Mysterien von Eleusis

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Blick auf das Demeter- und Kore-Heiligtum und das Telesterion, die Einweihungshalle, die das Zentrum der Eleusinischen Mysterienstätte bildeten. Die meisten Ruinen stammen allerdings von römischen, vor allem unter den Kaisern Hadrian und Marc Aurel errichteten Bauten.

Die Mysterien von Eleusis waren Initiations- und Weiheriten, die sich um den Mysteriengott Jakchos (d.h. Dionysos, s. Dionysoskult) drehten, und die nach dem Demeterheiligtum in Eleusis etwa 30 km nordwestlich von Athen benannt waren. Die Mysterien gehörten zum Staatskult der Athener, wurden jedoch in der Spätantike auch von Reisenden aus allen Ländern besucht.

Pausanias berichtet in seinen Reisebeschreibungen Buch X, 31:

„Die älteren Griechen hielten nämlich die Feier in Eleusis um so viel höher in Ehren als alles, was sonst zur Frömmigkeit gehört, …“

Die Teilnehmer der Mysterienfeiern mussten die Geschehnisse bei der Androhung der Todesstrafe geheim halten und wurden dadurch zu einem exklusiven Zirkel geeint. Sie glaubten, dadurch an der göttlichen Macht teilzuhaben und im Leben nach dem Tode davon zu profitieren. Trotz der Geheimhaltungspflicht konnte aus archäologischen Funden und überlieferten Texten die Abläufe der Feiern weitgehend rekonstruiert werden.

Die Mysterien bestanden aus umfangreichen kultischen Vorbereitungen, auf die ein Umzug von bis zu 3.000 Teilnehmern auf der heiligen Straße von Athen nach Eleusis (griech. „Ankunft“; heißt heute im Neugriechischen Elefsis) folgte. Während des Zuges wurden Szenen nachgestellt, die die Geschichten der Demeter, Persephone und des Dionysos darstellen. Das von Édouard Schuré rekonstruierte und von Marie von Sivers übersetze Heilige Drama von Eleusis wurde von Rudolf Steiner sprachlich eingerichtet und auf dem Münchner Kongress 1907 erstmals aufgeführt.

Geistiger Hintergrund

Triptolemos zwischen Demeter (links), die ihm Ähren reicht, und Persephone (rechts), die ihn segnet (Votivrelief aus Eleusis, ca. 440-430 v. Chr., Athen, Archäologisches Nationalmuseum)

Die Mysterien basieren auf dem Mythos der Demeter, der Göttin des Lebens und der Fruchtbarkeit. Ihre Tochter Persephone wurde durch Hades, den Gott der Unterwelt, entführt. Während Demeter nach ihr suchte, vernachlässigte sie ihre Pflichten – die Erde gefror und die Menschen hungerten – der erste Winter. Während dieser Zeit lehrte Demeter Triptolemus die Geheimnisse der Landwirtschaft. Am Ende gelang es ihr, Persephone zurückzuholen und die Erde begann wieder zu leben – der erste Frühling ereignete sich. Während ihrer Entführung gab Hades Persephone einen Granatapfel, von dem sie ein paar Samen aß und deshalb konnte sie seitdem nicht mehr ständig im Land der Lebenden weilen, ein Drittel des Jahres zog es sie in die Unterwelt, den Rest des Jahres verbrachte sie mit ihrer Mutter – so entstanden die Jahreszeiten (die Griechen kannten allerdings, dem mediterranen Klima entsprechend, nur drei Jahreszeiten, der Herbst fiel weg).

Mit den Mysterien von Eleusis wurde Persephones Rückkehr in die Welt der Lebenden gefeiert, also der Frühlingsbeginn. Da sie während ihres Aufenthaltes in der Unterwelt Samen aß, ein Symbol des Lebens, steht ihre Wiedergeburt symbolisch für die Wiedergeburt allen pflanzlichen Lebens im Frühjahr und im größeren Rahmen allen Lebens auf Erden.

Im homerischen Hymnus an Demeter war König Keleos einer der ursprünglichen Demeter-Priester und einer der ersten, die in die geheimen Riten und Mysterien ihres Kultes eingeweiht wurden. Die anderen der ursprünglichen Priester waren Diokles, Eumolpos, Triptolemus und Polyxeinus. Triptolemus, der das Wissen um die Landwirtschaft ja direkt von Demeter erhalten hatte, gab dieses an das ganze Volk der Griechen weiter.

Demeter, Persephone und Pluto

„Ein Zug des Mysteriums von Eleusis weist uns auf ein bedeutsames Naturwunder hin. Was geschieht denn eigentlich als die Grundtatsache des Mysteriums von Eleusis? Persephone, die Repräsentantin der alten hellseherischen Kräfte der Menschenseele, wird von Pluto, dem Gotte der Unterwelt, geraubt [...]

Wohin ist denn Persephone gekommen? Was macht sie als die Regentin der alten hellseherischen Kräfte heute in der menschlichen Natur? Sie werden aus den ersten Ausführungen eines Buches, das in einigen Tagen hier zu haben sein wird und das im wesentlichen meine letzten Kopenhagener Vorträge wiedergibt, entnehmen können, daß der ganze Umfang der menschlichen Seele weit größer ist als das, was die menschliche Seele durch ihren Intellekt, durch ihren Verstand weiß. Es gibt etwas, was man ein weiteres, ein umfänglicheres Seelenleben nennen könnte, ein unterbewußtes Seelenleben, das in uns wirkt, das aber bei der Mehrzahl der heutigen Menschen eben nicht ins Bewußtsein herauftritt. Es ist besser, es unterbewußtes als unbewußtes Seelenleben zu nennen. In dieses unterbewußte Seelenleben, in das, was in dem Menschen wirkt heute, ohne daß er mit seinem Bewußtsein sich verständige, intellektuelle Rechenschaft gäbe, da ist Persephone, da sind die alten hellseherischen Kräfte hinuntergezogen. Während sie in den uralten Zeiten in der Menschenseele so wirkten, daß diese Seele hellseherisch in geistige Welten hineinschauen konnte, wirken diese Kräfte heute in den Untergründen der menschlichen Seele, in den Seelentiefen, wirken mit bei der Ausbildung und Formung unseres Ich, machen dieses Ich immer fester und fester. Haben sie sich also in uralten Zeiten der Tätigkeit gewidmet, dem Menschen hellseherische Kräfte zu geben, so widmen sie sich heute der Festigung, der Konsolidierung unseres Ich, sie sind also wirklich in eine menschliche Seelenunterwelt hinuntergezogen, diese Persephonekräfte, sie sind umschlungen von dem, was in den Tiefen der menschlichen Seele ruht; sie sind geraubt in einer gewissen Beziehung von den Tiefen der menschlichen Seele. Und so hat sich im Laufe des geschichtlichen Werdens der Menschheit dieser Raub der Persephone vollzogen durch jene Kräfte der Menschenseele, die tief in ihren Untergründen sitzen und äußerlich in der Natur repräsentiert werden durch Pluto. Dieser Pluto beherrscht im Sinne der griechischen Götterlehre das Unterirdische der Erde. Aber der Grieche war sich bewußt, daß dieselben Kräfte, die in den Tiefen der Erde wirken, auch in den Tiefen der menschlichen Seele wirken. Wie Persephone von Pluto geraubt wird, so wurde im Laufe des Menschenwerdens das alte hellseherische Vermögen durch den Pluto im eigenen Seeleninnern geraubt. Nun ist Persephone die Tochter der Demeter, und wir werden dadurch auf die Anschauung geführt, daß wir in Demeter eine noch ältere Regentin sowohl der äußeren Naturkräfte wie auch der Kräfte der menschlichen Seele zu sehen haben. Ich habe schon gestern darauf aufmerksam gemacht, daß Demeter eine Gestalt der griechischen Götterlehre ist, die uns hinweist auf jene hellsichtige Anschauung der alten Atlantis - denn da ist sie wirklich zu finden -, die zu dem ältesten Weisheitsgut der atlantischen Menschheit gehört. Wenn der atlantische Mensch hineinschaute in die geistige Welt, sah er diese Demeter, sie begegnete ihm wirklich. Und was sagte sich der atlantische Mensch, wenn ihm aus der wirbelnden, sich gestaltenden, formenden geistigen Welt heraus diese Urmutter der menschlichen Seele und der fruchtbaren Naturkräfte erschien? Nicht mit Bewußtsein, aber gleichsam im Unbewußten sagte er sich: Ich habe nichts dazu getan, nicht irgendeine innere Entwickelung durchgemacht - wie die späteren Zeiten es tun werden -, um hineinzuschauen in die geistige Welt. Dieselben natürlichen Kräfte, die mir meine Augen, mein Gehirn, meinen Organismus geben, die in mir wirken, geben mir auch die hellseherische Kraft. Wie ich atme, so habe ich ein Hellsehen. - Und wie der Mensch nicht durch besondere Entwickelung sein Atmen ausbildet, so bildete er damals nicht die hellseherischen Kräfte aus, sondern sie wurden ihm durch Naturgewalten, durch göttliche Wesenheiten gegeben. Der Mensch war sich bewußt, wenn er sein Auge da draußen in der Welt, in den Umkreis des Daseins ergehen ließ und zugleich mit dem Sinnlichen das Geistige sah: Ich nehme in mich die Stoffe der Umwelt auf aus dem Pflanzenreich, das damals noch anders war, ich nehme alles auf, was draußen wächst, ich nehme damit aber auch die Kräfte auf, welche da draußen wirken. Oh, der Mensch der damaligen Zeit war nicht so beschränkt, zu glauben, daß das, was er als seine Nahrung gleichsam aufnahm, nur äußerliche Stoffe, nur Dinge seien, die man mit der Chemie untersucht, sondern er wußte, daß er die innere Konfiguration der Kräfte, die da in all den Stoffen wirken, aufnahm, und daß in diesen Kräften das steckte, was ihn zusammensetzte, was seinen Leib wiederum aufbaute. So sagte sich ein solcher Mensch: Da draußen in der Natur wirken Kräfte; sie ziehen durch die Nahrung, durch die Atmung in mich ein. Was sie draußen sind, wird regiert von der großen Demeter. - Aber die große Demeter schickt die Kräfte in die menschliche Seele hinein. Da werden sie verarbeitet - sagen wir es mit einem groben Ausdruck - mit der Verdauung, die geistig war, und werden umgestaltet zum hellsichtigen Vermögen. In dem Menschen, in der menschlichen Organisation, wird durch die Kräfte, die Demeter als fruchtende Göttin in aller Umgebung wirkt, das hellseherische Vermögen geboren, das repräsentiert ist durch Persephone. So fühlte sich der Mensch hineingestellt in die Naturwunder; er fühlte in sich das hellseherische Vermögen geboren werden als die Geburt der Persephone und fühlte, daß er diese Geburt der Demeter verdankt, die dieselben Kräfte ausgebreitet draußen im weiten All entwickelt, die dann im Menschen zur hellseherischen Kraft sich entfalten.

So blickte der alte Mensch hinauf zur großen Demeter, und so hatte man im alten Griechenland noch ein Bewußtsein des Hinaufblickens zu dieser großen Demeter. Sie haben aber daraus schon gesehen, daß sich der menschliche Organismus, die ganze Leibesorganisation seit jenen alten Zeiten geändert hat. Unser heutiger Leib, wie er in seinen Muskeln und Knochen organisiert ist, ist wesentlich dichter, in sich konsolidierter, als es der Leib jener Menschen war, die noch Persephone in sich gebären konnten, die noch das alte hellseherische Vermögen hatten. Und weil dieser Leib, weil unsere Organisation dichter geworden ist, kann sie auch sozusagen die hellseherischen Kräfte im Unterirdischen der Seele festhalten. Von dem Dichterwerden des menschlichen Leibes rührt das Gefangennehmen der hellseherischen Kräfte im Innern der Menschennatur her. Und indem man noch im alten Griechenlande fühlt, daß der alte, sagen wir symbolisch, weiche menschliche Leib in sich selber dichter wird, nimmt er die Kräfte auf, die im Innern der Erde wirksam sind, während er früher mehr von den Kräften beherrscht war, die den Luftkreis in Anspruch nahmen und dadurch ihn weicher machten. Und immer wirksamer und wirksamer auf den menschlichen Leib wird das, was im Unterirdischen der Erde wirkt, was von Pluto regiert wird, so daß wir sagen können: Im Innern des Menschen wurde Pluto immer wirksamer, verdichtete den menschlichen Leib und raubte dadurch Persephone. - Diese Verdichtung der menschlichen Organisation ging bis in den physischen Leib, denn ganz anders schaute selbst in den ersten nachatlantischen Zeiten die menschliche Organisation aus als die heutige. Nur ein kurzsichtiger Blick kann glauben, daß die Menschen immer so gestaltet waren wie heute. Das habe ich öfter erwähnt.

So sehen wir wirklich unter den Naturwundern des Menschen selber diesen Raub der Persephone und dieses Verhältnis des Menschen zur Demeter ausgedrückt. Auch darin sehen wir in der griechischen Mythologie das Bewußtsein herrschen, daß der Mensch ein Mikrokosmos, ein Ausdruck des Makrokosmos, der großen Welt ist. Wie Demeter draußen wirkt in den gewaltigen Kräften alles dessen, was aus der Erde heraus fruchtet, so wirkt im Innern das, was von Demeter kommt. Wie im Innern der Erde und nicht an der Oberfläche die Kräfte wirksam sind, die der Grieche repräsentiert sein läßt durch Pluto, so wirkt in der eigenen menschlichen Organisation der Pluto.“ (Lit.:GA 129, S. 33ff)

Demeter und Eros

. . .
Ha! Sprängen itzt die Pforten deines Heiligtums,
O Ceres, die du in Eleusis throntest!
Begeist‘rungstrunken fühlt' ich itzt
Die Schauer deiner Nähe,
Verstände deine Offenbarungen,
Ich deutete der Bilder hohen Sinn, vernähme
Die Hymnen bei der Götter Mahle,
Die hohen Sprüche ihres Rats.
. . .
     aus: G. W. F. Hegel: Eleusis

„Aber was ist mit jener ursprünglichen Demeterkraft selber geschehen, als der Menschenleib dichter geworden ist, sich verändert hat? Nun, wenn ich einen groben Vergleich gebrauchen darf: Sie wissen alle, daß man mit dem Eis nicht dasselbe machen kann wie mit dem Wasser, weil das Eis eine andere Form des Wassers ist. So kann man auch mit dem dichteren Menschenleib nicht dasselbe machen, was man einstmals aus den Naturkräften heraus mit dem feineren Leibe hat machen können. Mit diesem hat die Demeter bewirken können, daß sie ihm die geistigen Kräfte, die in den Naturmitteln lagen, einflößte und dadurch die hellseherischen Kräfte entwickelte. Was ist mit den Demeterkräften geschehen dadurch, daß der menschliche Leib dichter geworden ist oder - mythologisch im Sinne der Griechen gesprochen - daß Persephone von Pluto geraubt worden ist? Diese Demeterkräfte mußten sich auch von der menschlichen Leibesorganisation zurückziehen, mußten weniger wirksam werden; der Mensch mußte sozusagen entfernt werden von der unmittelbaren Einwirkung der Demeter, er wurde anderen Kräften unterworfen, Kräften, auf welche ich auch schon gestern hingewiesen habe. Was macht den dichteren menschlichen Leib sozusagen frisch und gesund? So wie den alten menschlichen Leib in uralten Zeiten frisch und gesund gemacht hat die Demeter, so macht den neuen Leib frisch und gesund Eros, das heißt das, was in den Naturkräften durch Eros repräsentiert wird. Und wenn nicht Eros auf ihn wirkte, sondern wenn Demeter fortgewirkt hätte, würde dieser menschliche Leib durch das ganze Leben hindurch welk und runzelig sein. Die Demeterkräfte liegen nicht in den frischen, pausbackigen und rotwangigen Menschenleibern heute, sondern liegen dann im Menschenleib, wenn er die Eroskräfte aus sich ausmerzt. Das tut er, wenn er älter wird, wenn er welk und runzelig wird. Denken Sie, dieser tiefe Zug ist im Mysterium von Eleusis vorhanden. Demeter erscheint Ihnen nach dem Raub der Persephone entblößt der ursprünglichen Kräfte; sie ist verwandelt durch Hekate, verwandelt so, daß sie nun die Welkheit bewirkenden Kräfte trägt. Und mit dem Raub der Persephone sehen wir in der Tat das Zurückziehen der Demeter von der unmittelbaren menschlichen Leibesorganisation auch im geschichtlichen Werden der Menschheit sich vollziehen. Oh, diese alten Naturwunder, sie drücken sich in den alten Göttergestalten in herrlicher Weise aus. Wenn mit dem Altern des Menschen sich Eros von ihm zurückzieht, dann beginnt wieder der Einfluß der Demeter auf die menschliche Leibesorganisation. Dann kann Demeter in gewisser Beziehung wiederum in die menschliche Leibesorganisation hinein, dann tritt, was Repräsentant der fruchtenden Keuschheit ist, gegenüber der Erosorganisation in den Vordergrund. Und auf ein tiefes Mysterium, auf ein ganz gewaltiges Mysterium im Werden des Menschen werden wir hingewiesen, wenn wir das Altern des Menschen - die Umwandlung der Eroskräfte in die Demeterkräfte - in diesem Sinne verfolgen. Solche tiefen Dinge wurden hineingeheimnißt in das eleusinische Drama.“ (Lit.:GA 129, S. 40f)

Sterbliches und Unsterbliches

„Die ganze Sage hat eine tiefe Bedeutung. Die Persephone, welche von Zeit zu Zeit in die Finsternis der Unterwelt zu steigen hat, ist ein Sinnbild der menschlichen Seele. Diese Seele stammt aus himmlischen Regionen und ist zur Unsterblichkeit bestimmt. Sie ist eine Tochter der unsterblichen Erdenseele, welche durch Demeter sinnbildlich dargestellt wird. Aber die Menschenseele kann nicht ungeteilt ihre Unsterblichkeit genießen. Sie muß von Zeit zu Zeit in das Reich des Todes gehen.

Der Grieche liebte die Welt; und der Tod hatte für ihn etwas Furchtbares. Achilles, der von Odysseus in der Unterwelt getroffen worden ist, hat bekanntlich gesagt, daß er lieber ein Bettler sei auf der Oberwelt, als ein König im Reiche der Schatten. Aber zu dieser gewöhnlichen griechischen Weltauffassung sollten die Mysterien ein Gegenbild abgeben. Sie sollten den Wert des Ewigen, Dauernden darstellen gegenüber dem Irdisch-Vergänglichen. Und so bedeutet die Oberwelt in der Persephonesage eigentlich die himmlischen Regionen, in denen Persephone als unsterblich ist. Und die Unterwelt ist ein Sinnbild der Erde. Ursprünglich stammt die Seele aus himmlischen Regionen. Sie wird aber von Zeit zu Zeit auf der Erde verkörpert. Sie genießt hier, auf der Erde, von deren Früchten (Granatapfel) und muß deshalb immer wieder zurückkehren. Das heißt, die Seele hat die Begierde zum Irdischen, und wird dadurch zu immer neuen Verkörperungen getrieben. Die Erdenseele (Demeter) möchte ihrer Tochter, der Menschenseele, die Unsterblichkeit geben. Deshalb sucht Demeter das ihr anvertraute Kind im Feuer zu läutern, zu heilen von der Sterblichkeit.“ (Lit.:GA 34, S. 154f)

Dionysos

„Nun wurde in Zusammenhang mit diesem Drama von der Menschenseele das Schicksal des Gottes Dionysos gebracht. Dionysos ist der Sohn des Zeus und einer sterblichen Mutter, der Semele. Zeus entreißt das noch unreife Kind der vom Blitze erschlagenen Mutter und bringt es zur Reife in der eigenen Hüfte. Hera, die Göttermutter, reizt die Titanen gegen das Kind auf. Sie zerstückeln es. Aber Athene rettet das Herz des Knaben und bringt es dem Zeus. Dieser erzeugt daraus zum zweiten Male den Dionysos. Der von Unsterblichem und Sterblichem abstammende Dionysos ist das Sinnbild des Menschengeistes. Und in dem Menschengeist ist ein Teil des göttlichen Geistes selbst zu erkennen. Dieser Geist erscheint in dem Menschen nicht rein, sondern in dem Gewände der Leidenschaften. Die Titanen sind das Sinnbild dieser Leidenschaften. Sie lassen in dem einzelnen Menschen nicht den ganzen, reinen Gottesgeist wirken, sondern immer nur ein Stück desselben. Aber trotzdem gibt es in jedem Menschen den Quell des Göttlichen (das Herz). Dieser wird durch die Weisheit (Athene) gerettet. Die Läuterung, die Heilung des durch die titanischen Leidenschaften zerstörten Gottesgeistes wird in dem Dionysosdrama dargestellt.

Nimmt man nun die beiden Dramen, das Persephone- und Dionysosdrama zusammen, so ergibt sich das menschliche Urdrama, wie es den Griechen dargestellt wurde, die zu den eleusinischen Mysterien zugelassen wurden. Aus Geist,und Seele besteht der innere, der höhere Mensch. Die Seele entstammt der unsterblichen Erdseele, der Geist dem ewigen Gottesgeiste. Die Erdenlaufbahn stellt für die Seele eine Unterbrechung, für den Geist eine Zerstückelung dar. Beide müssen geläutert, gereinigt von dem Irdischen werden. Die irdischen Leidenschaften müssen zu geistigen werden. Der Mensch, der die beiden Dramen sah, sollte angeregt werden, mit der eigenen Seele und dem eigenen Geiste diese Läuterung vorzunehmen. In dem Schicksale der Persephone und des Dionysos sollte er das eigene sehen. Die große Selbsterziehung, welche er mit sich vorzunehmen habe, wurde ihm in diesen Dramen vorgeführt. (Edouard Schuré, der Dichter der «Kinder des Lucifer», hat das eleusinische Urdrama mit hoher künstlerischer Anschauung und wahrer Intuition nachzubilden versucht. Man findet es in dessen «Sanctuaires d'Orient», einem Werke, dessen Studium jedem geraten werden kann, der sich über die Mysterien unterrichten will.) Eine Art Urdramen haben wir also vor uns. Die spätere Dramatik ist nun eine Verweltlichung der ursprünglich religiösen Urdramatik.“ (Lit.:GA 34, S. 155f)

Umgestaltung des physischen Leibes, des Ätherleibs und des Astralleibs in der nachatlantischen Zeit

„Wir müssen nun die eigentlichen Kräfte, die da wirksam sind, vor allen Dingen die Eros- und Demeterkräfte, in dem Ätherleibe suchen. Sie werden vom Ätherleib hinaufgeschickt in den astralischen Leib und hinuntergeschickt in den physischen Leib, so daß der Ätherleib sowohl den Astralleib wie auch den physischen Leib beeinflußt. Den physischen Leib macht der Ätherleib in dieser Zeit vorzugsweise dichter, in sich konsolidierter, den astralischen Leib gestaltet er so um, daß er nicht mehr hellseherische Kräfte entwikkelt, sondern nur die intellektualistischen Kräfte der Menschennatur. Dadurch, daß der Mensch in dieser Weise umgestaltet wurde, daß er von seinem Ätherleibe aus alle drei Leiber umgestaltet erhielt, dadurch wurde in diesen drei Leibern im Laufe der Zeiten selbst Wichtigstes und Wesentlichstes verändert. Ganz umgestaltet wurden diese drei Leiber.“ (Lit.:GA 129, S. 42)

Zeichnung aus GA 129, S. 42

„Wenn wir zunächst den Physischen Leib betrachten in seinem lebendigen Werden von den ältesten Zeiten bis heute, so müssen wir sagen: Dadurch, daß der physische Leib dichter geworden ist, ist er mehr unterworfen worden den äußeren Einflüssen der physischen Umgebung. Während der alte, weiche physische Leib mehr den geistigen Bedingungen des Daseins in alten Zeiten unterworfen war, ist er in den neueren Zeiten durch seine Dichtigkeit den äußeren physischen Bedingungen des physischen Planes unterworfen worden... Und wir haben heute die Gesundheitsbedingungen mehr in den äußeren physischen Verhältnissen zu suchen. Der Mensch ist also mit seiner innersten Wesensnatur dadurch, daß Pluto - im Sinne der griechischen Mythologie gesprochen - die Persephone geraubt hat, in die Untergründe der menschlichen Natur hinuntergeholt hat, den äußeren Bedingungen in bezug auf die Krankheitsund Gesundheitsverhältnisse unterworfen worden.“ (S. 43)

„Das zweite bezieht sich auf den menschlichen Ätherleib selber. In ihm liegen zwar die Kräfte der Umgestaltung, aber er hat sich selber auch verändert. Dieser Ätherleib war in uralten Zeiten so organisiert, daß der Mensch nicht in derselben Weise die Welt erkannt hat, wie er sie heute erkennt, sondern wenn er hineinschaute in die geistige Welt durch das alte Persephone-Hellsehen, dann sah er in dieser geistigen Welt Bilder der geistigen Wesenheiten selber. Eine Bilderwelt sah der Mensch um sich. Diese Bilder werden zwar hervorgerufen durch die Kräfte des astralischen Leibes, aber der astralische Leib könnte sie, wenn er auf sich angewiesen wäre, nicht sehen. Der astralische Leib nimmt nicht Bilder wahr, wenn er allein auf sich angewiesen ist. Geradesowenig wie ein Mensch sich selber sieht, wenn er, von keinem Spiegel gehindert, vorwärts geht, ebensowenig würde der astralische Leib die von ihm erzeugten Bilder wahrnehmen, wenn nicht die Tätigkeit des astralischen Leibes in der menschlichen Natur gleichsam zurückgeworfen würde durch den Ätherleib. So bringt der Ätherleib die vom astralischen Leib hervorgerufenen Bilder zum Anschauen, zum Wahrnehmen [...]

Was liegt also in den Kräften dieses Ätherleibes? In den Kräften dieses Ätherleibes liegt die Tatsache, daß wir durch sie den Schlüssel haben zur Erkenntnis der Welt. Sonst würde alles das, was die Welt in unserem astralischen Leib bewirkt, nicht die Pforte aufschließen zur Erkenntnis der Welt. Der Schlüssel zur Welt-Erkenntnis liegt im Ätherleib. Was liegt also in den Kräften dieses Ätherleibes? In den Kräften dieses Ätherleibes liegt die Tatsache, daß wir durch sie den Schlüssel haben zur Erkenntnis der Welt. Sonst würde alles das, was die Welt in unserem astralischen Leib bewirkt, nicht die Pforte aufschließen zur Erkenntnis der Welt. Der Schlüssel zur Welt- Erkenntnis liegt im Ätherleib. Und auch alles das liegt in unserem Ätherleib, von dem wir so sprechen können, wie an einigen wichtigen Stellen der beiden Rosenkreuzerdramen gesprochen ist. Da ist gesprochen von den Gedankenlabyrinthen, von den Fäden, die unsere Welt-Erkenntnis spinnen muß. Wir lernen ja die Welt nicht dadurch erkennen, daß wir einfach auf sie hinschauen, sondern indem wir entweder wie im alten Hellsehen von Bild zu Bild gehen oder indem wir in der neueren intellektuellen Kultur von Gedanke zu Gedanke gehen eben wie durch das Gedankenlabyrinth. Auch dieser Zusammenhang wird durch die Kräfte des Ätherleibes bewirkt. Das hat sich also geändert, was wir den Schlüssel und was wir die Fäden nennen können, die zwischen den einzelnen Gebilden unseres Bewußtseins sich ausbreiten, wenn wir zur Welt-Erkenntnis gelangen.“ (S. 43f)

„Die Fackel der Erkenntnis wird entzündet im Astralleib, gespiegelt als bewußte Erkenntnis des Menschen wird diese Fackel der Erkenntnis im menschlichen Ätherleib. So können wir sagen: Im menschlichen Astralleib wird die Fackel der Erkenntnis entzündet, und diese Fackel der Erkenntnis ändert sich wiederum im Laufe des geschichtlichen Werdens der Menschheit, so daß in alten Zeiten der Mensch die hellseherische Bilder-Erkenntnis hatte und heute die intellektuelle Verstandes- Erkenntnis. So haben sich die Kräfte des Astralleibes geändert.“ (S. 45)

Die dreifache Hekate

Die dreifache Hekate

„Es wirkte also eine Kraft des Werdens in drei Arten auf die menschliche Natur während dieser Zeit von der alten atlantischen Zeit bis heute; eine dreifache Natur des Werdens, des Umgestaltens, des Umformens, eine dreifache Art der Metamorphose, vom Ätherleibe ausgehend auf den physischen Leib, auf den Ätherleib selber, auf den Astralleib gehend. Diese Kraft des Werdens und der Umgestaltung, sie war in der menschlichen Natur und ist in uns. Sie ändert uns von der Jugend ins Alter um, indem sie die Eroskräfte in die Demeterkräfte überführt. Es ist in unserer Organisation dieses dreifache Werden, das im physischen Leibe die anderen Krankheits- und Gesundheitsbedingungen bewirkt, das im Ätherleibe die andere Spiegelung der Erkenntnis veranlaßt und das umändert die Fackel der Erkenntnis im Astralleibe.

Wie wunderbar ist es, daß uns aus der alten griechischen Götterlehre entgegenleuchtet der Repräsentant dieser Werdekräfte der menschlichen Natur, die in uns allen wirken, die unseren Astralleib umgestalten, die deshalb auch die Natur der Demeter umgestalten, jene Kräfte, die im menschlichen Ätherleibe sind und auf den physischen Leib und auf sich selber und auf den Astralleib wirken. Sie sind repräsentiert in der dreifachen Hekate. Was wir also heute ausdrücken dadurch, daß wir sagen: vom Ätherleibe gehen umgestaltende Kräfte in dreifacher Art aus, das drückte der Grieche aus, indem er von der dreifachen Hekate sprach. Ein Naturwunder der menschlichen Organisation in ihrem Werden ist in dieser dreifachen Hekate ausgesprochen. In ungeheure Weisheit blicken wir da hinein. Und Sie können noch heute in Rom dieses Bild der dreifachen Hekate sehen. Diese dreifach geteilte Hekate wird so dargestellt: die eine Organisation der Hekate, die sich bezieht auf die Krankheits- und Gesundheitsbedingungen, wird mit dem Symbolum des Dolches und der Schlange ausgestattet, welch letztere ja auch dem Äskulap beigegeben wird als dem Repräsentanten der Gesundheitskunde. Der Dolch repräsentiert die äußeren Einflüsse, die äußeren zerstörenden Einflüsse auf den menschlichen Organismus. Indem man der dreifachen Hekate in der einen ihrer Gestaltungen den Dolch und die Schlange beigegeben hat, wies man darauf hin, daß man jene Kräfte meinte, die den physischen Leib in bezug auf sein Werden beeinflußten. Das zweite Bild der Hekate mußte dann hinweisen darauf, daß sich im Ätherleibe geändert hat der Schlüssel zur Erkenntnis der Welt. Und welches Symbol hat das zweite Bild der dreifachen Hekate? Den Schlüssel und einen Bund Stricke als Symbolum für das Gedankenlabyrinth. Und die dritte Hekate hat die Fackel als die Fackel der Erkenntnis, wie sie sich im Astralleibe bildet.“ (Lit.:GA 129, S. 46f)

Die kosmischen Metallgeheimnisse

In seinen Vorträgen über Mysteriengestaltungen schildert Rudolf Steiner, wie die irdischen Metalle, die einstmals aus dem Kosmos hereingebildet und auf Erden von den Müttern (in der griechischen Mythologie repräsentiert durch Rhea, Demeter und Persephone) aufgenommen wurden, die Erinnerung an das kosmische Geschehen bewahren. Ihre Geheimnisse wurden den fortgeschrittenen Geistesschülern in den Eleusinischen Mysterien enthüllt. Ähnlich war es auch in den hybernischen Mysterien, wo die Geistesschüler vor eine männliche Sonnensäule und eine weibliche Mondensäule geführt wurden.

„Sehen Sie, in dieser Weise - in unmittelbarer Anknüpfung an den Zusammenhang des Menschen mit dem Kosmos - wurde in Griechenland dasjenige getrieben, was in späterer Karikatur die Astrologie genannt worden ist. Da war es eine wirkliche Weisheit, denn da sah man ja in dem Stern nicht bloß den da oben stehenden Lichtpunkt oder Lichtfleck, da sah man im Stern die geistig-lebendige Wesenheit und das Menschenwesen auf Erden in Verbindung mit dieser geistig-lebendigen Wesenheit. Da hatte man eine Naturwissenschaft, die hinaufging bis in das Himmlische, die hinausreichte in die Weltenweiten. Und dann, wenn der Schüler solche Lichtblicke, Lichtausblicke erhalten hatte, wenn sich ihm das tief in die Seele eingeschrieben hatte, dann wurde er zum Beispiel in den wahren Mysterien von Eleusis, wie das ja überhaupt üblich war - Sie haben es bei meinen Schilderungen anderer Mysterien, auch der hybernischen Mysterien gesehen -, hingeführt vor zwei Bildsäulen. Und die eine dieser Bildsäulen stellte ihm dar eine väterliche Gottheit, jene väterliche Gottheit, welche umgeben war von den Zeichen des Planetarischen und Sonnenhaften; jene väterliche Statue, welche ihm zum Beispiel darstellte den strahlenden Saturn, aber so strahlend, daß der Schüler erinnert wurde: Ja, das ist die Bleistrahlung des Kosmos; wie er beim Mond erinnert wurde: Ja, das ist die Silberstrahlung des Mondes, und so bei jedem einzelnen Planeten. So daß ihm in der Statue, die das Väterliche darstellte, erschien, was an Geheimnissen hereinstrahlte von der planetarischen Umgebung der Erde, was verwandt war den einzelnen Metallen der Erde, die aber innerhalb der Erde schon unbrauchbar geworden waren für das menschliche Innere.

Sieh, so wurde dem Schüler gesagt, da steht der Vater der Welt vor dir. Der Vater der Welt trägt im Saturn das Blei, im Jupiter das Zinn, im Mars das dem Erdenwesen verwandte Eisen - aber in einem ganz anderen Zustande-, in der Sonne das strahlende Gold, in der Venus das strahlend-strömende Kupfer, im Merkur das strahlende Quecksilber, im Monde das strahlende Silber. Du trägst in dir nur dasjenige vom Metallischen, was du dir aneignen konntest aus den planetarischen Zuständen, die die Erde früher einmal gehabt hat. Vom jetzigen Zustand kannst du dir nur das Eisen aneignen. Aber du bist als Erdenmensch nicht ein Ganzes. Das, was dir der Vater, der vor dir steht, zeigt in den Metallen, die nicht in dir selber heute aus dem Erdensein bestehen können, sondern die du heute vom Kosmos entnehmen mußt - in dem Vater hast du dein anderes, wenn du dich als Mensch nimmst, der durch planetarische Verwandlungen der Erde gegangen ist. Dann bist du erst ein ganzer Mensch. Hier auf Erden stehst du als Teil des Menschen, Das andere trägt der Vater um sein Haupt und in seinem Arm vor dich hin. Das, was hier vor dir steht, mit dem, was er trägt, das erst bist du. Du stehst auf der Erde. Aber diese Erde war nicht immer so, wie sie heute ist. Wäre sie immer so gewesen, du könntest als Mensch nicht auf ihr sein. Denn sie trägt in sich, wenn auch in einem abgestorbenen Zustande, auch das Blei des Saturn, das Zinn des Jupiter, das Eisen des Mars - eben in dem anderen Zustand -, das Gold der Sonne, das Silber des Mondes, das Kupfer der Venus, das Quecksilber des Merkur; sie trägt es in sich. Aber so wie sie es in sich trägt, so sind diese Metalle nur die Erinnerungen an die Art und Weise, wie einstmals schon das Silber während des Mondendaseins in der Erde gelebt hat, das Gold während des Sonnendaseins, das Blei während des Saturndaseins. Und was dir heute in den dichten metallischen Massen von Blei, Zinn, Eisen, Gold, Kupfer, Quecksilber, Silber erscheint - mit Ausnahme desjenigen Eisens, das du eigentlich kennst, das nicht das innerirdische Eisen ist, denn das ist marshaft -, das, was heute dir in diesen kompakten, dichten Metallen erscheint, das ergoß sich einstmals aus dem Kosmos in die Erde in einem ganz anderen Zustande. Diese Metalle, wie du sie heute von der Erde kennst, sind die Leichname der einstigen Metallwesen. Blei ist der Leichnam jenes Metallwesens, das während der Saturnzeit und später wiederum in einem anderen Grade während der Mondenzeit auf der Erde in ihrer alten Gestalt gespielt hat. Zinn hat mit dem Gold zusammen während der Sonnenzeit der Erde gespielt in einem ganz anderen Zustande - schaust du den im Geiste, dann wird dir diese Statue in dem, was sie dir entgegenträgt an Heutigem, zur wahrhaft väterlichen Statue. Und im Geiste, wie in einer realen Vision, wurde die Statue der wahren Mysterien in Eleusis lebendig und reichte der weiblichen Gestalt, die daneben stand, dasjenige, was dazumal die Metalle waren. Und die weibliche Gestalt nahm diese ehemalige Gestalt der Metalle entgegen in der Vision des Schülers und umzog sie mit demjenigen, was die Erde von sich aus, als sie Erde wurde, geben konnte.

So sah der Schüler diesen wunderbaren Prozeß, diesen wunderbaren Vorgang: Da strahlte einmal, so wie jetzt wiederum symbolisch, aus der väterlichen Statuenhand, da strahlte die Metallmasse, und dasjenige, was Erde war, trat, sagen wir zum Beispiel mit ihrem Kalk oder sonstigen Gestein entgegen dem, was da einstrahlte, und umgab das metallisch Einströmende mit irdischer Substanz, so wie die liebevoll von der einen mütterlichen Statue hinaufreichende Hand dasjenige entgegennahm, was von der väterlichen Statue an metallischer Kraft der mütterlichen Statue gereicht wurde. Das war ein großer, gewaltiger Eindruck, denn man sah darinnen das Kosmische mit dem Irdischen zusammenwirken im Laufe der Äonen.“ (Lit.:GA 232, S. 154ff)

„Sehen Sie sich einmal manches, was in der Erde metallisch ist, an. Sie haben es kristallisiert. Sie haben es umgeben mit einer Art von Kruste, mit dem, was aus der Erde ist. Das Metallische ist vom Kosmos herein; dasjenige, was von der Erde ist, das nimmt wie liebevoll auf das, was vom Kosmos hereinkommt. Sie sehen es überall draußen, wo sie an den Fundstätten der Metalle herumgehen und um die Metalle sich bekümmern. Und dasjenige, was da dem Metall entgegenkam, man nannte es die Mutter. Und die wichtigsten dieser irdischen Substanzen, die sich dem Himmlisch-Metallischen entgegenstellten, um sie aufzunehmen, nannte man die Mütter.

Zeichnung aus GA 232, S. 157 unten

Das ist auch ein Aspekt für jene «Mütter», zu denen Faust hinuntersteigt. Er steigt zu gleicher Zeit hinunter in vorirdische Zeiten der Erde, um da zu sehen, wie die mütterliche Erde das vom Kosmos herein väterlich Gegebene in sich aufnimmt.“ (S. 157f)

„Und dann, wenn der Schüler solches durchgemacht hatte, wenn ihm solches seelisch vertieft worden war vor der väterlichen und der mütterlichen Statue, die die beiden einander entgegengesetzten Kräfte, die Kräfte des Kosmos, die Kräfte des Irdischen in seiner Seele vergegenwärtigten, dann wurde er sozusagen in das Allerheiligste geführt, auch in Griechenland. Da hatte er das Bild vor sich: die weibliche Gestalt, an ihrer Brust das Kind säugend. Dann wurde er eingeführt in das Verständnis der Worte: Und das ist der Gott Jakchos, der einst kommen wird. So lernte der griechische Schüler voraus das Christusmysterium verstehen.

Wiederum war in spiritueller Art der Christus auch vor den in Eleusis zu Initiierenden hingestellt worden. Aber es durften in jener Zeit die Menschen zunächst diesen Christus nur als den Zukünftigen kennenlernen, als den, der noch Kind war, Weltenkind, das erst erwachsen werden sollte im Kosmos. Telesten wurden ja die zu Initiierenden genannt: solche, die nach dem Ende, nach dem Ziele der Erdenentwickelung hinschauen sollten.“ (S. 158f)

„Das dritte Bild, die weibliche Gestalt, die an der Brust das Kind trägt, das Jakchoskind, die muß auch verstanden werden. Das aber, was das Verständnis dieser dritten Gestalt bringen sollte, das muß in der Entwickelung der Menschheit erst kommen - so hatte ja oftmals ... gerade Aristoteles zu seinem Schüler, Alexander dem Großen, gesagt.

Und so sehen wir, wie in der Zeiten Schoß die Aufforderung liegt, in ihrer ursprünglichen Wirklichkeit zu verstehen, was dann durch die christlichen Maler so schön hingestellt wurde: die Mutter mit dem Kinde an der Brust, was aber nicht in voller Art verstanden worden ist, weder in der Raffaelischen Madonna noch in der östlichen Ikone, was noch auf das Verständnis wartet.“ (S. 161f)

„Dieses Metallgeheimnis, das in den eleusinischen Mysterien durch das Ihnen gestern geschilderte mächtige Planiglobium der männlichen Statue gegeben worden ist, dieses Metallgeheimnis wurde in den Unterricht hineinverwoben auch noch zur Aristoteleszeit, und an diesem Metallgeheimnis enthüllte sich das Geheimnis der Planeten.“ (S. 168)

Unterschied zu den Mithras-Mysterien

„Nun waren eine wirkliche Fortbildung dieser Art von Mysterien, die namentlich in den Mithras-Mysterien über die ganze damalige Welt zur Zeit des Mysteriums von Golgatha ausgedehnt waren, die griechischen eleusinischen Mysterien. Sie waren eine Fortbildung und zugleich in gewissem Sinne eine ganz andere Seite. Während in den Mithras-Mysterien alles darauf ankam, man möchte sagen, in leiblicher Art sich selbst zu erleben, kam bei den Eleusinien alles darauf an, nun gar nicht sich in sich zu erleben, sondern sich außer sich zu erleben. In den Eleusinien wurden ganz andere Veranstaltungen getroffen als in den Mithras- Mysterien. In diesen wurde sozusagen der Mensch recht in sich hineingeschoppt; in den Eleusinien wurde er seelisch aus sich herausgeholt, so daß er außer dem Leibe miterlebte die geheimnisvollen Impulse des Natur- und Geistesschaffens außer ihm. Und wenn wir nun eingehen auf das, was da eigentlich dem Menschen in diesen Mysterien wurde, sowohl in den Mithras-Mysterien, die aber dekadent waren, wie in den Eleusinien, die dazumal nicht dekadent waren, sondern ein paar Jahrhunderte vor der christlichen Zeitrechnung sogar auf ihrer Höhe waren, etwa im vierten Jahrhundert vor der christlichen Zeitrechnung zu ihrer Höhe hinanstiegen, wenn man fragt, was eigentlich in den Mysterien für den Menschen geleistet wurde, so muß man sagen: Die Antwort wurde geleistet auf die große delphische Aufforderung «Erkenne dich selbst!» Auf Selbsterkenntnis lief eigentlich alles hinaus, Selbsterkenntnis auf die zwei verschiedenen Arten: Selbsterkenntnis durch das Hineingestopftwerden in sich, so daß gleichsam das Ätherisch-Astralische in dem Menschen verdichtet wurde, so daß er innerlich an sich anstieß, und durch das innerlich Anstoßen seines Seelischen an das Leibliche erfährt: Da bist du etwas, das du wahrnimmst, wenn du da innerlich dich selbst drängst und stoßest. - Das geschah durch die Mithras-Mysterien. Durch die Eleusinien wurde die Selbsterkenntnis dem Menschen dadurch, daß die Seele durch die verschiedenen, hier nicht weiter zu beschreibenden Verrichtungen herausgeholt wurde aus dem Leibe, und der Mensch außer dem Leibe in Zusammenhang kam mit der geheimnisvollen Kraft der Sonnenwirkung, des Sonnen-Impulses auf der Erde, mit den Kräften des Mond-Impulses auf der Erde, mit den Kräften der Sternen-Impulse, der Impulse der einzelnen elementaren Kräfte, der Wärmekräfte, Luftkräfte, Feuerkräfte und so weiter. Da wiederum durchwellten des Menschen Seelisches, das aus dem Leibe geholt wurde, die äußeren Elemente, das äußere Dasein, und in diesem Zusammenprall mit dem Äußeren wurde die Selbsterkenntnis erreicht. Und was die Leute wußten, die den eigendichen Sinn des Mysterienwesens kannten, das war das: Man kann zu allem seelischen Erleben kommen; nur dazu kann man nicht kommen, etwas Reales mit dem Begriff des «Ich» zu verbinden, wenn es nicht aus den Mysterien kommt. Denn sonst blieb das Ich immer etwas Abstraktes für diese Zeit, wenn es nicht aus den Mysterien kam. Das andere Geistig-Seelische konnte man erleben, aber das Ich mußte auf diese Weise angeregt werden, es bedurfte dieser starken Anregung. Das wußten die Menschen. Und das ist das Wesentliche dabei.“ (Lit.:GA 175, S. 320ff)

Ablauf der Mysterien

Man unterschied zwischen den größeren und den kleineren Mysterien Eleusis.

Die kleinen Mysterien von Eleusis

Die kleineren Mysterien, Myesis (griech. Μύησις) genannt, wurden im Monat Anthesterion (Februar/März) abgehalten, wobei sich das genaue Datum bei Bedarf gelegentlich änderte. Die Priester läuterten die Kandidaten für die Initiation. Dem ging die Opferung eines Schweines voran; danach reinigten sich die Priester selbst rituell in Agrai durch ein Bad im Fluss Ilisos.

Die großen Mysterien von Eleusis

Die größeren Mysterien, die Teletai (griech. Τελεταὶ), fanden im Monat Boedromion (= „um Hilfe laufen“) (~August/September) statt, dem ersten Monat des Attischen Kalenders. Sie dauerten neun Tage. Zu ihrem Auftakt wurden die geheiligten Gegenstände am 14. Boedromion von Eleusis zum Eleusinion, einem Tempel am Fuße der Akropolis in Athen gebracht.

Am 15. Boedromion erklärten die Hierophanten, die Priester des Kults, die Prorrhesis, den offiziellen Beginn der Riten. Die Zeremonien begannen in Athen am 16. Boderomion mit der feierlichen Waschung der Priester im Meer bei Phaleron und der Opferung eines jungen Schweins im Eleusinion am 17. Boedromion.

Zwei Tage später, am 19. Boedromion begann am Athener Friedhof Kerameikos die Prozession zurück nach Eleusis. Hinter den Priestern, die Tafeln des Dionysos hochhielten, zog die Bevölkerung entlang der heiligen Straße und passierte dabei Abschnitte, die man Bakchoi nannte. An einem bestimmten Punkt des Weges riefen sie im Gedenken an Iambe Obszönitäten. Die Magd hatte es geschafft, Demeters Trauer um den Verlust ihrer Tochter mit einem derben Scherz zu erweichen und die Göttin so zu einem Lächeln gebracht. Immer wieder riefen die Teilnehmer Iakch´ o Iakche!, vermutlich als Referenz an Dionysos.

Nachdem die Prozession in Eleusis angekommen war, folgte ein Tag des Fastens in Erinnerung an Demeters Fasten während ihrer Suche nach Persephone. Mit dem Genuss eines besonderen Getränks aus Gerste und Frauenminze, dem Kykeon, wurde das Fasten gebrochen. Möglicherweise enthielt dieses Getränk psychotrope Substanzen. Vermutet wurde etwa, dass in dem Trank Mutterkorn enthalten war, das eine dem LSD verwandte Wirkung entfalten können.[1] Am 20. und 21. betraten die zukünftigen Priester die große Halle, das Telesterion, wo ihnen die heiligen Reliquien der Demeter gezeigt wurden und die Priesterinnen ihre Visionen der heiligen Nacht bekannt gaben. Im Zentrum des Telesterions befand sich der Anaktoron, der Palast, bei dem es sich um ein schmales Steingebäude handelte, zu dem nur die Hierophanten zutritt hatten. Im Anaktoron wurden die heiligen Objekte der Demeter aufbewahrt. Die Geschehnisse im Telesterion gehörten zu den geheimsten Teilen der Mysterien und auf Verrat der Geheimnisse stand die Todesstrafe.

Abends folgte die Pannychis, ein großes Fest, das die ganze Nacht andauerte und von Tanz und Fröhlichkeit begleitet wurde. Die zur Weihe bestimmten Jünglinge tanzten auf den Rharischen Feldern wie Dionysos in Mädchenkleidern. Es ging die Sage, die Felder seien der erste Fleck Erde, auf dem Getreide wuchs. Nachts oder am frühen Morgen wurde ein Stier geopfert.

Am Tag nach dem Fest, dem 22. Boedromion, ehrten die Initiaten den Tod durch ein Trankopfer aus besonderen Behältnissen.

Die Mysterien von Eleusis endeten am 23. Bodromion und alle Besucher kehrten wieder heim.

Teilnehmer

Es gab vier Arten von Teilnehmern an den Mysterien von Eleusia:

  1. die Priester, Priesterinnen und Hierophanten
  2. die zur Weihe bestimmten Jünglinge, die an der Zeremonie zum ersten mal teilnahmen
  3. Andere, die schon einmal an der Zeremonie teilgenomen hatten
  4. Die Epopten (griech. εποπται epoptai, „Augenzeugen, Seher“), die an der Epopteia teilgenommen hatten und in geistiger Schau von den großen Geheimnissen der Demeter erfahren hatten

Die Besucher, die die Feiern und insbesondere den Zug entlang der heiligen Straße begleiteten nahmen nicht direkt an den Mysterien teil.

Zeit und Ende der Mysterienfeiern

Man vermutet, dass die Mysterien seit dem Mykenischen Zeitalter, seit 1500 v. Chr. gefeiert wurden. Sie wurden jährlich über eine Zeit von rund zweitausend Jahren abgehalten. Unter Peisistratos von Athen wurden die Mysterien von Eleusis zu einer panhellenischen Veranstaltung und Pilger aus ganz Griechenland und darüber hinaus nahmen an den Feiern teil.

Ungefähr seit 300 v. Chr. lag die Kontrolle der Mysterien beim Staat und insbesondere zwei Familien hatten besonderen Einfluss auf die Veranstaltung: die Eumolpidae und die Kerykes. Das führte zu einem starken Ansteigen der Weiheadepten, deren einzige Voraussetzungen war, dass sie keine Blutschuld haben und keine Barbaren sein durften. Das heißt, sie durften nie einen Mord begangen haben und mussten griechisch sprechen können. Männer, Frauen und auch Sklaven war es erlaubt, als Adepten die Weihen zu empfangen.

Augustus wurde in die eleusischen Mysterien eingeweiht und Claudius wollte den Kult nach Rom verlegen. Nero, in Griechenland weilend, vermied den Besuch in Eleusis nach dem Mord an seiner Mutter. Der letzte römische Kaiser, der in die Mysterien eingeweiht wurde, war Julian Apostata. Die Feiern wurden im Jahr 392 nach Christus durch den römischen Kaiser Theodosius I. per Dekret verboten. Mit der Zerstörung des Tempels in Eleusis durch den Gotenkönig Alarich 395, in dessen Gefolge sich arianische Christen befanden, geraten diese Mysterien in Vergessenheit.

Vom Ende der Mysterien von Eleusia berichtete im vierten Jahrhundert Eunapios, ein Historiker und Biograph griechischer Philosophen. Eunapios selbst wurde vom letzten legitimen Hierophanten geweiht. Auch der christliche Kirchenvater Hippolyt von Rom berichtet in seinen Philosophumena von den Eleusinischen Mysterien. Halbversteckte Aussagen über den Ablauf der Mysterien finden wir unter anderem z. B. bei Pindar, Aischylos und Sophokles. Einer der das auferlegte Schweigegelübde brach, war z. B. Diagoras von Melos, der „Gottlose“ genannt, und schrieb ein Buch über die Mysterien, wobei jedoch selbst jede Kopie dieses Buches aufgespürt und vernichtet wurde. Im Jahr 364 erließ der christlich-römische Kaiser Valentinian I. ein Edikt, das alle nächtlichen heidnischen Zeremonien verbot, dessen Durchsetzung jedoch von dem römische Prokonsul Vettius Agorius Praetextatus verhindert wurde.

Verfall der Mysterien unter den Römern

„Wenn wir nach Griechenland hinübergehen, da haben wir, ich möchte sagen, als die populärsten Mysterien die Eleusinischen Mysterien, die Mysterien von Eleusis. Sie waren diejenigen Mysterien, die sozusagen am meisten den Weg zum Geistigen hin populär gemacht hatten. Und diejenigen, die in die Eleusinischen Mysterien eingeweiht waren, das waren die Telesten; sie waren in Eleusis eingeweiht. Schauen wir uns einmal an, erstens was in dieser Benennung «Eleusis» steckt und zweitens was in dieser Benennung «Telesten» steckt.

Eleusis ist ja nur die etwas sprachliche Umwandlung von Elosis und heißt eigentlich: der Ort, wo die Kommenden sind, diejenigen, die die Zukunft in sich tragen wollen. Eleusis heißt: das Kommende. Und die Telesten sind die Kommenden, die eleusisch Eingeweihten sind die Kommenden. Das deutet darauf hin, daß der Mensch das Bewußtsein hatte, er ist so, wie er da steht, mehr ein Unvollkommener und er muß ein Kommender werden, einer der die Zukunft in sich trägt. Telos nimmt die Zukunft voraus, das, was erst in der Zukunft allmählich sich realisiert. So daß in den Eleusinischen Mysterien in der Stätte des Kommens, in der Stätte der Kommenden, die unvollkommenen Menschen zu vollkommenen ausgebildet wurden. Telesten waren sie.

Der ganze Sinn dieses Einweihens erlitt einen Bruch, als es hinüberkam ins Römertum. In Griechenland wies noch alles in der Einweihung auf die Zukunft, auf das Erdenende hin. Man sollte sich mit einem starken inneren Impuls ausgestalten, damit man den Weg nach dem Erdenende in der richtigen Weise findet. Dann war man ein Telest, einer, der nach dem Erdenende hin in der richtigen Weise sich entwickeln sollte.

Indem das nach dem Römertum hinüberkam, wurde der Ausdruck der Telesten allmählich der der Initiierten - Initium, Anfang. Es wurde das Ziel sozusagen von dem Erdenende nach dem Erdenanfang verlegt. Die Telesten wurden Initiierte. Diejenigen, die eingeweiht waren in die Geheimnisse des Kommenden, wurden Wissende des Vergangenen. Die prometheisch Strebenden wurden epimetheisch, nach dem Wissen des Vergangenen Strebende. Vom Vergangenen kann aber nur das abstrakte Wissen bleiben; wenn man in die Zukunft hin will, braucht man ein lebendiges, willengetragenes Wissen, denn da muß der Wille sich hineinentwickeln. Das Vergangene ist vergangen. Da kann man ein höheres Wissen gewinnen, wenn man zu dem Initium, zu dem Vergangenen zurückgeht; aber es bleibt ein Wissen; es wird immer abstrakter und abstrakter.

Und damit zog der Impuls nach der Abstraktion, also nach jener Vertotlichung, die vom 4. nachchristlichen Jahrhundert an und dann immer mehr und mehr eingetreten ist, in die lateinische Sprache ein. Man wollte nach der Vergangenheit zurück, wo noch die Ideen mit dem Leben verbunden waren, weil man wußte, jetzt sind sie nicht mehr mit dem Leben verbunden, jetzt tritt man in ein unlebendiges Reden ein, wenn man sich zu den Ideen erhebt. Und initiiert werden in Griechenland hieß ein höheres Leben in seiner Seele empfangen. Initiiert werden im Römertum, hieß resignieren für das Erdenleben auf ein höheres Tun und nur sich Gedanken darüber zu bilden: Im Erdenanfange, da hatte der Mensch einmal ein höheres Tun, aber von dem ist er heruntergegangen; man kann nicht ein Tuender, höchstens ein Wissender in bezug auf das höhere Wissen sein.“ (Lit.:GA 225, S. 112f)

Anmerkungen

  1. Robert Gordon Wasson, Carl A. P. Ruck, Albert Hofmann: The road to Eleusis: Unveiling the sacred of the mysteries. Jovanovich, New York 1978, passim.

Literatur

  • O. A.: Herder Lexikon. Griechische und römische Mythologie. Götter, Helden, Ereignisse, Schauplätze. Freiburg im Breisgau 2001 (1981)
  • Preka Alexandri: Eleusis 1991
  • J. N. Bremmer: Götter, Mythen und Heiligtümer im antiken Griechenland. 1996
  • Walter Burkert: Antike Mysterien: Funktionen und Gehalt, 5. Auflage, Verlag C.H.Beck 2013, ISBN 978-3406643682
  • K. Clinton: Myth and Cult. The Iconography of the Eleusian Mysteries. 1992
  • K. Clinton: Stages of initiation in the Eleusinian and Samothracian Mysteries; In: Greek Mysteries. The Archaeology and Ritual of Ancient Greek Secret Cult. 2002, S. 50-78.
  • Mircea Eliade: Schamanen, Götter und Mysterien. Die Welt der alten Griechen. 1992
  • H. Gsänger: Mysterienstätten der Menschheit – Eleusis. 1961
  • Carl Kerenyi: Eleusis: archetypal image of mother and daughter, (in seiner Reihe Archetypal Images in Greek religion) 1967
  • Hans Kloft: Mysterienkulte der Antike. Götter – Menschen – Rituale. München 1999
  • K. Kourouniotes: Eleusis. A guide to the Excavations and the Museum 1936
  • Diether Lauenstein: "Die Mysterien von Eleusis", Urachhaus 1987, ISBN 978-3878384984
  • George E. Mylonas.: Eleusis and the eleusinian Mysteries. Princeton 1961
  • F. Noack: Eleusis. Die Baugeschichtliche Entwicklung des Heiligtums. 1927
  • Carl Schneider: Die antiken Mysterien in ihrer Einheit und Vielfalt. Wesen und Wirkung der Einweihung. Hamburg 1979
  • Wasson, Ruck, Hofmann: "Der Weg nach Eleusis. Das Geheimnis der Mysterien" Insel-Verlag, Frankfurt/M. 1984
  • Woldemar von Uxkull: Die Eleusinischen Mysterien, Büdingen-Gettenbach: Avalon o. J. [1956]
    • Neuauflage: Woldemar von Uxkull: Die Eleusinischen Mysterien. Eine Rekonstruktion. Mit einer Einleitung: Das Wesen der Einweihungen im Altertum, Edition Geheimes Wissen 2013, ISBN 978-3-902881-61-8
  • Rudolf Steiner: Lucifer – Gnosis, GA 34 (1987), ISBN 3-7274-0340-3 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  • Rudolf Steiner: Weltenwunder, Seelenprüfungen und Geistesoffenbarungen, GA 129 (1992), ISBN 3-7274-1290-9 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  • Rudolf Steiner: Bausteine zu einer Erkenntnis des Mysteriums von Golgatha, GA 175 (1996), ISBN 3-7274-1750-1 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  • Rudolf Steiner: Drei Perspektiven der Anthroposophie. Kulturphänomene, geisteswissenschaftlich betrachtet., GA 225 (1990), ISBN 3-7274-2252-1 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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