Mineralreich

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weißer Orthoklas (Kalifeldspat) mit durchsichtigen Quarzkristallen
Olivin vom Mount Erebus, Ross Insel, Antarktis
Diamanten im Brillantschliff

Das Mineralreich ist aus geisteswissenschaftlicher Sicht der vierte und mittlere der insgesamt sieben Lebenszustände, in die sich jede planetarischen Weltentwicklungsstufe gliedert. Wie alle Lebenszustände untergliedert sich das Mineralreich in sieben Formzustände, die sich aus dem ungeformten Geistigen (arupa) schrittweise bis zum Physischen verdichten und dann ebenso schrittweise wieder vergeistigen. Das Mineralreich umfasst damit weit mehr als die physisch-sinnlich in der Natur erscheinenden Minerale. Die nicht-physischen Formzustände des Mineralreichs und die damit verbundenen Elementarwesen erschließen sich allerdings nur dem imaginativen geistigen Schauen.

Minerale

Minerale (von lat. aes minerale „Grubenerz“) sind durch natürliche geologische Prozesse gebildete, meist in fester polyedrischer Gestalt kristallisierte Substanzen. Anders als Gesteine werden sie aus aus einem einzelnen chemischen Element (z.B. Diamant, Schwefel, Gold) oder aus einer einzelnen chemischen Verbindung gebildet, welche eine definierte Struktur und Zusammensetzung hat, die aber gegebenenfalls durch Bildung homogener Mischkristalle innnerhalb gewisser Grenzen variieren kann[1]. Meist handelt es sich dabei um anorganische, in seltenen Fällen auch um organische Verbindungen, wie z.B. Mellit (Honigstein) oder Evenkit (Tetracosan C24H50). Gegenwärtig sind etwa 5000 eigenständige Minerale bekannt[2]. Über 90% aller Minerale (Quarz eigeschlossen) sind Silikate. Die häufigsten Silikatminerale sind die Feldspate, die etwa 59,5% aller Minerale umfassen[3]. Besonders schöne oder wertvolle Mineralien, Gesteine oder Glasschmelzen, aber auch fossile Harze wie Bernstein oder andere mineralisierte organische Materialien werden als Edelsteine oder Schmucksteine bezeichnet. Flüssigkeiten, mit Ausnahme des Quecksilbers, werden nicht zu den Mineralen gerechnet; so gilt etwa Wasser nicht als Mineral, wohl aber das kristalline Eis. Die Mineralogie dient der wissenschaftlichen Erforschung der Entstehung, der Eigenschaften und der Verwendbarkeit der Minerale.

Zeichnung aus GA 208, S. 141
Würfelförmige, ineinander verwachsene Pyritkristalle aus Navajún, La Rioja, Spanien
Eisblumen - Eiskristalle in pflanzenähnlicher Form

„Wenn wir die ureigene Gestalt des Mineralischen ins Auge fassen, so ist sie die Kristallgestalt, die polyedrische Gestalt (siehe Zeichnung); irgendwie polyedrisch tritt uns das Mineral entgegen. Diese polyedrische Gestalt, die uns bei dem einen Mineral in der einen Form, bei dem anderen Mineral in einer anderen Form entgegentritt, die können wir nicht anders begreifen, als wenn wir zunächst auf das Materielle sehen, das sich aus den Kräften heraus gebildet hat, die eben innerhalb des Raumes des Minerals tätig sind. Wir müssen uns vorstellen: Wenn wir irgendein langgestrecktes Mineral haben, dann sind die Kräfte, welche in dieser Richtung wirken (Zeichnung rechts), eben dazu geeignet, das Mineral nach der Länge zu ziehen. Die Kräfte, welche nach dieser Richtung wirken (rechts, horizontaler Strich in der Mitte), entfalten dann vielleicht eine geringere Stärke - oder wie wir das dann ausdrücken wollen - , die das Mineral nach dieser Richtung hin schmäler machen und so fort. Kurz, wir müssen uns, damit wir überhaupt von den Mineralien sprechen können, gleichgültig ob diese Kräfte von außen hereinwirken oder von innen heraus, wir müssen uns vorstellen, daß diese Kräfte in Winkeln zueinander stehen, in gewissen Richtungen wirken, und wir müssen uns vor allen Dingen vorstellen, daß diese Kräfte eben da sind im Weltenall, wenigstens daß sie wirksam sind innerhalb des Erdenbereiches.

Dann aber, wenn sie wirksam sind, dann müssen sie auch auf den physischen Leib des Menschen wirken, und der physische Leib des Menschen muß in sich die Tendenz haben, polyedrisch zu werden. Er wird nur nicht in Wirklichkeit polyedrisch, weil er noch seinen Ätherleib, seinen astralischen Leib hat, die den Menschen nicht dazu kommen lassen, ein Würfel oder ein Oktaeder oder ein Tetraeder oder Ikosaeder zu werden und so weiter. Aber die Tendenz ist im Menschen, so etwas zu werden, so daß wir schon sagen können: Insofern der Mensch ein physisches Wesen ist, strebt er darnach, polyedrisch zu werden. Wenn Sie froh sind, daß Sie nicht als Würfel herumwandern oder als Tetraeder oder als Oktaeder, so rührt das eben davon her, daß gegen die oktaedrischen oder die Würfelkräfte, die in Ihnen sind, die anderen Kräfte, die des Ätherleibs, Astralleibs wirken.“ (Lit.:GA 208, S. 140ff)

Entstehung des Mineralreichs

Das Mineralreich, das in der Apokalypse des Johannes (4,6) als das gläserne Meer bezeichnet wird, ist heute das unterste der vier Naturreiche. Die Grundlage des Mineralreiches wurde bereits auf dem alten Saturn geschaffen, bestand aber damals ausschließlich aus reiner Wärmesubstanz. Es hat sich seit dem durch vier Stufen weiterentwickelt und in dem kristallinen Erdelement seine bisher höchste Form erreicht, die mit jenen höchsten kosmischen Kräften zusammenhängt, die in den mittelalterlichen Mysterien zurecht als Kristallhimmel bezeichnet wurden. Heute liegen die meisten Mineralien als Kristalle vor. Als tätige Wesenheiten stehen hinter den Kristallformen die Geister der Form, die Exusiai, die dem Menschen auch das Ich gegeben haben. Die Geister der Form sind jene geistigen Kräfte, die aus dem Raumlosen das Räumliche gestalten und die geistigen Kräfte aus der Ewigkeit in die zeitliche Entwicklung hinüberleiten (Lit.: GA 184, S. 207ff). Von allen irdischen Stoffen ist der Kohlenstoff, vor allem in seiner reinsten Form als Diamant, am besten geeignet, diese Gestaltungskräfte aufzunehmen und auch in seiner äußeren Erscheinung widerzuspiegeln. Er wird daher von Rudolf Steiner zurecht als der wahre Stein der Weisen bezeichnet.

Erst mit der heutigen Form des Mineralreichs konnte die materielle Basis für einen menschlichen Leib geschaffen werden, der fähig war, das Ich in sich aufzunehmen und dem Menschen während seiner irdischen Verkörperung die Möglichkeit zu bieten, dieses Ich eigenständig weiterzuentwickeln. Dabei muss der Mensch Mineralisches, das er mit der Nahrung aufnimmt, bis in seine Eigenwärme, bis in seinen Wärmeäther übernehmen, um für die gestaltbildenden kosmischen Kräfte aufnahmefähig zu werden. Gelingt das nicht, entstehen Krankheiten, im Falle des mineralischen Zuckers z.B. Diabetes (Lit.: GA 230, S. 186ff). In der Zukunft wird sich der Mensch rein mineralisch ernähren. Dann wird sich die Bedeutung des Abendmahls erfüllen.

„Die Bedeutung des Abendmahles ist die, von der Ernährung vom toten Tiere überzugehen zu der Ernährung von der toten Pflanze. Wenn unsere fünfte Unterrasse zu Ende gegangen sein wird, in der sechsten Unterrasse, da wird man das Abendmahl verstehen. Da wird kein Tierisches mehr genossen werden. Bis dahin wird es möglich sein, daß auch die dritte Form der Ernährung eintreten wird, die rein mineralische. Der Mensch kann sich dann selbst die Nahrung schaffen. Er nimmt jetzt das auf, was die Götter für ihn geschaffen haben. Später steigt er auf und wird selbst im chemischen Laboratorium das zubereiten, was er an Nahrungsstoffen braucht.“ (Lit.:GA 93a, S. 247)

Wie alle Naturreiche ist durch den Sündenfall auch das Mineralreich unter den Einfluss der Widersacher gekommen. Durch seine irdische Tätigkeit arbeitet der Mensch an der Erlösung des Mineralreiches mit; was nicht erlöst werden kann, geht in die sog. Achte Sphäre über.

Das Mineral scheint ein Musterbild des toten erstarrten Stoffes zu sein - und doch ist es längst nicht so starr, wie es zuerst erscheint. Hätte es die innere Beweglichkeit völlig verloren, müsste es aufgrund seiner übersteigerten Sprödigkeit bei der geringsten Erschütterung zu Staub zerfallen. Im Mineral, so empfinden wir mit gewissem Recht, waltet kein Leben und wirkt kein Bewusstsein – und doch sind Leben und Bewusstsein für sein Werden, für seinen Bestand und für sein Vergehen von größter Bedeutung. Dass das Leben das Mineral umspielt und an seiner Bildung mitwirkt, kann man sehr leicht beobachten, wenn man den Kristallisationsprozess durch mangelnde Stoffzufuhr hemmt. Dann entstehen sogenannte Mangelkristalle, wie man sie sehr gut bei den Eisblumen an den winterlichen Fenstern beobachten kann. Sie zeigen ganz deutlich pflanzenhaft anmutende Wachstumsformen. Tatsächlich wirken hier genau die selben Lebenskräfte, die selben Wachstumsgesetze, die in der Natur auch die Pflanzen gestalten. Die fertige, streng geometrische Form des Minerals ist nur das Endprodukt eines lebendigen Wachstumsprozesses. Und auch ein Bewusstsein wirkt an der Entstehung und Formung der Mineralien mit. Es ist ein unglaublich weitreichendes tiefes Trance-Bewusstsein, ein wahrhaftes universelles Allbewusstsein, durch das das Mineral in gewissem Sinn zum stillen Mitwisser der lebendigen Geschehnisse im ganzen Kosmos wird, bis in die tiefsten Tiefen des Weltalls hinein. Allerdings ist es ein sehr dumpfes Bewusstsein, ein Bewusstsein, das nicht als inneres seelisches Bild erlebt wird - denn das gibt es nur bei Wesen, die einen Astralleib in sich tragen, und es hat auch kein Wissen von sich selbst, kein Selbstbewusstsein. Ein inneres Bild erlebt das Mineral nicht, aber es bildet seine ganze Gestalt innerlich und äußerlich nach dem Wissens, das es vom Weltall empfängt. Jedes Mineral kann uns so durch seine streng geformte Gestalt zu einem geheimen Tor werden, das uns mit dem Kosmos verbindet.

„Gehen wir jetzt zum mineralischen Reich, so finden wir, daß wir in den Kristallformen etwas haben, das uns hinausführt über unser Sonnensystem in den Weltenraum; wir können in den Gestaltungskräften des Mineralreichs Kräfte finden, die weit hinaus über unser Sonnensystem reichen. Wenn wir auf die Gestalten des Mineralreichs unseren Blick richten, vorzugsweise auf diejenigen Gestalten, die es bis zur Lichtdurchlässigkeit bringen, so werden wir also hinausgeführt, daß wir eine Ahnung erhalten können von dem, was weit über unser Sonnensystem hinaus in der Welt vor sich geht. Das Abstrakteste, dasjenige, was am wenigsten bestimmtes Dasein hat, was jetzt die Grundlage unseres Daseins ist, das Mineralische, hat ein universelles Dasein, und je höher die Wesenheiten stehen, desto mehr sind sie unserem Sonnen- und Erdensystem angepaßt.“ (Lit.:GA 105, S. 137)

Nach radiometrischer Altersbestimmung sind Zirkone die ältesten Minerale der Erde und des Mondes. Erste Exemplare dürften schon in der Frühphase der Erdentwicklung vor etwa 4,4 Milliarden Jahren auskristallisiert sein.

Mineralreich und physischer Leib

Die Gesamtheit der Gesetzmäßigkeiten der physisch-mineralischen Welt bilden den physischen Leib des Menschen.

„Wenn Sie den physischen Leib wirklich sehen wollten, so müßten Sie - ähnlich wie man aus einer chemischen Zusammensetzung, die aus vier Stoffen besteht, drei beseitigt und einen zurückbehält - aus dem menschlichen Wesen beseitigen können Ich, Astralleib und Ätherleib; dann würden Sie zurückbehalten den physischen Leib. Das ist aber unter den heutigen Bedingungen des Erdendaseins nicht möglich. Sie werden vielleicht meinen, das geschieht ja jedesmal, wenn ein Mensch stirbt. Das ist aber nicht richtig. Denn was beim Tode eines Menschen zurückbleibt, ist nicht der physische Leib des Menschen, sondern das ist der Leichnam. Mit den Gesetzen, die dann im physischen Leibe tätig sind, wenn der Tod eingetreten ist, könnte der physische Leib nicht leben. Das sind nicht seine ureigenen Gesetze, sondern das sind Gesetze, die der äußeren Welt angehören. Wenn Sie also diese Gedanken verfolgen, werden Sie sich sagen müssen, daß das, was man gewöhnlich den physischen Leib des Menschen nennt, eine Maya ist, ein Truggebilde, und was wir in der Geisteswissenschaft bezeichnen als den physischen Leib, das ist jene Gesetzmäßigkeit, jener Gesetze-Organismus, der innerhalb unserer mineralischen Welt den physischen Leib des Menschen so schafft, wie das Kristallisationsgesetz des Quarzes oder das des Smaragdes den Quarz oder Smaragd schafft. Diese in der mineralisch-physischen Welt wirksame Menschenorganisation, das ist eigentlich der physische Leib des Menschen.“ (Lit.:GA 124, S. 93)

Der seiner eigenen Natur nach übersinnliche physische Leib, der eine reine Formgestalt ist, muss dabei klar unterschieden werden von dem stofferfüllten mineralischen Leib:

„Man muß sorgfältig unterscheiden zwischen physischem Leib und mineralischem Leib. Ein physischer Leib ist derjenige, welcher von den physischen Gesetzen beherrscht wird, die man gegenwärtig in dem Mineralreiche beobachtet. Der gegenwärtige physische Menschenleib ist nun nicht bloß von solchen physischen Gesetzen beherrscht, sondern er ist außerdem noch durchsetzt von mineralischem Stoffe. Auf dem Saturn [gemeint ist hier nicht unser heutiger Saturn, sondern der sog. alte Saturn, der ein früherer Entwicklungszustand unserer Erde war] äußerten sich die physischen Gesetze nur durch Wärmewirkungen. Und aus Wärmekörpern besteht der ganze Saturn. Diese Wärmekörper sind die erste Anlage des gegenwärtigen physisch-mineralischen Menschenleibes. Dieser hat sich aus jenem dadurch gebildet, daß dem ersteren sich die später erst gebildeten gasförmigen, flüssigen und festen Stoffe eingegliedert haben.“ (Lit.:GA 13, S. 159)

Siehe auch

Portal
 Wikipedia:Portal: Minerale – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Minerale

Literatur

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Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
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Hilfreiche Werkzeuge zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk sind Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners und
Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.
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Weblinks

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 Wiktionary: Mineral – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. The Definition of a Mineral, Nickel 1995
  2. IMA/CNMNC List of Mineral Names (Dezember 2014, PDF, 1,5 MB)
  3. Cloos (1958), S. 139