Hominidae

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Kladogramm der Familie der Menschenaffen (Hominidae) und ihrer Unterfamilien Ponginae und Homininae sowie der heute noch lebenden Gattungen Pongo (Orang-Utans), Gorilla, Pan (Schimpansen) und Homo

Die Hominiden (lat. Hominidae) oder Menschenaffen bilden nach den gegenwärtigen phyogenetischen Erkenntnissen eine aus vier heute noch lebenden Gattungen bestehende Familie der Primaten. Sie besteht aus insgesamt acht rezenten Arten, zu denen entwicklungsgeschichtlich auch der Mensch als einzige heute noch lebende Art der Gattung Homo gezählt wird. Die früher gebräuchliche Definition der Hominiden, die nur den anatomisch modernen Menschen, den Homo sapiens, und seine fossilen nächsten Verwandten umfasste, gilt als überholt, da die Schimpansen und Gorillas deutlich enger mit dem Menschen verwandt sind als mit den Orang-Utans. Im allgemeinen Sprachgebrauch versteht man allerdings - mit Ausschluss der Gattung Homo - unter Menschenaffen im engeren Sinn nur die nicht-menschlichen Hominiden, also Orang-Utans, Gorillas und Schimpansen, die zur Unterfamilie der Homininae zusammengefasst werden.

Auf die morphologische Verwandtschaft des Menschen mit den höheren Tieren hatte schon Goethe hingewiesen, was auch Charles Darwin, der Begründer der modernen Evolutionslehre, zu würdigen wusste. Anders als Darwin und seine Nachfolger sah Goethe aber auch den grundsätzlichen Unterschied zwischen Mensch und Tier, der für ihn jedoch nicht in anatomischen Details, sondern in der Gesamtheit der seelischen und geistigen Fähigkeiten des Menschen begründet war. Die populäre, laienhafte vereinfachte Ansicht, dass der Mensch vom „Affen“ abstamme, ist weder aus naturwissenschaftlicher noch aus geisteswissenschaftlicher Sicht haltbar.

Goethes Ansichten wurden durch Rudolf Steiner weiter vertieft. Das Menschenwesen erschöpft sich aus anthroposophischer Sicht nicht in dem sinnlich sichtbaren stofflichen Leib, sondern verfügt darüber hinaus noch über höhere, nur übersinnlich wahrnehmbare leibliche, seelische und geistige Wesensglieder. Was so dem hellsichtigen Blick zunächst als Vielheit erscheint, bildet aber für die höhere Erkenntnis eine Einheit (vgl. GA 7, S. 112), durch die sich das Ich des Menschen, d.h. seine Individualität, entfalten kann.

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