Eine freie Initiative von Menschen bei ![]() ![]() ![]() ![]() mit online Lesekreisen, Übungsgruppen, Vorträgen ... |
![]() |
Use Google Translate for a raw translation of our pages into more than 100 languages. Please note that some mistranslations can occur due to machine translation. |
Eigenschaft
Eine Eigenschaft (lat. attributum, proprietas, qualitas; eng. property; franz. propriété) ist ganz allgemein etwas, das einer Sache, einer Person, einem Begriff oder einer anderen Eigenschaft eigen ist. Handelt es sich dabei um eine Eigenschaft, die zum Wesen der Sache gehört, so ist sie eine wesentliche Eigenschaft oder Wesenseigenschaft. Alle zufälligen und mithin unwesentliche Eigenschaften, die also nicht unmittelbar das Sosein berühren, werden auch Akzidentien genannt.
Eigenschaften in Naturwissenschaft und Technik
Bei der Beschreibung von Zustandsgrößen kann in Naturwissenschaft und der Technik zwischen den Eigenschaften des Körpers und den des Materials (Stoffeigenschaft) unterschieden werden:
Einteilung der Eigenschaften (Größen) in Naturwissenschaft und Technik: | |
---|---|
„Extensive Größe“: Körper-Eigenschaften, abhängig von der Größe eines Körpers, z. B. Masse, Länge, Gewicht usw. |
„Intensive Größe“: Stoffliche Eigenschaften, unabhängig von der Größe eines Körpers, z. B. Dichte, Konzentration, Farbe, Geschmack usw. |
In der Informatik bezieht sich der Ausdruck Attribut in unterschiedlichen Zusammenhängen auf die Eigenschaften unterschiedlicher Objekte. So werden alle über den eigentlichen Inhalt von Dateien notwendigen und zusätzlichen Eigenschaftszuschreibungen als Dateiattribute bezeichnet, sogenannte Tags erhalten durch die Ergänzung von „Attributnamen“ und „Attributwerten“ zusätzliche Eigenschaften und in der objektorientierten Programmierung wird zwischen dem Merkmal einer Klasse und dem eines Objekts unterschieden.
Primäre und sekundäre Eigenschaften
Seit Demokrit unterscheidet man zwieschen primären und sekundären Eigenschaften, so auch bei John Locke. Primäre Eigenschaften sind dabei Eigenschaften, die dem Ding an sich (Kant) unmittelbar und direkt zukommen, sekundäre Eigenschaften hingegen sind Eigenschaften, die ihm "nicht" zukommen, die also erst eine Konstruktion unseres Gehirns sind, wie Farbe, Geruch, Geschmack, Wärme oder Gewicht.
Manifeste und dispositionelle Eigenschaften
Grundsätzlich kann zwischen manifesten Eigenschaften und dispositionellen Eigenschaften unterschieden werden. Erstere sind tatsächlich realisiert und daher der Beobachtung zugänglich. Begrifflich sind sie daher als Beobachtungsbegriffe zu fassen. Letztere sind nur der Möglichkeit nach vorhanden und können daher nicht beobachtet werden. Begrifflich werden sie durch Dispositionsbegriffe gefasst.
Tropen
Eine einzelne partikuläre Eigenschaft, z.B. ein ganz bestimmte „Röte“, wird in der zeitgenössischen Philosophie auch als Trope (von griech. τρόπος tropos „Wende, Veränderung“; eng. trope) bezeichnet. Der Begriff wurde 1953 von dem US-amerikanischer Philosophen Donald Cary Williams (1899-1983) eingeführt[1]. Er sah darin eine Alternative zu allen bisherigen nominalistischen und realistischen Versuchen, das Universalienproblem zu lösen. Seiner Ansicht nach sind die Eigenschaften, d.h. die Tropen, die eigentlichen und einzigen Bestandteile der Wirklichkeit. Sie bilden gleichsam ein „Alphabet des Seins“ (Alphabet of Being), aus dem alle anderen, komplexeren Entitäten aufgebaut sind. Diese seien aber keine Universalien, sondern Partikularien (abstract particulars, individual properties, individual qualities, property instances) mit einzigartiger räumlich-zeitlicher Struktur.
Konkrete Dinge seien aus Bündeln von Eigenschaften (Tropen) zusammengesetzt, ohne dass dazu eine innere Substanz nötig wäre, die sie zusammenhält. Universelle Eigenschaften, die vielen Objekten gemeinsam sind, führt Williams auf die Ähnlichkeit der an ihnen beteiligten Tropen zurück. So enthalten etwa verschiedene rote Gegenstände ähnliche Farbtropen, die der Klasse „Rot“ angehören. Haben zwei Gegenstände die gleiche Farbe, so enthalten sie zwar numerisch unterschiedene, aber exakt gleiche Farbtropen. Keith Campbell[2] und Michael C. LaBossiere[3] erläutern den Unterschied zwischen Tropen und Universalien am Beispiel von sechs Erbsen, die exakt den gleichen grünen Farbton haben: Für den Tropen-Theoretiker liegen dann sechs exakt gleiche Grün-Tropen vor, während der Universalien-Realist in ihnen sechs Instanzen der einen und einzigen „Grünheit“ sieht. Letztere Position wurde etwa von David Armstrong vertreten[4]. Williams hingegen bezog eine nominalistisch-naturalistische Position. Die Existenz eigenständiger überräumlich-überzeitlicher ideeller Universalien bestritt er. Damit fehlt allerdings das geistige Band, dass die Tropen gesetzmäßig miteinander verbindet.
Eine metaphysische Theorie die sowohl Tropen als auch Objekte, von denen diese abhängen, umfasst, entwickelte Edmund Husserl in seinen Logischen Untersuchungen[5].
Siehe auch
- Eigenschaft - Artikel in der deutschen Wikipedia
- Attribut - Artikel in der deutschen Wikipedia
- Sinnesqualität - Artikel in der deutschen Wikipedia
- Qualität - Artikel in der deutschen Wikipedia
Einzelnachweise
- ↑ D.C. Williams: On the Elements of Being, Review of Metaphysics 7: 3-18 & 171-192 (1953)
- ↑ Keith Campbell: Abstract Particulars, Oxford: Blackwell (1990), S. 2
- ↑ Michael C. LaBossiere: „Substances and Substrata“, AJP 72: 360-370 (1994)
- ↑ D.M. Armstrong: Universals. An Opinionated Introduction, Boulder Colo./San Francisco/London 1989
- ↑ E. Husserl: Logische Untersuchungen, III, Halle 1900/1901