Werkzeug

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Erfolgsmodell über Jahrtausende: der Faustkeil
Stillleben mit Nähutensilien, Wilhelm Wittmann, 1889

Ein Werkzeug ist ein nicht zum Körper eines lebenden oder künstlichen Organismus gehörendes Objekt, mit dessen Hilfe die Funktionen des Körpers erweitert werden, um auf diese Weise ein unmittelbares Ziel zu erreichen.[1]

Eine Sammlung verschiedener Werkzeuge, die nötig für eine bestimmte Tätigkeit sind, nennt man Werkzeugsatz. In der Industrie werden die verwendeten Werkzeuge in einer Werkzeugverwaltung dokumentiert.

Zum Begriff

Das Wort ‚Werkzeug‘ tritt ab dem 12. Jahrhundert auf.[2] In einigen Kontexten werden Werkzeuge auch als Instrumente (oft als Bestandteil eines Instrumentariums) bezeichnet, z. B. chirurgische und zahnärztliche Instrumente (wie etwa der Bohrer) oder Beobachtungsinstrumente, hier bürgert sich auch das englische Wort tool ein. Für die Ausrüstung,[3] den für eine Aufgabe notwendigen Satz an Werkzeug, sind auch Instrumentarium (lateinisch[4]) oder als Sammelbegriff der Apparat und der englische Ausdruck Equipment in Gebrauch. Veraltet steht auch das Rüstzeug,[5] (vgl. Rüstung), zu Zeug, dem Wort für „Sächliche Konkreta“[6] das auch in ‚Werkzeug‘ steckt, und zahlreichen altertümlicheren und fachsprachlichen Ausdrücken für Werkzeugsätze diverser Fachgebiete. ‚Zeug‘ selbst ist mit engl. toySpielzeug‘ verwandt.

Werkzeuge sind – im Unterschied zum Gerät – meist „einfache Maschinen“, also Vorrichtungen, die auf grundlegenden Prinzipien der Kräftelehre aufgebaut sind. Typische Formen der mechanischen Einwirkung sind etwa Halten, Bewegen oder Umformen, Durch-/Abtrennen, Verbinden und andere Vorgänge, die man unter dem Begriff Fertigungsverfahren zusammenfasst.

Ein weiterer Definitionsumfang umfasst Hilfsmittel jeglicher Art. Hierzu würden auch Messwerkzeuge gehören, aber auch ein mathematischer Formelsatz oder ein numerisches Modell oder eine Fähigkeit. In diesem Sinne kann das Werkzeug als Verbesserung oder Erweiterung einer vorhandenen oder als Ersatz einer fehlenden körperlichen oder geistigen Funktion interpretiert werden. Beispielsweise ist ein Hammer die Erweiterung der Faust, eine Pinzette erweitert Daumen und Finger, ein Kran leistet mehr als ein Arm, ein Speichermedium ergänzt das Gedächtnis.[7] Im allgemeinsten Sinne steht Werkzeug für „Mittel zum Zweck“, dann auch für Personen und Vorgänge im abstrakten Sinn.[8]

Die Lehre von den Werkzeugen und ihrer Anwendung ist die Technologie. Auch dieser Begriff kann über Technik hinausgehend auf die Information erweitert zur Informationstechnologie verallgemeinert sein.

Geisteswissenschaftlicher Hintergrund

Die geistigen Kräfte, mit deren Hilfe der Mensch Werkzeuge erschafft, vom einfachen Faustkeil bis hin zu komplexen Instrumenten und Maschinen, sind verwandt mit jenen Kräften, die zuerst seinen Körper und namentlich sein Gehirn gebaut haben - und das sind vornehmlich die Ich-Kräfte.

„Auch das Gehirn, das Werkzeug unseres Denkens, hat ja nach der Geburt noch lange nicht seine volle Ausbildung erhalten; es wird noch umgestaltet und gegliedert. Nun ist das Gehirn aber das Werkzeug unseres geistigen Erlebens. Betrachten wir nun einmal mit dem gewonnenen Blick der Geisteswissenschaft dieses menschliche Leben weiter, dann müssen wir uns die Frage vorlegen: Wann tritt denn eigentlich im Menschenleben der Augenblick ein, wo das Seelisch-Geistige voll imstande ist, sich seines Werkzeuges, des Gehirns zu bedienen? Dies ist ja in den ersten Kindheitsjahren noch nicht der Fall. Denn sonst brauchte das Kind sich nicht mancherlei anzueignen durch die Eindrücke der Außenwelt und durch die Nachahmung, und wir brauchten das Kind nicht zu erziehen. Erst im Laufe unserer ersten Lebensjahre wachsen wir in die Möglichkeit hinein, das Werkzeug des Gehirns zu gebrauchen. Das können wir geisteswissenschaftlich so ausdrücken: Unser Gehirn wird erst im Verlaufe unseres Lebens fähig, das Werkzeug des Ich zu werden.

Wenn wir nun von dem Augenblick des Lebens, wenn wir an die zwanzig Jahre alt sind, vielleicht auch noch nach den Zwanzigerjahren, wo wir voll gelernt haben, unser Gehirn zu gebrauchen, zurückgehen zu früheren Lebensepochen, dann zeigt sich der geisteswissenschaftlichen Beobachtung, daß das Gehirn, dessen sich unser Ich im späteren Lebensalter als Instrument bedient, in den frühen Kindheitsjahren erst ausgearbeitet, ausgeprägt wird. Da zeigt sich dem Geistesforscher, der mit dem geöffneten Auge des Sehers die menschliche Entwicklung betrachtet, daß dasjenige, was später im Menschen ist, um das Gehirn zu gebrauchen, ganz dasselbe ist wie das, was an der Ausbildung und Gestaltung des Gehirns gearbeitet hat aus Kräften heraus, die kein sinnliches Auge sehen kann. Wer mit der Vernunft an diese Dinge herantreten will, der kann sagen: Also du sagst uns, daß du gleichsam eine kindliche geistige Atmosphäre siehst um das Kindeshaupt herum und daß durch diese kindliche Atmosphäre, durch eine Art Kopf-Aura, ausstrahlen geistige Kräfte, die an dem Gehirn des Kindes arbeiten, um es so zu bearbeiten, daß es später ein Werkzeug des Ich werden kann. Dann, sagst du, schlüpft diese Kopf-Aura, dieses nur für das Auge des Sehers sichtbare Lichtgebilde, das wie eine astralische Bildung das Kindeshaupt umgibt, in das Innere hinein, um später von innen aus das als Werkzeug zu gebrauchen, woran es selber im kindlichen Alter mitgearbeitet hat. So behauptest du also, daß in der Tat dasjenige, was später sich des Gehirns bedient, für das übersinnliche Auge des Sehers erkennbar als ein geistiges Gebilde, als eine Gehirn-Aura, in dem kindlichen Alter vorhanden ist, daß es also von außen nach innen vorrückt, erst arbeitend tätig ist an dem menschlichen Organismus, dann in sein Inneres tritt und als Ich jetzt mit dem Werkzeug, das unter seiner eigenen Kraft zustandegekommen ist, die Welt betrachtet und begreift.

Wenn die Vernunft an diese Aussage des seherischen Bewußtseins herantritt, kann sie sich überlegen, daß ein jedes Werkzeug entstanden sein muß durch Kräfte, die verwandt sind den Kräften, die dieses Werkzeug gebrauchen. Kein Werkzeug kann in den Dienst der intelligenten menschlichen Kultur gestellt werden, das nicht durch die menschliche Intelligenz selbst hervorgebracht ist. Und leicht kann sich die Vernunft die Überlegung ausbauen, daß in der Tat das Werkzeug, welches von Ich-Kräften später in Anspruch genommen wird, aus diesen selben Ich-Kräften heraus gebildet worden sein muß.“ (Lit.:GA 69a, S. 84ff)

Rudolf Steiner hat aber auch deutlich gemacht, dass die Menschheit mit der hochindustrialisierten Technik der Neuzeit, insbesondere seit der immer weiter um sich greifenden Anwendung der modernen Elektrotechnik, den Weg von der Natur zur Unter-Natur eingeschlagen hat und dadurch verstärkt in den Einflussbereich Ahrimans geraten ist. Das ist ein an sich notwendiger Schritt in der Menschheitsentwicklung, er bedarf aber des Ausgleichs durch eine entsprechende bewusste geistige Entwicklung, wenn die Menschheit dadurch nicht Schaden nehmen soll. In den «Anthroposophischen Leitsätzen» (GA 26) heißt es dazu:

„Man spricht davon, daß mit der Überwindung des philosophischen Zeitalters das naturwissenschaftliche in der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts heraufgezogen ist. Und man spricht auch so, daß dieses naturwissenschaftliche Zeitalter heute noch andauert, indem zugleich viele betonen, man habe sich zu gewissen philosophischen Intentionen wieder zurückgefunden.

Das alles entspricht den Erkenntniswegen, die die neuere Zeit eingeschlagen hat, nicht aber den Lebenswegen. Mit seinen Vorstellungen lebt der Mensch noch in der Natur, wenn er auch das mechanische Denken in die Naturauffassung hineinträgt. Mit seinem Willensleben aber lebt er in so weitem Umfange in einer Mechanik des technischen Geschehens, daß dies dem naturwissenschaftlichen Zeitalter seit lange eine ganz neue Nuance gegeben hat.

Will man das menschliche Leben verstehen, so muß man es zunächst von zwei Seiten her betrachten. Aus den vorigen Erdenleben bringt sich der Mensch die Fähigkeit mit, das Kosmische aus dem Erden-Umkreis und das im Erdenbereich wirkende vorzustellen. Er nimmt durch die Sinne das auf der Erde wirksame Kosmische wahr, und er denkt durch seine Denkorganisation das aus dem Erden-Umkreis auf die Erde hereinwirkende Kosmische.

So lebt er durch seinen physischen Leib im Wahrnehmen, durch seinen Ätherleib im Denken.

Das, was in seinem astralischen Leib und in seinem Ich vor sich geht, waltet in verborgeneren Regionen der Seele. Es waltet zum Beispiel im Schicksal. Aber man muß es zunächst nicht in den komplizierten Schicksalszusammenhängen, sondern in den elementarischen, einfachen Lebensvorgängen aufsuchen.

Der Mensch verbindet sich mit gewissen Erdenkräften, indem er seinen Organismus in diese Kräfte hineinorientiert. Er lernt aufrechtstehen und gehen, er lernt mit seinen Armen und Händen sich in das Gleichgewicht der irdischen Kräfte hineinstellen.

Nun sind diese Kräfte keine solchen, die vom Kosmos hereinwirken, sondern die bloß irdisch sind.

In Wirklichkeit ist nichts eine Abstraktion, das der Mensch erlebt. Er durchschaut nur nicht, woher das Erlebnis kommt, und so bildet er aus Ideen über Wirklichkeiten Abstraktionen. Der Mensch redet von der mechanischen Gesetzmäßigkeit. Er glaubt, sie aus den Naturzusammenhängen heraus abstrahiert zu haben. Das ist aber nicht der Fall, sondern alles, was der Mensch an rein mechanischen Gesetzen in der Seele erlebt, ist an seinem Orientierungsverhältnis zur Erdenwelt (an seinem Stehen, Gehen usw.) innerlich erfahren.

Damit aber kennzeichnet sich das Mechanische als das rein Irdische. Denn das Naturgesetzmäßige, in Farbe, Ton und so weiter ist im Irdischen aus dem Kosmos zugeflossen. Erst im Erdenbereich wird auch dem Naturgesetzmäßigen das Mechanische eingepflanzt, wie ihm der Mensch mit seinem eigenen Erleben erst im Erdenbereich gegenübersteht.

Das weitaus meiste dessen, was heute durch die Technik in der Kultur wirkt und in das er mit seinem Leben im höchsten Grade versponnen ist, das ist nicht Natur, sondern Unter-Natur. Es ist eine Welt, die sich nach unten hin von der Natur emanzipiert.

Man sehe, wie der Orientale, wenn er nach dem Geiste strebt, herauszukommen sucht aus den Gleichgewichtszuständen, die bloß vom Irdischen kommen. Er nimmt eine Meditationsstellung an, die ihn in das bloße kosmische Gleichgewicht hineinbringt. Die Erde wirkt dann nicht mehr auf die Orientierung seines Organismus. (Dies sei nicht zur Nachahmung, sondern nur zur Verdeutlichung des hier Vorgebrachten gesagt. Wer meine Schriften kennt, weiß, wie sich in dieser Richtung östliches und westliches Geistesleben unterscheiden.)

Der Mensch brauchte die Beziehung zu dem bloß Irdischen für seine Bewußtseinsseelenentwickelung. Da kam denn in der neuesten Zeit die Tendenz zustande, überall auch im Tun das zu verwirklichen, in das sich der Mensch einleben muß. Er trifft, indem er sich in das bloß Irdische einlebt, das Ahrimanische. Er muß sich mit seinem eigenen Wesen in das rechte Verhältnis zu diesem Ahrimanischen bringen.

Aber es entzieht sich ihm in dem bisherigen Verlauf des technischen Zeitalters noch die Möglichkeit, auch gegenüber der ahrimanischen Kultur das rechte Verhältnis zu finden. Der Mensch muß die Stärke, die innere Erkenntniskraft finden, um von Ahriman in der technischen Kultur nicht überwältigt zu werden. Die Unter-Natur muß als solche begriffen werden. Sie kann es nur, wenn der Mensch in der geistigen Erkenntnis mindestens gerade so weit hinaufsteigt zur außerirdischen Über-Natur, wie er in der Technik in die Unter-Natur heruntergestiegen ist. Das Zeitalter braucht eine über die Natur gehende Erkenntnis, weil es innerlich mit einem gefährlich wirkenden Lebensinhalt fertig werden muß, der unter die Natur heruntergesunken ist. Es soll hier natürlich nicht etwa davon gesprochen werden, daß man zu früheren Kulturzuständen wieder zurückkehren soll, sondern davon, daß der Mensch den Weg finde, die neuen Kulturverhältnisse in ein rechtes Verhältnis zu sich und zum Kosmos zu bringen.

Heute fühlen noch die wenigsten, welch bedeutsamen geistigen Aufgaben sich da für den Menschen herausbilden. Die Elektrizität, die nach ihrer Entdeckung als die Seele des natürlichen Daseins gepriesen wurde, sie muß erkannt werden in ihrer Kraft, von der Natur in die Unter-Natur hinabzuleiten. Es darf der Mensch nur nicht mitgleiten.

In der Zeit, in der es eine von der eigentlichen Natur unabhängige Technik noch nicht gab, fand der Mensch den Geist in der Naturanschauung. Die sich unabhängig machende Technik ließ den Menschen auf das Mechanistisch-Materielle als das für ihn nun wissenschaftlich werdende hinstarren. In diesem ist nun alles Göttlich-Geistige, das mit dem Ursprünge der Menschheitsentwickelung zusammenhängt, abwesend. Das rein Ahrimanische beherrscht die Sphäre.

In einer Geistwissenschaft wird nun die andere Sphäre geschaffen, in der ein Ahrimanisches gar nicht vorhanden ist. Und gerade durch das erkennende Aufnehmen derjenigen Geistigkeit, zu der die ahrimanischen Mächte keinen Zutritt haben, wird der Mensch gestärkt, um in der Welt Ahriman gegenüberzutreten.“ (Lit.:GA 26, S. 255ff)

Der Einfluss Ahrimans ist so stark, dass die technologische Entwicklung in der zukünftigen 7. Kulturepoche (5733 - 7893 n. Chr.) soweit fortgeschritten sein wird, dass die ganze Erde zu einem selbstfunktionierenden elektrischen Apparat umgestaltet wird. In dieser Zeit wird der Krieg aller gegen alle seinem Höhepunkt zustreben.

„Wir gehen einer Zeit entgegen, in der, wie ich neulich schon andeutete, das Verständnis bis ins Atom hinein kommen wird. Man wird begreifen - auch in der populären Meinung -, daß das Atom nichts anderes ist als geronnene Elektrizität. Der Gedanke selbst ist aus derselben Substanz.

Man wird in der Tat so weit kommen, noch ehe die fünfte Unterrasse zu Ende geht, daß man imstande sein wird, bis ins Atom hineinzuwirken. Wenn man nur erst die Stofflichkeit zwischen dem Gedanken und dem Atom begreifen kann, so wird man auch bald das Hineinwirken ins Atom verstehen. Und nichts wird mehr für gewisse Wirkungsarten verschlossen sein: Ich werde hier stehen und unbemerkt auf einen Knopf, den ich in der Tasche trage, drücken können, um einen Gegenstand in weiter Ferne, sagen wir in Hamburg, in die Luft zu sprengen, so wie Sie jetzt schon drahtlos telegraphieren können, indem Sie hier eine Wellenbewegung hervorbringen und sie an einer anderen bestimmten Stelle in bestimmter Weise zum Ausdruck bringen können. Das wird in dem Momente eintreten können, wo die okkulte Wahrheit, daß Gedanke und Atom aus derselben Substanz bestehen, im praktischen Leben durchgeführt sein wird.

Es ist unmöglich, sich auszudenken, was in einem solchen Falle geschehen würde, wenn die Menschheit dann nicht bis zur Selbstlosigkeit gelangt wäre. Nur durch das Erringen der Selbstlosigkeit wird es möglich sein, die Menschheit vom Rande des Verderbens zurückzuhalten. Der Untergang unserer gegenwärtigen Wurzelrasse wird herbeigeführt werden durch den Mangel an Moralität. Die lemurische Rasse ist durch Feuer zugrunde gegangen, die atlantische durch Wasser; unsere wird zugrunde gehen durch den Krieg aller gegen alle, das Böse, durch den Kampf der Menschen untereinander. Die Menschen werden sich selbst im gegenseitigen Kampf vernichten. Und es wird das Trostlose sein - trostloser als andere Untergangsarten -, daß die Menschen selbst die Schuld daran tragen werden.

Ein kleines Häuflein wird sich hinüberretten in die sechste Wurzelrasse. Dieses kleine Häuflein wird zur vollständigen Selbstlosigkeit sich entwickelt haben. Die anderen werden alles Raffinement in der Durcharbeitung und Dienstbarmachung der physischen Naturkräfte anwenden, aber ohne den nötigen Grad der Selbstlosigkeit erlangt zu haben. Sie werden den Kampf aller gegen alle inaugurieren, und das bildet den Grund des Untergangs unserer Wurzelrasse.

Namentlich in der siebenten Unterrasse wird dieser Kampf aller gegen alle sich in der furchtbarsten Weise austoben. Starke, gewaltige Kräfte werden ausgehen von Entdeckungen, die den ganzen Erdball zu einer Art selbstfunktionierendem elektrischem Apparat umgestalten werden. Auf eine Weise, über die nicht gesprochen werden kann, wird das kleine Häuflein geschützt werden.“ (Lit.:GA 93, S. 122ff)

Um dem Einfluss Ahrimans das notwendige Gegengewicht zu setzten, wird man dieser letztlich zerstörerischen ahrimanischen Technik eine moralische Technik der Zukunft entgegensetzen müssen:

„Heute sind wir mit allen unseren Einrichtungen auf den physischen Plan heruntergekommen. Wenn nicht neben der Kultur auf dem physischen Plan eine moralische Kultur einhergeht, so wirken die physischen Errungenschaften zerstörend. Durch Entwickelung der Moralität wird der Mensch ganz andere Kräfte erzeugen können als diejenigen, die jetzt auf dem physischen Plan vorhanden sind. Keely setzte seinen Motor in Bewegung durch Schwingungen, die er im eigenen Organismus erregte. Solche Schwingungen hängen von der moralischen Natur des Menschen ab. Das ist ein erster Morgenstrahl für dasjenige, was als Technik der Zukunft herauskommen wird. In Zukunft werden wir Maschinen haben, die nur dann in Bewegung geraten, wenn die Kräfte von Menschen kommen, die moralisch sind. Die unmoralischen Menschen können solche Maschinen dann nicht in Bewegung setzen. Rein mechanischer Mechanismus muß verwandelt werden in moralischen Mechanismus.“ (Lit.:GA 97, S. 40f)

Diese moralische Technologie beruht auf einer Weiterentwicklung der Mechanik, bei der große mechanische Kraftwirkungen allein durch die Fokusierung und den harmonischen Zusammenklang von Schwingungen erzeugt werden, die ihren ersten Anstoß von den periodischen Lebensprozessen in unserem rhythmischen System, also namentlich von unserem Herzschlag und Atemrhythmus, erhalten und durch feine, hochsensitive schwingungsfähige Elemente auf die Maschine übertragen werden. Die Maschine passt sich dadurch ganz dem Menschen, seinem seelischen Erleben und seinen moralischen Qualitäten an und lässt dabei seine volle geistige Freiheit unangetastet. Auf die Verwendung der zerstörerischen Kräfte der Unter-Natur (Elektrizität, Magnetismus, Kernkräfte), durch die der Mensch sehr leicht unter die Knechtschaft des ahrimanischen Doppelgängers gerät und die physiologisch insbesondere mit unserem Nerven-Sinnes-System zusammenhängen, wird dabei verzichtet. Einen frühen Vorläufer dieser Entwicklung sah Steiner in John Worrell Keely, der den berühmt gewordenen Keely-Motor entwickelt hatte, den Steiner mit als Vorbild für den Strader-Apparat seiner Mysteriendramen genommen hat.

Geschichte

Die Geschichte der Werkzeugnutzung und -herstellung durch Menschen beginnt vor ca. 2,4 Millionen Jahren. Im Verlauf der Steinzeit wurden sehr viele der heute noch üblichen Werkzeuge entwickelt. Die ältesten Steinwerkzeuge, die das Niveau der Schimpansentechnik übertrafen, wurden vor 2,4 Millionen Jahren vermutlich durch den Homo rudolfensis hergestellt. Metalle als Material für Werkzeuge sind seit der Kupferzeit (Chalkolithikum, Äneolithikum) üblich.

Die Analyse der Bälkchenstruktur von 3 Mio. Jahre alten Mittelhandknochen von Australopithecus africanus mittels Computertomographie lässt den Schluss zu, dass damals schon Handwerkzeug verwendet wurde.[9]

Schon natürliche Gegenstände wie Steine oder Äste werden von Menschen und auch vielen Tieren als Werkzeuge verwendet. Die gezielte Werkzeugherstellung (Anspitzen eines Astes zur Verwendung als Spieß) beherrschen neben dem Menschen nur wenige Primaten und Vogelarten (vgl. Werkzeuggebrauch bei Tieren). Bereits Schimpansen sind in der Lage, nicht nur vorhandene Dinge als Werkzeuge zu benutzen, sondern auch gezielt Werkzeuge herzustellen.

Der Versuch, die körperlichen Fähigkeiten durch Werkzeuggebrauch zu steigern, kann als früher Vorläufer der heutigen Bionik gesehen werden. Neben der Selbstbeobachtung, was ohne Werkzeug nicht, mit Werkzeug aber schon gemacht werden kann, dürften auch in magischen Vorstellungen umgesetzte Versuche, sich Eigenschaften von Tieren anzueignen, über die der Mensch in seiner biologischen Ausstattung nicht verfügt, zu konkreten Ergebnissen im Sinne der Technik geführt haben. Noch heute ist für einfache traditionelle Werkzeuge und Geräte eine Vielzahl von vergleichenden Namen üblich, die auf Tiereigenschaften Bezug nehmen, wie der Bock, der nicht umfällt, oder der sprichwörtlich „reißende“ Wolf für Reißwolf oder Fleischwolf.

Einzelne Fachgebiete

Technik

Die Bearbeitung eines Werkstücks erfolgt durch ein Werkzeug, das aber wiederum durch ein Tier, einen Menschen oder eine Maschine geführt werden muss. Eine Maschine, die eigenständig eine Bearbeitung ausführt, kann also nicht als Werkzeug bezeichnet werden, wobei sich die Begrifflichkeiten überlappen, denn eine komplexe Maschine kann durchaus „als Werkzeug“ eingesetzt werden.

Im Einzelnen steht der Begriff Werkzeug für

Der Beruf des Werkzeugmachers im Werkzeugbau wird meist mit der Herstellung von Gesenken und Spritzguss­formen (Spritzgießwerkzeug) verbunden, obwohl zum Berufsbild auch die Herstellung von Schneidwerkzeugen, Messwerkzeugen und Vorrichtungen gehören.

Arbeitswelt

In der Arbeitswelt gehören die am Arbeitsplatz eingesetzten Arbeitsgeräte zu den Arbeitsmitteln. Hierzu zählen alle Arten von Betriebs- und Geschäftsausstattung wie Büromaschinen, Büromaterial, Büromöbel, Maschinen, technische Anlagen, Telekommunikationsanlagen oder Werkzeuge.

Humanwissenschaft

Pädagogik/Erziehungswissenschaft

Um die Gesamtheit der Mittel und Hilfsmittel beim Lernen zu bezeichnen, hat sich der Begriff des Lernwerkzeugs durchgesetzt. Im Unterrichtsalltag kommen Lernwerkzeuge in Form von Heften, Füllern, Radiergummis, Linealen, Taschenrechnern und Computerprogrammen (z. B. elektronische Nachschlagewerke) etc. vor. Sie sparen Zeit, Material oder erledigen immer gleiche Abläufe. Gute Lernwerkzeuge helfen und sorgen für eine Arbeitserleichterung und tragen auch zu einer Unterstützung wichtiger Lernaktivitäten bei.

Kulturwissenschaften

In den Kulturwissenschaften – insbesondere in der Ethnologie – wird die allgemeinere Definition für Werkzeuge verwendet. Nach ihrer „technologischen Funktion“ werden folgende vier kombinierbaren Werkzeugtypen unterschieden:

  • Behälter (Aufbewahren und Lagern, um den Inhalt vor Beschädigung, Zerfall, Entwertung und Verlust zu schützen)
    • Vehikel (Kombination aus Behälter und Medium, z. B. Fahrzeuge)
  • Medien (Werkzeuge zum Bewegen von Materie oder Energie über eine räumliche Distanz, z. B. Telefonkabel, Pipeline)
    • Mechanismus (Ensemble aus verschiedenen Medien, die Kraft, Energie oder Bewegung übertragen, z. B. das Rad)
  • Selektor (Filter, um Verschiedenes zu trennen)
    • Ventil (Kombination von Selektor und Mechanismus)
  • Konverter (Umwandeln von Materialien oder Energie in andere Formen, z. B. das Feuer)
    • Maschine (Nutzbarmachung von Energie in Bewegungsenergie durch einen Mechanismus)
    • Generator (Umwandlung von mechanischer in elektrische Energie)[10]

Recht

Auch die Rechtswissenschaft kennt den Begriff des Werkzeugs. So kann bei Begehen einer Straftat das Verwenden oder Beisichführen eines Werkzeugs ein qualifizierendes Tatbestandsmerkmal oder einen besonders schweren Fall (Regelbeispiel) darstellen (vgl. gefährliche Körperverletzung, schwerer Raub, besonders schwerer Fall des Diebstahls). Das Tatbestandsmerkmal ist inhaltlich nicht deckungsgleich mit dem umgangssprachlichen Werkzeugbegriff, ja kann sogar je nach Tatbestand einen unterschiedlichen Inhalt haben. Bisweilen wird von der Strafrechtswissenschaft auch der Vordermann bei der mittelbaren Täterschaft als (Tat-)Werkzeug bezeichnet. Im Staatshaftungsrecht schließlich hat die Rechtsprechung eine sog. Werkzeugtheorie entwickelt, nach der sie beurteilt, wann der Staat für die Fehler von beauftragten Privatunternehmern nach Amtshaftungsgrundsätzen haftet.

Siehe auch

Literatur

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Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Freie Werkausgaben gibt es auf fvn-rs.net, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
Die Rudolf Steiner Ausgaben basieren auf Klartextnachschriften, die dem gesprochenen Wort Rudolf Steiners so nah wie möglich kommen.
Hilfreiche Werkzeuge zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk sind Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners und
Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.
Ausführliche bibliografische Informationen mit Volltextsuche in allen derzeit verfügbaren Online-Ausgaben bietet die Steinerdatenbank.de.

Weblinks

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 Wiktionary: Werkzeug – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. „the use of an external object as a functional extension of mouth or beak, hand or claw, in the attainment of an immediate goal“.  Jane van Lawick-Goodall: Tool-using in primates and other vertebrates. In: Advances in the study of behaviour. Vol. 3, Academic Press, New York (NY) 1970, S. 195–249. Zitiert nach:  Vicki K. Bentley-Condit, E.O. Smith: Animal tool use: current definitions and an updated comprehensive catalog. In: Behaviour. Vol. 147, Nr. 2, Brill, Leiden 2010, ISSN 0005-7959, S. 185–221; A1–A32, doi:10.1163/000579509X12512865686555 (eosmith.com). Für weitere Definitionen siehe nationalzoo.si.edu (Memento vom 25. Oktober 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft (bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis)
  2.  Werkzeug, n. (und m.), instrumentum. In: Deutsches Wörterbuch. Band 29: Wenig–Wiking – (XIV, 1. Abteilung, Teil 2), S. Hirzel, Leipzig 1960, Sp. 419–426 (woerterbuchnetz.de).
  3.  Ausrüstung, f. instructio, armatura. In: Deutsches Wörterbuch. Band 1: A–Biermolke – (I), S. Hirzel, Leipzig 1854, Sp. 942 (woerterbuchnetz.de).
  4. Julius Leo: Instrumentarium chirurgicum. Mit einer Vorrede von Johann Nepomuk Rust. 1824.
  5.  Rüstzeug, n., in älterer sprache auch m.. In: Deutsches Wörterbuch. Band 14: R–Schiefe – (VIII), S. Hirzel, Leipzig 1893, Sp. 1553–1554 (woerterbuchnetz.de).
  6.  Zeug, n., m., Sammelwort für sächliche Concreta. In: Deutsches Wörterbuch. Band 31: Z–Zmasche – (XV), S. Hirzel, Leipzig 1956, Sp. 825–838 (woerterbuchnetz.de).
  7. Beispiele in diesem Sinne geben die Brüder Grimm: „im konkreten Sinne Gerät als Mittel zur Unterstützung oder Ersetzung der menschlichen Hand bei der Bearbeitung von Gegenständen oder Stoffen.“  Werkzeug 1). In: Deutsches Wörterbuch. Band 29: Wenig–Wiking – (XIV, 1. Abteilung, Teil 2), S. Hirzel, Leipzig 1960, Sp. 419–421 (woerterbuchnetz.de).
  8.  Werkzeug 3) a). In: Deutsches Wörterbuch. Band 29: Wenig–Wiking – (XIV, 1. Abteilung, Teil 2), S. Hirzel, Leipzig 1960, Sp. 422–424 (woerterbuchnetz.de).
  9. science.orf.at Anthropologie: Knochen verraten frühen Werkzeuggebrauch, science.ORF.at 22. Januar 2015.
  10. Dieter Haller (Text), Bernd Rodekohr (Illustrationen): Dtv-Atlas Ethnologie. 2. Auflage. dtv, München 2010, S. 139.


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