Antimon

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Stibnit (Grauspießglanz), ein häufig vorkommendes Antimonerz

Antimon (lat. Antimonium, vermutlich von arabisch itmid) mit dem chemischen Symbol Sb (von lat. Stibium = Grauspießglanz) ist ein relativ selten vorkommendes chemisches Element und erscheint in gediegener Form als hell silbern glänzendes sprödes Halbmetall. Gediegen kommt es auch gemeinsam mit Arsen als Allemontit (Stibarsen) vor. Bekannt sind mehr als hundert Antimon-Mineralien, von denen aber fast nur der Grauspießglanz (Stibnit, Antimonit, Sb2S3) abbauwürdig ist.

Alchemie

Der graue Wolf, der im Maul das Symbol der Erde trägt (Becher, 1662)

In der Alchemie wird Antimon oft als grauer Wolf symbolisiert und wurde vielfach als die irdische Urmaterie (prima materia) schlechthin angesehen. Nach einer weit verbreiteten Meinung war "Spiessglas" ein coagulierter Mercurius und darum hoch angesehen. Die aus Antimon bereitete "Quintam essentiam Antimonii" galt als wunderbare Universal-Medizin, die alle anderen Arzneien überflüssig mache[1].

Wirkung im menschlichen Organismus

Rudolf Steiner hat angegeben, dass Antimon sehr leicht in das Ätherische übergeht und dass die Antimonprozesse, die in den menschlichen Organismus gebracht werden, so wirken, wie die Ich-Organisation. Diese Wirkung zeigt sich besonders im Blut, das der physische Träger der Ich-Organisation ist. Die Antimonkräfte bewirken hier die Gerinnung des Blutes.

„Das Antimon hat eine starke Verwandtschaft zu den Schwefelverbindungen anderer Metalle. Der Schwefel hat eine Summe von Eigenschaften, die sich in verhältnismäßig nur engen Grenzen konstant erhält. Er ist empfindlich gegen die Prozesse der Natur wie Erwärmung, Verbrennung usw. Das macht ihn fähig, auch eine bedeutende Rolle innerhalb der sich völlig aus den Erdenkräften herauslösenden und in die ätherischen Wirkungen sich einspannenden Eiweißsubstanzen zu spielen. Indem das Antimon sich verwandtschaftlich an den Schwefel bindet, macht es diese Einspannung in die Ätherwirkungen leicht mit. Es ist daher leicht in die Tätigkeit des Eiweißes im menschlichen Körper hineinzubringen, und diesem zu einer Ätherwirkung zu verhelfen, wenn dieser Körper durch irgendeinen krankhaften Zustand eine von außen eingeführte Eiweißsubstanz nicht selbst so verwandeln kann, dass sie seiner eigenen Tätigkeit sich eingliedert.

Aber das Antimon zeigt noch andere Eigentümlichkeiten. Wo es nur kann, strebt es die büschelförmige Gestaltung an. Es gliedert sich damit in Linien, die von der Erde weg- und den Kräften entgegenstreben, die im Äther wirken. Man bringt mit dem Antimon somit etwas in den menschlichen Organismus, das der Wirkung des Ätherleibes auf halbem Wege entgegenkommt. Auch dasjenige, was im Seigerprozess mit dem Antimon vor sich geht, weist auf die Äther-Verwandtschaft dieses Stoffes hin. Es wird durch diesen Prozess feinfaserig. Nun ist der Seigerprozess ein solcher, der gewissermaßen unten physisch beginnt und oben in das Ätherische übergeht. Das Antimon gliedert sich in diesen Übergang hinein.

Des weiteren zeigt das Antimon, das beim Glühen oxydiert, beim Verbrennen einen aus ihm entstehenden weißen Rauch, der an kalten Körpern sich anlegt und die Antimonblumen erzeugt.

Ferner hat das Antimon eine gewisse Abwehrkraft gegen die elektrischen Wirkungen. Wird es elektrolytisch in einer gewissen Art behandelt und an die Kathode als Niederschlag gebracht, so explodiert dieser bei Berührung mit einer Metallspitze. Alles dieses zeigt, dass im Antimon die Tendenz enthalten ist, in das Ätherelement in dem Augenblick leicht überzugehen, in dem dazu die Bedingungen auch nur in geringem Grade vorhanden sind. Dem geistigen Schauen gelten alle diese Einzelheiten nur als Andeutungen; denn dieses nimmt die Beziehung zwischen Ich-Tätigkeit und Antimon-Wirksamkeit unmittelbar so wahr, dass die Antimonprozesse, in den menschlichen Organismus gebracht, so wirken, wie die Ich-Organisation.

Im menschlichen Organismus zeigt das Blut in seiner Strömung eine Tendenz, zu gerinnen. Diese Tendenz ist diejenige, die unter dem Einfluss der Ich-Organisation steht und unter ihr die Regulierung erfahren muss. Blut ist ein organisches Mittelprodukt. Was im Blute entsteht, hat Vorgänge durchgemacht, die auf dem Wege sind, solche des menschlichen Vollorganismus, d.h. der Ich-Organisation zu werden. Es muss noch Vorgänge durchmachen, die in die Gestaltung dieses Organismus sich einfügen. Welcher Art diese sind, kann aus Folgendem erkannt werden. Indem das Blut beim Entfernen aus dem Körper gerinnt, zeigt es, dass es durch sich selbst die Tendenz zum Gerinnen hat, aber im menschlichen Organismus an diesem Gerinnen fortdauernd verhindert werden muss. Was Blut am Gerinnen verhindert, ist die Kraft, durch die es der Organismus sich eingliedert. Es gliedert sich in die Körpergestaltung durch die Formkräfte ein, die gerade noch vor dem Gerinnen liegen. Würde das Gerinnen eintreten, wäre das Leben gefährdet.

Hat man es daher im Organismus mit einem krankhaften Zustande zu tun, der in einem Mangel dieser nach der Blutgerinnung hinzielenden Kräfte besteht, so wirkt das Antimon in dieser oder jener Form als Heilmittel.“ (Lit.:GA 27, S. 85ff)

„Das Antimon ist nämlich ein höchst merkwürdiger Körper. Deshalb haben wohl diejenigen, die soviel mit dem Antimon zu tun gehabt haben, wie auch der sagenhafte Basilius Valentinus, so stark das Antimon studiert. Sie brauchen nur auf gewisse Eigenschaften des Antimons hinzuschauen, dann werden Sie, ich möchte sagen, erkennen, in welch eigentümlicher Weise das Antimon eingespannt ist in den ganzen Naturprozeß. Es ist auf eine eigentümliche Weise eingespannt in den ganzen Naturprozeß. Denken Sie einmal, daß das Antimon in den Naturprozeß so eingespannt ist, daß es erstens — das ist vielleicht noch seine geringfügigste Eigenschaft — eine außerordentliche Verwandtschaft zu anderen Metallen und anderen Körpern hat, daß es also mit diesen anderen Körpern viel zusammen erscheint, namentlich mit Schwefelverbindungen anderer Stoffe. Der Schwefel hat ja diese spezifische Wirkung in der Natur, die wir wenigstens andeutungsweise schon besprochen haben. Die Neigung, die das Antimon hat zu Schwefelverbindungen anderer Stoffe, die zeigt, wie es in den Naturprozeß eingespannt ist. Aber noch mehr zeigt eine andere Eigenschaft des Antimons, wie es in den Naturprozeß eingespannt ist. Das ist nämlich die, daß es, wo es nur in die Möglichkeit versetzt ist, in büschelförmiger Kristallisation auftritt, das heißt in die Linie strebt, weg von der Erde. Da wo das Antimon, ich möchte sagen, sich anhäuft in Linienbildung, da sieht man gewissermaßen äußerlich mit Augen die Kristallisationskräfte, die vom Außerirdischen in das Irdische hereinkommen. Denn die Kräfte, die sonst in einer größeren Regelmäßigkeit auftreten und die kristallbildend sind, die wirken in diesen spießigen und büschelförmigen Bildungen des Antimons. Da verrät geradezu die Antimonsubstanz, wie sie eingespannt ist in den ganzen Naturprozeß. Ebenso weist dasjenige, was im Saigerprozeß vor sich geht, sehr stark darauf hin, wie das Antimon geradezu der Verräter der Kristallisationskräfte ist. Durch den Saigerprozeß bekommt man ja das Antimon in einer solchen Form, daß es feinfaserig ist.

Eine weitere Eigenschaft des Antimons ist dann ja diese, daß es, wenn es geglüht wird, oxydieren kann, verbrennen kann in einer gewissen Weise. Der weiße Rauch, der sich da bildet, zeigt die Eigentümlichkeit einer gewissen Verwandtschaft mit kalten Körpern, wo er sich anklebt und die berühmten Antimonblumen erzeugt — wiederum etwas, wo gewissermaßen in Anlehnung an andere Körper die Kristallisationskraft sich entlädt.

Das Allermerkwürdigste aber ist jene eigentümliche Abwehrkraft, welche das Antimon hat gegen diejenigen Kräfte, die ich ja im Laufe der Tage, in denen Sie hier sind, bezeichnet habe als gewissermaßen unterirdische Kräfte, die Kräfte, die in der Elektrizität und dem Magnetismus spielen. Wenn man durch Elektrolyse Antimon in einer gewissen Weise behandelt und es dann an die Kathode bringt und den Niederschlag des Antimons an der Kathode mit einer Metallspitze berührt, dann explodiert das Antimon, ruft kleine Explosionen hervor. Dieses Wehren des Antimons gegen das Elektrische, wenn man ihm nur etwas zu Hilfe kommt, das ist so außerordentlich bezeichnend für das Antimon. Da sehen wir wirklich hinein beim Antimon, wie ein Körper in den ganzen Naturprozeß sich hineinstellt. Andere Substanzen zeigen das nicht in einer so, ich möchte sagen, aufdringlichen Weise.

Nun kann man nur verstehen, was sich da wiederum an einem anschaulichen Fall in der Natur zeigen will, wenn man davon ausgeht, daß die Kräfte, die in der Natur vorhanden sind, überall wirken; nur, wenn Substanzen sie in besonderem Maße zeigen, so sind eben in diesen Substanzen diese Kräfte besonders konzentriert lokalisiert. Aber was im Antimon wirkt, ist eigentlich überall vorhanden. Überall wirkt, wenn ich den Ausdruck bilden darf, die antimonisierende Kraft. Diese antimonisierende Kraft ist nun dasjenige, was im Menschen auch regulierend wirkt, aber so, daß der Mensch diese antimonisierende Kraft in seinem Normalzustande vom Außerirdischen her bezieht. Gewissermaßen vom Außerirdischen her bezieht er dasjenige, was das Antimon konzentriert herstellt. In normalem Zustande wendet er sich nicht an die antimonisierende Kraft im Irdischen und das, was im Antimon konzentriert ist, sondern er wendet sich an die äußere, außerirdische Kraft des Antimons. Und da liegt es natürlich nahe, jetzt zu fragen: Was ist denn im Außerirdischen diese antimonisierende Kraft?

Sie ist das Zusammenwirken, planetarisch gesprochen, von Merkur, Venus und Mond[2]. Wenn diese nicht jedes einzeln wirken, sondern zusammen wirken, dann wirken sie nicht merkurialisch, nicht silberig, nicht kupferig, dann wirken sie, wie eben in der Erde das Antimon wirkt. Das ist etwas, was ja natürlich einfach dadurch untersucht werden muß, daß man solche Konstellationen in ihrer Wirkung auf den Menschen aufsucht, wo sich die drei Kräfte, die Mondenkraft, die Merkurkraft und die Venuskraft, wo sich diese neutralisieren durch entsprechende Oppositions- und Quadrantenstellung. Wenn sie sich neutralisieren, wenn sie alle drei so zueinander wirken, daß sie sich eben neutralisieren, dann findet dieselbe Wechselwirkung statt, die mit der Antimonwirkung etwas zu tun hat, die im Antimon von der Erde in Anspruch genommen wird. In allem, was Antimon auf der Erde ist, wirkt von der Erde aus dieselbe Kraft, die von diesen drei planetarischen Körpern vom Außerirdischen aus auf die Erde wirkt.

Da komme ich auf etwas, was ich doch erwähnen muß. Nämlich bei der Erdenkonstitution ist es so, daß man eigentlich unrichtig redet, wenn man bei so etwas wie dem Antimon von dem einzelnen Stück bloß redet. Es ist alles Antimon in der Erdenorganisation eine Einheit, wie alles Silber und alles Gold der Erde eine Einheit ist. Es kommt gar nicht so sehr auf das einzelne Stück an. Wenn Sie das einzelne Stück Antimon aus der Erde wegnehmen, so wühlen Sie einfach in dem Gesamtantimonleib der Erde, der ihr eingegliedert ist. Also das gehört dazu zu dem gesamten Antimonleib. Da haben wir also geschildert auf der einen Seite alles dasjenige, was gewissermaßen durch die Antimonwirkung anschaulich wird. Allem Wirken stehen nun in der Natur Gegenwirkungen gegenüber. Gerade durch das Hin- und Herpendeln von Wirkung und Gegenwirkung entstehen immer die gestalteten Körper.

Nun sehen Sie, diese gegenwirkenden Kräfte müssen wir nun aufsuchen. Diese gegenwirkenden Kräfte zeigen sich uns dann, wenn wir erkennen können, durchschauen können, daß ja die Antimonkräfte in dem Augenblick auf den Menschen wirken, wo irgend etwas, was eigentlich im Innern des Menschen geregelt ist, nach außen drängt. Diese Antimonkräfte sind es nämlich gerade, die in der Gerinnung des Blutes wirken. Da drinnen wirkt das Antimonisierende. Überall wo das Blut in seinem Bestände, in seiner Strömung die Tendenz zum Gerinnen zeigt, da ist antimonisierende Kraft. Überall da, wo das Blut sich entziehen will dieser gerinnenden Kraft, da sind die Gegenwirkungen da. So daß wir da, wo uns die Bluter entgegentreten, kurioserweise finden die antiantimonisierenden Kräfte. Da haben Sie die anti-antimonisierenden Kräfte. Diese anti-antimonisierenden Kräfte sind aber identisch mit dem, was ich nennen möchte — wenn ich das Wort bilden darf — die albuminisierenden Kräfte, die eiweißstoffbildenden Kräfte, die so organisierend wirken, daß sie die Bildung des Eiweißes fördern. Denn wiederum dasjenige, was das Blut am Gerinnen verhindert, sind die eiweißbildenden Kräfte.“ (Lit.:GA 312, S. 352ff)

Der Homunculus und das Phantom des Antimons

„Wenn die alten Ärzte sprachen von der Erzeugung des Homunkulus, so ist das im Grunde genommen so, daß sie in ihrem noch vorhandenen Hellsehen so etwas schauen konnten, wie es das «Phantom» des Antimons ist. Da erschien ihnen in dem Bildeprozeß, den sie äußerlich in ihrem Laboratorium vollführten, während das Antimon seine Kräfte entfaltete, hineinprojiziert aus ihrem eigenen Wesen dasjenige, was diese Antimonkräfte als albuminisierende Kräfte bekämpft. Dasjenige, was sonst zurückbleibt im menschlichen Organismus, das projizierten sie hinaus, und da sahen sie den Homunkulus, der da erschien, während sich der Prozeß abspielte, in welchem das Antimon seine verschiedenen Formen annimmt.“ (Lit.:GA 312, S. 362f)

Literatur

  1. G. W. Gessmann: Die Geheimsymbole der Chemie und Medicin des Mittelalters, München 1900 [1]
  2. Rudolf Steiner: Grundlegendes für eine Erweiterung der Heilkunst nach geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen, GA 27 (1991) pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  3. Rudolf Steiner: Geisteswissenschaft und Medizin, GA 312 (1999) pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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Weblinks

Einzelnachweise

  1. Gessmann, S. 26
  2. Merkur, Venus und Mond sind die schicksalbestimmenden untersonnigen Plan eten.