Analogie

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Als Analogie (von griech. ἀναλογία, „Verhältnis“) wird in der Philosophie die Gleichheit oder Ähnlichkeit beliebiger Strukturen hinsichtlich bestimmter Eigenschaften bezeichnet.

Philosophie

In der Antike wurde der Begriff der Analogie zunächst für mathematische bzw. geometrische Proportionen gebraucht. Platon führte ihn in die Philosophie ein, da er gemäß seiner Ideenlehre der Ansicht war, dass die sichtbare Welt ein vergängliches Abbild der ewigen Ideenwelt sei, und darum letztere durch ihr sinnliches Analogon erkannt oder zumindest beschrieben werden kann. In der christlichen Philosophie des Mittelalters versuchte man die Frage zu klären, wie man mittels Analogien sinnvoll von Gott sprechen könne. In der Neuzeit, d.h. im beginnenden Bewusstseinsseelenzeitalter, wurde das analogische Denken in den Naturwissenschaften sehr lange erfolgreich benutzt, um die auf dem Gebiet der Mechanik aufgefundenen und mathematisch formulierten Gesetze auch für ganz andere Phänomenbereiche nutzbar zu machen. So wurde etwa die mechanische Wellenlehre auf das Licht übertragen und dieses analog als elektromagnetische Welle beschrieben. Damit wurde aber zugleich das mechanistische Denken in Weltbereiche hineingetragen, das diesen nur sehr bedingt angemessen ist und dessen wesentlichste Eigenschaften dadurch gerade ausgeblendet wurden. Das hat auch Rudolf Steiner ganz klar erkannt und darum auf die große Bedeutung der Goetheanistischen Naturanschauung hingewiesen, die diesem Fehler nicht unterliegt.

Logik

In der Logik ist ein Analogieschluss oder Analogismus eine Schlussfolgerung, die auf der Analogie zwischen Objekten beruht.

Biologie

Historische Filmaufnahmen des 1936 im Zoo von Hobart in Tasmanien ausgestorbenen Beutelwolfs.

Analogie und Homologie

In der Biologie spricht man von Analogie, wenn verschiedene Ordnungen (Taxa) von Lebewesen stammesgeschichtlich unabhängig voneinander ähnliche (analoge) Merkmale, Organe, Gene, Verhaltensweisen u. dgl. entwickeln, die ihre Vorfahren noch nicht hatten. Die analogen Organe sind einander nicht nur funktionell ähnlich, sondern teilweise auch hinsichtlich ihrer äußeren Form und ihrem inneren anatomisachen Aufbau. Es handelt sich also um eine Parallelentwicklung bzw. um eine konvergente Evolution oder kurz um eine Konvergenz. Ein gutes Beispiel dafür ist etwa die sehr ähnliche Schädelbildung des Wolfs und des mittlerweile ausgestorbenen Beutelwolfs oder die Konvergenz von Igel und Ameisenigel. Hauptvertreter der Konvergenztheorie der Evolution ist der britischer Paläontologe Simon Conway Morris (* 1951).

Wurden hingegen die einander ähnlichen Eigenschaften der verschiedenen Taxa von einem (vielleicht zeitlich weiter zurückliegenden) gemeinsamen Vorfahren ererbt, spricht man von Homologie.

Siehe auch: Homologie (Biologie)


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