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Erde (Planet)

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Erde  Earth symbol alternate.svg LaTeX: \oplus
The Earth seen from Apollo 17.jpg
Blue Marble, die Erde als Blauer Planet, aufgenommen von Apollo 17 am 7. Dezember 1972
Eigenschaften des Orbits[1]
Große Halbachse AE
(149,6 Mio. km)
Perihel – Aphel 0,983 – 1,017 AE
Exzentrizität 0,0167
Neigung der Bahnebene 0°
Siderische Umlaufzeit 365,256 d
Mittlere Orbitalgeschwindigkeit 29,78 km/s
Physikalische Eigenschaften[1]
Äquatordurchmesser* 12.756,32[2] km
Poldurchmesser* 12.713,55[2] km
Masse 5,974 · 1024 kg
Mittlere Dichte 5,515 g/cm3
Fallbeschleunigung* 9,80665 m/s2
Fluchtgeschwindigkeit 11,186 km/s
Rotationsperiode 23 h 56 min 4,1 s
Neigung der Rotationsachse 23,44°
Geometrische Albedo 0,367
Eigenschaften der Atmosphäre
Druck* 1,014[1] bar
Temperatur*
Min. – Mittel – Max.
184 K (−89 °C)
288 K (+15 °C)
331 K (+58 °C)
Hauptbestandteile
*bezogen auf das Nullniveau des Planeten
Sonstiges
Monde Mond
Solar system scale-2.jpg
v. l. n. r.: Größenvergleich zwischen Sonnenrand, Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun (maßstabsgerechte Fotomontage der Größen, jedoch nicht der Abstände)

Die Erde (ahd. erda; hebr. ‏הָאָרֶץ ha-Aretz „Erde, Land“; astronomisches Zeichen: oder LaTeX: \oplus) ist aus heliozentrischer Sicht der dichteste, fünftgrößte und der Sonne drittnächste Planet unseres Sonnensystems und hat einen Durchmesser von mehr als 12.700 Kilometer. Ihr Alter wird heute auf etwa 4,6 Milliarden Jahre geschätzt. Die Erdmasse (kurz M, manchmal auch ME) beträgt rund 5,9722·1024 kg (5,97 Trilliarden Tonnen).[4] Da die Erdoberfläche zu rund 2/3 mit Wasser bedeckt ist und deshalb vom Weltall gesehen überwiegend blau erscheint, heißt sie seit dem Zeitalter der bemannten Raumfahrt auch Blauer Planet.

Die tägliche und jährliche Bewegung der Erde

Die Erde bewegt sich im heliozentrischen kopernikanischen System prograd auf der annähernd elliptischen Erdbahn im mittleren Abstand von 149,6 Mio. km um die Sonne. Die Ebene, in der die Erdbahn liegt, nennt man Ekliptik. Die am Fixsternhintergrund gemessene siderische Umlaufzeit der Erde beträgt rund 365,256 Tage. Das siderische Jahr (auch Sternenjahr genannt) ist mit 365 Tagen, 6 Stunden, 9 Minuten und 9,54 Sekunden um 20 Minuten und 24 Sekunden länger als das tropische Jahr, das von Frühlingspunkt zu Frühlingspunkt gerechnet wird und die Grundlage des bürgerlichen Kalenders mit 365 bzw. 366 Tagen (Schaltjahr) bildet.

Die Erde dreht sich relativ zum Fixsternhimmel prograd Richtung Osten einmal in 23 Stunden, 56 Minuten und 4,10 Sekunden um ihre Achse. Diese Zeitspanne ist ein siderischer Tag, der bis auf eine geringe Abweichung dem etwa 8 Tausendstel Sekunden kürzeren Sterntag entspricht. Weil sich die Erde zugleich auch auf ihrer Bahn weiterbewegt, ist er etwas kürzer als der wahre Sonnentag, der Zeitspanne zwischen zwei Meridiandurchgängen der Sonne, was annähernd der Zeit zwischen zwei Sonnenhöchstständen entspricht. Aufgrund der Bahnbewegung der Erde variiert seine Länge im Lauf eines Jahres leicht. Sein Jahresmittel, der mittlere Sonnentag, ist auf 24 Stunden festgelegt, die ihrerseits in je 60 Minuten und diese wiederum in je 60 Sekunden unterteilt werden. Insgesamt hat ein Tag daher 86.400 Sekunden.

Die Erdachse durchstößt die Erdoberfläche an den beiden geographischen Polen, dem geographischen Nordpol und dem geographischen Südpol. Die geomagnetischen Pole weichen davon derzeit um etwa 11.5 ° ab. Die Erdachse ist um 23°26' gegen die Erdbahn geneigt. Die Nord- und Südhalbkugel der Erde wird dadurch im Jahreslauf unterschiedlich von der Sonne beschienen, woraus die das irdische Klima prägenden Jahreszeiten resultieren. Sie haben nicht nur einen entscheidenden Einfluss auf das irdische Leben, sondern impulsieren auch in sehr differenzierter Weise die Stimmung der menschlichen Seele. Wie unterschiedlich die Seele im Jahreslauf erklingt, wird aus den Wochensprüchen des von Rudolf Steiner gegebenen Seelenkalenders deutlich.

Die Bewegung der Erde im Jahreslauf

Die geistige Bedeutung der Erde und ihrer Entwicklung

Das Erdmagnetfeld
Aufbau der Erde: Die wichtigsten Schalen und ihre durchschnittliche Tiefe (chemisches und rheologisches Modell vermischt)
Die neun Schichten des Erdinneren aus geistiger Sicht
Die Erde
Größenvergleich von Erde und Mond.

Zusammen mit den anderen Planeten ist die Erde aus geisteswissenschaftlicher Sicht die vierte Verkörperung unseres Planetensystems, die aus dem ihr vorangegangenen alten Mond nach dem Durchgang durch ein rein geistiges Pralaya entstanden ist.

Die Erde ist der Schauplatz der Menschheitsentwicklung und der mit ihr verbundenen Naturreiche. In der Mythologie wird die Erde vielfach als lebendiges und lebensspendendes weiblich-mütterliches Wesen angesehen und etwa als Mutter Erde, Erdmutter, Magna Mater (Große Mutter) oder Gaia angesprochen[5].

Nach Rudolf Steiner ist das Ziel der Erdentwicklung, der Kosmos der Liebe zu werden, denn ihre geistige Mission ist es, die Liebe in die Welt zu bringen. Sie bedarf dazu des Menschen, der hier sein eigenständiges Ich entwickelt. Denn Träger der Liebe kann nur ein Wesen sein, dass sich aus freiem Willen selbst zu verschenken vermag. Die Voraussetzungen dazu wurden durch die Inkarnation des Christus auf Erden und das Mysterium von Golgatha geschaffen.

Der Erdentwicklung wird als fünfte planetarische Entwicklungsstufe der neue Jupiter folgen, der in der Apokalypse des Johannes als Neues Jerusalem bezeichnet wird.

Der innere Aufbau der Erde, den vor allem die Geophysik, namentlich die Seismologie, untersucht, besteht idealisiert betrachtet aus konzentrischen Kugelschalen, deren Material jeweils eine deutlich unterschiedliche Dichte hat. Die Kugelschale mit der geringsten Dichte liegt am weitesten außen und wird als Erdkruste bezeichnet. Daran schließt sich der Erdmantel an. Die Kugelschale mit der größten Dichte, eigentlich eine Vollkugel, liegt im Zentrum des Erdkörpers und wird Erdkern genannt. Er untergliedert sich in einen flüssigen äußeren und einen festen inneren Kern. Das Erdmagnetfeld, das die Erde durchdringt und umgibt, wird aus geophysikalischer Sicht überwiegend durch den Geodynamo im flüssigen äußeren Erdkern hervorgerufen. Laut Rudolf Steiner hängt der Magnetismus vornehmlich mit den ahrimanischen Kräften zusammen.

Nicht zu verwechseln ist der physische Aufbau der Erde mit der nur geistig wahrnehmbaren Gliederungen des Erdinneren in neun Schichten, wie sie Rudolf Steiner und in etwas anderer Art Dante Alighieri im Inferno seiner «Göttlichen Komödie» geschildert hat.

Die Erde als Schöpfung der Elohim

Die gesamte Erdentwicklung steht unter der Herrschaft der Geister der Form, der Elohim, von denen im Schöpfungsbericht der Genesis gesprochen wird. Zu Beginn des ersten Schöpfungstags wird der Himmel (hebr. שמים Schamajim „Himmlische Wasser“, mit Artikel: hebr. השמים ha-Schamajim) von der Erde getrennt. Nach Rudolf Steiner wird damit primär auf die Trennung der Erde von der Sonne hingewiesen.:

„Im Urbeginn schufen die Elohim den Himmel und die Erde.
hebr. בְּרֵאשִׁ֖ית בָּרָ֣א אֱלֹהִ֑ים אֵ֥ת הַשָּׁמַ֖יִם וְאֵ֥ת הָאָֽרֶץ׃
Bereschit bara Älohim et ha-Schamajim we'et ha-Áräz

Genesis: 1 Mos 1,1 LUT

Vorangegangene und nachfolgende Weltentwicklungsstufen

Damit die Erde ihre Mission erfüllen kann, war eine lange Vorbereitung nötig. Die Erde hat im Zuge der planetarischen Weltentwicklungsstufen bereits drei frühere Verkörperungen durchgemacht, ehe sie in ihrer heutigen Form in das äußere Dasein getreten ist. Diese früheren Verkörperungen der Erde, die nicht mit den gleichnamigen gegenwärtigen Himmelskörpern verwechselt werden dürfen, werden nach anthroposophischer Terminologie bezeichnet als: alter Saturn, alte Sonne und alter Mond. Der Erdentwicklung werden drei weitere Weltentwicklungsstufen folgen: der neue Jupiter, die neue Venus und der Vulkan. Auf diesen wird sich der Mensch zu noch höheren Entwicklungsstufen erheben können.

Die Erdensphäre

Hauptartikel: Erdensphäre

Als Erdensphäre oder Erdsphäre kann im weitesten Sinn jede zur Erde gehörige Sphäre bezeichnet werden, die als annähernd kugelförmig gedachter Bereich den Erdmittelpunkt umgibt - auch weit über die feste, mineralische Erde hinaus. Im äußeren geophysikalischen Sinn kann es sich dabei etwa um die Atmosphäre, Hydrosphäre, Kryosphäre, Biosphäre und Lithosphäre (deren oberster Teil die Pedosphäre ist) handeln oder um die aus konzentrischen Schalen aufgebaute feste bzw. plastische Erde, die auch als Geosphäre bezeichnet wird und nach gegenwärtiger Ansicht aus dem inneren und äußeren Erdkern, dem Erdmantel und der Erdkruste besteht.

Im anthroposophisch erweiterten Sinn gehören gehören zur Erdensphäre auch alle nur geistig wahrnehmbaren Sphären, die unmittelbar mit unserer Erde zusammenhängen. Dazu zählen u.a. die neun Schichten des Erdinneren, wie sie etwa Dante Alighieri in seiner «Göttlichen Komödie» in mit den neun Kreisen der Hölle schildert. Weiters sind auch die Äthersphäre und die Astralsphäre der Erde zu nennen, aus deren Kräften der Ätherleib und der Astralleib des irdisch verkörperten Mensch entnommen wird. Der Geist der Erde umfasst die Gesamtheit aller geistigen Wesen, die sich mit der Erde verbunden haben. In ihrem Zentrum steht der Christus selbst, der sich durch das Mysterium von Golgatha ganz mit der Erd- und Menschheitsentwicklung verbunden hat.

Die Erdentwicklung

Zu Beginn der Erdentwicklung wurden diese alten planetarischen Zustände in abgekürzter Form wiederholt. Zwischen den einzelnen Wiederholungen zog sich die Erde immer wieder aus der äußeren physischen Erscheinung zunächst in ein seelisches und dann in ein rein geistiges Dasein, ein sog. kleines Pralaya, zurück. Nach und nach wurde so die heutige Gestalt unseres Planetensystems herausgebildet:

  • In der 1. Runde des Erdendaseins wiederholte sich der alte Saturnzustand. Der physische Leib und die darin damals bereits veranlagten Sinnesorgane wurden dadurch reif für die Aufnahme des Ich gemacht. In dieser Zeit spalteten sich zunächst Uranus und dann der heutige Saturn von dem ursprünglich einheitlichen Himmelskörper ab.
  • In der 2. Runde wurde das alte Sonnendasein wiederholt und dadurch der Ätherleib und im physischen Leib die Drüsenorgane für die Ich-Entwicklung vorbeitet. Damals entstand der heutige Jupiter als eigenständiger Planet.
  • In der 3. Runde wiederholte sich der frühere Mondenzustand, um den Astralleib und das Nervensystem auf die Durchdringung mit der Ich-Kraft vorzubereiten. Der Mars wurde damals aus dem Gebilde, in dem noch Sonne, Mond und Erde vereinigt waren, ausgeschieden.
  • Erst in der 4. Runde, als die Erde aus dem Pralaya wieder in die physische Erscheinung[6] getreten war, begann die eigentliche Erdentwicklung im engeren Sinn. Sie entfaltet sich in sieben Hauptzeitaltern oder Wurzelrassen. Im ersten Hauptzeitalter, der polarischen Zeit, waren alle Kräfte wieder in einem einzigen Himmelskörper vereinigt. Erst in der nächsten Epoche, der hyperboräischen Zeit, löste sich die Sonne aus dem gemeinsamen Gebilde heraus und dann auch Venus und Merkur. Etwa hier, wo sich Sonne und Erde voneinander trennten, setzen die Schilderungen der biblischen Schöpfungsgeschichte ein. Die Erde blieb vorerst noch mit dem Mond vereint. Erst als sich in der darauf folgenden lemurischen Zeit auch noch der Mond aus der Erde herauslöste, begann sich das Mineralreich (das gläserne Meer in der Bildersprache der Apokalypse) in Form der ersten Kristalle herauszubilden; bis dahin war die Erde noch in einem feuerflüssigen Zustand. Zu dieser Zeit betrat auch der Mensch erstmals in physischer Gestalt die Erde. Als sich Sonne und Mond von der Erde trennten, kam es auch zum sog. Marsdurchgang, bei dem der Mars in ätherischer Gestalt die Erde durchquerte. Dadurch kam das Eisen in die Erde und es wurde dem Menschen möglich, die Verstandesseele zu entwickeln. Auf die lemurische Epoche folgte die atlantische Zeit und schließlich die nachatlantische Zeit, in der wir jetzt immer noch stehen. Sie gliedert sich in sieben Kulturepochen. Unser gegenwärtiges Bewusstseinsseelenzeitalter ist die fünfte Epoche. Nach Ende der siebenten Epoche werden noch zwei weitere Wurzelrassen der unsern folgen, ehe sich die Erde wieder ins Pralaya zurückzieht. Dann wird auch ein Merkurdurchgang stattfinden, bei der der ätherische Merkur die dann bereits im astralen Zustand befindliche Erde durchdringen wird. Die Merkurkräfte sind aber schon seit der Mitte der atlantischen Zeit wirksam; durch ihren Einfluss kam das Quecksilber auf die Erde und der Mensch konnte die Bewusstseinsseele entwickeln (Lit.: GA 89, S. 73ff).
  • Es werden im Zuge der Erdentwicklung noch drei weitere Runden durchgemacht werden, in denen künftige Entwicklungszustände der Erde andeutungsweise vorausgenommen und dadurch vorbereitet werden.

Wie alle Himmelskörper ist auch die Erde in Wahrheit nicht nur jener physische Körper, den wir mit den Sinnen wahrnehmen, sondern ein lebendiges, beseeltes geistiges Wesen. Sie hat einen Ätherleib und einen Astralleib, die hellsichtig in der Aura der Erde gesehen werden können und deren äußerer Ausdruck in der Natur die Pflanzen und Tiere sind. Die Erde verfügt auch wie der einzelne Mensch über ein Ich, das der Geist der Erde ist. Mit dem Mysterium von Golgatha veränderte sich die Erdenaura schlagartig und der Christus wurde der Geist der Erde und die ganze Erde ist nun sein äußerer Leib. Darum sind die Worte des Johannes-Evangeliums wörtlich zu nehmen:

«Der mein Brot ißt, tritt mich mit Füßen.» Joh 13,18

Mars und Merkur - die beiden Hälften der Erdentwicklung

Die Erdentwicklung gliedert sich in zwei Hälften, die oben schon durch den bereits in der Vergangenheit erfolgten Marsdurchgang und den künftigen Merkurdurchgang angedeutet wurden. Sie wurden durch beiden Säulen Jachin und Boas repräsentiert, die am Eingangstor des Salomonischen Tempels standen. Das Prinzip dieser beiden Säulen liegt auch dem vierten Siegelbild in der Offenbarung des Johannes zugrunde, hier allerdings in Gestalt eines Engels mit Füßen wie Feuersäulen. Die linke Säule (Jakim) steht auf dem Meer, das die bewegte Astralwelt symbolisiert, die rechte (Boas) ruht auf dem festen Land. Mars verleiht der Erde die Kräfte, die bereits auf der alten Sonne, dem Kosmos der Stärke, entwickelt wurden. Merkur steht für die Weisheit, die erst auf dem alten Mond gebildet wurde und der daher auch Kosmos der Weisheit genannt wird.

„Unsere Erdenentwickelung beruht auf zweierlei. Unserer Erde ist vorangegangen dasjenige, was wir nennen den Kosmos der Weisheit, und ihm ist vorangegangen dasjenige, was wir nennen — das Wort sagt freilich nicht viel, aber wir müssen es gebrauchen, weil es gebräuchlich geworden ist — den Kosmos der Stärke, der Kraft. Weisheit und Stärke ist es, was die Erde als Erbschaft von früheren Entwickelungsstufen, vom alten Mond und der alten Sonne übernommen hat. Wir werden sehen, wie innerhalb unserer Erdenentwickelung das auch zum Ausdruck kommt dadurch, daß wir die erste Hälfte der Erdenentwickelung nach dem Vertreter der Sonnenkraft, dem Mars, benennen. Denn jetzt brauchen wir nur zu bedenken, daß wir innerhalb unserer Erdenefttwickelung im Mars dasjenige haben, was der Erde eingepflanzt hat das Eisen. Wir sehen im Mars den Bringer von Stärke. Und in dem, was die zweite Hälfte der Erdenentwickelung beherrscht, haben wir den Stellvertreter der alten Mondenentwickelung, den Merkur, welcher der Erde die alte Erbschaft des Mondes, die Weisheit, einverleibt. So setzt sich uns die Erdenentwickelung zusammen aus Mars- und Merkurentwickelung. Sie hat als Erbschaft übernommen zwei starke, gewaltige Kräfte. Das, was sie ererbt hat vom Kosmos der Stärke, drückt sich aus im Mars, und was sie ererbt hat vom Kosmos der Weisheit, drückt sich im Merkur aus. Sie, die Erde selber, soll hinzubringen die Liebe durch ihre Mission. Diese Liebe soll als das Ergebnis der Erdenentwickelung sich herrlich offenbaren. Das ist ein sehr tiefer Gedanke des Apokalyptikers. Das ist der tiefe Gedanke, der außerdem anknüpft an die ganze übrige Erdenentwickelung. (Siehe das vierte Siegelbild.)

Noch einmal versetzen Sie sich mit mir zurück in die älteste atlantische Zeit, in jene Zeit, von der wir gesagt haben, daß die Luft noch durchsetzt war von Wasser. Der Mensch war noch für das Wasser gebaut. In der Mitte der Atlantis erst ist er so weit, daß er sich dem Wasser entreißt und den festen Boden betritt. Bis zu der Zeit, wo die Erde in der Mitte ihrer Entwicklung war, müssen wir das Wasser ebenso als den Träger der menschlichen Entwickelung auffassen wie später die feste Erde. Die feste Erde wurde sozusagen erst spät der Schauplatz der Menschen. Es ist nur halb richtig, wenn man von der ganzen Atlantis wie von einem trockenen Lande spricht. Sie ist in vieler Beziehung nicht etwa vom Meere bedeckt, aber von einem solchen Mittelding, wie Luft, die von Wasser dicht erfüllt ist, und diese Wasser-Luft gehört zu dem Elemente, in dem der Mensch lebte. Erst später wurde er fähig, in der freien Luft zu leben und auf dem festen Boden zu stehen. Das ist verhältnismäßig noch nicht lange her. So daß wir sagen, wenn wir die Erdenentwickelung überblicken, symbolisch ausgedrückt: Wir haben auf der einen Seite Erde und auf der anderen Seite Wasser. Das ist die frühere Zeit. Und aus dem Wasser ragt hervor die eine der Kräfte bis zur ersten Hälfte der Entwickelung, und aus der Erde ragt hervor die andere der Kräfte. Bis zur Mitte der vierten Periode sprechen wir von den Marskräften, von den Kräften, die sozusagen das Wasser gibt, und wir sprechen von den Merkurkräften in der späteren Zeit, wo die feste Erde die Stützkräfte gibt. Das gliedert sich so recht zusammen in die Vorstellung, daß der Mensch gestützt wird in seiner ganzen Erdenmission durch zwei Säulen, jene zwei Säulen, die Sie symbolisch gesehen haben beim Münchener Kongreß im Saale. Diese zwei Säulen stellen dar die zwei Teile der Erdenmission, die zwei Erbschaften, die der Mensch gemacht hat von früheren Zeiten. Und über ihnen symbolisiert sich dasjenige, was durch die Erde selber erreicht werden soll: die Liebe, die sich darlebt, herrlich sich offenbarend, die gestützt wird durch diese Erbschaften.“ (Lit.:GA 104, S. 169ff)

Die Aura der Erde

Hauptartikel: Erdenaura

Die Aura der Erde glimmt im Osten bläulich-violett und brennt und sprüht im Westen rötlich-gelb. Dazwischen liegt ein grüner Gürtel. Durch das Mysterium von Golgatha ist eine bedetsame Veränderung eingetreten. In der bläulichen Osthäfte, genau dort, wo Jerusalem liegt, leuchtete mit dem Kreuzestod Christi ein Goldstern auf, von dem die Bildung des Neuen Jerusalems ausgeht.

„Wir bekommen ein Bild von der Erde, wenn wir uns vorstellen: eine im Weltenraume schwebende Kugel, die von der einen Seite bläulich-violettlich glimmt, nach der andern Seite rötlich-gelblich brennt, sprüht; und dazwischen ist ein grüner Gürtel. Bildliche Vorstellungen tragen den Menschen allmählich hinüber in die geistige Welt. Darauf kommt es an. Man ist natürlich genötigt, solche bildliche Vorstellungen hinzustellen, wenn man im Ernste von den geistigen Welten spricht, und es ist weiter nötig, daß nicht nur geglaubt werde, es handle sich bei solchen bildlichen Vorstellungen um irgendwelche Erdichtungen, sondern man ist darauf angewiesen, daß etwas daraus gemacht werde. - Fassen wir noch einmal ins Auge: die bläulich-violettlich glimmende Osterde, die rötlich-gelblich sprühende Westerde. Aber da kommen noch verschiedene Differenzierungen hinein. Wenn der Tote in unserem gegenwärtigen Zeitenzyklus gewisse Punkte betrachtet, dann bekommt er von der Stätte aus, die hier auf der Erde dadurch signiert ist, daß es Palästina, daß es Jerusalem ist, mitten aus dem Bläulich-Violettlichen heraus etwas von goldigem Gebilde, von goldigem Kristallgebilde zu schauen, das sich dann belebt: das ist Jerusalem, vom Geiste aus gesehen! Das ist das, was auch in der Apokalypse - indem ich von Imaginationen spreche - als «himmlisches Jerusalem» hineinspielt. Das sind keine ausgedachten Dinge, das sind Dinge, die geschaut werden können. Geistig betrachtet war es mit dem Mysterium von Golgatha so, wie man es bei der physischen Betrachtung erleben kann, wenn heute der Astronom sein Fernrohr in den Weltenraum hinausrichtet und dann schaut, was ihn in Verwunderung versetzt, wie zum Beispiel das Aufleuchten von Sternen. Geistig, vom Weltenall aus betrachtet, war das Ereignis von Golgatha das Aufleuchten eines Goldsternes in der blauen Erdenaura der Osthälfte der Erde. Da haben Sie die Imagination für das, was ich vorgestern am Schlüsse entwickelt habe. Es handelt sich wirklich darum, daß man durch solche Imaginationen sich wiederum Vorstellungen vom Weltenall verschafft, welche die Menschenseele in den Geist dieses Weltenalls fühlend hineinstellen.“ (Lit.:GA 181, S. 174f)

„Woher stammt das Blauviolette auf der einen Seite der Erdenaura? Wenn man diese Seite der Erdenkugel sieht, so verschwindet das Physische der Erde, von außen gesehen; es wird mehr die Lichtaura durchsichtig, und das Dunkle der Erde verschwindet. Das macht das Blau, was da durchschaut. Sie können sich die Erscheinung aus der Goetheschen Farbenlehre erklären. Weil aber das Innere der Erde heraufsprüht aus der Westhälfte, so heraufsprüht, daß da wahr ist, was ich vorgestern geschildert habe: In Amerika ist der Mensch vom Unterirdischen bestimmt, von dem, was unter der Erde ist, deshalb strahlt und sprüht auch das Innere der Erde wie ein rot-gelber Schimmer, wie ein rötlich-gelbes Sprühfeuer in das Weltenall hinaus.“ (S. 176)

Der Mensch als vierte Hierarchie

Die Erde bei Tag (2002)
Die Erde bei Nacht (2007)

Auf der alten Sonne wurden Licht und Luft durch die Wesenheiten der zweiten Hierarchie gebildet. Gegenüber dem Licht wirkte die Luft wie dessen Schatten, wie ein Finsternis tragendes Element. Während der alten Mondentwicklung verwoben die Angeloi, Archangeloi und Archai, also die dritte Hierarchie, Licht und Finsternis ineinander. Dadurch entstanden einerseits die Farben, anderseits das Wasserelement. In beiden wirkt gestaltend der Klangäther. Durch den Menschen als vierte Hierarchie - gemeint ist hier der ursprüngliche Mensch vor dem Sündenfall - kommt das Leben bzw. der Lebensäther dazu, aber auch das feste, kristalline Erdelement.

"Und nun kommt die vierte Hierarchie. Ich erzähle jetzt so, wie man im 12., 13. Jahrhundert gedacht hat. Nun kommt die vierte Hierarchie. Wir sprechen gar nicht von ihr, aber im 12., 13. Jahrhundert hat man noch von dieser vierten Hierarchie sehr wohl gesprochen. Was ist diese vierte Hierarchie? Das ist der Mensch. Der Mensch selber ist die vierte Hierarchie. Aber beileibe nicht das hat man verstanden unter dieser vierten Hierarchie, was jetzt als zweibeiniges, alterndes, so höchst sonderbares Wesen herumgeht in der Welt, denn dem eigentlich Wissenden ist dazumal gerade der gegenwärtige Mensch als ein sonderbares Wesen vorgekommen. Sie haben gesprochen von dem ursprünglichen Menschen vor dem Sündenfall, der noch durchaus in einer solchen Form vorhanden war, daß er ebenso Macht über die Erde hatte, wie Angeloi, Archangeloi, Archai Macht über das Mondendasein, wie die zweite Hierarchie Macht über das Sonnendasein, die erste Hierarchie Macht über das Saturndasein hatte. Man sprach von dem Menschen in seinem ursprünglichen irdischen Dasein und konnte da von dem Menschen als der vierten Hierarchie sprechen. Und mit dieser vierten Hierarchie kam, allerdings als eine Gabe der oberen Hierarchien, aber wie etwas, was die oberen Hierarchien erst wie ein Besitztum gehabt haben, das sie gehütet haben, das sie nicht selber brauchten: es kam das Leben. Und in die farbenschillernde Welt, die ich Ihnen also in Andeutungen geschildert habe, kam das Leben hinein.

Sie werden sagen: Haben denn die Dinge nicht früher gelebt? - Meine lieben Freunde, wie das ist, können Sie am Menschen selber lernen. Ihr Ich und Ihr astralischer Leib haben nicht das Leben und wesen eben doch. Das Geistige, das Seelische braucht nicht das Leben. Erst bei Ihrem Ätherleib fängt das Leben an, und es ist das etwas äußerlich Hüllenhaftes. Und so kommt auch das Leben erst nach dem Mondendasein mit dem Erdendasein in den Bereich derjenigen Evolution hinein, der eben unsere Erde angehört. Die farbenschillernde Welt wurde durchlebt. Nicht nur, daß jetzt Angeloi, Archangeloi und so weiter Sehnsucht empfingen, Finsternis in Licht, Licht in Finsternis hineinzutragen und dadurch im Planeten das Farbenspiel hervorzurufen, sondern es trat dieses auf, innerlich zu erleben dieses Farbenspiel, es innerlich zu machen. Zu erleben, wenn Finsternis innerlich das Licht dominiert, Schwachheit zu fühlen, Lässigkeit zu fühlen; dagegen wenn Licht die Finsternis dominiert, Aktivität zu fühlen. Denn was ist es, wenn Sie laufen? Wenn Sie laufen, ist es eben so, daß Licht in Ihnen die Finsternis dominiert; wenn Sie sitzen und faul sind, dominiert die Finsternis das Licht. Es ist seelisches Farbenwirken, seelisches Farbenschillern. Von Leben durchsetztes, durchströmtes Farbenschillern trat auf, indem die vierte Hierarchie, der Mensch, kam. Und in diesem Augenblicke des kosmischen Werdens fingen die Kräfte, die da regsam wurden im Farbenschillern, an, Konturen zu bilden. Das Leben, das die Farben innerlich abrundete, abdeckte, abkantete, rief das feste Kristallinische hervor. Und wir sind im Erdendasein drinnen." (Lit.: GA 233a, S. 23f)

Siehe auch

Literatur

Steiner big.jpg
Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Freie Werkausgaben gibt es auf fvn-rs.net, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
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Hilfreiche Werkzeuge zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk sind Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners und
Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.
Ausführliche bibliografische Informationen mit Volltextsuche in allen derzeit verfügbaren Online-Ausgaben bietet die Steinerdatenbank.de.

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Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 NASA Earth Fact Sheet, Reference Date January 1, 2000.
  2. 2,0 2,1 Der Brockhaus in einem Band. 10. Auflage. Brockhaus GmbH, Leipzig 2003, ISBN 978-3-765-31680-7, S. 242 Erde.
  3. https://www.esrl.noaa.gov/gmd/ccgg/trends/monthly.html
  4. Earth: Facts & Figures@solarsystem.nasa.gov/planets, abgerufen 29. Oktober 2014.
  5. Manfred Kurt Ehmer: Göttin Erde: Kult und Mythos der Mutter Erde; ein Beitrag zur Ökosophie der Zukunft. Zerling, Berlin 1994, ISBN 3-88468-058-7
  6. Jede Runde durchläuft sieben Formzustände, von denen erst der vierte Zustand physisch in Erscheinung tritt. In den drei vorangehenden Zuständen steigt, die Erde, die zunächst noch unser gesamtes Planetensystem umfasst, vom höheren Devachan (arupa) über das niedere Devachan (rupa) in die Astralwelt ab.