Titanen

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François Dumont: Der vom Blitz zerschmetterte Titan (1712), Louvre (Paris)

Die Titanen (griech. Τιτάνες , Einzahl: Titan Τιτάν; abgeleitet von τιταίνω, titainō, „sich recken“) sind nach der griechischen Mythologie die sechs Söhne und sechs Töchter der Gaia und des Uranos, sowie auch deren Kinder und Kindeskinder. Als riesenhaftes und mächtiges Göttergeschlecht herrschten sie im legendären Goldenen Zeitalter, ehe sie von den Olympischen Göttern unter der Führung des Zeus gestürzt wurden und seitdem als chtonische Götter in den Erdentiefen wirken.

Das Göttergeschlecht der Titanen hängt zusammen mit den Geistern der Form und verweist zurück bis auf den alten Saturn:

„Auf dem Saturn war das Wärme-Feuerelement ein Element für sich, ein feiner materieller Zustand, von dem wir uns keine physikalische Vorstellung machen können, feiner als Gas und Luft, ein Zustand wie heute die Wärme unseres Blutes. Daraus bestand die Anlage zu den damaligen menschlichen Leibern. Geistige Wesenheiten umgaben diesen Saturn wie einen Mantel, darunter die Geister der Form. Die haben auch eine Entwicklung durchgemacht. Auf dem Saturn hatten sie als untere Glieder einen Leib, der sich vergleichen läßt mit dem heutigen Ätherleib des Menschen. Dann hatten sie den Astralleib, das Ich, Geistselbst, Lebensgeist, Geistesmensch und ein Glied, das um einen Grad höher ist als das, was der Mensch erreichen kann. Diese Geister der Form strahlen vom Saturnmantel herein befruchtende Materie, Lebenssäfte, wie einen befruchtenden, fortwährenden Regen. Der Saturn behält diese Einstrahlung nicht, sondern wirft sie wie ein Spiegel zurück, so wie die Erde den Regen sammelt und als Dunst wiederum aufsteigen läßt. Die Geister der Form spiegelten ihr eigenes Ebenbild in der Feuermasse des Saturn, und der Mensch wird schon da ein Ebenbild der Gottheit. Die Mythe von Kronos und Gäa, seiner Gattin, erzählt: der Saturn verschlingt seine Kinder.

Zweitens: auf der Sonne strahlen die Geister der Form ihren Lebensleib ganz hinein, er wird nicht mehr zurückgestrahlt, die Menschenanlagen durchdringen sich mit ihm. Vorher haben die Geister der Form ihr Abbild gespiegelt, jetzt durchdringen sie diese Bilder mit den eigenen Lebenskräften, sie geben ab ihren Ätherleib. Jetzt haben sie als niederstes Glied den Astralleib und setzen nach oben an ein weiteres Glied. Dieser Astralleib der Geister der Form ist Träger vom astralen Lichte, das wie in Blitzes- Feuer-Leidenschaften sich ringsherum äußert. Diese kosmischen Affekte sind die Titanen in den Mythen, die in Leidenschaften schaffen. Durch diese von außen, aus dem Luftkreis auf die Sonne wirkenden Leidenschaften findet statt die Verbrennung - der Sulphurprozeß.

Drittens: auf dem Monde legen die Geister der Form auch ihren Astralleib ab und behalten als niederstes Glied das Ich. Sie setzen dafür an nach oben wiederum ein Glied, das zehnte Glied. Nach außen hin bilden sie lauter Iche. Durch den Raum hindurch wirken diese Geister der Form von außen in den Mond hinein mit den Ichen, abgegeben haben sie an die Menschenanlagen den Astralleib. Alles, was die Menschen haben, ist heruntergeflossen aus der kosmischen Umgebung, ist Opfer dieser kosmischen Umgebung.

Viertens: nun kommt der Erdenzustand. Der Mensch bildet sich in der Erdenanlage seinen Leib aus den Elementen der Erde. Es kommen herüber die hohen Sonnenwesenheiten; die Geister der Form opfern wiederum ihr niederstes Glied, das Ich, ganz hin. Sie behalten für sich dann als ihr niederstes Glied Manas, das Geistselbst, die flutende Weisheit der Welt. Die umgibt uns als das niederste Glied der Geister der Form. In diesem Weisheitsleben der Geister der Form leben, weben und sind wir.“ (Lit.:GA 266a, S. 350f)

„Betrachten wir den Fortschritt, der geschieht vom Saturn zur Sonne herüber. Auf dem alten Saturn war es so, daß die lebenspendenden Kräfte einstrahlten, zurückgeworfen wurden und wieder aufgenommen wurden von dem Mantel, von der Atmosphäre des Saturn. In der alten griechischen Mythe hat man die warme Kugel des Saturn «Gäa» genannt und die Atmosphäre den «Kronos». Betrachten Sie jetzt die Mythe: Fortwährend strahlen hinein die lebenspendenden Kräfte von Kronos auf die Gäa, auf den Saturn, und gehen wieder zurück, werden aufgesogen. Es ist Kronos, der fortwährend seine eigenen Kinder verschlingt! Es muß eine solche Wahrheit einer Mythe gefühlt werden.“ (Lit.:GA 102, S. 68f)

„So schreiten wir also vor von dem Saturn zur Sonne und betrachten die Entwickelung der Geister der Form weiter. Ihren Ätherleib haben sie abgelegt, von sich «ausgespritzt» und dem Körper der Erde mitgeteilt, indem sich die Menschenleiber mit dem Ätherleib der Geister der Form durchsetzt haben. Sie selbst haben als niederstes Glied ihrer Wesenheit jetzt den astralischen Leib, und ihre Höherentwickelung bedeutet, daß sie nicht nur ein Glied über dem Geistesmenschen oder Atman haben, sondern noch ein weiteres Glied; so daß wir jetzt ihre Wesenheit bezeichnen müssen mit Astralleib, Ich, Geistselbst, Lebensgeist, Geistesmensch, ein achtes Glied und ein neuntes Glied, die erhaben sind über das, was der Mensch zunächst in seiner vollständigen siebengliederigen Entwickelung erlangen kann.

Was bieten die Geister der Form für eine «Außenseite»? Die Geister der Form um den Saturn herum haben sozusagen den «Lebensregen» auf den Saturn herabgeträufelt. Die Geister der Form auf der Sonne äußern sich durch die auf die Sonne einstrahlenden Triebe, Begierden, Leidenschaften, durch alles dasjenige, was im astralischen Leibe verankert ist. Wer auf der Sonne gesessen und hinausgesehen hätte in den Weltenraum, er würde nicht Blitze haben zucken sehen und Donner rollen hören, sondern er würde um sich herum in astralischem Lichte die Leidenschaften geistiger Wesenheiten wahrgenommen haben — ringsherum überall Leidenschaften -, und Sie müßten sich nicht etwa nur niedrige Leidenschaften vorstellen. Diese Leidenschaften, diese Affekte ringsherum schufen nun von außen herein weiter an dem Planeten. Wenn wir die Mythe weiter betrachten, so sehen wir förmlich innerhalb unserer Erdentwickelung die schaffenden «Titanen», die schaffenden Leidenschaften, die von außen herein wirken, von den geistigen Luftkreisen der Sonne, als diese ein Planet war.“ (S. 69f)

Das Wirken der chtonischen Götter blieb den oberen Göttern solange verborgen, bis der Christus im Zuge des Mysteriums von Golgatha in die Unterwelt abstieg.

„Wenn der Christus nur alles dasjenige durchgemacht hätte, was von der Johannestaufe im Jordan sich abspielte bis zur Kreuzigung und bis zu dem Sterben am Kreuze, da würde der Christus nicht von denjenigen Geheimnissen haben reden können, von denen er geredet hat zu seinen eingeweihten Schülern nach seiner Auferstehung. Denn sehen Sie, für diejenigen göttlichen Lehrer, die heruntersteigen konnten auf die Erde, und für die alten initiierten Lehrer gab es in der ganzen weiten Welt keine Geheimnisse außer im Innern der Erde. Im Innern der Erde, wußten sie, herrschen geistige Wesenheiten, die anderer Art sind als die Götter, die vor dem Mysterium von Golgatha zu den Menschen herunterstiegen. Es kannten sie zum Beispiel die Griechen und gaben ihnen in ihrer Mythologie den Namen der Titanen. Aber derjenige der oberen Götter, der zuerst das Innere der Erde kennenlernte, weil er in sie hineinversenkt wurde, das war der Christus. Das ist wichtig, daß der Christus ein Gebiet für die oberen Götter kennengelernt hat, das früher diese oberen Götter nicht gekannt haben. Und dieses Geheimnis, daß auch die Götter eine Entwicklung durchmachen, dieses Geheimnis teilte der Christus seinen eingeweihten Schülern mit nach seiner Auf er stehung. Und dieses Geheimnis erfuhr Paulus durch seine natürliche Einweihung vor Damaskus. Das war das Erschütternde für Paulus, daß er erfuhr: mit den Kräften der Erde ist jetzt verbunden die Kraft, die man früher nur in der Sonne gefunden hat.“ (Lit.:GA 211, S. 186)

Stammbaum der Titanen

Chaos------>Gaia------>Uranos
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Göttergeschlechtder Titanen
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Okeanos
 
 
Kreios
 
 
Hyperion
 
 
Theia
 
 
Themis
 
 
Phoibe
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Kronos
 
Koios
 
Iapetos
 
Rhea
 
Mnemosyne
 
Tethys
 
 


Siehe auch

Literatur

Steiner big.jpg
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