Keimblatt

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Die bei der Gastrulation aus der Blastula gebildeten Keimblätter

Keimblätter bilden die Grundlage der Embryonalentwicklung vielzelliger Tiere und des Menschen. Sie bilden sich bei der Gastrulation aus der Blastula. Die Keimblätter der Pflanzen werden als Kotyledonen bezeichnet und hier nicht behandelt.

Dieses bis heute in der Embryologie verwendete Entwicklungsmodell wurde von dem Zoologen und Embryologen Christian Heinrich Pander mit seiner Dissertation von 1817 begründet. Es beschreibt die Embryogenese durch die Entwicklung dreier Keimblätter, des Ekto-, Meso- und Entoderms (von Pander noch seröses Blatt, Gefäßblatt und Schleimblatt genannt). Bewusst an Goethes Metamorphosenlehre anknüpfend, zeigte Pander an mehr als 2.000 in einem Brutkasten ausgebrüteten Hühnerembryonen, dass die Embryonalentwicklung weder gemäß der Präformationslehre auf der Ausfaltung von bereits Vorhandenem, noch auf der Formung aus Ungeformtem (Epigenese), sondern auf der Ausdifferenzierung embryonaler Membranen beruht. In seinem embryologischen Werk Ueber Entwickelungsgeschichte der Thiere (2 Bde. Königsberg 1828/1837) baute Karl Ernst von Baer das von seinem Freund Pander entwickelte Modell unter Einbeziehung weiterer Tiergruppen bis hin zum Menschen aus.

Während die diploblastischen Stämme der Nesseltiere und Rippenquallen nur aus zwei Keimblättern enstehen, sind alle bilateralsymmetrischen Tiere triploblastisch und bilden drei Keimblätter aus. Damit manifestiert sich bereits im frühen Embryonalstadium die später von Rudolf Steiner beschriebene Dreigliederung des Organismus. Folgende Keimblätter werden unterschieden:

Einzelnachweise

  1. Neil A. Campbell, Jane B. Reece: Biologie. Spektrum-Verlag 2003, ISBN 3-8274-1352-4, Seite 1208