Opfer

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Rembrandt: „Der Engel verhindert die Opferung Isaaks

Das Opfer (von lat. operor, "an oder für etwas arbeiten, der Gottheit dienen, opfern") ist im ursprünglichen Sinn ein kultischer Akt, der durch die Hingabe einer heiligen Gabe (lat. sacrifico, "ein Opfer darbringen, opfern") die Verbindung zu einem höheren Wesen, einen Gott, herstellt oder aufrechterhält.

In den alten Zeiten waren Blutopfer weit verbreitet, in denen Tiere oder Menschen geopfert wurden. Nach den Schilderungen des Alten Testaments wurde das erste blutige Opfer von Abel dargebracht und von Jahve wohlgefällig angenommen, während Kain Opfer, der die Früchte des Feldes hingab, zurückgewiesen wurde (1 Mos 4,3 LUT). Unblutige Opfer von Früchten, Blumen, Getreide und von Brot und Wein waren später in vielen Kulturen gebräuchlich. In der Frühzeit des Hinduismus gab es noch Menschenopfer und Tieropfer, später nur mehr Pflanzenopfer. Im Buddhismus gab es nie Tier- oder Menschenopfer; dem Buddha wurden nur Weihrauch und Blüten, vornehmlich Lotosblüten, dargebracht.

Das größte Blutopfer brachte der Christus, indem er sich selbst mit dem Mysterium von Golgatha als Opfer am Kreuz darbrachte, um die Menschheit zu erlösen. Mit dem heiligen Abendmahl inaugurierte er zuvor das unblutige Opfer von Brot und Wein.

"Paulus, ein Eingeweihter, nennt Christus den umgekehrten Adam. In Adam haben wir den ersten Menschen, der zuerst in dieser Form erscheint. Damit ist der geistige Mensch in die Inkarnation auf der Erde versetzt. Nun kann er einen zweifachen Weg nehmen. Er kann das nehmen, was die Götter ihm geben, oder sich selbst etwas Neues erwerben. Das ist die Geschichte von Kain und Abel. Abel nimmt die Tiere, die da sind. Kain erarbeitet, was er opfert. Durch das, was Kain erarbeitet, entsteht das Brot. Brot war immer der Repräsentant für das, was der Mensch selbst erarbeitet. Der Mensch ist dadurch, daß er das Brot erarbeitet, sündig geworden. Kain hat den Bruder erschlagen. Zugleich mit der eigenen Arbeit ist der Mensch sündig geworden, er ist in die Materie herabgefallen.

Der umgekehrte Adam ist Christus Jesus, der wieder hinaufsteigt. Er muß das mit seinem Blut erkaufen. Das mußte einmal durch eine Persönlichkeit geschehen. Das Brot und der Wein finden ihren Repräsentanten in der Person Christi, in seinem Leib und Blut. Die Kainstat muß der Herr selbst auf sich nehmen: Dies ist mein Leib, dies ist mein Blut. - Die Erlösung muß dadurch geschehen, daß das, was auf der Erde ist, geheiligt wird. Der Wein repräsentiert das beim Abendmahl, das Blut kommt dadurch in Beziehung zum Wein." (Lit.: GA 97, S. 22f)

Siehe auch

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Das christliche Mysterium, GA 97 (1998), ISBN 3-7274-0970-3 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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