Neuronales Korrelat des Bewusstseins

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Als neuronale Korrelate des Bewusstseins (eng. neural correlates of consciousness, NCC) werden jene Gehirnprozesse bezeichnet, die mit der Bewusstseinstätigkeit verbunden sind. Wichtig ist dabei die klare Abgrenzung von unbewusst ablaufenden Prozessen. Es geht also um die objektiven neuronalen Begleiterscheinungen unserer bewussten Erlebnisse ganz allgemein, als Indikator für Bewusstheit überhaupt, oder konkret um jene spezifischen neuronalen Prozesse, die hinreichend sind, um ein ganz bestimmtes bewusstes Erlebnis hervorzurufen, z.B. die ganz spezielle Röte einer bestimmten Rose. Inhaltlich haben diese Erlebnisse nichts mit der Nerventätigkeit gemeinsam, denn diese wird uns eben gerade nicht bewusst, sofern wir sie nicht von außen betrachten.

Historischer Hintergrund

Das Leib-Seele-Problem wurde schon seit den Zeiten der antiken griechischen Philosophie diskutiert, allerdings erst viel später von René Descartes (1596-1650) klar formuliert. Wie erlebt sich also das Bewusstsein selbst? Inhalt des Bewusstseins sind zunächst alle Arten von inneren und äußeren Wahrnehmungen, die uns durch Beobachtung zugänglich sind. Dabei kann es sich um Sinneswahrnehmungen, aber auch um Gefühle, ja selbst um Halluzinationen handeln. Ihnen tritt das Denken entgegen, das sie in Begriffe fasst und dadurch der Erkenntnis zugänglich macht. Rudolf Steiner schreibt dazu in seiner «Philosophie der Freiheit»:

„Das menschliche Bewußtsein ist der Schauplatz, wo Begriff und Beobachtung einander begegnen und wo sie miteinander verknüpft werden. Dadurch ist aber dieses (menschliche) Bewußtsein zugleich charakterisiert. Es ist der Vermittler zwischen Denken und Beobachtung. Insoferne der Mensch einen Gegenstand beobachtet, erscheint ihm dieser als gegeben, insoferne er denkt, erscheint er sich selbst als tätig. Er betrachtet den Gegenstand als Objekt, sich selbst als das denkende Subjekt. Weil er sein Denken auf die Beobachtung richtet, hat er Bewußtsein von den Objekten; weil er sein Denken auf sich richtet, hat er Bewußtsein seiner selbst oder Selbstbewußtsein. Das menschliche Bewußtsein muß notwendig zugleich Selbstbewußtsein sein, weil es denkendes Bewußtsein ist.“ (Lit.:GA 4, S. 59f)

Descartes war davon ausgegangen, dass der immaterielle Geist nur an einer einzigen Stelle, nämlich über die Epiphyse, mit dem materiellen Gehirn in Wechselwirkung trete. Anfang des 19. Jahrhunderts begründete der Arzt und Anatom Franz Joseph Gall (1758–1828) die Phrenologie, wobei er davon ausging, dass die geistigen Eigenschaften des Menschen eindeutig bestimmten Hirnarealen zuzuordnen seien und sich auch äußerlich an der Schädel- und Gehirnform ablesen ließen. Diese Ansicht ist allerdings aus heutiger wissenschaftlicher Sicht nicht haltbar und wurde mangels empirischer Belege verworfen. Auch Rudolf Steiner ging davon aus, dass es keinen allgemeingültigen Zusammenhang zwischen der Schädelform und den charakterlichen und geistigen Eigenschaften eines Menschen gibt. Die Schädelform ist vielmehr der individuelle Ausdruck der Taten, die der Mensch in früheren Erdenleben vollbracht hat. Der Zusammenhang kann darum auch niemals durch eine rein äußerliche, sonder nur durch eine geistige Betrachtung erkannt werden.

Erst im späteren 19. Jahrhundert fanden Paul Broca (1824-1880) und Carl Wernicke (1848-1905) bei der Untersuchung von Patienten mit genau lokalisierbaren Läsionen des Gehirns empirische Belege dafür, dass bestimmte Hirnregionen mit spezifischen kognitiven Fähigkeiten zusammenhängen. Korbinian Brodmann (1868–1918) teilte die Großhirnrinde nach topographischen Kriterien in zunächst 52 heute als Brodmann-Areale bezeichnte Felder ein, denen großteils konkrete Funktionen zugeordnet werden können. Offen blieb die Frage, inwieweit diese Funktionalitäten mit Bewusstsein verbunden sind.

Erst in den letzten 30 Jahren konnten durch den Einsatz der Elektroenzephalografie (EEG) und bildgebender Verfahren wesentliche Fortschritte erzielt werden, allgemeine Signaturen des Bewusstseins zu identifizieren. Die zeitliche und räumliche Auflösung der genannten Verfahren ist aber meist noch zu gering, um die Korrelate einzelner spezieller bewusster Erlebnisse, z.B. spezifischer Wahrnehmungen oder Erinnerungen, sicher zuzuordnen.

Bewusste und unbewusste Informationsverarbeitung

„«Bewußtsein» besteht aus verschiedenen Erlebniszuständen, von allgemeiner Wachheit bis zum Selbstbewußtsein. Diese entstehen durch spezifische Interaktion unterschiedlicher Gehirnzentren. Nur solche Hirnprozesse sind bewußtseinsfähig, die in der assoziativen Großhirnrinde des Schläfen-, Scheitel- und Stirnlappens ablaufen; die für Bewußtsein unabdingbare Aktivität subkortikaler Zentren wie Hippocampus, Amygdala und retikuläre Formation ist grundsätzlich unbewußt. Bewußtsein tritt auf, wenn das Gehirn mit kognitiven oder motorischen Aufgaben konfrontiert ist, für die noch keine „zuständigen“ Nervennetze existieren. Dabei finden synaptische Reorganisationen in spezifischen Nervennetzen statt. Dies kann mit bildgebenden Verfahren sichtbar gemacht werden. Sobald sich diese Netze konsolidieren, werden die kognitiven oder motorischen Leistungen automatisiert, und Bewußtsein, zum Beispiel in Form von Aufmerksamkeit, ist nicht mehr nötig.“

Gerhard Roth: Entstehen und Funktion von Bewußtsein[1]

Ausgehend von der Beobachtung, dass die menschliche Informationsverarbeitung großteils unbewusst abläuft und nur ein Bruchteil der aufgenommenen Informationen tatsächlich ins Bewusstsein gelangt, entwickelte Bernard Baars in seinem 1986 veröffentlichen Buch A cognitive theory of consciousness die Theorie des globalen Arbeitsraums (Global Workspace Theory). Demnach zeichnen sich die bewusst gewordenen Informationen dadurch aus, dass sie dem Menschen in einer besonderen Weise zur Verfügung stehen und gezielt mit Gedächtnis- oder Wahrnehmungsinhalten abgeglichen als Grund für motorische oder sprachliche Aktionen dienen können, was bei unbewusst verarbeiteten Informationen nicht der Fall ist. Stanislas Dehaene hat diesen theoretischen Ansatz aufgegriffen und auf empirischer Basis weiter verfolgt. Er konnte dadurch mehrere neuronale Signaturen bewusster Erlebnisse identifizieren, die sich klar von den neuronalen Korrelaten unbewusster Informationsverarbeitung unterscheiden. Dehaene beschreibt folgende vier verlässliche Signaturen bewussten Erlebens.

„Obwohl ein unterschwelliger Reiz tief in den Kortex eindringen kann, wird diese Gehirnaktivität zunächst erheblich verstärkt, wenn dieser Reiz die Schwelle der Wahrnehmung überschreitet. Er gelangt dann in viele zusätzliche Regionen, was zu einer plötzlichen Zündung parietaler und präfrontaler Schaltkreise führt (Signatur 1). Im Elektroenzephalogramm erscheint bewusster Zugang als späte, langsame Welle namens P3-Welle (Signatur 2). Dieses Ereignis tritt erst eine Drittelsekunde nach dem Reiz auf: Unser Bewusstsein hinkt hinter der Außenwelt her. Verfolgt man die Gehirnaktivität mit tief ins Gehirn eingepflanzten Elektroden, können zwei weitere Signaturen beobachtet werden: eine späte und plötzliche Häufung hochfrequenter Oszillationen (Signatur 3) und eine Synchronisation von Prozessen des Informationsaustauschs über ferne Gehirnregionen hinweg (Signatur 4). All diese Ereignisse liefern verlässliche Hinweise auf bewusste Verarbeitung.“ (Lit.: Dehaene, S. 173)

Francis Crick und Christof Koch vermuteten in ihrer 1990 gemeinsam veröffentlichten Arbeit[2], dass kohärente semisynchrone Oszillationen im Bereich von 40 - 70 Hz, die ein flüchtiges Kurzzeitgedächtnis aufbauen, ausschlaggebend für die Entstehung bewusster Erfahrung sind.

Typisch für das bewusste Erleben scheinen auch weitreichende Rückkopplungsschleifen zu sein:

Vom visuellen Cortex (rot) führt der unbewusste dorsale Strom zum hinteren Parietallappen (gelb), der bewusste ventrale Strom hingegen zum Cortex temporalis inferior (grün).

„Bei der bewussten visuellen Verarbeitung zum Beispiel wird Information auf einer hohen – also: späteren – Stufe ständig dynamisch zurück abgebildet auf Information, die jetzt gerade erst auf einer frühen Ebene entsteht. Trotzdem bezieht sich der gesamte rückgekoppelte Vorgang immer auf dasselbe Netzhautbild im Auge. Wie wir alle wissen, machen unsere Augen pro Sekunde etwa drei kleine Sprünge, sogenannte Sakkaden. Jedes Mal, wenn sie eine bestimmte Szene erfassen, entsteht ein innerer Kreislauf, ein Feedforward-Feedback-Zyklus, der sich auf das aktuelle Bild bezieht, und dieser Zyklus liefert uns das detaillierte bewusste Wahrnehmungsbild dieser Szene. Wir machen ständig bewusste Schnappschüsse der Welt mit Hilfe dieser Feedforward-Feedback-Zyklen. Sehr allgemein gesprochen, scheint das Prinzip dabei darin zu bestehen, dass die fast kontinuierlich ablaufenden Feedback-Schleifen von höheren zu niedrigeren Bereichen im Gehirn einen anhaltenden Zyklus erschaffen, einen kreisförmigen, in sich selbst eingebetteten Informationsfluss, bei dem das, was gerade vor ein paar Millisekunden passiert ist, ständig dynamisch auf das zurück abgebildet wird, was gerade jetzt hereinkommt. Ein innerer Kreislauf entsteht. Auf diese Weise erzeugt die unmittelbar zurückliegende Vergangenheit kontinuierlich einen Kontext für die Gegenwart – sie filtert das, was wir jetzt gerade bewusst erleben können... In der bewussten Wahrnehmung wird eine stehende Kontextschleife erschaffen. Und das könnte eine tiefere Einsicht in das innere Wesen der welterzeugenden Funktion des bewussten Erlebens sein: Bewusste Information könnte genau deshalb integriert und einheitlich sein, weil der ihr zugrunde liegende physikalische Vorgang immer wieder auf sich selbst abgebildet wird und dadurch zu seinem eigenen Kontext wird.“ (Lit.: Metzinger, S. 45f.)

Vom visuellen Cortex gehen zwei Hauptströme aus:

  1. Ein ventraler (bauchseitiger) Strom, der Signale in den Cortex temporalis inferior (IT) leitet, wo Eigenschaften wie Farbe, Muster und Form analysiert werden. Dieser Strom ist laut Melvyn A. Goodale und David Milner mit dem bewussten Erleben phänomenaler Wahrnehmungsqualitäten verbunden. Die neuronale Korrelate der bewussten visuellen Wahrnehmung wären demnach unter anderem im Cortex temporalis inferior lokalisiert[3].
  2. Ein dorsaler (rückenseitiger) Strom, der Signale zum hinteren Parietallappen weiterleitet, wo die räumliche Lokalisation des Objektes weitgehend unbewusst stattfindet[3].

Bewusstsein beruht auf Abbauprozessen

Bewusstsein beruht laut Rudolf Steiner auf Abbauprozessen: „Das Bewußtsein entsteht dadurch, daß der Astralleib und das Ich am Tage den Ätherleib und physischen Leib zerstören.“ (Lit.:GA 266a, S. 373)

„Der Psychologe Fortlage hat in seinen Psychologievorträgen, die er 1869 gehalten hat, eine sehr merkwürdige Stelle über das menschliche Bewußtsein und seinen Zusammenhang mit dem Phänomen des Todes. Er sagt: «Wenn wir uns lebendige Wesen nennen, und so uns eine Eigenschaft beilegen, die wir mit Tieren und Pflanzen teilen, so verstehen wir unter dem lebendigen Zustand notwendig etwas, das uns nie verläßt und sowohl im Schlaf als im Wachen stets in uns fortdauert. Dies ist das vegetative Leben der Ernährung unseres Organismus, ein unbewußtes Leben, ein Leben des Schlafes. Das Gehirn macht hier dadurch eine Ausnahme, daß dieses Leben der Ernährung, dieses Schlaf leben bei ihm in den Pausen des Wachens überwogen wird von dem Leben der Verzehrung. In diesen Pausen steht das Gehirn einer überwiegenden Verzehrung preisgegeben und gerät folglich in einen Zustand, welcher, wenn er sich auf die übrigen Organe miterstreckte, die absolute Entkräftigung des Leibes oder den Tod zu Wege bringen würde.»

Das ist ein großartiger Lichtblick, indem Fortlage nichts Geringeres sagt als dieses: Würden die Vorgänge, die auf das menschliche Gehirn wirken, in vollem Wachbewußtsein den ganzen übrigen Leib ergreifen, so würden sie ihn zerstören; wir haben es also in Wahrheit mit Abbauprozessen im Menschen zu tun, wenn wir es mit den Verhältnissen des gewöhnlichen Bewußtseins zu tun haben. Es war ein tiefer Lichtblick Fortlages, wenn er weiterfährt: «Das Bewußtsein ist ein kleiner und partieller Tod, der Tod ist ein großes und totales Bewußtsein, ein Erwachen des ganzen Wesens in seinen innersten Tiefen.»“ (Lit.:GA 73, S. 77)

Das Erscheinen des Denkens im Bewusstsein wird dadurch vorbereitet, das zuvor die Leibesorganisation zurückgedrängt wird. Dadurch treten namentlich bestimmte, durch das Denken bewirkte Gehirnprozesse auf, bevor uns ein Gedanke bewusst werden kann. Dem entspricht auch die Tatsache, dass ein Gedanke zuerst tätig hervorgebracht werden muss, ehe er beobachtet werden kann - wie es bei jeder schöpferischen Tätigkeit der Fall ist. Der Geist wirkt über den Willen und stirbt zuletzt hinein in den Gedanken. Das bedeutet mithin keineswegs, dass die Gehirnprozesse die Ursache der gebildeten Gedanken sind und deren Inhalt bestimmen, wie vielfach in den Neurowissenschaften angenommen wird.

„Dem Wesenhaften, das im Denken wirkt, obliegt ein Doppeltes: Erstens drängt es die menschliche Organisation in deren eigener Tätigkeit zurück, und zweitens setzt es sich selbst an deren Stelle. Denn auch das erste, die Zurückdrängung der Leibesorganisation, ist Folge der Denktätigkeit. Und zwar desjenigen Teiles derselben, der das Erscheinen des Denkens vorbereitet. Man ersieht aus diesem, in welchem Sinne das Denken in der Leibesorganisation sein Gegenbild findet. Und wenn man dieses ersieht, wird man nicht mehr die Bedeutung dieses Gegenbildes für das Denken selbst verkennen können. Wer über einen erweichten Boden geht, dessen Fußspuren graben sich in dem Boden ein. Man wird nicht versucht sein, zu sagen, die Fußspurenformen seien von Kräften des Bodens, von unten herauf, getrieben worden. Man wird diesen Kräften keinen Anteil an dem Zustandekommen der Spurenformen zuschreiben. Ebensowenig wird, wer die Wesenheit des Denkens unbefangen beobachtet, den Spuren im Leibesorganismus an dieser Wesenheit einen Anteil zuschreiben, die dadurch entstehen, daß das Denken sein Erscheinen durch den Leib vorbereitet[4].

Aber eine bedeutungsvolle Frage taucht hier auf. Wenn an dem Wesen des Denkens der menschlichen Organisation kein Anteil zukommt, welche Bedeutung hat diese Organisation innerhalb der Gesamtwesenheit des Menschen? Nun, was in dieser Organisation durch das Denken geschieht, hat wohl mit der Wesenheit des Denkens nichts zu tun, wohl aber mit der Entstehung des Ich-Bewußtseins aus diesem Denken heraus. Innerhalb des Eigenwesens des Denkens liegt wohl das wirkliche «Ich», nicht aber das Ich-Bewußtsein. Dies durchschaut derjenige, der eben unbefangen das Denken beobachtet. Das «Ich» ist innerhalb des Denkens zu finden; das «Ich-Bewußtsein» tritt dadurch auf, daß im allgemeinen Bewußtsein sich die Spuren der Denktätigkeit in dem oben gekennzeichneten Sinne eingraben. (Durch die Leibesorganisation entsteht also das Ich-Bewußtsein. Man verwechsele das aber nicht etwa mit der Behauptung, daß das einmal entstandene Ich-Bewußtsein von der Leibesorganisation abhängig bleibe. Einmal entstanden, wird es in das Denken aufgenommen und teilt fortan dessen geistige Wesenheit.)“ (Lit.:GA 4, S. 148)

Die Spur der temporären Zerstörungsvorgänge, die das Erscheinen des Denkens vorbereiten, zeigt sich auch in den elektrischen Vorgängen in den Nervenzellen. Diese hängen aber laut Rudolf Steiner nicht unmittelbar mit unserer eigentlichen Seelentätigkeit zusammen, sondern mit dem ahrimanischen Doppelgänger, der unseren Leib durchsetzt kurz bevor wir geboren werden und ihn kurz vor unserem Tod wieder verlassen muss.

„Im 19. Jahrhundert hat die Naturwissenschaft entdeckt, daß das Nervensystem von elektrischen Kräften durchsetzt ist. Sie hatte recht, diese Naturwissenschaft. Aber wenn sie glaubte, wenn die Naturforscher glauben, daß die Nervenkraft, die zu uns gehört, die für unser Vorstellungsleben die Grundlage ist, irgendwie mit elektrischen Strömen zu tun hat, welche durch unsere Nerven gehen, so haben sie eben unrecht. Denn die elektrischen Ströme, das sind diejenigen Kräfte, die von dem Wesen, das ich eben jetzt geschildert habe, in unser Wesen hineingelegt werden, die gehören unserem Wesen gar nicht an: wir tragen schon auch elektrische Ströme in uns, aber sie sind rein ahrimanischer Natur.

Diese Wesenheiten von hoher Intelligenz, aber rein mephistophelischer Intelligenz, und von einem der Natur mehr verwandten Willen, als es für den menschlichen Willen gesagt werden kann, die haben einmal aus ihrem eigenen Willen heraus beschlossen, nicht in jener Welt leben zu wollen, in der sie durch die weisheitsvollen Götter der oberen Hierarchie zu leben bestimmt waren. Sie wollten die Erde erobern, sie brauchen Leiber; eigene Leiber haben sie nicht: sie benützen so viel von den menschlichen Leibern, als sie benützen können, weil die menschliche Seele eben nicht ganz den menschlichen Leib ausfüllen kann.

Diese Wesenheiten also können, so wie sich der menschliche Leib entwickelt, zu einer bestimmten Zeit bevor der Mensch geboren wird, gewissermaßen in diesen menschlichen Leib hinein, und unter der Schwelle unseres Bewußtseins begleiten sie uns. Sie können nur eines im menschlichen Leben absolut nicht vertragen: sie können nämlich den Tod nicht vertragen. Daher müssen sie diesen menschlichen Leib, in dem sie sich festsetzen, immer auch, bevor er vom Tode befallen wird, verlassen. Das ist eine sehr herbe Enttäuschung immer wiederum, denn sie wollen gerade das sich erobern: in den menschlichen Leibern zu bleiben über den Tod hinaus. Das wäre eine hohe Errungenschaft im Reiche dieser Wesenheiten; das haben sie zunächst nicht erreicht.“ (Lit.:GA 178, S. 58f)

Siehe auch

Literatur

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Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Freie Werkausgaben gibt es auf fvn-rs.net, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
Die Rudolf Steiner Ausgaben basieren auf Klartextnachschriften, die dem gesprochenen Wort Rudolf Steiners so nah wie möglich kommen.
Hilfreiche Werkzeuge zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk sind Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners und
Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.
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Weblinks

Einzelnachweise

  1. Gerhard Roth: Entstehen und Funktion von Bewußtsein, in: Deutsches Ärzteblatt 1999; 96: A-1957–1961 [Heft 30]
  2. F. Crick, C. Koch: Toward a neurobiological theory of consciousness. Seminars in the Neurosciences 2 (1990), pp.263 - 275 pdf
  3. 3,0 3,1 Melvyn Goodale, David Milner: Separate visual pathways for perception and action. In: Trends in Neuroscience, 1992
  4. Wie innerhalb der Psychologie, der Physiologie usw. sich die obige Anschauung geltend macht, hat der Verfasser in Schriften, die auf dieses Buch gefolgt sind, nach verschiedenen Richtungen dargestellt. Hier sollte nur das gekennzeichnet werden, was die unbefangene Beobachtung des Denkens selbst ergibt.