Fäulnis

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Die Fäulnis (ahd. fûl „stinkend“, auch Fäule) ist eine Form der Gärung, durch die Mikroorganismen unter anaeroben Bedingungen, also unter Sauerstoffmangel, die Zersetzung organischer Substanzen bewirken. Die Zersetzung ist allerdings nicht vollständig und hinterlässt zahlreiche giftige und stinkende organische Abbauprodukte, namentlich auch verschiedene stickstoffhaltige Leichengifte, die durch die Zersetzung von Eiweiß entstehen, wie beispielsweise Cadaverin oder Putrescin, die den typischen süßlichen Verwesungsgeruch bedingen.

Geisteswissenschaftlich betrachtet ist der Stickstoff in der äußeren Natur und im Menschen der physische Träger der astralen Kräfte und bildet damit für die auf Erden verkörperten Lebewesen die stoffliche Grundlage der seelischen Empfindungsfähigkeit. Der Astralleib hängt daher stark mit dem Stickstoff und seinen Verbindungen zusammen.

„Sie werden sehen, daß in ebensolcher Weise, wie die physische Organisation mit dem Kohlenstoff, die ätherische Organisation mit dem Sauerstoff, die astralische Organisation mit dem Stickstoff, so die Ich-Organisation mit dem Wasserstoff zusammenhängt.“ (Lit.:GA 312, S. 114)

Im wachen Tagesbewusstsein wirkt der Astralleib abbauend auf den Organismus, im Schlaf jedoch aufbauend und hemmt und fördert dadurch im Tagesrhythmus den Ätherleib. Beim Menschen und den höheren Tieren vermittelt der Stickstoff namentlich im Nerven-Sinnes-System die Empfindungen so, dass dadurch ein bewusstes inneres seelisches Erleben entstehen kann, was ohne der abbauenden Kräfte nicht möglich wäre. Für die Pflanzen, die über kein eigenständiges inneres Seelenleben verfügen, ist er dort besonders bedeutsam, wo sie von außen vom Astralischen berührt werden, was vornehmlich bei der Blüten-, Frucht- und Samenbildung der Fall ist. Hier wird der Lebensprozess im Jahreslauf zur Reife, aber damit auch zu einem gewissen Ende gebracht, um im folgenden Jahr wieder neu entfacht zu werden. Bei Giftpflanzen wird dieses Astralische in die Frucht bzw. Pflanze hineingezogen und erzeugt durch die damit verbundenen Abbaukräfte die Pflanzengifte. Dabei handelt es sich vorwiegend um Alkaloide wie beispielsweise Belladonna.

Die okkulte Betrachtung zeigt, dass Gifte noch die Gesetzmäßigkeiten des alten Mondes, der vorangegangenen Verkörperung unserer Erde, in sich tragen. Sie sind in gewissem Sinn zurückgebliebene Substanzen und wirken daher zerstörend auf den irdischen Organismus. Sie sind anderseits unerlässlich, um das Ich-Bewusstsein zu erwecken, das sich gerade an diesen Zerstörungsprozessen entzündet.

Von der Fäulnis zu unterscheiden ist die Verwesung, die unter aeroben Bedingungen stattfindet und erst zu einem vollständigen Abbau der organischen Substanz zu Wasser, Kohlendioxid und Harnstoff führt.

Die Fäulnis war in Form der putrefactio oder mortificatio ein wichtiger alchemistischer Prozess.

Siehe auch

Literatur

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