Schlüssel Davids

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Der Schlüssel Davids (hebr. מַפְתֵּ֥חַ בֵּית־ דָּוִ֖ד maptêaḥ bêṯ- David „Schlüssel zum Haus Davids“; griech. κλεῖν Δαυίδ kleín Davíd, von κλείς, κλειδός kleís, kleidósSchlüssel“) ist ein in der Bibel genannter Begriff, der die Fähigkeit des Menschen andeutet, das Tor zur geistigen Welt zu öffnen und zu schließen. Die Voraussetzung dafür ist, dass er bereits in genügendem Maß über das Geistselbst (Manas) verfügt. In vorchristlicher Zeit wurde das Geistselbst hohen Eingeweihten durch höhere geistige Wesenheiten verliehen.

Im Alten Testament wird der Schlüssel Davids im Buch Jesaja erwähnt:

„22 Und ich will die Schlüssel des Hauses Davids auf seine Schulter legen, dass er auftue und niemand zuschließe, dass er zuschließe und niemand auftue.“

Jesaja: 22,22 LUT

Erst in der sechsten nachatlantischen Kulturepoche, die unserem gegenwärtigen Bewusstseinsseelenzeitalter folgt, wird sich ein größerer Teil der Menschheit das Geistselbst zueigen machen können durch die Tätigkeit des eigenen Ichs, das sich mit dem Christus verbunden hat. Wer diese Fähigkeit entwickelt hat, kann sich mit voller Freiheit der geistigen Welt zuwenden - oder sich auch vor ihr verschließen. Darauf wird in der Apokalypse des Johannes mit der Gemeinde von Philadelphia hingedeutet:

„7 Und dem Engel der Gemeinde in Philadelphia schreibe: Das sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der da hat den Schlüssel Davids, der auftut, und niemand schließt zu, und der zuschließt, und niemand tut auf: 8 Ich kenne deine Werke. Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan, die niemand zuschließen kann; denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und hast meinen Namen nicht verleugnet.“

Offenbarung des Johannes: 3,7-8 LUT

Rudolf Steiner sagt dazu:

„Und wenn wir diesen Weg gehen, bringen wir in den sechsten Zeitraum hinein das richtige spirituelle Leben der Weisheit und der Liebe. Dann wird das, was wir uns erarbeiten als anthroposophische Weisheit, zum Liebesimpuls des sechsten Zeitraumes, der repräsentiert wird durch die Gemeinde, die schon in ihrem Namen sich als Repräsentant des sechsten Zeitraumes ausdrückt: die Gemeinde der Bruderliebe, Philadelphia. Alle diese Namen sind nicht umsonst gewählt. Der Mensch wird sein Ich entwickeln zur richtigen Höhe, so daß er selbständig wird und in Freiheit die Liebe jedem anderen Wesen entgegenbringt im sechsten Zeitraum, der repräsentiert ist durch die Gemeinde Philadelphia. Das soll als spirituelles Leben des sechsten Zeitraumes vorbereitet werden. Da werden wir das individuelle Ich in höherem Grade in uns gefunden haben, so daß keine äußere Kraft mehr in uns hineinspielen kann, wenn wir es nicht wollen; so daß wir zuschließen können und niemand ohne unseren Willen aufschließt, und wenn wir aufschließen, keine entgegengesetzte Macht zuschließt. Das ist der «Schlüssel Davids». Deshalb spricht derjenige, der den Brief inspiriert, daß er den Schlüssel Davids hat. «Und dem Engel der Gemeinde zu Philadelphia schreibe: Das sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der da hat den Schlüssel Davids, der auftut und niemand schließt zu, der zuschließet und niemand tut auf» — «Siehe, ich habe vor dir gegeben eine offene Tür, und niemand kann sie zuschließen» — das Ich, das in sich selbst sich gefunden hat (Offenbarung Johannis 3,7 LUT).“ (Lit.:GA 104, S. 85)

Literatur

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Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Freie Werkausgaben gibt es auf fvn-rs.net, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
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Hilfreiche Werkzeuge zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk sind Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners und
Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.
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