Wasserstoff

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Emissionsspektrum von Wasserstoff im sichtbaren Bereich

Wasserstoff mit dem chemischen Symbol H (von lat. hydrogenium „Wassererzeuger“; abgeleitet von griech. ὕδωρ hydōr „Wasser“ und γίγνομαι gignomai „werden, entstehen“) ist das leichteste und zugleich häufigste chemische Element im Kosmos und macht schätzungsweise 75% der Gesamtmasse des Universums aus. Am Aufbau der gesamten Erdmasse ist der Wasserstoff hingegen nur zu etwa 0,12% beteiligt; in der Erdkruste liegt der Wasserstoffanteil bei ca. 2,9%. Der Wasserstoff ist damit das schlechthin kosmische chemische Element. Bei −252 °C kondensiert Wasserstoff zu einer farblosen klaren Flüssigkeit, die bei −259,2 °C zu einem kristallinen Festkörper erstarrt. Bei hohem Druck von mehr als 1011 Pascal entsteht metallischer Wasserstoff; diese Hochdruckmodifikation wurde bislang nur bei sehr hohen Temperaturen von einigen tausend °K nachgewiesen. Man vermutet, dass metallischer Wasserstoff um den Kern riesiger Gasplaneten wie etwa Jupiter vorkommt.

Das in der Natur mit einem Anteil von 99,9885(70) % am häufigsten vorkommende stabile Wasserstoffisotop 1H besteht nur aus einem Proton im Kern und einem Elektron in der Hülle und wird auch als Protium bezeichnet. Daneben gibt es noch zwei weitere Isotope, die in der Natur allerdings nur in Spuren zu finden sind: Das ebenfalls stabile Deuterium 2H (kurz auch: D) mit einem bescheidenen Anteil von 0,0115(70) % und das Tritium 3H mit 10−15 % (β--Strahler, Halbwertszeit 12,33 Jahre). Der Kern des Deuteriums, auch Deuteron genannt, besteht aus einem Proton und einem Neutron. Tritium enthält noch ein weiteres Neutron im Kern (auch Triton genannt), ist ein radioaktiver Betastrahler und zerfällt mit einer Halbwertszeit von etwa 12,32 Jahren.

Anders als in den Weiten des Kosmos kommt der Wasserstoff auf Erden fast ausschließlich in Form mannigfaltigster chemischer Verbindungen vor. Von keinem anderen chemischen Element sind derart viele Verbindungen bekannt, wie vom Wasserstoff; die bei weiten häufigste und bekannteste ist das Wasser (H2O). Schweres Wasser (D2O) enthält stattdessen Deuterium. Vor allem aber ist der Wasserstoff zusammen mit dem Kohlenstoff ein wesentlicher Bestandteil der meisten organischen Verbindungen und kommt in allen lebendigen Organismen vor.

Geistige Bedeutung des Wasserstoffs

Nach Rudolf Steiner ist der Wasserstoff ein Stoff, der, so nahe es nur möglich ist, verwandt ist mit dem Physischen, und wiederum, so nahe es nur möglich ist, verwandt ist mit dem Geistigen. Der Wasserstoff löst im Grunde alles irdische Stoffliche auf und macht es wieder verwandt dem Kosmos:

„In den Lebewesen sieht man, daß da in einem lebendigen Zusammenwirken desjenigen, was aus dem Geiste heraus im Kohlenstofflichen Gerüstgestalt annimmt, mit demjenigen, was aus dem Astralischen heraus im Stickstoffartigen das Gerüst durchsetzt mit Leben und es empfindend macht, daß da Leben drinnen wirksam ist im Sauerstofflichen. Dasjenige, was da der Geist in den Kohlenstoff hineingebaut hat, wofür er sich das Leben aus dem Sauerstoff heranzieht. Alles das muß wieder verschwinden können. Nicht nur so weit, als es auf der Erde verschwindet, sondern es muß in den Kosmos, in das Weltenall hinaus verschwinden können. Das macht ein Stoff, der, so nahe es nur möglich ist, verwandt ist mit dem Physischen, und wiederum, so nahe es nur möglich ist, verwandt ist mit dem Geistigen, das macht der Wasserstoff, in dem eigentlich, wenn wir richtig sprechen – trotzdem er selber das feinste ist, was physisch ist –, das Physische ganz zersplittert, vom Schwefel getragen hineinflutet in das Ununterscheidbare des Weltenalls. Der Wasserstoff trägt alles dasjenige, was irgendwie gestaltetes, belebtes Astralisches ist, wiederum in die Weiten des Weltenalls hinauf, so daß es so wird, daß es aus dem Weltenall wieder aufgenommen werden kann. Der Wasserstoff löst eigentlich alles auf.“ (Lit.:GA 327, S. 74ff)

Insbesondere hängt der Wasserstoff auch mit der Ich-Organisation des Menschen zusammen:

„Sie werden sehen, daß in ebensolcher Weise, wie die physische Organisation mit dem Kohlenstoff, die ätherische Organisation mit dem Sauerstoff, die astralische Organisation mit dem Stickstoff, so die Ich-Organisation mit dem Wasserstoff zusammenhängt.“ (Lit.:GA 312, S. 114)

Weltenphosphor

Rudolf Steiner bezeichnet den Wasserstoff auch als Weltenphosphor, der dafür sorgt, dass aus allem, was der Gärung oder Fäulnis unterliegt, neues Leben enstehen kann. Insbesondere in der Fortpflanzung ist der Wasserstoff tätig:

„So schädlich es an einem Ende beim Lebewesen ist, beim Kopf, wenn man ihm den Sauerstoff entzieht, so schädlich ist es für die Fortpflanzung, wenn man ihr den Wasserstoff entzieht. Und jetzt sehen wir, warum in der Welt Wasserstoff überall wo wir hinschauen – wir können nach jeder Richtung schauen –, Wasserstoff vorhanden ist. In der ganzen Welt ist Wasserstoff vorhanden aus dem Grunde, weil die Welt sofort vernichtet werden müßte, wenn es keinen Wasserstoff gäbe. In allem, wo Fortpflanzung ist, muß auch der Wasserstoff wirken. Nun wird die Welt fortwährend zerstört. Sie sehen, die Welt geht überall fortwährend ins Tote über. Die Gesteine werden abgerieben, alles wird überall zerstäubt. Die lebendigen Wesen verfaulen, alle möglichen Gärungsprozesse, die auch Verfaulungsprozesse sind, entstehen in der Welt. Wir leben ja eigentlich dadurch, daß fortwährend in uns etwas gärt. Und nur dadurch, daß etwas gärt, dadurch kann dann das Höhere entstehen. Dasjenige, was macht, daß sich aus dem Verwesenden dasjenige erhebt, was Leben macht, ja, das ist eben der Wasserstoff. Wenn sich der Wasserstoff in der Finsternis bildet, und das ist beim Grubengas oder Sumpfgas der Fall, da wirkt er schädlich, wenn er vom Licht abgesperrt sich entwickelt. Wenn aber der Wasserstoff am Licht sich entwickelt, so wie er in der ganzen Welt im Licht ausgebreitet ist, da ist er das Belebende; da ruft er aus dem Verwesenden, aus dem Gärenden eben das neue Leben hervor. Denn der Wasserstoff, wie er allüberall ist, der ist im Grunde genommen dasselbe, was wir an unseren Streichhölzern haben, wenn wir sie anzünden: Phosphor. Gewiß, in der Chemie ist der Wasserstoff ein ganz anderer Stoff als der Phosphor; aber nur weil die Chemie nicht so weit gehen kann, den Phosphor umzuwandeln in den Wasserstoff. Aber eben, wenn die Chemie weitergehen sollte, als sie heute ist, würde sie den Phosphor in Wasserstoff umwandeln können (so wie es ja auch roten und weißen Phosphor gibt). Der Wasserstoff, der im Umkreis der Welt ausgebreitet ist, das ist der Weltphosphor.“ (Lit.:GA 351, S. 67f)

Literatur

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Weblinks