten in uns: Da unten in der Planetensphäre steht ja alles dasjenige, was du als Mensch verrichtet hast; das darfst du nicht verlassen — sagt man sich -, das kannst du hier nicht ändern, das kannst du nur andern, wenn du wieder auf die Erde hinuntersteigst.

Da beginnt der Drang, der Trieb, wiederum nach der Erde hinunterzusteigen, gewissermaßen die Entscheidung zu treffen zwischen Saturn und Mond. Man folgt wiederum den aufdämmernden Mondenkräften, um den Weg nach der Erde zurück anzutreten, bei einem Menschen, der im vorigen Leben erwachsen war, eben nach Jahrhunderten. Und je mehr wir uns wiederum der Planetensphäre nähern, und namentlich in die Sphäre von Merkur, Venus und Mond kommen, desto mehr schwindet uns das Bewußtsein, das wir gemeinsam mit den geistigen Wesen der höheren Hierarchien haben, dahin. Das heißt, wir bekommen ein Bewußtsein, das jetzt nur die Offenbarungen dieser geistigen Wesenheiten enthält- Früher fühlten wir uns unter diesen geistigen Wesen darinnen. Wenn wir vorbereitet haben das menschliche Haupt für das spätere Leben, so fühlen wir: wir arbeiten zusammen mit den geistigen Wesenheiten. Jetzt erscheinen uns die geistigen Wesenheiten wie in Bildern. Dafür aber tritt auch die Wirkung der Mondenkräfte in uns auf. Wir fühlen uns sozusagen wiederum als ein Wesen, das eigentlich in sich leben sollte. Wir sind ja noch nicht in einem physischen Leibe, aber wir haben ein Vorgefühl von einem In-sich-Leben, von einem Wiederum-dem-Kosmos-Entfremdetsein. Wir haben nicht mehr den Anblick der geistigen Wesenheiten, wie sie sind, sondern wir haben ihre Abbilder.

Und während wir diese Abbilder durchgehen, entschwindet uns immer mehr und mehr dasjenige, was wir als den Geistkeim unseres physischen Organismus auf erbaut haben, und wir müssen wahrnehmen: dieser Geistkeim des physischen Organismus ist uns entfallen und ist nun hinuntergegangen zu einem physischen Elternpaar und lebt sich ein als die Kräfte der Fortpflanzungsströmung auf der physischen Erde. Es ist wirklich so, daß dasjenige, was wir als den physischen Leib vorbereiten, zusammenschrumpft und in die Fortpflanzungsströmungen eines physischen Elternpaares fällt. Und wir sind zurückgelassen als geistig-seelisches Wesen, das seine Zugehörigkeit zu dem, was ihm da hinunter entfallen ist, empfindet, aber sich nicht unmittelbar damit vereinigen kann. Es kann sich erst vereinigen, wenn es jetzt in diesem Zustand die Ätherkräfte, die im ganzen Kosmos sind, zu seinem Ätherleibe heranzieht. Und nachdem uns der Geistkeim unseres physischen Leibes entfallen ist, der nun unten unseren physischen Leib im Körper der Mutter vorbereitet, sammeln wir die Kräfte, um unseren Ätherleib zu bilden. Und mit diesem Ätherleib vereinigen wir uns dann, nachdem der menschliche Keim schon eine Zeitlang im Leibe der Mutter war.

Das ist der Vorgang des Wieder-Zurückkehrens zum Erdendasein. Und indem wir vorher nur die Bilder der geistigen Wesenheiten gehabt haben, gliedern wir uns alles dasjenige ein, was wir nur durch die Mondenkräfte uns eingliedern können, was Erinnerung war an unser Karmawesen. Das gliedern wir uns jetzt wiederum ein als wirkliche Kräfte. Die nehmen wir mit auf in den Ätherleib, gliedern sie auch ein. Deshalb erscheinen wir auf dieser Erde so, daß wir das Ausleben unseres Schicksals, unseres Karma bewirken; während des Durchgehens durch die Mondenkräfte entwickeln wir die Sehnsucht, unser Karma auf der Erde auszuleben.“ (Lit.:GA 218, S. 172f)

„Man muß das Schicksalspäckchen sich einverleiben. Aber indem man sich dieses Schicksalspäckchen einverleibt, indem man den Mondenbereich betritt, geht einem, während das Selbstgefühl immer stärker und stärker geworden ist, während man immer mehr und mehr innerlich Seele geworden ist, das Gewebe, das man zu seinem physischen Leibe gewoben hat, allmählich verloren. Der Geistkeim, den man selbst gewoben hat, geht einem verloren, geht einem in dem Momente verloren, wo auf der Erde die Konzeption für den körperlichen Keim eintritt, den man auf Erden anzunehmen hat.

Nun ist man aber noch selber in der geistigen Welt. Der Geistkeim des physischen Leibes ist schon hinuntergegangen, man ist selber in der geistigen Welt. Da tritt eine starke Entbehrung ein, ein starkes Entbehrungsgefühl. Man hat seinen Geistkeim des physischen Leibes verloren. Der ist schon unten. Der ist am Ende der Generationenreihe angekommen, die man gesehen hat. Man ist noch oben. Gewaltig macht sich da die Entbehrung geltend. Und diese Entbehrung, die zieht jetzt aus aller Welt die geeigneten Ingredienzien des Weltenäthers zusammen. Nachdem man schon den Geistkeim des physischen Leibes auf die Erde hinuntergeschickt hat und als Seele, als Ich und als astralischer Leib, zurückgeblieben ist, zieht man aus dem Weltenäther Äthersubstanz zusammen und bildet den eigenen Ätherleib.

Und mit diesem eigenen Ätherleib, den man gebildet hat, vereinigt man sich dann etwa in der dritten Woche, nachdem die Befruchtung auf Erden eingetreten ist, und vereinigt sich mit dem leiblichen Keim, der sich nach dem Geistkeim in der geschilderten Weise gebildet hat. Aber ehe man sich mit seinem eigenen Leibeskeim vereinigt, bildet man sich noch seinen Ätherleib in der Weise, wie ich es geschildert habe. Und in diesen Ätherleib hinein ist verwoben das Päckchen, von dem ich gesprochen habe, das die moralische Wertigkeit enthält. Das verwebt man jetzt in sein Ich, in seinen astralischen Leib, aber auch noch in den ätherischen Leib hinein. Das bringt man dann mit dem physischen Leibe zusammen. Und so ist es, daß man sein Karma mit auf die Erde trägt. Das hat man zuerst im Mondenbereich zurückgelassen, denn man würde einen schlechten, einen verdorbenen physischen Leib ausgebildet haben, wenn man das in den Sonnenbereich mitgenommen hätte. Der physische Leib des Menschen wird individuell erst dadurch, daß der Ätherleib ihn durchzieht. Der physische Leib eines jeden Menschen würde gleich dem physischen Leib eines andern Menschen sein, denn in der geistigen Welt weben sich die Menschen schlechthin gleiche Geistkeime für ihren physischen Leib. Individuell werden wir eben nach unserem Karma, nach dem, wie wir unser Päckchen in den Ätherleib hineinverweben müssen, der dann schon, während wir noch im embryonalen Zustande sind, individuell unseren physischen Leib gestaltet, konstituiert, durchdringt.“ (Lit.:GA 226, S. 39ff)

Der unsichtbare Mensch in uns

Wandtafelzeichnung aus GA 221, nach S. 80 (Der unsichtbare Mensch in uns)

Der Geistkeim besteht nicht nur aus der geistigen Anlage des physischen Leibes, sondern verfügt - genauso wie später der sichtbare Mensch - über einen Ätherleib, einen Astralleib und ein Ich. Während der Embryonalentwicklung verkörpert sich dieser unsichtbare Mensch in uns in den Embryonalhüllen. Wenn diese mit der Geburt abgestossen werden, begleitet er uns unsichtbar während des ganzen Erdenlebens und wirkt, für uns unbewusst, unmittelbar in den Stoffwechsel- und Fortpflanzungskräften. Während die Leibeshüllen, d.h. physischer Leib, Ätherleib und Astralleib, des sichtbaren und des unsichtbaren Menschen einander noch teilweise durchdringen, wirkt unser wirkliches Ich heute nur aus der geistigen Außenwelt herein, wie Rudolf Steiner auf andere Weise inbesondere auch in seinem Bologna-Vortrag verdeutlicht hat.

„Das, was im Embryonalleben verkümmert ist, wird ausgebildet im Astralischen, in der Ich-Organisation, so daß man, wenn man den physischen Embryo hat, sagen muß: Dieses Physische im Embryo, das ist allerdings wunderbar ausgebildet, aber daran hat der vorirdische Mensch zunächst den wenigsten Anteil. - Dagegen hat der Mensch, der vorirdische Mensch den größten Anteil an alldem, was rund herum ist. Dadrinnen lebt der vorirdische Mensch, in dem, was im Physischen eigentlich abgebaut wird und als Abgebautes, Chorion, Amnion und so weiter, weggeht. Dadrinnen lebt der vorirdische Mensch.“ (Lit.:GA 316, S. 147)

„In dem Menschen, wie er vor uns steht, sind eigentlich deutlich zwei Wesenheiten zu unterscheiden. Sie erinnern sich, daß ich in verschiedenen Betrachtungen der letzten Zeit ausführte, wie die physische Organisation des Menschen geistig vorbereitet wird im vorirdischen Leben, wie sie dann gewissermaßen als geistige Organisation heruntergeschickt wird, bevor der Mensch selbst mit seinem Ich in das irdische Dasein hereinkommt. Diese geistige Organisation ist im wesentlichen auch während des ganzen physischen Erdenlebens nachwirkend, nur drückt sie sich während des physischen Erdenlebens nicht in etwas äußerlich Sichtbarem aus. Das äußerlich Sichtbare wird bei der Geburt im wesentlichen abgestoßen, denn es sind die Hüllen, in welche der Menschenkeim während der Embryonalzeit eingehüllt ist: Chorion und Amnionsack, die Allantois, alles das, was also abgestoßen wird als physische Organisation, wenn der Mensch aus dem Mutterleibe heraus ein freies physisches Dasein gewinnt. Aber tätig bleibt im Menschen diese vorirdische Organisation sein ganzes Leben lang. Nur ist ihre Beschaffenheit etwas anders als die Leibes-Seelen-Geistwirksamkeit des Menschen während des physischen Erdenlebens. Und darüber möchte ich heute etwas sprechen.

Wir haben also gewissermaßen in uns einen unsichtbaren Menschen, der enthalten ist in unseren Wachstumskräften, auch in denjenigen verborgenen Kräften, wodurch die Ernährung zustande kommt, der enthalten ist in alledem, worüber sich die bewußte Tätigkeit des Menschen eigentlich nicht erstreckt. Aber auch in diese unbewußte Tätigkeit, bis in die Wachstumstätigkeit, bis in die tägliche Wiederherstellung der Kräfte durch die Ernährung, geht [seine] Wirksamkeit hinein. Und diese Wirksamkeit ist eben die Nachwirkung des vorirdischen Daseins, das im irdischen Dasein ein Kräfteleib wird, der in uns wirkt, aber der nicht eigentlich zur bewußten Offenbarung kommt. Diesen unsichtbaren Menschen, den wir alle in uns tragen, der in unseren Wachstums-, in unseren Ernährungskräften steckt, der auch in den Reproduktionskräften steckt, diesen unsichtbaren Menschen möchte ich Ihnen zunächst seiner Beschaffenheit nach schildern. Wir können das schematisch tun, indem wir uns sagen: Auch in diesem unsichtbaren Menschen sind enthalten das Ich, die astralische Organisation, die ätherische Organisation, also der Bildekräfteleib, und die physische Organisation. Natürlich, diese physische Organisation steckt bei dem geborenen Menschen in der anderen physischen Organisation drinnen, aber Sie werden im Laufe der heutigen Betrachtungen das Eingreifen des unsichtbaren Menschen in die physische Organisation erfassen können.

Wenn ich schematisch zeichne, so muß ich es so zeichnen (siehe Zeichnung links):

Der unsichtbare Mensch in uns (Zeichnung aus GA 221, S. 76)

Wir haben in diesem unsichtbaren Menschen zunächst die Ich-Organisation (gelb), wir haben dann die astralische Organisation (rot), dann die ätherische Organisation (blau), und wir haben die physische Organisation (weiß). Diese physische Organisation, die in Betracht kommt für den unsichtbaren Menschen, greift nur ein in die Ernährungs-Wachstumsprozesse, in alles das, was von dem unteren Menschen, wie wir ihn öfter geschildert haben, von dem Stoffwechsel-Gliedmaßenmenschen sich in der menschlichen Organisation geltend macht. Alle Strömungen, alle Kräftewirkungen in diesem unsichtbaren Menschen gehen so vor sich, daß sie ausgehen von der Ich-Organisation, dann in die astralische, in die ätherische und in die physische Organisation gehen, und in der physischen Organisation sich dann ausbreiten (siehe Pfeil in Zeichnung Seite 76). Beim Menschenkeim ist dasjenige, was hier physische Organisation genannt wird, in den Häuten, in den Hüllen des Embryo vorhanden, im Chorion, in der Allantois, in dem Amnionsack und so weiter. Beim geborenen Menschen ist all das, was hier physische Organisation genannt wird, enthalten in denjenigen Vorgängen, welche Ernährungs-Wiederherstellungsvorgänge im ganzen Menschen sind. Also nach außen hin ist diese physische Organisation hier (siehe Zeichnung rechts) von der anderen physischen Organisation des Menschen nicht getrennt, sondern mit ihr vereinigt.“ (Lit.:GA 221, S. 75ff)

Literatur

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