Zyankali

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Tödliche Dosis Kaliumcyanid
Blechdose: Zyklon B

Zyankali ist die veraltete Bezeichnung für Kaliumcyanid (Summenformel: KCN), dem Kaliumsalz der Blausäure (Cyanwasserstoff: HCN). Es bildet bittermandelartig riechende, farblose, in Wasser sehr gut, in Alkohol jedoch nur schlecht lösliche Kristalle. Kaliumcyanid ist ein starkes Gift, das oral oder im gelösten Zustand auch durch Resorption über die Haut aufgenommen werden kann. Die im Kaliumcyanid enthaltenen Cyanidionen (CN-) verhindern die Sauerstoffbindung im Blut und blockieren dadurch die Atmung. Die tödliche Dosis für einen erwachsenen Menschen liegt bei etwa 140mg. Oral aufgenommenes Kaliumcyanid wird im Magen durch die Magensäure unter Freisetzung von Blausäure zersetzt.

Seitens der Nationalsozialisten wurde statt Zyankali Zyklon B zur Vernichtung der Juden in den Gaskammern der Konzentrationslager eingesetzt. Zyklon B wurde ursprünglich als Schädlingsbekämpfungsmittel verwendet und bestand aus mit Blausäure getränkten Zellstoffscheiben, die sich in einer Blechdose befanden, aus der man das giftige Blausäuregas kontrolliert austreten lassen konnte. Als Warnfaktor wurden Riechstoffe wie Phosgen oder Bromessigsäureethylester beigefügt.

Die zersplitternde Wirkung von Zyankali auf Seele und Geist

Die Vergiftung mit Zyankali hat schwere Folgen für die nachtodliche Fortexistenz. Rudolf Steiner sagte dazu folgendes:

"Und das Schlimme ist, daß immer Gefahr vorhanden ist, wenn einer sich mit Zyankali vergiftet, daß das die Seele mitnimmt und der Mensch, statt daß er in der Seele weiterleben könnte, überhaupt in der ganzen Welt verteilt wird und namentlich im Sonnenlicht verteilt wird. Wenn anthroposophische Erkenntnisse sich verbreiten würden, so würde sich kein Mensch mehr mit Zyankali vergiften. Es würde ihm gar nicht einfallen! Daß Vergiftungen mit Zyankali eintreten, das ist nur die Folge der materialistischen Weltanschauung, weil die Menschen glauben: tot ist tot, ganz gleichgültig, ob man durch Zyankali den Tod erleidet oder durch die innere Auflösung. Das ist aber nicht gleichgültig! Wenn man durch die innere Auflösung den Tod erleidet, dann haben Seele und Geist den gewöhnlichen Weg zu gehen in die geistige Welt hinein; sie leben eben weiter. Wenn Sie aber durch Zyankali sich vergiften, dann hat die Seele die Absicht, überall mit jedem Körperteilchen mitzugehen, und namentlich sich auszubreiten im Stickstoff und sich aufzulösen im Weltenall. Das ist der wirkliche Tod von Seele und Geist [Hervorh. nicht.i. Orig.]. Wenn nun die Menschen wissen würden, daß Seele und Geist der eigentliche Mensch ist, dann würden sie sagen: Wir können unmöglich diese furchtbare Explosion hervorrufen, die dann hervorgerufen wird in feiner Weise im ganzen Weltenall, wenn ein Mensch sich vergiftet mit Zyankali. - Denn jeder Mensch, der sich mit Zyankali vergiftet, der schaltet sich ein auf eine unrichtige Weise in den Strom, der von der Erde zur Sonne geht. Und man müßte, wenn man die richtigen Instrumente hätte, jedesmal, wenn sich ein Mensch durch Zyankali vergiftet, in der Sonne eine kleine Explosion sehen. Und die Sonne wird schlechter dadurch. Der Mensch verdirbt das Weltenall und auch die Kraft, die von der Sonne zur Erde strömt, wenn er sich vergiftet mit Zyankali. Der Mensch hat wirklich Einfluß auf das Weltenall. Wenn sich der Mensch mit Zyankali vergiftet, dann ist das so, daß er eigentlich die Sonne ruiniert! Und so ist es bei jeder Zyankalivergiftung." (Lit.: GA 351, S. 47)[1][2]

Nach Rudolf Steiners Aussage scheint es also so, dass beim Selbstmord durch Zyankali die Gefahr (d.h. die Möglichkeit, aber nicht die Notwendigkeit) besteht, dass die Seele des Menschen und seine geistige Individualität, d.h. sein Ich, zersplittert werden können und dadurch das individuelle Selbstbewusstsein unwiederbringlich verloren geht. Der individuelle Mensch als solcher fällt damit aus dem Schöpfungsgeschehen heraus. Die Splitter seines seelisch-geistigen Menschenwesens mögen sich dabei mit einem gewissen Teilbewusstsein, das aber kein Selbstbewusstsein mehr ist, in die Seelenwelt und in die geistige Welt integrieren.

Zu beachten ist, das Rudolf Steiner dabei ausdrücklich von Selbstmord spricht, und das Gesagte daher nicht einfach auf eine Zyankalivergiftung übertragen werden kann, die den Menschen ungewollt trifft. Entscheidend mag dabei auch der mit dem Selbstmord verknüpfte ausdrückliche und starke Wille zur vollkommenen Auslöschung der Individualität sein. Das ist noch etwas ganz anderes als der Wunsch, durch Selbsttötung dem Leid des Erdenleben zu entrinnen und in die geistige Welt eintreten zu wollen.

An anderen Stellen hat Rudolf Steiner darauf hingewiesen, dass das Zyan eine chemische Verbindung ist, die auf die Entwicklungsstufe des alten Mondes zurück verweist, die der Erdentwicklung voran gegangen ist.

"Die Stickstoffverbindungen, die Zyanverbindungen, sind so zerstörend für die Erde, weil sie nur auf dem Monde das Normale waren. Eines der schwersten Gifte ist Zyan, eine Verbindung von Kohlenstoff mit Stickstoff. Diese Verbindung bedeutete auf dem Monde ungefähr dasselbe wie auf der Erde die Verbindung des Kohlenstoffs mit dem Sauerstoff." (Lit.: GA 94, S. 313)[3]

Man kann daher vielleicht mit einigem Recht sagen, dass der Selbstmord durch Zyankali den Menschen auf das Entwicklungsniveau dieses alten Mondes zurückwirft, wo er noch nicht über ein eigenes individuelles Ich und eine durch dieses Ich geprägte unsterbliche Seele verfügte.

Der jüdische Esoteriker und Rabbi Yonassan Gershom vertritt in ähnlichem Sinn mit plausiblen Argumenten die Meinung, dass zumindest für die jüdischen Opfer des Holocaust nach seiner Auffassung keine solche Folge eintreten konnte, da es sich nicht um Selbstmord und schon gar nicht um den Willen zur völligen Selbstauflösung handelte:

"Der Gebrauch des Reflexivpronomens «sich» – sich vergiften – heißt für mich, daß an dieser Stelle von Selbstmord und nicht von einem Mordopfer in einer Gaskammer die Rede ist. Beachten Sie auch, daß Steiner im selben Abschnitt sagt, die Seele, die sich mit Zyankali vergiftet, hat die Absicht, sich im Weltenall aufzulösen. Auch dies weist auf Selbstmord hin, nicht auf Mord. In meiner Tätigkeit als Rabbi hatte ich mit selbstmordgefährdeten Menschen zu tun, die nicht nur sterben, sondern ihre Existenz ganz auslöschen wollten. Tatsächlich glauben Menschen, die Selbstmord begehen wollen, nicht an ein Leben nach dem Tod und erwarten, daß ihr individuelles Bewußtsein aufhört, wenn sie sich getötet haben. Es gibt Menschen, die in ihrer tiefen Niedergeschlagenheit wirklich wünschen, ihre Seele möge sich für immer im Weltall auflösen. So jemand könnte zu Zyankali greifen, weil es schnell wirkt und sicher zum Tod führt.

Die Holocaust-Opfer hingegen, die durch Zyklon-B-Gas (das Zyankali enthält) getötet wurden, verübten nicht Selbstmord und wollten auch nicht sterben. Sie hatten den verzweifelten Willen, mit allen Mitteln zu überleben, und sie gelobten, der Welt zu berichten, was geschehen war. So stark war dieser Wille, daß sie oft so schnell wie möglich wiedergeboren werden wollten, mit intakten Erinnerungen an den Holocaust. Jene, die nicht unmittelbar wiedergeboren wurden, blieben manchmal in der Gegend der Greueltaten an die Erde gebunden – auch wieder um Zeugnis abzulegen. Andere Holocaust-Opfer betrachteten ihren Tod als Kiddusch Ha-Shem (eine jüdische Form von Martyrium durch Verfolgung) und erwarteten, direkt in den Himmel zu gelangen. Aber nirgends finden wir in den Annalen des Holocaust Berichte von Juden, die, nachdem sie ermordet worden waren, ihre ewigen Seelen im Weltall auflösen wollten. Steiners Aussage über Zyankali gilt nicht für die Opfer des Holocaust. Hingegen besteht die schauerliche Möglichkeit, daß die Nazis genau deshalb Zyankali verwendeten, weil sie damit außer den Körpern auch die Seelen der Juden zu zerstören hofften." (Lit.: Yonassan Gershom, Vorwort [1] ).

Dieses Wissen um die Wirkung des Zyankali wird allerdings - wenn überhaupt - nicht bei allen Nationalsozialisten verbreitet gewesen sein, denn auch der SS-Chef Heinrich Himmler tötete sich selbst durch Zyankali, obwohl er an die Wiedergeburt geglaubt haben soll. Es kann dahinter aber auch der (unbewusste) Wunsch nach totaler Selbstauflösung der geistigen Individualität stehen. Hitler selbst erschoß sich, während die Gefährtin Eva Braun eine Zyankali-Kapsel einnahm.

Zyanprozess, Willensbildung und Ich

Es mag auf den ersten Blick höchst verwunderlich erscheinen, wieso gerade Zyanverbindungen eine solch dramatische Wirkung auf Seele und Geist haben kann. Tatsächlich wirkt das menschliche Ich unmittelbar in den Willenskräften, die sich eines latenten Zyanprozesses bedienen, um in den Organismus eingreifen zu können. Eben dieser Zyanprozess wirkt aber auch auf das Ich zurück, wenn er nicht im latenten Zustand gehalten, sondern durch die Zyanvergiftung manifest wird.

Zeichnung aus GA 351, S 35

„Das ist etwas sehr Merkwürdiges: Sie tragen in Ihrem Inneren, in Ihren Beinen, Ihren Füßen, Ihren Armen und Händen, in Ihrem Magen, in Ihrer Leber, in Ihren Nieren, in Ihrer Milz, in Ihrem Herzen zusammen Kohlenstoff und Stickstoff - Stickstoff, wie er in der Luft ist, und ganz flüssigen Kohlenstoff, wie wenn Sie Kohle auflösen würden und dieses Schwarze im Wasser schwimmen würde. Das haben Sie in sich.

Aber das ist eigentlich eine gefährliche Geschichte, wenn irgendwo Kohlenstoff und Stickstoff nebeneinander sind. Wenn irgendwo Kohlenstoff und Stickstoff nebeneinander vorhanden sind, so ist immer die Gefahr vorhanden, wenn die richtigen Bedingungen dazu da sind, daß sie Blausäure, Zyansäure bilden; denn Blausäure besteht aus dem, was ich hier rot und blau angezeichnet habe im Schema. So daß Sie also herumgehen und während Sie herumgehen, ist immer die Gefahr vorhanden, daß sich Blausäure in Ihnen bildet. Also überall da, wo ich blau angezeichnet habe, ist immer die Gefahr vorhanden, daß sich durch den ganzen Menschen hindurch Blausäure bildet. Und weil die Knochen Kalk haben, kann sich die Blausäure auch mit dem Kalk verbinden; dann entsteht eine Zyan-Kalziumverbindung. Und dann entsteht Zyankali. Sie wissen, daß man sich mit Zyankali am technisch vollkommensten vergiften kann. Es gibt natürlich kein besseres Mittel als Zyankali dazu; da ist es sofort richtig. Nun ist aber im Menschen fortwährend die Gefahr vorhanden, daß er Blausäure und Zyankali bildet. Dieses muß sein. Denn, wenn Sie diese Anlage nicht in sich hätten, Zyankali zu bilden, dann könnten Sie nicht gehen und Ihre Arme nicht bewegen. Die Kraft, sich zu bewegen, das Bewegen der Arme und Beine, kommt von dem, daß Sie fortwährend der Gefahr ausgesetzt sind, daß Sie Zyankali bilden.

Nun ist da etwas sehr Feines: Dieses Zyankali will sich in uns fortwährend bilden und wir verhindern es fortwährend! Darin besteht unser Leben als bewegter Mensch. Sogar die Blutbewegung hängt davon ab, daß wir dieses verhindern, daß sich Zyankali bildet. Von dieser Widerstandskraft gegen die Zyankalibildung rühren unsere Bewegungen her. Und unser Wille rührt eigentlich davon her, daß er fortwährend genötigt ist, die Zyankalibildung und die Blausäurebildung in uns zu verhindern.“ (Lit.:GA 351, S. 35f)

Indem der Mensch durch seine Willensentfaltung die stoffliche Bildung der Blausäure verhindert, steigen aber zugleich feine ätherische Zyankali-Strömungen zur Sonne auf, weshalb Zyankalivergiftungen auch auf diese eine schädigende Wirkung ausüben:

„Und diese Kraft, die da lebt in dem Zyankali, das sich bilden will, diese Kraft, die da lebt, die verbindet den Menschen auf der Erde mit der Sonne. So daß fortwährend das, was in der Blausäure lebt, vom Menschen in die Sonne hinaufströmt. Sie können also sagen, wenn Sie zur Sonne hinaufschauen: Ich habe eine Verbindung mit der Sonne; und die Kraft, die in mir lebt zur Rückbildung des Zyankalis, das sich fortwährend bilden will in meinem Leibe, diese Kraft, die geht von der Erde bis zur Sonne hinauf. Wenn Sie hier die Erde haben und hier die Sonne - ich muß sie jetzt groß zeichnen -, so gehen also von dem Menschen

Zeichnung aus GA 351, S 37

zur Sonne fortwährend solche Zyankaliströme, und von der Sonne gehen Ströme wieder zurück. Es strömt von dem Menschen zur Sonne dieses aufgelöste Zyankali, und von der Sonne strömt wiederum zurück dasjenige, was die Sonne macht aus diesem aufgelösten Zyankali. Und diese Entfernung, die ist zwanzig Millionen Meilen - eine Meile wird als sieben und ein halber Kilometer gerechnet. Wenn jetzt ein Licht angezündet wird auf der Sonne, so sehen wir es erst, weil das Licht so lange braucht, um herzukommen, sehr viel später. Also mit einem Weltenkörper, der so weit von uns entfernt ist, stehen wir einfach dadurch in Verbindung, daß wir diese Kraft ausströmen, die fortwährend bestrebt ist, Zyankali zu bilden. Namentlich in unseren Knochen ist fortwährend etwas wie ein Zyankaliherd, wie ein Quell von Zyankali [...]

Diesen Bezug, den ich Ihnen jetzt erzählt habe, den wissen die Menschen heute natürlich auch nicht, aber sie fühlen, daß sie zur Sonne gehören. Und sie fühlen das sehr stark. Denn wenn die Sonne untergeht - namentlich in alten Zeiten, wo die Menschen noch gesünder gelebt haben, bei Nacht geschlafen und bei Tag gewacht haben, da war es noch so -, dann spürt der Mensch, daß er die Sonne nicht so in sich aufnimmt. Da ist das Zyankali nur in ihm, allerdings nur in kleinen Mengen; dann schläft er ein. Es ist in der Tat die Sonne, die den Menschen immer aufweckt und einschläfert. Nur weil sich der Mensch etwas zurückbehält, kann er den Unfug begehen, daß er in der Nacht weiterschafft oder auch nicht schafft, sondern sich weitervergnügt. Aber es kommt auch das, was wir in der Nacht an Kräften aufbringen, durch den Zusammenhang dieser Kräfte mit der Sonne.“ (Lit.:GA 351, S. 36ff)

Kritik

Die Aussagen Rudolf Steiners zur Wirksamkeit des Zyankali werfen große Fragen auf. Einmal ist nicht ganz klar, wieso es einen Unterschied machen soll, ob der Tod durch Mord, Selbstmord, oder auf andere Art eintritt. (Dieser Unterschied wird von Steiner nicht eindeutig getroffen, er ist eine interpretative Unterscheidung von anderen).

Zudem ist es verwunderlich, daß einer chemischen Substanz solche Wirksamkeit zuerkannt wird. Sollte es nicht, wenn es diese Substanz so mit solcher Wirkung gibt, nicht auch andere chemische Substanzen mit entsprechender (behaupteter) Wirkung, sogar noch schlimmerer Sorte geben können?

Was zudem verwundert, wenn es mit dem Zyankali solche Brisanz haben sollte, warum Steiner sich erst 1924 bei Gelegenheit der Arbeitervorträge dazu geäußert hat? Und warum hat er nicht im Nachherein eine nähere Erläuterung gegeben, außer die gegenüber einem Leibwächter, der den Vortrag mitgehört hatte: (siehe Literatur Europäer-Artikel)?

In der mündlichen Aussage gegenüber dem Leibwächter Steiners (Georg Groot) wird wohl schon klar, wie Rudolf Steiner die Wirksamkeit des Zyankali begründet. Eine naheliegende Interpretation ist aber doch, wenn egal welche chemische Substanz solche Wirkungen entfalten könnte, man es da bei dem Glauben da, mit wissenschaftlicher Begründung eventuell, eher mit einem 1:1-Materie-Geist-Fatalismus zu tun hat, also mit einem Materialismus, anstatt Spiritualismus oder Idealismus?

Zu dem behaupteten "Zerreissen" von Geistigem durch materielle (chemische) Zwänge gibt es eine Parallele bei Steiners Erläuterung des Verhältnisses der individuellen Affen, zur Affengruppenseele. Die individuellen Affen würden mit ihrem Leben aus der Affengruppenseele ein "Stück Geist" herausreißen, das nach dem Tod des Affen nicht mehr in die Gruppenseele zurückkehren könne, sondern dann als ein Elementarwesen weiter lebe.

Inwiefern kann man übrigens hinsichtlich dieser Zyankali-Behauptungen Steiners von Wissenschaftlichkeit der Geistes"wissenschaft" sprechen? Lediglich akzeptabel oder vielmehr sogar ethisch geboten, scheint mir die Warnung vor dem Stoff zu sein, ihn zu Zwecken der Selbsttötung zu benützen. Im Hinblick auf den Wissenschaftsanspruch der Anthroposophie ist aber von Steiner eine Aussage gemacht, die sich objektiver Überprüfung grundsätzlich nicht entziehen darf. Und wie steht es mit solcher Überprüfung? Zur Wissenschaftlichkeit gehört diese Überprüfung der Forschungsresultate durch andere Forscher doch unabdingbar hinzu? Wo sind denn die anderen Geistesforscher, die aufgrund vorgenommener Überprüfung Steiners Aussagen bestätigen können?

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Weil diese Aussage so äußerst schwerwiegend ist, sei hier noch einmal ausdrücklich wiederholt, daß die Veröffentlichung auf von Rudolf Steiner nicht persönlich überprüften Nachschriften beruht. Rudolf Steiner sagt dazu "Es wird eben nur hingenommen werden müssen, daß in den von mir nicht nachgesehenen Vorlagen sich Fehlerhaftes findet." (Zitiert nach Angabe in GA 351 S. 5). Zudem ist, da die Aussage zu einem der sogenannten Arbeitervorträge gehört, folgende Anmerkung von Marie Steiner zu beachten: [Diese Vorträge] "... waren aber für ein besonderes Publikum gedacht gewesen und in einer besonderen Situation ganz aus dem Stegreif gesprochen, wie es die Umstände und die Stimmung der zuhörenden Arbeiter eingaben - durchaus nicht im Hinblick auf Veröffentlichung und Druck. Aber gerade die Art, wie sie gesprochen wurden, hat einen Ton der Frische und Unmittelbarkeit, den man nicht vermissen möchte. Man würde ihnen die besondere Atmosphäre nehmen, die auf dem Zusammenwirken dessen beruht, was in den Seelen der Fragenden und des Antwortenden lebte. Die Farbe, das Kolorit möchte man nicht durch pedantische Umstellung der Satzbildung wegwischen. Es wird deshalb der Versuch gewagt, sie möglichst wenig anzutasten." (GELEITWORT zum Erscheinen von Veröffentlichungen aus den Vorträgen Rudolf Steiners für die Arbeiter am Goetheanumbau vom August 1922 bis September 1924 Marie Steiner, in GA 351, S. 14)
  2. Das Zitat enthält im Beginn eine Einschränkung, die besagt, daß die Gefahr einer solchen Wirkung des Zyankali bestehe, mithin muß das Zyankali diese Wirkung nicht haben. Am Ende gibt es eine weitere Einschränkung: Die Seele habe die Absicht, durch die Wirkung des Zyankali, sich aufzulösen. Es wird aber nicht gesagt, daß diese Absicht auch (immer) verwirklicht wird. Diese Einschränkungen passen aber nicht so recht zu der sonstigen Aussage, so daß von daher die Möglichkeit einer fehlerhaften stenographischen Mitschrift nicht ausgeschlossen scheint.
  3. Nachschrift von Mathilde Scholl.

Literatur

  • Rudolf Steiner: Kosmogonie, GA 94 (2001), ISBN 3-7274-0940-1 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  • Rudolf Steiner: Mensch und Welt. Das Wirken des Geistes in der Natur. Über das Wesen der Bienen, (GA 351), Dornach 1999
  • Yonassan Gershom: Kehren die Opfer des Holocaust wieder?, Vlg. am Goetheanum, Dornach 1997, ISBN 9783723510025
  • Artikel in Zeitschrift "Der Europäer", 08, 2009, S. 11 ff.: Benjamin Schmidt: «Noch haben die Hierarchien ein Interesse …» Zu Rudolf Steiners Äußerungen über die Folgen einer Zyankalivergiftung. (enthalten ist ein Literaturhinweis auf eine Publikation in Flensburger Hefte: dort ist ein Interwiew mit dem Elementargeist "Der Große" abgedruckt, mit Aussage zum Thema) (Der Artikel in der Zeitschrift "Der Europäer" ist als PDF frei verfügbar: [2])