Stern von Bethlehem

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Giotto di Bondone: Anbetung der Könige (1302). Der Stern von Betlehem mit einem deutlich erkennbaren Kometenschweif ist am oberen Bildrand zu sehen.

Der Stern von Bethlehem, auch Dreikönigsstern, Weihnachtsstern oder Stern der Weisen genannt, führte die Weisen aus dem Morgenland nach der Erzählung des Matthäus-Evangeliums zum Geburtsort des salomonischen Jesusknaben. Laut Rudolf Steiner waren die drei Magier in einer früheren Inkarnation Schüler des großen Eingeweihten Zarathustra gewesen, und folgten ihrem Meister, ihrem Goldstern (griech. Ζωροάστηρ Zōroastēr), der zur zur Zeitenwende als salomonischer Jesus zu Bethlehem wiedergeboren wurde, wie sie aus der hellsichtigen Deutung der Sternenschrift ersehen konnten, die ihnen das erwartete Geburtshoroskop ihres Meisters anzeigte. Das mag auch damit zusammenhängen, dass die Sternenkonstellation beim Tod, das Todeshoroskop des vorangegangenen Erdenlebens, weitgehend ähnlich der Geburtskonstellation der nächst folgenden Inkarnation ist.

Das Matthäus-Evangelium berichtet auch von dem durch Herodes dem Großen (* um 73 v. Chr.; † vermutlich im März 4 v. Chr. in Jericho) angeordneten Kindermord, vor dem der salomonische Jesus nur durch die Flucht nach Ägypten gerettet werden konnte. Eine gleichartige Erzählung findet sich im Lukas-Evangelium nicht.

„Dieser Jesusknabe aus der salomonischen Linie ist der Träger jener Individualität, die einst als Zarathustra die urpersische Kultur begründete.“ (Lit.:GA 114, S. 96)

„So leuchtete der Stern zu Bethlehem auf, als sich die mächtige Individualität des Jesus bewußt verkörperte. Es ist ein kosmisches Ereignis, wenn solche hohe Menschen geboren werden.“ (Lit.:GA 98, S. 258)

„Die ganze hebräische Entwickelung seit Abraham sollte in einem Menschen zusammengefaßt werden. Und das sollte gipfeln in dem Jesus des Matthäus-Evangeliums. Wie konnte das geschehen? Das ist nur möglich, wenn wiederholt wird der ganze Entwickelungsgang in seelischer Art. Zarathustra geht ungefähr aus von der Stelle in Ur in Chaldäa, geistig aus den Mysterien heraus, woher Abraham gekommen ist. Der Goldstern erscheint dort zuerst, geht von da aus, die dortigen Magier folgen ihm. Geistig geschieht dasselbe, was physisch durch Abraham geschehen ist. Den Weg, den Abraham gemacht hat, den geht geistig der Stern, dem die Magier folgen: das ist der sich inkarnierende Zarathustra selber, der da den Weg geht, den Abraham gegangen ist, und er senkt sich nieder über der Geburtsstätte. Das ist der Moment, wo sich die Individualität des Zarathustra inkarniert in dem bethlehemitischen Jesuskinde. Die Magier wissen das. Sie folgen dem Stern, das heißt ihrem großen Lehrer Zarathustra, der sich da inkarniert.“ (Lit.:GA 117, S. 49)

Ihre Opfergaben Gold, Weihrauch und Myrrhe stehen für Weisheit, Schönheit und Güte (bzw. Stärke), die drei großen Tugenden der Eingeweihten, bzw. für die drei Seelenkräfte des Denkens, Fühlens und Wollens.

Schon seit der Spätantike wurde der Stern von Bethlehem in einem viel äußerlicheren Sinn als besonders auffällige Himmelserscheinung gedeutet und man wollte darmit die Geburt des Jesus genauer datieren. Bis heute werden dafür verschiedene Möglichkeiten[1] diskutiert, die aber alle nicht allgemein anerkannt werden:

Laut Rudolf Steiner wurden um die Zeitenwende tatsächlich zwei Jesusknaben geboren, was auch durch die ganz unterschiedlichen Geburtserzählungen des Matthäus- und des Lukas-Evangeliums nahegelegt wird. Folgt man der astronomisch-astrologischen Deutung des Sterns von Bethlehem als Große Konjunktion von Saturn und Jupiter, die von vielen Astronomen und Historikern favorisiert wird, wären es immerhin gut 6 Jahre gewesen, die zwischen der Geburt der zwei Jesusknaben liegen. Nach Angabe Rudolf Steiners wurde der Jesusknabe des Lukas-Evangeliums, der nathanische Jesus, erst einige Zeit nach dem salomonischen Jesus geboren, als der von Herodes anbefohlene Kindermord bereits vorüber war. Dass hier ein paar Jahre keine Rolle spielen, deutet auch der folgende Hinweis von Rudolf Steiner an:

„Die Akasha-Chronik sagt uns, daß in der Zeit, wie sie ungefähr in der Bibel festgestellt wird - auf ein paar Jahre Unterschied kommt es nicht an —, der Jesus von Nazareth geboren ist, daß in dem Leibe des Jesus von Nazareth eine Individualität lebte, die in früheren Inkarnationen hohe Stufen der Einweihung bereits erlebt hatte, hohe Einblicke gewonnen hatte in die geistige Welt. Ja die Akasha-Chronik sagt uns noch etwas mehr, und ich will zunächst nur auf die äußeren Umrisse dessen, was sie sagt, eingehen. Die Akasha-Chronik, welche die einzige wirkliche Geschichte liefert, sagt uns, daß derjenige, welcher in diesem Jesus von Nazareth erschien, in seinen früheren Verkörperungen durchgemacht hatte in den verschiedensten Gegenden die verschiedensten Einweihungen. Und sie führt uns dahin zurück, daß dieser spätere Träger des Namens Jesus von Nazareth ursprünglich innerhalb der persischen Welt eine hohe, bedeutsame Einweihungsstufe und eine hohe, bedeutungsvolle Wirksamkeit erlangt hatte. So zeigt uns die Akasha-Chronik, wie diese Individualität, die in dem Leib des Jesus von Nazareth war, auch innerhalb der geistigen Welt des alten Persiens schon gewirkt harte, wie sie zur Sonne hinaufgeschaut und den großen Sonnengeist als Ahura Mazdao angesprochen hatte.“ (Lit.:GA 112, S. 141)

Literatur

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Einzelanchweise

  1. Sternwarte Recklinghausen Der Stern von Bethlehem - Wie weit kann seriöse astronomische Deutung gehen?, abgerufen am 15. Dezember 2016.