Apsiden

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Die Apsiden sind die Hauptscheitel einer keplerschen Bahnellipse. Angenommen die Zentralmasse steht im Brennpunkt F2, dann ist S2 die Periapsis und S1 die Apoapsis. Die Hauptachse der Ellipse (rot), die S1 und S2 verbindet, ist die Apsidenlinie.
Drehung der Apsidenlinie.

Als Apsiden (von griech. ἁψίς hapsís bzw. im ionischen Dialekt ohne Hauchlaut ἀψίς apsís „Gewölbe“; Einzahl Apsis[1]) werden in der Astronomie die beiden Hauptscheitelpunkte der klassischen eliptischen Keplerbahn eines Himmelskörpers um einen Zentralkörper (z.B. Sonne oder Erde) bezeichnet.

Der dem Zentralkörper nächste Punkt der Bahnkurve heißt ganz allgemein Periapsis und der entfernteste Scheitelpunkt Apoapsis. Im Fall der Bewegung eines Planeten um die Sonne spricht man konkreter von Perihel (sonnennächster Punkt) und Aphel (sonnenfernster Punkt) bzw. bezüglich des sich um die Erde drehenden Mondes vom Pergäum (erdnächster Punkt) und Apogäum (erdfernster Punkt).

Die Verbindungsgerade der beiden Apsiden heißt Apsidenlinie bzw. Apsidenachse. Der Zentralkörper - genauer gesagt das Schwerkraftzentrum der beiden Körper - steht dabei in einem der beiden Brennpunkte der Ellipse.

Apsidendrehung

Durch verschiedene störende Faktoren kann es zu einer fortlaufenden Apsidendrehung, d.h. zu einer beständigen Drehung der Apsidenachse kommen. Bezüglich eines um die Sonne rotierenden Planeten spricht man dann von einer Periheldrehung bzw. betreffend der Mondbahn von einer Pergäumsdrehung.

Ursachen für die Apsidendrehung sind störende Gravitationskräfte anderer Himmelskörper, Abweichungen des Zentralkörpers von der idealen Kugelform und die durch die allgemeine Relativitätstheorie beschriebene Raumkrümmung, durch die es zu Abweichungen vom Newtonschen Gravitationsgesetz kommt. Einstein konnte dadurch erstmals die Perihelbewegung das Planeten Merkur erklären.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1.  Wilhelm Gemoll: Griechisch-Deutsches Schul- und Handwörterbuch. G. Freytag Verlag/Hölder-Pichler-Tempsky, München/Wien 1965.
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