Buddhiplan

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Der Buddhiplan oder Shushuptiplan ist die Welt der Vorsehung, denn ihre wesentliche Aufgabe besteht darin, die Weltentwicklung mit Vorsehung (griech. πρόνοια pronoia; lat. providentia) gemäß des göttlichen Weltenplanes von Zeitalter zu Zeitalter zu leiten. Im christlichen Zusammenhang wird auch von der göttlichen Vorsehung des allmächtigen und allwissenden Gottes gesprochen.

Man darf sich den göttlichen Schöpfungsplan aber keineswegs als fertigen „Konstruktionsplan“ der Welt vorstellen, in dem alle Details bereits von Anfang an zeitlich und räumlich unverrückbar festgelegt wären. Vielmehr eröffnet er durch seinen urbildhaften Charakter den geeigneten Rahmen für eine kontinuierliche spontane Schöpfung aus dem Nichts, aus der die stets sich erneuernte und auch wieder vergehende reiche Vielfalt der geschaffenen Welt entspringt. Der Buddhiplan wird auch als Welt der Urbilder oder Urbilderwelt bezeichnet, die aber nicht mit dem oberen Devachan zu verwechseln ist, die auch Urbilderwelt oder archtypische Welt genannt wird. Auf dem Buddhiplan ist die höchste Quelle aller lebendigen Entwicklung. Er ist der Inbegriff des aktiven schöpferischen Lebens.

Aus den objektiven Folgen der Taten geistiger Wesenheiten, durch die sich die äußere Welt im Zuge der Evolution manifestiert, wird so das Weltenkarma gewoben und der Akasha-Chronik eingeschrieben. Durch die folgende Involution muss dieses Weltenkarma wieder aufgelöst werden. Nur so kann die geschaffene Welt wieder vollkommen vergeistigt werden und in das sogenannte Pralaya übergehen. Danach kann eine neue, höhere Schöpfung entstehen.

„Wenn Sie nun sich erinnern, daß die einzelnen Weltenkörper ihre Bewegung beibehalten, nachdem sie sozusagen für sich selber den Abschluß gefunden haben, für sich selber fertig sind, dann werden Sie auch verstehen, was man nennen muß das Karma dieser Weltenkörper. Von dem Augenblicke an, wo der Planet für sich selber an seinen Abschluß gekommen ist, müssen diejenigen Wesenheiten, die zu ihm gehören, wieder mit seiner Auflösung, mit seinem Verschwinden aus dem Weltzusammenhange rechnen. Wir haben also, wenn wir zum Beispiel die alte Saturnentwickelung verfolgen, uns zu sagen: Bis zum Zusammenfügen der ganzen Wärmekugel ist der Vorgang der Saturnentwickelung ein aufsteigender, oder auch, wenn Sie wollen, ein absteigender, denn es ist ein Verdichtungsprozeß. In dem Augenblicke nun, wo sich der Saturn weiterdreht - aber jetzt bei der ersten Saturnentwickelung -, da ist die Saturnkugel gegeben, da sind die Dinge vorhanden, um die es sich handelt. Wenn die Geister daran beteiligt sind, so müssen sie bei der Auflösung mit dem rechnen, was bis zur Entstehung zusammengebaut worden ist, und das ist Karma. Man kann dem nicht entkommen, die Dinge müssen so aufgelöst werden, wie sie zusammengebaut worden sind. So erfüllt sich das Karma der ersten Hälfte der Evolution in der zweiten Hälfte. Es wird abgebaut nach und nach in der zweiten Hälfte der Evolution, was in der ersten Hälfte zusammengebaut worden ist. Weltentstehung ist Erzeugung von Karma; Weltvergehen im umfassendsten Sinne des Wortes ist nichts anderes als Leid unter dem Karma und auch wiederum Auslöschen des betreffenden Karmas. So ist es im großen, so aber auch im kleinen bei jedem Planeten. Denn ein jeder Planet spiegelt die Verhältnisse im großen getreulich wider.“ (Lit.:GA 110, S. 147)

Die Weltentwicklung, soweit wir sie von unserem gegenwärtigen Standpunkt überschauen können, vollzieht sich durch sieben große kosmische Weltentwicklungsstufen, in deren Folge die Welt wiederholt in die äußere Erscheinung tritt (nach indisch-theosophischer Tradition Manvantara genannt), sich im anschließenden Pralaya wieder vollkommen vergeistigt und dann auf höherer Stufe wieder erscheint. Diese Entwicklung beginnt mit dem alten Saturn. Es folgt die alte Sonne, der alte Mond und als vierte und mittlere Stufe unsere Erdentwicklung. Drei weitere Stufen liegen noch vor uns. Mit dem zukünftigen Vulkan wird diese Weltentwicklungsreihe abgeschlossen sein. Der Mensch wird dann selbst zu einem weltschöpferischen Wesen vom Rang der gegenwärtigen Geister der Form aufgestiegen sein.

Gefühle haben auf dem Buddhiplan ihr aktives lebendiges Gegenbild in der Akasha-Chronik. Das logische Denken hingegen, das auch in den höheren Welten bis hinauf in das Devachan Geltung hat, ist nicht mehr in dem selben Sinn gültig für den Buddhi-Plan.

Auf dem Buddhiplan entfaltet das Wärmeelement sein wahres Leben:

„Unter dem Nirvanaplan ist der Buddhi- oder Shushuptiplan. Da hat die Wärme das Leben. Wenn Buddhi im Menschen entwickelt wird, wird alles Kama in Selbstlosigkeit, in Liebe umgewandelt. Diejenigen Tiere, welche keine Wärme entwickeln, sind auch leidenschaftslos. Auf höheren Stufen muß der Mensch diese Leidenschaftslosigkeit wieder erreichen, weil er sein Leben auf dem Shushuptiplan hat.“ (Lit.:GA 93a, S. 45)

Die Kräfte der Urbilderwelt strömen normalerweise ungehindert durch uns hindurch. Gelingt es uns durch geistige Schulung, diese Kräfte aufzuhalten, bilden sich in uns die geistigen Wahrnehmungsorgane heraus. Was von diesen Kräften dann ins Bewusstsein gespiegelt wird, ermöglicht uns, Imaginationen zu erleben.

„In der geisteswissenschaftlichen Methode ... nennt man die erste Stufe dieses Bewußtseins, das als hellsichtiges Bewußtsein entwickelt werden kann, das imaginative Bewußtsein. Es ist eine Art Bilderbewußtsein. Dieses Bilderbewußtsein, das imaginative Bewußtsein, bleibt so lange eine bloße Einbildung, bloße Phantasie, als nicht das Organ für dieses Bilderbewußtsein, für das imaginative Bewußtsein wirklich aus einer höheren Welt herunter gebildet wird, so wie das Gehirn als Organ für das menschliche Denken aus der Vernunftwelt herunter gebildet worden ist. In dem Augenblick, wo wir sagen, daß es in der Welt hellsichtiges Bewußtsein gibt, müssen wir auch sagen: Also muß es auch eine Welt geben, aus welcher die Kräfte fließen für das Hellseherorgan. Diese Welt nennt man in der Geisteswissenschaft die Welt der Urbilder. Das, was uns als Imagination vor Augen treten kann, ist ein Abbild der Urbilderwelt.“ (Lit.:GA 119, S. 172)

Bodhisattvas reichen mit ihrem Bewusstsein bis zum Buddhi-Plan hinauf, wo ihnen der Christus als geistiger Lehrer entgegentritt, und wenn sie die Buddha-Würde erlangt haben sogar bis in die Bereiche des Nirwana.

„So steigen die Bodhisattva-Wesenheiten zwischen zwei Inkarnationen hinauf bis zum Buddhiplan, und bis zum Buddhiplan reicht dasjenige, was ihnen vollbewußt als Lehrer entgegentritt: die Wesenheit des Christus. Auf dem Buddhiplan begegnen sich die Bodhisattvas und der Christus. Und wenn die Menschen weiterschreiten und diejenigen Eigenschaften entwickeln, die ihnen durch die Bodhisattvas eingeträufelt werden, dann werden sie auch immer reifer werden, um in dieselbe Sphäre hinaufzudringen.“ (Lit.:GA 116, S. 33)

Literatur

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