Visualisierung

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Farbenkreis, Zeichnung von Johann Wolfgang von Goethe.

Visualisierung ist eine grundlegende und in spirituellen Zusammenhängen weit verbreitete Meditationstechnik. Meist wird dabei von einer einfachen, oft symbolhaften sinnlichen Vorlage ausgegangen, die dann willentlich mit hoher Konzentration als Vorstellungsbild in rein innerlicher Anschauung festgehalten wird. Erfolgreich wird die Meditation allerdings nur sein, wenn sie durch eine entsprechend gepflegte geistige Gesinnung lange vorbereitet wurde. Durch fortgesetzte Übung transformiert sich die innere Vorstellung dann gegebenenfalls plötzlich und unwillkürlich selbsttätig zur echten Imagination, mit der das reale Erleben der geistigen Welt beginnt.

Meditationsobjekte

Rosenkreuz mit 7 roten Rosen

Gut geeignete Meditationsobjekte sind oft einfache geometrische Formen wie Kreuz, Dreieck, Quadrat, Kreis, Pentagramm, Hexagramm usw. Auch reine Farbmeditationen sind möglich, beispielsweise mit Goethes Farbenkreis oder auch durch Versenkung in einzelne Farbqualitäten oder Farbkombinationen (Lit.: GA 291, S. 96ff).

Ein in abendländischen okkulten Schulen oft verwendetes Meditationssymbol ist der Caduceus, der Merkurstab mit den beiden Schlangen. Er ist nach Rudolf Steiner ein gutes Hilfsmittel, um während der Meditation das Eindringen ahrimanischer Wesen in in das Bewusstsein zu verhindern (Lit.: GA 266a, S. 465).

Das Rosenkreuz, ein Kreuz aus schwarzem, toten Holz, aus dem sieben rote Rosen hervorblühen, ist das zentrale Meditationsobjekt für den Rosenkreuzer-Schulungsweg. Bei fortgesetzter Meditation über das Symbol des Rosenkreuzes verwandeln sich die Farben in die Gegenfarben. Das schwarze Holz erhellt sich zum Weißen, das von innerlicher Liebe strahlende Rot der Rosen wandelt sich zum Grün des nach außen wirkenden Lebens (Lit.: GA 013, S. 229ff).

Echt sind dabei nach Rudolf Steiner nur solche Symbole, bei denen wir zunächst Leid empfinden, wenn wir uns in der Meditation in sie versenken:

"Wenn wir Symbole erleben, so sind nicht die echt und aus der geistigen Welt stammend, die uns freudig machen, die wir freudig erleben, sondern nur die, bei denen wir Leid empfinden. Und mit uns herumtragen müssen wir sie, bis wir ihren Sinn erfaßt haben. Im Leiden muß das Geistige aus ihnen in uns geboren werden." (Lit.: GA 266b, S. 97)

Im Hinduismus und Buddhismus werden häufig Mandalas (skrt., n., मण्डल, Kreis) zur Meditation verwendet. Mandalas sind kreisförmige oder quadratische symbolisches Gebilde mit einem bestimmenden Zentrum. Es kann sowohl abstrakte Formen und Ornamente als auch Darstellungen verschiedener Buddhas, aber auch von Tieren und anderem enthalten, ebenso wie alle möglichen Symbole aus Religion, Esoterik oder Psychologie. Auch natürliche Motive können als Mandala dienen. Die sogenannten Yantras sind demgegenüber rein geometrische Formen, die von den typischen "Mauern" umgeben sind und bestimmte Aspekte des Göttlichen repräsentieren. Yantras können vielfach auch als visueller Ausdruck eines Mantra betrachtet werden: Das Mantra stellt einen Aspekt des Göttlichen in Form eines Lautes dar, das Yantra dagegen in Form einer geometrischen Figur.

Im Daoismus, der seine Wurzeln im Schamanismus und letztlich auf der alten Atlantis hat, ist die Visualisierung der fünf Elemente[1] und der mystischen Tiere gebräuchlich.

Anmerkungen

  1. Mantak Chia : Fusion of the Five Elements: Meditations for Transforming Negative Emotions (Taschenbuch)

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Die Geheimwissenschaft im Umriß, GA 13 (1989)
  2. Rudolf Steiner: Aus den Inhalten der esoterischen Stunden, Band I: 1904 – 1909, GA 266a (1995), ISBN 3-7274-2661-6 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  3. Rudolf Steiner: Aus den Inhalten der esoterischen Stunden, Band II: 1910 – 1912, GA 266b (1996)
  4. Rudolf Steiner: Das Wesen der Farben, GA 291 (1991), ISBN 3-7274-2910-0
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