Geschlechtsorgane

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Die Geschlechtsorgane haben sich als Folge des Sündenfalls und der damit verbundenen Geschlechtertrennung herausgebildet. Anfangs waren sie noch pflanzenartige, vegetabile Organe, die nur von den lebensspenden Kräften des Ätherleibs durchzogen waren. Die Bibel deutet daruf hin mit dem Symbol des Feigenblatts, mit dem Adam und Eva ihre Blöße bedeckten, nachdem sie vom Baum der Erkenntnis gegessen hatten.

Erst nach und nach wurden die Geschlechtsorgane durch den fortwirkenden luziferischen Einfluss auch von astralen Kräften ergriffen und damit begann allmählich die sexuelle Begierde zu erwachen. Bis dahin war die Fortpflanzung ein völlig unbewusster Vorgang. Das änderte sich nun und damit erst begannen sich auch die Geschlechtsorgane im dichten Fleisch auszubilden. Die Sexualorgane waren die letzten, die sich derart in fleischlicher Gestalt formten. Die Bewusstseinsentwicklung der Menschheit machte dadurch einen großen Sprung nach vorne und es wurde die Basis für das noch spätere Selbstbewusstsein gelegt; zugleich begann aber auch der Egoismus immer stärker zu erwachen. Die triebhafte Sexualität ist die eigentliche Quelle des Egoismus. Sie ist aber zugleich die notwendige Voraussetzung dafür, dass der Mensch die Liebe entwickeln kann, indem er durch die freie Tat seines Ichs den Egoismus überwindet und bereit ist, sich selbst zu verschenken.

Der Kehlkopf als künftiges Reproduktionsorgan

Die Geschlechtsorgane haben ihre heutige Gestalt nicht nur am spätesten bekommen, sie werden auch am frühesten wieder verschwinden und die Fortpflanzung wird dann auf andere Weise geschehen. Der Stimmbruch, der bei den Burschen in der Pubertät auftritt, ist ein Hinweis darauf, dass ein Zusammenhang zwischen der Geschlechtsreife und den Sprachorganen besteht. Der Kehlkopf wird sich künftig zu einem neuen Reproduktionsorgan umbilden und der Mensch wird zeugend sein durch das Wort. Der menschliche Leib wird dann aber bereits ganz anders aussehen als heute:

"Es gibt im Menschen zweierlei Organe, solche, welche auf dem Wege sind, unvollkommen zu werden, und nach und nach abfallen werden, und solche, die erst in der Ausbildung begriffen sind. Alle niederen Organe, die sexuellen Organe, werden abfallen. Herz und Kehlkopf dagegen sind Organe, die erst in der Zukunft ihre Vollendung haben werden, erst in der Zukunft ihre Entwickelung finden werden.

Ich spreche zu Ihnen. Meine Gedanken sind in mir. Ich kleide sie in Worte. Diese kommen aus dem Kehlkopf heraus, bringen Tonschwingungen hervor, und dadurch teilen sich meine Gedanken Ihrer Seele mit. Der Kehlkopf ist der Apparat, die Luftwellen zu machen, und das, was in der Seele ist, da hinauszubringen. Wenn jemand einen Apparat erfinden könnte, durch den die Wellen verfestigt werden könnten, dann könnten Sie meine Gedanken, meine Worte aufklauben. In der Zukunft wird der Kehlkopf nicht nur die Worte hervorbringen, sondern er wird einstmals das schöpferische, das Zeugungsorgan sein, das dem Menschen ähnliche Wesen hervorbringen wird.

In gewissen Zeiten, da war noch nicht die pflanzliche Natur des Menschen durchdrungen von der begierdevollen Fleischesqualität. Gerade diejenigen Organe, die sich am spätesten aus der tierischen Natur entwickelt haben, gehen zuerst wieder weg; das sind die Fortpflanzungsorgane. Diese waren lange da als Pflanzenorgane, als der Mensch schon in Fleisch da war. Deshalb sind in Sammlungen Bilder von Hermaphroditen mit Pflanzenorganen zu sehen. Wenn in der Bibel erzählt wird vom Feigenblatt der Eva, so ist in Wahrheit unter diesem Symbole zu verstehen, daß diese Organe die letzten waren, welche sich im Fleische entwickelt haben. So muß in die religiösen Urkunden eingedrungen werden. Die Sexualorgane sind untergehende Organe, dagegen ist der Kehlkopf in voller Umbildung begriffen, und wenn der Mensch wieder keusch geworden sein wird, wird sich der Kehlkopf der geistigen Sonne wieder zuwenden. Der Kelch der Pflanze entwickelte sich zu der leidenschafterfüllten Fleischesform, und wieder wird der Kehlkopf zum keuschen, reinen Kelche, der vom Geiste befruchtet wird, der der heiligen Liebeslanze entgegengehalten wird. Das ist auch das Symbol des Heiligen Gral, sein hohes Ideal." (Lit.: GA 098, S. 23f)

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Natur- und Geistwesen – ihr Wirken in unserer sichtbaren Welt, GA 98 (1996)
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Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
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Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
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