Qlipot

Aus AnthroWiki
(Weitergeleitet von Qelipot)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Unter Qlīpōt (hebr. קליפות, "Schalen"), auch Klippot, Qlipoth, Qliphoth, Kliffoth oder Kellipot, Kalipoth, versteht die jüdische Mystik nach Isaak Luria die Scherben der inneren sechs Sefirot-Gefäße, die dem Durchströmen des unendlichen Lichtes von En Sof nicht standhalten konnten und deshalb zerbrachen (Schwirat ha-Kelim). Sie blieben jedoch in der Welt als leere geistverlassene Hüllen erhalten und bildeten die Grundlage des Bösen.

Wie die Sefirot senden sie Funken (hebr. ניצוצות Nitzutzot, Einzahl: נִיצוֹץ, Nitzotz) aus, die sich Infolge des Sündenfalls mit den Funken der Sefirot vermischen und in die Seelen einwandern, so dass jede Seele mehr oder weniger starke Anteile des Guten und des Bösen enthält.

Nach der Genesis-Auslegung des Buches Sohar hat Gott vor der Schöpfung unserer Welt andere Welten erschaffen und diese wegen ihrer Unvollkommenheit wieder zerstört. Die Reste dieser Welten haben sich laut Sohar als "Hülsen" (hebr. qlipot) erhalten und bilden das Böse in der Welt(die "Hinterseite", heb. sitra achra). Sie enthalten noch "Funken von Heiligkeit"(heb. nizzozot schel qduschah).

Qlipot und Kashmir Shivaismus

Im Kashmir-Shivaismus existiert ein ähnliches Modell : Ishvara ("En-Soph") strahlt das Sadvidya-Tattva (Licht) aus, welches in Interaktion mit dem Maya-Tattva (Dunkelheit, Zorn) fünf Hüllen (Kanchukas) um den Purusha erzeugt (Shuddhashudda Tattvas), die Vorläufer der weiteren fünf Elemente der Mentalebene, welche ebenfalls positiv und negativ sind. Die Geistfunken werden hier als Atma-Anu bezeichnet.

Qlipot im Okkultismus

Im Okkultismus wurde das Konzept der Qlīpōt weiter ausgeweitet. So setzt sie Samuel Liddell MacGregor Mathers mit den Königen von Edom gleich, bzw. erklärt ihre Entstehung mit einer Unausgeglichenheit innerhalb der vierten Sefirā (Ḥesed).

Bill Heidrick und Eliphas_Lévi (Key to the Mysteries) sprechen allerdings davon, dass die ursprüngliche Kabbala nur vier Qlipot kennt.

Aleister Crowley spricht von ihnen als drei Verkörperungen der Formen des Bösens (vor Samael): Qemetial, Belial und Othiel.

Israel Regardie stellt sogar einen eigenen Baum von zehn Qlīpōt auf, die den Sefirot gegenüberstehen:

obere Qlīpōt:

1. Thaumiel, Thamiel (heb. təɁōmiʕēl): Gottes Zwilling
zugeordnete Dämonen: Satan, Moloch
2. Ghagiel, Chaigidel: Verwirrung von Gottes Macht
zugeordnete Dämonen: Beelzebub, Adam Belial
3. Sathariel: Verbergung Gottes
zugeordneter Dämon: Lucifuge Rofocale

mittlere Qlīpōt:

1. Gha'agsheblah, Gamchicoth: die Oger
zugeordnete Dämonen: Astaroth, Ištar, Isis
2. Golachab: brennende Körper
zugeordneter Dämon: Asmodäus
3. Thagirion: die, die Kummer und Tränen verbreiten
zugeordneter Dämon: Belphegor

untere Qlīpōt:

1. A'arab Zaraq, Harab Serapel: die Raben der Gottesverbrennung
zugeordnete Dämonen: Baal, Tubal-Kain
2. Samael: Gottes Trostlosigkeit, die linke Hand
zugeordneter Dämon: Adramelech
3. Gamaliel: Gottes Verunreinigung
zugeordnete Dämonin: Lilith

unterste Qlīpā:

zugeordnete Dämonin: Naama(h), Nehema

Weblinks

Dieser Artikel basiert (teilweise) auf dem Artikel Qlipot aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation und der Creative Commons Attribution/Share Alike. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.