Planetenstunde

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Planetenstunden (im Uhrzeigersinn),
Wochentage (im Linienverlauf des Siebensterns)

Der Begriff Planetenstunde meint in der Astrologie, dass die einzelnen Stunden des Tages und der Nacht in besonderer Weise nach der Bedeutung eines Planeten charakterisiert werden. Als erste Stunde wird dabei die mit dem Sonnenaufgang beginnende Stunde des Tages gerechnet, die von dem Planeten „regiert“ wird, der dem jeweiligen Wochentag entspricht (Sonntag: Sonne, Montag: Mond usw.), der sich aus der sogenannten „chaldäischen Reihe“ ergibt. Die einander abwechselnden Stundenherrscher folgen dann der geozentrischen Ordnung der Planeten, die aus deren siderischen Umlaufzeiten folgt. So ist Mars beispielsweise der Herrscher des Dienstags und damit auch der erste Stundenherrscher des Tages; ihm folgt die Sonne, die Venus, der Merkur und der Mond, dann Saturn, Jupiter usw.

Die ersten zwölf Stundenherrscher regieren den Tag, die folgenden zwölf die Nacht. Um die Länge der Tages-Planetenstunden zu berechnen, muss man die Zeiten von Sonnenaufgang und Sonnenuntergang kennen und auf zwölf gleiche Teile aufteilen. Ebenso ergibt sich die Länge der nächtlichen Planetenstunden aus der durch Zwölf geteilten Zeit von Sonnuntergang bis Sonnenaufgang. Die Tages- und Nachtstunden haben daher - außer zu den Tagundnachtgleichen - unterschiedliche Länge.

Die Chaldäische Reihe läßt sich ableiten, wenn man die klassischen sieben Planeten, beginnend mit dem Saturn, nach abnehmender siderischer Umlaufzeit im Uhrzeigersinn den Spitzen eines Siebensterns zuordnet und dann den Linien, die den Siebenstern bilden, ausgehend vom Saturn folgt, wie es die nebenstehende Zeichnung zeigt.

Die siderischen Umlaufzeiten der Planeten betragen:

Nach Ablauf der 24 Planetenstunden eines Tages entspricht die folgende erste Planetenstunde nunmehr dem Planeten, nach dem der Folgetag benannt ist.

Großen Einfluss hatte der hellenistische Astronom Vettius Valens, der jeder Stunde des Tages einen Planetengott als Stunden-Herrscher zuordnete.

Mittelalterliche und frühneuzeitliche Ärzte empfahlen die Anwendung von Aderlässen zu spezifischen Planetenstunden, die der Disposition des Patienten oder der Krankheit entsprachen.

Siehe auch


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