Buch des Lebens

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Das Buch des Lebens (hebr. סֵפֶר חִיִּים Sefer Chajim) wird mehrfach in der biblischen Überlieferung des Alten und Neuen Testaments erwähnt. Dieses himmlische Buch enthält die Namen aller Gerechten, die am Tag des Jüngsten Gerichts nicht in den Feuersee geworfen werden und nicht den zweiten Tod erleiden. In der Apokalypse des Johannes werden auch noch weitere, nicht näher bezeichnete Bücher erwähnt, die am Tag des Gerichts geöffnet werden. Aus anthroposophischer Sicht sind damit die Eintragungen in das Weltgedächtnis, die Akasha-Chronik, gemeint.

„11 Dann sah ich einen großen weißen Thron und den, der auf ihm saß; vor seinem Anblick flohen Erde und Himmel und es gab keinen Platz mehr für sie. 12 Ich sah die Toten vor dem Thron stehen, die Großen und die Kleinen. Und Bücher wurden aufgeschlagen; auch das Buch des Lebens wurde aufgeschlagen. Die Toten wurden nach ihren Werken gerichtet, nach dem, was in den Büchern aufgeschrieben war. 13 Und das Meer gab die Toten heraus, die in ihm waren; und der Tod und die Unterwelt gaben ihre Toten heraus, die in ihnen waren. Sie wurden gerichtet, jeder nach seinen Werken. 14 Der Tod und die Unterwelt aber wurden in den Feuersee geworfen. Das ist der zweite Tod: der Feuersee. 15 Wer nicht im Buch des Lebens verzeichnet war, wurde in den Feuersee geworfen.“

Offenbarung: Off 20,11-15 EU

Die Vorstellung eines Weltgedächtnisses ist ein fester Bestandteil der christlichen Tradition, beispielsweise in der Messfeier für Verstorbene (Missa pro defunctis) aus dem Missale curiale (1472) oder auch dem Missale Romanum (1570) der römisch-katholischen Kirche. Im Dies irae der Missa pro defunctis heißt es:

Liber scriptus proferetur
in quo totum continetur,
unde mundus iudicetur.

Ein geschriebenes Buch wird vorgebracht werden,
in dem alles enthalten ist,
nach dem die Welt gerichtet werden soll.

Siehe auch