Wärmekapazität

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Die Wärmekapazität LaTeX: C eines Körpers errechnet sich aus dem Verhältnis der ihm zugeführten differentiellen Wärmemenge LaTeX: dQ zu der dadurch bewirkten differentiellen Temperaturerhöhung LaTeX: dT:

LaTeX: C = \frac{dQ}{dT}

Sie wird im SI-System in J/K angegeben.

Spezifische Wärmekapazität

Die spezifische Wärmekapazität LaTeX: c wird auf die Masse LaTeX: m des Körpers bezogen und ist eine temperaturabhängige Materialkonstante. Sie wird in J/kg·K angegeben:

LaTeX: c = \frac Cm

Lokale Minima und Maxima der temperaturabhängigen spezifischen Wärmekapazität sind ein klarer Hinweis auf strukturelle Veränderungen, die in diesem Bereich stattfinden. So zeigt etwa Wasser bei etwa 37,5 °C ein Minimum.[1] Dass die mittlere Bluttemperatur des Menschen genau in diesem Bereich liegt, dürfte kaum ein Zufall sein.

Bei allen Strukturveränderungen spielt der Übergang von äußerer fühlbarer Wärme in ätherische innere, latente Wärme - und umgekehrt - eine wesentliche Rolle. Die Wärme schlägt nicht nur eine Brücke von der physischen Welt zur Ätherwelt, sondern auch zur Astralwelt und ihre eigentliche Quelle ist - bildhaft gesprochen - das Feuer des Geistes. Rudolf Steiner vergleicht das oft mit der Bedeutung des Zahnwechsels für die Entwicklung des Kindes. Hier tritt ein konkretes Wechselverhältnis des Seelisch-Geistigen und des Körperlich-Leiblichen in Erscheinung:

„Sie wissen ja, daß heute die anerkannte Psychologie eigentlich doch nicht weiter kommt, als bis zu gewissen Spekulationen über die Beziehungen von Seele und Leib, Seele und Körper. Die Seele wird geschildert, als ob sie den Körper bewegte, oder es wird von den materialistisch Gesinnten die Seele als das Plus angesehen, das der Körper gewissermaßen produziert. Am häufigsten spricht man heute von dem psychophysischen Parallelismus: daß die Seelenerscheinungen und die körperlichen Erscheinungen parallel ablaufen und so weiter. Das alles sind Spekulationen, die eigentlich nur darauf beruhen, daß man denselben Wissenschaftsgeist, der sonst herrscht, in das menschliche seelisch-leibliche, seelisch-körperliche Leben nicht einführen will.

Sie alle kennen die physikalische Anschauung, die von latenter Wärme spricht, von einer latenten Wärme, die in irgendeinem Ding enthalten ist, die aber nicht als Wärme erscheint. Wenn man gewisse Bedingungen herbeiführt, wird diese Wärme, wie man sagt, frei. Sie erscheint dann. Man hat vorher die Wärme in den Dingen drinnen, sie bewirkt in den Dingen etwas, das aber nicht äußerlich durch Wärmevorgänge sich ausdrückt. Man spricht von latenter Wärme, von freiwerdender Wärme.

Eine solche Anschauung, natürlich modifiziert, bereichert, muß durchaus auch auf das konkrete, nicht spekulative Seelenanschauen ausgedehnt werden. Wir sehen das Kind heranwachsen bis zum Zahwechsel, um das siebente Jahr herum. Mit diesem Zahnwechsel ist aber viel mehr verbunden, als man gewöhnlich meint. Wer eine unbefangene Beobachtung für Seelisch-Leibliches hat, der weiß, daß die ganze Art des Denkens, des Vorstellens, auch des Gefühls- und Empfindungslebens, also alles Seelische bei dem Kinde ganz anders wird nach dem Zahnwechsel, als es vorher gewesen ist. Der Zahnwechsel ist gewissermaßen für eine bestimmte Art des kindlichen Lebens ein Schlußpunkt. Der Mensch hat nicht mehr nötig, nach dem Zahnwechsel diejenigen Kräfte für seinen Organismus anzuwenden, die er vorher angewendet hat. Denn diese Kräfte, welche — wenn ich mich jetzt trivial ausdrücken darf - die zweiten Zähne herausstoßen, die sind nicht bloß lokalisiert etwa im menschlichen Haupte, es sind die Kräfte, die im ganzen Organismus sind, die nur beim Herausstoßen der zweiten Zähne eben sich an einem einzelnen Orte zeigen. Wer diesen ganzen Vorgang so sachgemäß wissenschaftlich verfolgt, wie man heute gewöhnt ist, in der Naturwissenschaft zu denken, der kommt dazu, zu erkennen, daß diejenigen Kräfte, die die Zähne herausstoßen, eben vorher latent waren, gebunden waren im Organismus, daß sie den Organismus eben durchorganisiert haben, und daß sie jetzt beim Zahnwechsel frei geworden sind und nach dem Zahnwechsel beim Kinde als seelisch-geistige Kräfte erscheinen.

Hier haben wir ein konkretes, nicht ein erspekuliertes Wechselverhältnis des Seelisch-Geistigen und des Körperlich-Leiblichen. Wer nur im gegenwärtigen Augenblick auf die Seele und dann auf den Leib hinschauen will, der mag lange spekulieren und experimentieren, er wird doch nur zu abstrakten Anschauungen über das Verhältnis der Seele und des Leibes kommen. Derjenige, der zur Zeitenfolge übergeht, der wird beobachten, wie in dem Kinde nach dem Zahnwechsel etwas an seelischen Kräften, an Konturierung des Gedächtnisbegriffes, an Konturierung der Empfindungen auftritt, und er wird wissen, daß das, was da als freigewordenes Seelenleben jetzt da ist, vorher untergetaucht war in den Organismus. Er lernt beobachtend, nicht denkend bloß, das Verhältnis von Seele und Körper wirklich kennen.“ (Lit.:GA 79, S. 54ff)

Molare Wärmekapazität

Die vor allem in der Chemie verwendete molare Wärmekapazität, veraltet auch Molwärme genannt, ist ebenfalls eine stoffspezifische Materialkonstante. Sie wird auf die Stoffmenge LaTeX: n bezogen und in J/mol·K angegeben:

LaTeX: c = \frac Cn

Siehe auch

Literatur

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Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Freie Werkausgaben gibt es auf fvn-rs.net, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
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Hilfreiche Werkzeuge zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk sind Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners und
Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.
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Einzelnachweise

  1. Gerhard Resch, Viktor Gutmann: Die wissenschaftlichen Grundlagen der Homöopathie, Barthel&Barthel Verlag, Schäftlarn 1986 ISBN 978-3-88950-025-0, S. 333