Tauzeichen

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Taukreuz

Das Tauzeichen oder Taukreuz (auch Antoniuskreuz) steht wie das eng verwandte Taozeichen und das ägyptische Anch für die alles durchwebenden Kraft des göttlichen Tao, von der man noch auf der alten Atlantis umfassende Kenntnis hatte. Es hat die Form des Buchstabens T, dessen Lautwert den Einschlag des schöpferischen Geistes in die (im weitesten Sinn) materielle, d.h. geschaffene Welt ausdrückt:

"Wir können hier einfügen dasjenige, was der Laut t bedeutet - Tao, t. Sie wissen vielleicht, daß man dem Tao, t, eine tiefe Ehrfurcht entgegenbringt, wenn man versteht, was darinnen lebt. Dieses Tao, t, ist eigentlich das, unter dem man sich vorzustellen hat, daß es darstellt das Gewichtige, sogar das Schöpferische, dasjenige, was auch deutend strahlt, aber im besonderen vom Himmel auf die Erde strahlt. Es ist das wichtige Strahlen. Sagen wir also, dieses t: Bedeutsam von oben nach unten strahlen." (Lit.: GA 279, S. 65)

Das Tauzeichen symbolisiert zugleich das Rosenkreuz:

"Gehen wir in eine ferne Vergangenheit dieser Erde zurück, da waren die Zustände noch ganz andere. Da lebte der Mensch in der Atlantis, einem Nebellande. Die Luft war damals durchsetzt von Wassermassen und Nebelwolken. Eine Erinnerung daran bestand bei unseren Vorfahren in den Erzählungen von Niflheim, Nebelheim. In dieser wassergetränkten Luft lebten unsere Menschenvorfahren. Sie wurden noch nicht in der Weise über die Welt belehrt wie wir jetzt. Aber in den Wassern, die die Luft erfüllten, wohnte die Weisheit selbst. Sie tönte ihnen aus den Wassern entgegen. Alles, was sie in der Natur um sich hatten, hatte damals für die Menschen eine vernehmbare Sprache. Im Säuseln der Blätter, im Rauschen der Bäume, im Rieseln des Baches, im Wehen des Windes, in dem Rollen des Donners, im Plätschern der Wellen vernahmen sie einen Laut, der ihnen die Gottesweisheit verkündete. Aus der ganzen Natur um sie her tönte ihnen ein Laut entgegen. Dieser Laut war die Weisheit, in den Wassern enthalten, bezeichnet durch das Tao - T (das Kreuz).

In unserer deutschen Sprache gibt es auch ein Wort dafür. Betrachten wir den Tautropfen des Morgens, wie er auf den Blüten sich ansammelt - es ist der Name Tau dieselbe Bezeichnung wie das Wort Tao für das, was die Wasser der Weisheit dem Menschen offenbarten. Das deutsche Wort Tau bedeutet dieses. Tau heißt auf lateinisch ros, und das Kreuz heißt crux. Und roscrux bezeichnet beides dasselbe: das Tao-Zeichen, das Kreuz, und den Tau auf den Pflanzen. Dies ist die esoterische Bedeutung des exoterischen Zeichens, für das Kreuz mit Rosen umwunden." (Lit.: GA 266a, S. 224)

Das Tau-Zeichen bzw. der Tau-Hammer spielt auch in der Tempellegende eine wesentliche Rolle. Hiram Abif, der Tempelbaumeister Salomons schwingt den Tau-Hammer, um auf den Wunsch von Balkis, der Königin von Saba, die Arbeiter durch eine Art von Massensuggestion zusammen zu rufen. Balkis löst daraufhin die Verlobung mit Salomon, um sich mit Hiram zu verbinden. Doch Hiram wird von drei Gesellen ermordet, die er nicht reif für die Meisterschaft befunden hatte. Der eifersüchtige Salomon hatte sie gewähren lassen.

Zwei geistige Strömungen prallen hier aufeinander. Hiram stammt aus dem Geschlecht Kains, Salomon aus der Linie von Abel bzw. Seth. Die Tempellegende beschreibt den (gescheiterten) Versuch, diese beiden Strömungen zu vereinigen, was schon in der atlantischen Zeit misslungen war und zum Untergang der Atlantis durch schwarzmagische Kräfte geführt hatte.

„In der atlantischen Zeit wurde ein Versuch gemacht, diese zwei Klassen zu vereinigen, doch führte das zur schwarzen Magie der schlimmsten Art. Darauf wird hingedeutet in der Bibelstelle: «Die Söhne Gottes vermählten sich mit den Töchtern der Menschen.»

Die Ankunft der Königin von Saba bedeutet den Versuch der Gegenwart. Die Wissenschaft, die durch Hiram dargestellt ist, kann sich jetzt mit der Seelenweisheit vereinigen, die symbolisiert wird durch die Königin von Saba. Die Amme ist der in die Zukunft schauende Prophet, der Vogel Had-Had ist ein Geist der Intelligenz, die zur Seele herabsteigt und sie von der Offenbarung, wie sie durch Salomo dargestellt wird, hinwendet zur selbsterworbenen Erkenntnis, die ihren Ausdruck findet in Hiram.

Der Tempel stellt die Erdenentwickelung dar. Salomo ist gleich einem Spiegel, der die kosmische Weisheit widerspiegelt, ohne irgendwelche eigene Anstrengung. Hiram andererseits sieht das Bild und arbeitet es aus. Er besitzt nicht die Fähigkeit, direkt aus der göttlichen Quelle zu schöpfen; er ist die materielle Erkenntnis, die das gegenständlich machen kann, was Salomo nur sehen kann.

Darum wird Balkis, die Seele, unzufrieden und löst ihre Verbindung mit Salomo, als sie die Schönheit Hirams erkennt, und sie gewinnt den Ring von Salomos Hand zurück, als er trunken ist.

Daß Hiram den Tau-Hammer schwingt, um auf Balkis' Wunsch die Arbeiter herbeizurufen, stellt symbolisch dar, auf welche Weise alle großen, weltbewegenden Ereignisse zustande gebracht wurden, wenn sie wie die Ameisen jahrelang arbeiteten, um einen bestimmten Zweck zu erreichen: durch die Macht der Massensuggestion. Diese wurde angewendet, so daß sie zur Arbeit sich einfanden wie auf eigenen Antrieb. Es würde Unrecht sein, jetzt eine solche Kraft anzuwenden, aber zu jener Zeit waren die Menschen nicht so individualisiert [wie heute], und wenn Tempel gebaut werden sollten, die dem Fortschritt der Menschheit dienen sollten, brauchten die Priester damals ganz mit Recht solche Mittel, um ihren Zweck zu erreichen. Die Kreuzzüge und Jeanne d' Ares Heer sind andere Beispiele von solcher Massensuggestion. Manchmal sind Fanatiker, die zum Teil ohne inneres Gleichgewicht sind, sehr stark in dieser Richtung.

Als Hiram sich in das Feuer wirft, trifft er unterwegs Tubal-Kain. Der führt Hiram zum Mittelpunkt der Erde (wo die Ich-Pflanze wächst; Kain war ein Ackerbauer), und dort finden sie Kain in seinem unschuldigen Zustand. Kain gibt dem Hiram einen neuen Hammer und ein neues Wort.“ (Lit.:GA 265, S. 395f)

Siehe auch

Literatur

  1. Charles William Heckethorn: Geheime Gesellschaften, Geheimbünde und Geheimlehren, Autorisierte deutsche Ausgabe, bearbeitet von Leopold Katscher, Leipzig, Rengersche Verlagsbuchhandlung 1900 (neu verlegt im Anaconda Verlag, Köln 2007, ISBN 978-3-86647-087-3) [1]
  2. Rudolf Steiner: Die Tempellegende und die Goldene Legende, GA 93 (1991)
  3. Rudolf Steiner: Zur Geschichte und aus den Inhalten der erkenntniskultischen Abteilung der Esoterischen Schule von 1904 bis 1914, GA 265 (1987), ISBN 3-7274-2650-0 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  4. Rudolf Steiner: Aus den Inhalten der esoterischen Stunden, Band I: 1904 – 1909, GA 266a (1995)
  5. Rudolf Steiner: Eurythmie als sichtbare Sprache , GA 279 (1990)


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