Indeterminismus

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Der Indeterminismus (nlat. „Unbestimmtheit“) lehrt ganz allgemein, im Gegensatz zum Determinismus, dass künftige Ereignisse nicht oder nicht ausschließlich durch in der Vergangenheit liegende Faktoren kausal bestimmt werden. Nicht determinierte Ereignisse erscheinen als Zufall. Die Quantentheorie hat gezeigt, dass der Indeterminismus eine fundamentale Eigenschaft der physikalischen Grundlage des Weltgeschehens ist.

Der Indeterminismus wird vielfach als Grundlage für die Willensfreiheit des Menschen angesehen. Ein Garant dafür ist er allerdings ganz und gar nicht, führt er doch letztlich alles Geschehen auf den unausweichlichen Zufall zurück, der sich dem menschlichen Willen vollkommen entzieht. Zufällige Entscheidung sind alles andere als frei und würden auch nicht zu irgendwie vorhersehbaren, sondern nur zu zufälligen Wirkungen führen. Manche Denker wie etwa der US-amerikanische Philosoph Daniel C. Dennett (* 1942) sehen daher den Determinismus sogar als Voraussetzung für den freien Willen an:

„Etwas ist unvermeidlich für dich, wenn es nichts gibt, was du dagegen tun kannst. Wenn dich ein zufälliger Blitzstrahl totschlägt, können wir rückblickend wahrhaftig sagen, dass es nichts gab, was du dagegen hättest tun können. Du hattest keine Vorwarnung. Wenn du in der Tat mit der Aussicht konfrontiert bist, über ein freies Feld zu laufen, wo Blitze ein Problem sein werden, dann bist du besser dran, wenn ihr Zeitpunkt und ihr Ort von irgendetwas bestimmt wird, denn dann sind sie vielleicht für dich vorhersehbar und darum vermeidbar. Determinismus ist der Freund, nicht der Feind derer, die das Unausweichliche nicht mögen.“

Daniel C. Dennett: Freedom evolves, S. 60[1]

Ein begrenzter physikalischer Indeterminismus ist allerdings, entgegen dem in den Naturwissenschaften vielfach propagierten Reduktionismus, eine notwendige Voraussetzung für die Freiheit des Willens. Daraus eröffnet sich aus geisteswissenschaftlicher Sicht zudem der Ausblick auf höhere Weltebenen, also etwa auf die Ätherwelt, die Astralwelt und die eigentliche geistige Welt, durch deren wissenschaftliche Erkenntnis sich höhere Gesetzmäßigkeiten enthüllen, die letzlich aus den Taten höherer geistiger Wesen hervorgehen, die regelnd und ordnend in die unteren Daseinsebenen einwirken, ohne die dort gültige naturgesetzliche Ordnung aufzuheben. „Wunder“, im Sinne einer momentanen Aufhebung der äußeren Naturordnung, sind dazu nicht notwendig. Das Verhältnis der höheren Daseinsebenen zu den darunter liegend ist kein im physikalischen Sinn kausales, sondern ein rein ideelles, so wie auch schon das Verhälnis der Naturgesetze zu den Phänomenen, deren Ordnung sie bestimmen, ein rein ideelles ist, nur sind die physikalischen Gesetze nach oben hin offen gegenüber höheren Gesetzmäßigkeiten. Frei handelt der Mensch dann, wenn er seinem Tun selbst das Gesetz gibt, das er im reinen Denken schöpferisch hervorbringt.

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

  1. „Something is inevitable for you if there is nothing you can do about it. If an undetermined bolt of lightning strikes you dead, then we can truly say, in retrospect, that there was nothing you could have done about it. You had no advance warning. In fact, if you are faced with the prospect of running across an open field in which lightning bolts are going to be a problem, you are much better off if their timing and location are determined by something, since then they may be predictable by you, and hence avoidable. Determinism is the friend, not the foe, of those who dislike inevitability.“
    Daniel C. Dennett: Freedom evolves., p. 60