Zorn Gottes

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Matthias Gerung, Die Ausgießung der sieben Zornesschalen: Die ersten sechs Plagen (Offb 16,1-16 LUT), Illustration zur Ottheinrich-Bibel, Blatt 298r, Bayerische Staatsbibliothek (um 1530-1532)
Bamberger Apokalypse, Tafel 29, Überreichung der Zornesschalen (Offb 15,5-8 LUT)
Bamberger Apokalypse, Tafel 30, Ausgießung der 1., 2. und 3. Zornesschale (Offb 16,1-7 LUT)
Bamberger Apokalypse, Tafel 31, Ausgießung der 4., 5. und 6. Zornesschale (Offb 16,8-16 LUT)
Bamberger Apokalypse, Tafel 32, Ausgießung der 7. Zornesschale (Offb 16,17-21 LUT)

Vom Zorn Gottes (lat. Ira Dei), dem göttlichen Zorn, wird im Alten und Neuen Testament vielfach gesprochen, insbesondere am Ende des 15. und weiter im 16. Kapitel der Apokalypse des Johannes, wo es zur Ausgießung der sieben Zornesschalen kommt, woraus die sieben Plagen der Endzeit resultieren. In dieser Form zeigt sich die göttliche Liebe, die alles durchwaltet, wenn sie von dem Bösen aufgesogen wird, das namentlich seit dem Bewusstseinsseelenzeitalter in der Menschheit wirkt und künftig noch stärker hervortreten wird. Was von dem Bösen ergriffen wird, muss zum Heil der Menschheit durch die göttliche Liebe zersplittert werden, die dadurch aber äußerlich als Gottes Zorn erscheint.

„Einzig und allein durch die Ausgießung des göttlichen Zornes, der aber nur die Metamorphose der göttlichen Liebe ist, kann das, was die Menschheit bewirkt hat an schädigenden Dingen, hinweggeschafft werden, was sonst unsagbar schädigend wirken würde auf die weitere Entwickelung der Menschheit.“ (Lit.:GA 346, S. 218f)

Die Ausgießung der sieben Zornesschalen

„Das Gegenteil der göttlichen Liebe ist der göttliche Zorn. Die wahre Gestalt der göttlichen Liebe, die die Welt vorwärtsbringt, wird in dieser dritten Sphäre wahrgenommen von denen, die für die physische Welt abgestreift haben die sieben Zornesschalen. So wird der Einzuweihende stufenweise hinaufgeführt die Einweihungssphären. In den sieben Briefen der Apokalypse des Johannes haben wir das, was den sieben Kategorien der physischen Welt gehört, in den sieben Siegeln, was der astralisch-imaginativen Welt gehört, in den sieben Posaunen das, was der devachanischen höheren Welt gehört, und in den sieben Zornesschalen das, was abgeworfen werden muß, wenn der Mensch sich erheben will in das höchste Geistige, das zunächst für unsere Welt zu erreichen ist, weil dieses höchste Geistige noch mit unserer Welt zusammenhängt.“ (Lit.:GA 104, S. 58f)

Mit der Ausgießung der sieben Zornesschalen geht die Erde wieder in den rein astralischen Zustand über. Alles, was nicht in diesen Zustand übergehen kann, muss ausgeschieden werden.

„Zu diesem Astralischen sind wir aufgestiegen da, wo uns in der Apokalypse die «Zornesschalen» beschrieben werden. Da wird die Erde wieder astralisch.“ (Lit.:GA 104, S. 208)

Insbesondere geht es dabei um die Überwindung des Tieres mit den zehn Hörner und den zehn Köpfen, das in uns lebt, und die Aufhebung der Geschlechtertrennung, die eine Folge der Verdichtung der ehemals astralischen Erde zum physisch-ätherischen Zustand war.

„Die sieben Köpfe und zehn Hörner hat der Mensch in sich. Das muß er nun so bearbeiten durch die Aufnahme des Christus-Prinzipes, daß sie sozusagen vernichtet werden. Denn jedesmal, wenn heute der Mensch stirbt, ist in seinem astralischen Leibe sehr wohl zu sehen die Siebenköpfigkeit und Zehnhörnigkeit. Das wird nur zusammengehalten wie Kautschuk, der entsprechend gebildet wird. Nehmen Sie an, der Mensch verhärtete sich während unserer Zeit gegen das Christus-Prinzip und käme an in der Zeit des großen Krieges aller gegen alle, ohne das Christus-Erlebnis gehabt zu haben, käme an und hätte den Christus von sich gestoßen, dann würde, wenn die Erde ins Astralische übergeht, dasjenige, was da war, wozu er es gebracht hat, was er hätte umwandeln sollen, hervorspringen, hervorspringen in seiner alten Gestalt. Das Tier würde erscheinen mit den sieben Köpfen und zehn Hörnern, während für diejenigen, die das Christus-Prinzip aufgenommen haben, die Geschlechtlichkeit wiederum überwunden sein wird. Die Verhärteten werden die sechshörnige Geschlechtlichkeit wohl bewahren und werden in ihrer Ganzheit erscheinen als das Tier mit den sieben Köpfen und zehn Hörnern, die veranlagt worden sind in der atlantischen Zeit. Sie können umgewandelt werden durch die Aufnahme des Christus-Impulses. Wenn aber der Christus zurückgewiesen wird, werden sie bleiben und wieder erscheinen in jener Zeit, die damit angedeutet wird, daß die Zornesschalen ausgegossen werden und die Erde sozusagen gespalten erscheint in zwei Teile: in den Teil, wo die Christus- Menschen mit weißen Kleidern erscheinen als die Auserwählten, schon zur Zeit der Siegel, und in den anderen Teil, wo die Menschen erscheinen in der Gestalt des Tieres mit den sieben Köpfen und zehn Hörnern. Dann erscheint auch ein anderes Tier mit zwei Hörnern, symbolisiert durch die Zahl 666.“ (Lit.:GA 104, S. 215f)

„Das Gegenteil der göttlichen Liebe nennt man den göttlichen Zorn. Das ist der technische Ausdruck. Wie diese Liebe im Laufe der vierten Kulturstufe der Menschheit eingeprägt worden ist, wie sie immer wärmer und wärmer wird durch die letzten Kulturstufen unserer Zeit, durch die sechste und siebente, so wächst an auf der anderen Seite dasjenige, was die Materie um sich verhärtet: der göttliche Zorn. Und dieses Wirken des göttlichen Zornes, dieses Hinausstoßen der Materie, wird uns angedeutet in der Apokalypse des Johannes durch das Ausgießen der sieben göttlichen Zornesschalen. Stellen Sie sich vor, wie das Ganze sozusagen figürlich sein wird: Die Erde wird immer feiner und feiner in der Materie, der Mensch auch immer geistiger in seiner Materie, und die gröbsten Teile werden nur sichtbar sein in dem Feinen wie Schalen, wie zum Beispiel die Reptilien sie abwerfen oder die Schnecken. So werden die harten Teile immer mehr und mehr angegliedert sein der sich verfeinernden Materie. In dem letzten Zeitraum, dem Zeitraum der Posaunenklänge, würden Sie schon sehen mit hellseherischen Augen, wie die Menschen aus feinen Leibern bestehen, aus durchgeistigten Leibern, und wie diejenigen, die in sich verhärtet haben das materielle Prinzip, das in sich bewahrt haben, was heute die wichtigsten Bestandteile der Materie sind, und wie das wie Hülsen herunterfallen wird in diese materielle Kugel, die als Überbleibsel sein wird nach diesem Zeitraum, der durch die Posaunenklänge angedeutet wird. Das ist es, was uns die Apokalypse des Johannes als Prophetie gibt. Und es ist wichtig, daß wir uns mit unserer Seele in diese Prophetie einfühlen, so daß sie befeuernd auf unseren Willen wirkt. Denn was hat alsdann der Mensch aus sich gemacht, wenn dieser sechste und siebente Zeitraum vorüber sein werden? Was hat der Mensch dann aus seinem Leibe gemacht? Wenn wir jetzt den menschlichen Leib ansehen, so ist er noch nicht der Ausdruck der inneren Seele. Aber immer mehr und mehr wird der Leib ein Ausdruck dessen werden, was die Seele in ihrem Innern erlebt. Dadurch wird das äußere Leibliche ein Ausdruck des Guten, daß der Mensch aufnimmt die höchste Botschaft, die höchste Lehre, die es auf dieser Erde gibt, und diese höchste der Lehren ist die Botschaft von dem Christus Jesus auf der Erde. Das Höchste, das uns gegeben werden kann, ist die Botschaft von Christus Jesus. Wohl müssen wir sie aufnehmen, und nicht bloß mit dem Verstand. Wir müssen sie in unser Innerstes aufnehmen, wie man die Nahrung im physischen Leibe aufnimmt. Und indem die Menschheit sich durch diese Kulturstufe hinüberentwickelt, wird sie immer mehr und mehr die frohe Botschaft in ihr Inneres aufnehmen, und gerade die Aufnahme der Botschaft der Liebe wird sie als das Ergebnis der Erdenmission zu betrachten haben. In den Evangelien, in dem «Buche», ist die Kraft der Liebe enthalten, alle Kraft der Liebe. Und der Seher kann nichts anderes sagen als: Ich sehe im Geiste eine Zeit vor mir, wo dasjenige, was im Evangelium ist, nicht mehr in einem Buche draußen sein wird, sondern wo das verschlungen sein wird vom Menschen selber.

Unsere Erdenentwicklung beruht auf zweierlei. Unserer Erde ist vorangegangen dasjenige, was wir nennen den Kosmos der Weisheit, und ihm ist vorangegangen dasjenige, was wir nennen - das Wort sagt freilich nicht viel, aber wir müssen es gebrauchen, weil es gebräuchlich geworden ist - den Kosmos der Stärke, der Kraft. Weisheit und Stärke ist es, was die Erde als Erbschaft von früheren Entwicklungsstufen, vom alten Mond und der alten Sonne übernommen hat. Wir werden sehen, wie innerhalb unserer Erdenentwicklung das auch zum Ausdruck kommt dadurch, daß wir die erste Hälfte der Erdenentwicklung nach dem Vertreter der Sonnenkraft, dem Mars, benennen. Denn jetzt brauchen wir nur zu bedenken, daß wir innerhalb unserer Erdenentwicklung im Mars dasjenige haben, was der Erde eingepflanzt hat das Eisen. Wir sehen im Mars den Bringer von Stärke. Und in dem, was die zweite Hälfte der Erdenentwicklung beherrscht, haben wir den Stellvertreter der alten Mondenentwicklung, den Merkur, welcher der Erde die alte Erbschaft des Mondes, die Weisheit, einverleibt. So setzt sich uns die Erdenentwicklung zusammen aus Mars- und Merkurentwicklung. Sie hat als Erbschaft übernommen zwei starke, gewaltige Kräfte. Das, was sie ererbt hat vom Kosmos der Stärke, drückt sich aus im Mars, und was sie ererbt hat vom Kosmos der Weisheit, drückt sich im Merkur aus. Sie, die Erde selber, soll hinzubringen die Liebe durch ihre Mission. Diese Liebe soll als das Ergebnis der Erdenentwicklung sich herrlich offenbaren. Das ist ein sehr tiefer Gedanke des Apokalyptikers. Das ist der tiefe Gedanke, der außerdem anknüpft an die ganze übrige Erdenentwicklung.“ (Lit.:GA 104, S. 172ff)

Liebe und Zorn im Zusammenhang mit Aufbau- und Abbaukräften

„Sehen Sie sich einen Menschen auf Erden an in seiner physischen Leiblichkeit, meine lieben Freunde, und Sie werden sich unmöglich die Organisation denken können im bloßen Aufbau, also bloß in dem, was im Menschen als Sprossendes, Sprießendes im Aufbau vor sich geht. Sie müssen sich vielmehr Abbauprozesse in den Organismus hineindenken, die zu Aussonderungen führen. Dieser Abbau, der die Leiblichkeit in einem fortwährenden Zerstörungsprozeß zeigt, ist aber dazu bestimmt - weil er Abbau im Physischen ist -, das Geistige aufzunehmen, so daß der Geist dann in den physischen Abbauprozessen leben kann. Es lebt ja im menschlichen Organismus das Geistige nicht in den Aufbauprozessen. Wenn der Mensch wächst, wenn die physischen Vorgänge, die physischen Prozesse im Steigen sind, wird das Geistige unterdrückt, nicht gefördert. Es ist eine ganz alberne Vorstellung der Materialisten, daß sie denken, der Mensch brauche in seinem Gehirn nur das sprießende, sprossende Leben zu läutern, und die Fortsetzung der Lebensvorgänge verfeinere, verwandle sich da, und das bedeute Denken. Das Gehirn, wo es bloße Fortsetzung der Verdauungsvorgänge darstellen würde, würde nur dumpfes, pflanzenhaftes inneres Erleben haben. Nur indem abgebaut wird, indem das Gehirn fortwährend zerfällt, sozusagen durchlöchert wird von den physischen Vorgängen, tritt das Geistige in das Gehirn ein. Das Geistige findet eben auf dem Wege des Abbaues seine Bahn, um schaffend in das Physische einzugreifen. Und es werden die Abbauprozesse nun aufgenommen vom Physischen. Wir sehen, daß in das Wachstum ein Zurückhalten, ein Hemmen des Wachstums hineingebaut wird [...]

Wenn man nun gewahr wird, wie diese Angeloi-, Archangeloi-, Archai-Welt eigentlich die Leiblichkeit des göttlichen Geistes ist und man da dieses Weben und Leben und Treiben und Tun und Arbeiten von Angeloi, Archangeloi und Archai schaut, wie da die Welt gewoben wird, wie der einzelne Mensch versorgt wird in seinem Seelischen von seinem Angelos, wie verschiedene Menschengruppen von den Archangeloi und Weltenströme des Geschehens von Zeitalter zu Zeitalter weitergeschoben werden durch die Archai, wenn man dieses ganze Weben dieses wunderbaren Gewandes, das da gewoben wird - das so schön ausgedrückt ist in der Proserpina-Sage, der Persephone-Sage Griechenlands -, wenn man dieses ganze Gewand der Welt nimmt, dann flutet darinnen wie das rote Blut im Körper die göttliche Liebe. Aber es gestaltet sich als notwendige Beigabe die Strömung des göttlichen Zornes, der sich immer aus alle dem bildet, was Hemmungen im Weltgeschehen sind, bewirkt durch wirklich moralisch empfindende Wesenheiten, die sich erst mit ihrem Moralischen mit dem Weltengange in Einklang setzen müssen, und wir sehen gewissermaßen in der göttlichen Liebe die göttliche Leiblichkeit in ihrem Sprießen und Sprossen, wir sehen in dem Zusammenhang mit den schwachen Geschöpfen, die aber doch die Wege kennzeichnen, in denen die Götter die Welt leiten wollen, wir sehen in dem, was von schwachen Geschöpfen ausgeht: Diesen Geistleib des göttlichen Geistes durchsetzt etwas wie die Absonderungsprodukte im menschlichen physischen Leibe; dasjenige, was sich im Menschen absondert in Drüsen, sondert sich da ab. Es erscheinen die Absonderungszentren wie die göttlichen Zornesschalen, die eingewoben sind in den Weltengang. Wir erkennen den Zusammenhang gerade innerhalb dieser drei Welten zwischen göttlicher Liebe und göttlichem Zorn, und wir bekommen innerlich die Ehrfurcht gebietende Vorstellung: Ja, was geschieht denn, indem die Zornesschalen sich ausgießen? Da denken die göttlich-geistigen Wesenheiten, wie sie unter den angeregten Untaten der schwachen Geschöpfe, wie sie gegen die Hemmungen den fortlaufenden Weltengang weiterbringen, und wie sie diese Hemmungen umformen in Vehikel des vorwärtsdringenden, geist-erfüllten Geschehens, damit der Mensch in seinem Abbauwesen die Möglichkeit ergreift, nicht bloß physisch vegetierend, sondern geistig-seelisch im Leibe vorzudringen. Das alles stellt der Apokalyptiker ganz den Wegen der Initiation gemäß vor.“ (Lit.:GA 346, S. 250ff)

Die sieben Plagen der Endzeit

Hauptartikel: Sieben Plagen der Endzeit

Durch die Ausgießung der sieben Zornesschalen werden die sieben Plagen der Endzeit heraufbeschworen:

  1. Schlimme Geschwüre zeigen sich an jenen Menschen, die das Zeichen des Tieres tragen.
  2. Das Meerwasser wird zu Blut und alle Meereslebewesen finden den Tod.
  3. Flüsse und Quellen werden zu Blut.
  4. Die Sonne versengt die Menschen mit großer Hitze. Die Wiedervereinigung der Sonne mit der Erde, die mit dem Erklingen der siebenten Posaune begonnen hat, strebt ihr Vollendung zu. Die Erde geht in den astralen, d.h. sternenartigen Zustand über.
  5. Das Reich des Tieres, das der Wiederverinigung mit der Sonne widerstrebt, wird verfinstert.
  6. Der Euphrat, einer der vier Paradiesesströme, trocknet aus. Den Königen aus dem Osten wird dadurch der Weg bereitet. Aus dem Maul des Tieres und aus dem Mund des falschen Propheten fahren drei unreine dämonische Geistwesen in der Gestalt von Fröschen. Sie tun Zeichen und versammeln die Könige zum Kampf für den großen Tag des Weltgerichts. Selig ist, wer seine Kleider bewahrt, das heißt seine Leibeshüllen vergeistigt. Sie sind die seligen Scharen, die der Herr auf jener Stätte versammelt, die auf Hebräisch Harmagedon heißt.
  7. Der siebente Engel gießt seine Schale in die Atmosphäre aus. Aus dem Tempel vom Thron her ertönt die Stimme: Es ist geschehen! Blitze zucken, Donner rollen und ein globales Erdbeben vernichtet alle Inseln und Berge und großer Hagel fällt auf die Erde hernieder. Die große Stadt zerfällt in drei Teile und die Städte aller Völker sinken in Trümmern. Babylon die Große, taucht vor den Gedanken der Gottheit auf, dass ihr der Kelch des Zorns gereicht werde.

Das Zeugnis der Apokalypse des Johannes

15. Kapitel

„5 Danach sah ich: Es wurde aufgetan der Tempel, die Stiftshütte im Himmel, 6 und aus dem Tempel kamen die sieben Engel, die die sieben Plagen hatten, angetan mit reinem, hellem Leinen und gegürtet um die Brust mit goldenen Gürteln. 7 Und eine der vier Gestalten gab den sieben Engeln sieben goldene Schalen voll vom Zorn Gottes, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit. 8 Und der Tempel wurde voll Rauch von der Herrlichkeit Gottes und von seiner Kraft; und niemand konnte in den Tempel gehen, bis die sieben Plagen der sieben Engel vollendet waren.“

Offb 15,5-8 LUT
16. Kapitel

„1 Und ich hörte eine große Stimme aus dem Tempel, die sprach zu den sieben Engeln: Geht hin und gießt aus die sieben Schalen des Zornes Gottes auf die Erde! 2 Und der erste ging hin und goss seine Schale aus auf die Erde; und es entstand ein böses und schlimmes Geschwür an den Menschen, die das Zeichen des Tieres hatten und die sein Bild anbeteten. 3 Und der zweite Engel goss aus seine Schale ins Meer; und es wurde zu Blut wie von einem Toten, und alle lebendigen Wesen im Meer starben. 4 Und der dritte Engel goss aus seine Schale in die Wasserströme und in die Wasserquellen; und sie wurden zu Blut. 5 Und ich hörte den Engel der Wasser sagen: Gerecht bist du, der du bist und der du warst, du Heiliger, dass du dieses Urteil gesprochen hast; 6 denn sie haben das Blut der Heiligen und der Propheten vergossen, und Blut hast du ihnen zu trinken gegeben; sie sind's wert. 7 Und ich hörte den Altar sagen: Ja, Herr, allmächtiger Gott, deine Gerichte sind wahrhaftig und gerecht. 8 Und der vierte Engel goss aus seine Schale über die Sonne; und es wurde ihr Macht gegeben, die Menschen zu versengen mit Feuer. 9 Und die Menschen wurden versengt von der großen Hitze und lästerten den Namen Gottes, der Macht hat über diese Plagen, und bekehrten sich nicht, ihm die Ehre zu geben. 10 Und der fünfte Engel goss aus seine Schale auf den Thron des Tieres; und sein Reich wurde verfinstert, und die Menschen zerbissen ihre Zungen vor Schmerzen 11 und lästerten Gott im Himmel wegen ihrer Schmerzen und wegen ihrer Geschwüre und bekehrten sich nicht von ihren Werken. 12 Und der sechste Engel goss aus seine Schale auf den großen Strom Euphrat; und sein Wasser trocknete aus, damit der Weg bereitet würde den Königen vom Aufgang der Sonne. 13 Und ich sah aus dem Rachen des Drachen und aus dem Rachen des Tieres und aus dem Munde des falschen Propheten drei unreine Geister kommen, gleich Fröschen; 14 es sind Geister von Teufeln, die tun Zeichen und gehen aus zu den Königen der ganzen Welt, sie zu versammeln zum Kampf am großen Tag Gottes, des Allmächtigen. - 15 Siehe, ich komme wie ein Dieb. Selig ist, der da wacht und seine Kleider bewahrt, damit er nicht nackt gehe und man seine Blöße sehe. - 16 Und er versammelte sie an einen Ort, der heißt auf Hebräisch Harmagedon. 17 Und der siebente Engel goss aus seine Schale in die Luft; und es kam eine große Stimme aus dem Tempel vom Thron, die sprach: Es ist geschehen! 18 Und es geschahen Blitze und Stimmen und Donner, und es geschah ein großes Erdbeben, wie es noch nicht gewesen ist, seit Menschen auf Erden sind - ein solches Erdbeben, so groß. 19 Und aus der großen Stadt wurden drei Teile, und die Städte der Heiden stürzten ein. Und Babylon, der großen, wurde gedacht vor Gott, dass ihr gegeben werde der Kelch mit dem Wein seines grimmigen Zorns. 20 Und alle Inseln verschwanden, und die Berge wurden nicht mehr gefunden. 21 Und ein großer Hagel wie Zentnergewichte fiel vom Himmel auf die Menschen; und die Menschen lästerten Gott wegen der Plage des Hagels; denn diese Plage ist sehr groß.“

Offb 16,1-21 LUT

Licht und Liebe

Die Welt, der der Mensch angehört, besteht in ihrem innersten Wesen aus lauterster göttlicher Liebe, die äußerlich als Licht erscheint: Licht ist Liebe!

„Das Weltenall besteht seiner inneren Substanz und Wesenheit nach, insofern es das All des Menschen ist, aus lauterer Liebe, es ist nichts anderes als lautere Liebe. Wir finden innerhalb des dem Menschen zugeordneten Göttlichen nichts anderes als lautere Liebe. Aber diese Liebe ist eben ein Innerliches, sie kann innerlich von Seelen erlebt werden. Sie würde niemals zur äußeren Erscheinung kommen, wenn sie sich nicht zunächst ihren Körper bildete aus dem Elemente, dem ätherischen Elemente des Lichtes. Und wenn wir richtig okkultistisch die Welt anschauen, so kommen wir einfach dazu, uns zu sagen: Das Grundwesen der Welt ist als Licht äußerlich erscheinende innere Liebewesenheit. Es ist das nicht eine Glaubensüberzeugung dessen, der in diese Dinge hineinschaut, sondern es ist eine ganz objektiv gewonnene Erkenntnis: Das Weltall, insofern der Mensch darin wurzelt, ist durch das Licht äußerlich zur Erscheinung gelangende innerlich wesentliche Liebe. Wesentlich, weil wir es zu tun haben mit all den Wesenheiten der höheren Hierarchien, die von dieser Liebe getragen werden und die diese Liebe innerlich erleben, was aber, wenn wir eine abstrakte Idee anwenden wollen, als Licht erscheint. Der äußere Schein der Wesen ist Liebe, und der äußere Schein von Liebe ist Licht. Das ist es, was man in allen Mysterien immer wieder und wieder betont hat, was nicht bloße Glaubensüberzeugung, sondern was die wirklich gewonnene Erkenntnis jedes wahrhaften Okkultisten ist.“ (Lit.:GA 346, S. 215f)

Liebe und Zorn

„Aber, meine lieben Freunde, nehmen Sie einmal ganz reines Wasser, absolut kristallreines Wasser, und nehmen Sie einen schmutzigen Schwamm, einen Schwamm, der innerlich Schmutz enthält. Bringen Sie ihn in dieses kristallklare, kristallreine Wasser, tauchen Sie ihn ein, drücken Sie ihn zusammen, lassen Sie das Wasser wieder herausfließen - es ist schmutzig, trübe. Sie haben durch den schmutzigen Schwamm das kristallklare Wasser aufsaugen lassen, haben es wieder herausgepreßt, und es ist schmutziges Wasser geworden. Was kann das reine kristallklare Wasser dafür, daß es als schmutziges Wasser herausfließt, wenn man den Schwamm auspreßt? Was kann die im reinen Lichte quellende göttliche Liebe dafür, daß sie aufgenommen wird vom Zeitalter des Materialismus wie das klare Wasser von dem mit Unreinlichkeit durchsetzten Schwamm, und dadurch in der nächsten Erscheinung etwas ganz anderes wird? - So können wir das Bild sehen: Kristallklares Wasser, aufgesogen von einem schmutzigen Schwamm, wird trübes, untrinkbares Wasser. Die göttliche, im Lichte erscheinende Liebe, aufgesogen im Zeitalter der Bewußtseinsseelenentwickelung von all den Ingredienzien des Bösen, die in der Zeit der Bewußtseinsseelenentwickelung latent oder offenbar in der Menschheit wüten, wird der göttliche Zorn.

Das ist das Geheimnis des nächsten Zeitalters, daß durch dasjenige, was in der Menschheit geschieht, die göttliche Liebe erscheinen wird in der Form des göttlichen Zornes - des göttlichen Zornes, der schützen wird vor allen materiellen Gestaltungen, die entstehen infolge des materialistischen Bewußtseinsseelenzeitalters, der schützen wird dadurch, daß er diese Gestaltungen untergehen läßt, vor dem weiteren schädigenden Wirken. Ausgehend von dem, was dem Apokalyptiker erscheint, spricht er von der Ausgießung der Zornesschalen im nächsten Zeitalter (Apk. 16,1 ff.). Das ist dasjenige, was in den Mysterien ausgesprochen wurde in einem Satze, der furchtbar erschütternd auf den angehenden Initiaten wirkte: In der Sphäre der menschlichen Illusion tritt die göttliche Liebe in der Form des göttlichen Zornes in die Erscheinung.“ (Lit.:GA 346, S. 216f)

Literatur

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