Honover

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Honover (pers. Ahuna-Vairya), abgeleitet von der Ursilbe Hom, die Geist und Mensch zugleich bedeutet (vgl. dazu die späteren indogermanischen, von homo abgleiteten Wortbildungen wie Humanität und Hominus, aber auch Humus), ist das in der persischen Mythologie überlieferte Schöpfungs-, Ur- und Gesetzeswort, das es werde!, durch das Ahura Mazdao eine ursprünglich reine und heilige Welt aus dem geistigen Licht erschaffen hat, vergleichbar dem hinduistischen Schöpfungswort Vâc, und gilt zugleich auch als der geheime Name des höchsten Göttlichen, der niemals laut ausgesprochen werden darf, wie es ähnlich auch in den Zehn Geboten des hebräischen Tanach gefordert wird.

"Das Schöpfungs- und Gesetzeswort, das Urwort, Honover, symbolisirt sich in drei Momenten: im ersten wird es Substanz, ein Geist; im zweiten verkörpert es sich als der Gnadenbaum Hom, der wunderbare Belebungskraft hatte, Krone des Pflanzenreichs und Bild des ewigen Segens und Gedeihens war; im dritten Moment wird das Lebenswort Mensch, der Prophet Hom, der erste Verkündiger dieses Wortes, auch Homanes genannt, der unter Dschemschid lebte und den Magismus stiftete." (Lit.: Vollmer, S 633) [1], [2]

Der Gnadenbaum Hom als Baum des Lebens

In den ersten Erzählungen des Zend-Avesta wird das Schöpfungswort Hom auch der Baum des Lebens genannt. Tatsächlich stehen das Schöpfungswort und der Baum des Lebens beide in enger Beziehung zum Lebensäther. Der Lebensäther, die höchste und feinste Ätherart, ist erst während der Erdentwicklung in Erscheinung getreten. Schon auf dem alten Saturn, der ersten Entwicklungsstufe unserer siebengliedrigen Planetenkette, war der Wärmeäther entstanden, auf der alten Sonne der Lichtäther und auf dem alten Mond der Klangäther, der auch mathematischer oder chemischer Äther genannt wird, weil er die mathematischen Gesetzmäßigkeiten in sich trägt, die sich auch in den Naturgesetzen widerspiegeln und insbesondere auch in jene Gesetzmäßigkeiten, nach denen sich die irdischen Stoffe binden und lösen. Als musikalischer Äther ist er zugleich ein Abbild der Sphärenharmonie, der kosmischen Ordnung, die eine Frucht der alten Mondenentwicklung ist.

Erst während der Erdentwicklung entstand eine neue, noch höhere gestaltende Ätherkraft, eben der Lebensäther. Er trägt nicht nur die mathematischen und chemischen Gesetzmäßigkeiten der geschaffenen Welt in sich, sondern den inneren Sinn der Gedanken, der schöpferischen Gedanken der Elohim, die die Herren der Erdentwicklung sind. So wie sich der Klang, die Musik zum Wort, zur sinnvollen, verständlichen Sprache erhebt, indem er den inneren Sinn der Gedanken in sich aufnimmt, so erhebt sich der Klangäther zum Lebensäther, den man daher zu Recht auch als Wortäther bezeichnen kann. Vermittelt durch den Wortäther kann nun das schöpferische göttliche Wort erklingen und schaffend bis in die Tiefen der Erdenwelt tätig werden. Tatsächlich arbeitet der Lebensäther gestaltend bis in das feste Erdelement hinein und bildet so auch die Grundlage unserer irdischen materiellen Welt, weshalb ihn Rudolf Steiner gelegentlich auch als atomistischen Äther bezeichnet. Die beiden höchsten Ätherarten, der Klangäther und der Lebensäther, bilden nach Rudolf Steiner gemeinsam den Baum des Lebens.

Im Wort, im Logos, lebt aber der Christus, der sich durch die Gemeinschaft der sieben Elohim offenbart. Darum hat Rudolf Steiner auch davon gesprochen hat, dass die Physik der Zukunft erkennen wird, wie der Christus die Materie bis in den atomaren Bereich angeordnet hat. Oder wie Teilhard de Chardin gemeint hat: der Christus ist das Herz der Materie.

"Das Herz des universalisierten Christus fällt zusammen mit dem Herzen der amorisierten [d.h. liebefähig gewordenen] Materie." (Lit.: Teilhard de Chardin, S 72)

Das ist das Ziel, das am Ende der Erdentwicklung erreicht werden soll. Auf der nächsten planetarischen Verkörperung, auf dem neuen Jupiter, wird uns dann überall die Liebe als Naturkraft entgegentreten, so wie wir heute die Naturgesetze als Ausdruck der Weisheit finden, die während der alten Mondenzeit der Entwicklung einverleibt wurde.

Der Prophet Hom

Nach der persischen Mythologie wurde der mythische Prophet und Magier Hom (auch Homanes), der zur Zeit des legendären Königs Dschamschid gelebt haben soll, von Ahura Mazdao selbst als erster Verkünder des göttlichen Wortes erschaffen. Für Herder war er identisch mit dem älteren Zarathustra.

"Die Griechen nennen den Heomo (im Zend) oder Hom, (im Parsi) Homanes; die Identität dieser Namen ist von allen Auslegern anerkannt. Strabo ist der erste Grieche, der des Homanes gedenkt. Er spricht von Gebräuchen, welche vorzüglich in den Tempeln der Anais und des Homanes beobachtet würden, und setzt hinzu: daß das Bildniß des Homanes in feierlichen Aufzügen getragen werde. An einem andern Ort spricht er von einem Tempel der Saker in Kappadokien, der den persischen Dämonen: Anais, Homanes und Anandrates geheiligt war, die hier einen gemeinschaftlichen Altar hatten." (Lit.: Rhode, S 119) [3]

Tehom - Das menschlich Wesenhafte der Erdentiefe in der Genesis

In der Genesis wird mit dem Wort Tehom (hebr. תהום, MemWawHe - Taw), das den gleichen Wortstamm enthält, die Erdentiefe bezeichnet, über der noch Finsternis waltet (1 Mos 1,2 EU). Sie ist der Stoff, aus dem der irdische Leib des Menschen geformt wird, der durch den göttlichen Geist beseelt wird.

Das Schöpfungswort in anderen Sprachen

Die im Sanskrit gebrauchte Keimsilbe Om weist in die selbe Richtung wie die Ursilbe Hom und ist im buddhistische der Inbegriff der höchsten und heiligsten Intelligenz des Weltalls und erhaben über den Kreislauf der Wiedergeburt. Lautlich verwandt ist auch das sanskritische Wort Soma, mit dem das Rauschgetränk der Götter in der Rig Veda bezeichnet wird.

Literatur

  • Johann Gottlieb Rhode: Die Heilige Sage und das gesammte Religionssystem der alten Baktrer, Meder und Perser, oder des Zendvolks, Veröffentlicht von Hermann, 1820 [4]
  • Pierre Teilhard de Chardin: Das Herz der Materie, Walter Verlag, Olten 1990
  • Wilhelm Vollmer: Vollständiges Wörterbuch der Mythologie aller Völker: Eine gedrängte zusammenstellung des Wissenwürdigsten aus der Fabel-und Götterlehre der Völker der alten und neuen Welt, Krais & Hoffmann, 1859 [5] [6]