Jahve

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JHWH

Jahve, Jehova oder auch Jahve-Elohim (hebr. ‏יהוה‎ = JHWH wird als Tetragramm geschrieben und setzt sich - von rechts nach links gelesen - zusammen aus den 4 Buchstaben Jod (י), He (ה), Waw (ו), He (ה)) ist einer der sieben Elohim, die die eigentlichen Schöpfer und Lenker unserer Erdentwicklung sind, von denen in der Genesis berichtet wird. Ursprünglich hatte Jahve wie die andern Elohim seinen Wohnsitz auf der Sonne. Nach der Trennung von Sonne und Erde und der weiteren Ablösung des Mondes von der Erde, nahm er auf dem Mond seinen Aufenthalt und sendet von hier mit dem reflektierten Mondenlicht seine reife Weisheit der Erde zu. Jahve wird daher zurecht auch als Mond-Gottheit verehrt.

Jahve als das wesenhafte Einheitsbewusstsein der sieben Elohim

Jahve ist zugleich aber auch mehr als nur einer der sieben Elohim; er repräsentiert das gemeinsame höhere Einheitsbewusstsein aller sieben Elohim, das erst dadurch heranreifen konnte, dass sie das Sechstagewerk vollbrachten, um den Menschen nach ihrem gemeinsamen Bild zu erschaffen.

"Wenn wir den Menschen ins Dasein treten sehen als ein ganz kleines Kind, da wissen wir, daß in ihm noch nicht entwickelt ist, was wir ein einheitliches Bewußtsein nennen. Das Kind spricht sogar das Ich, das zusammenhält das Bewußtsein, nach einiger Zeit erst aus. Es fügt sich dann das, was in seinem Seelenleben ist, in die Einheit des Bewußtseins zusammen. Der Mensch wächst heran, indem er die verschiedenen Tätigkeiten, die beim Kind noch dezentralisiert sind, zusammenfaßt. So ist diese Zusammenfassung beim Menschen ein Heraufentwickeln zu einem höheren Zustand. Analog können wir uns die Fortentwickelung der Elohim denken. Diese haben eine gewisse Tätigkeit entfaltet während der Vorbereitungsentwickelung zum Menschen. Dadurch, daß sie diese Tätigkeit ausgeführt haben, haben sie selber etwas gelernt, selber etwas dazu beigetragen, um sich zu einer höheren Stufe emporzuheben. Sie haben nun als Gruppe ein gewisses Einheitsbewußtsein erlangt, sind gleichsam nicht nur Gruppe geblieben, sondern sind Einheit geworden. Die Einheit wurde gleichsam wesenhaft. Das ist etwas außerordentlich Wichtiges, was wir in diesem Punkt aussprechen. Ich konnte Ihnen bisher nur sagen: Die einzelnen Elohim waren so, daß jeder etwas Besonderes konnte. Jeder konnte zum gemeinsamen Entschluß, zum gemeinsamen Bild, nach dem sie den Menschen formen wollten, etwas hinzubringen, und das, was der Mensch war, war gleichsam nur eine Vorstellung, in der sie zusammenwirken konnten. Das war in der Arbeit der Elohim zunächst noch nichts Reales. Reales war erst vorhanden, als sie das gemeinsame Produkt geschaffen hatten. In dieser Arbeit selber entwickelten sie sich aber höher, entwickelten sie ihre Einheit zu einer Realität, so daß sie jetzt nicht etwa nur sieben waren, sondern daß die Siebenheit ein Ganzes war, so daß wir jetzt von einer Elohimheit sprechen können, welche sich auf siebenfache Weise offenbart. Diese Elohimheit ist erst geworden. Sie ist das, wozu sich die Elohim hinaufgearbeitet haben.

Das kennt die Bibel. Die Bibel kennt die Vorstellung, daß die Elohim gleichsam vorher die Glieder einer Gruppe sind und sich dann zusammenordnen zu einer Einheit, so daß sie vorher zusam- menarbeiten wie die Glieder einer Gruppe, und nachher von einem gemeinsamen Organismus aus gelenkt werden. Und diese reale Einheit der Elohim, in welcher die einzelnen Elohim tätig als Glieder, als Organe wirken, nennt die Bibel Jahve-Elohim. Da haben Sie nun in einer noch tieferen Weise, als es bisher möglich war, den Begriff des Jahve, des Jehova. Daher spricht die Bibel auch zunächst in ihrem Berichte nur von den Elohim, und fängt an, da wo die Elohim selber zu einer höheren Stufe, zu einer Einheit vorgeschritten sind, von Jahve-Elohim zu sprechen. Das ist der tiefere Grund, warum am Ende des Schöpfungswerkes der Jahvename plötzlich auftritt." (Lit.: GA 122, S. 123f)

Jahve und das Gruppen-Ich des Menschen

Jahve legte in den Astralleib des Menschen das Gruppen-Ich hinein, um ihn vorzubereiten, später das individuelle Ich zu entwickeln. Zusammenen mit den anderen Elohim gab Jahve dem Menschen das Ich, indem er das, was als Geistiges in der Luft lebte, in ihn einströmen ließ:

"Da machte Gott der HERR den Menschen aus Erde vom Acker und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen." (1 Mose 2,7)

Später, im Neuen Testament, wird der Christus als "Gott der HERR" bezeichnet, doch Jahve ist nicht Christus, sondern gleichsam nur seine Vorherverkündigung. Ehe der Christus mit der Jordan-Taufe zum irdischen Dasein herabgestiegen war, offenbarte er sich durch die Gemeinschaft der sechs auf der Sonne verbliebenen Elohim, und Jehova lenkte vom Mond aus wie durch einen Spiegel diese im Licht strahlende Christus-Kraft zur Erde nieder. Bevor der Christus selbst zum Erdenleben herabstieg, sandte er mit Jehova gleichsam sein Spiegelbild voraus, um sein Erdenwirken vorzubereiten.

Als Jehova dem Moses im brennenden Dornbusch erschien war und dieser nach seinem Namen fragte, sagte er zu Moses, um auf die Quelle der Ich-Kraft hinzuweisen:

"Ich bin der Ich-bin" (2 Mose 3,14)

Nur wurde Jahve damals noch nicht im einzelnen individuellen Ich, sondern im Gruppen-Ich des hebräischen Volkes empfunden. Im individuellen Ich kann nur der Christus empfangen werden, seit dieser durch den Tod auf Golgatha hindurchgegangen ist.

Jahve und die Mondenkräfte

Als Mond-Gottheit wirkt Jehova insbesondere auf alle menschlichen Organe, die mit den Mondenkräften zusammenhängen, also auf das Gehirn einerseits und auf die Fortpflanzungsorgane anderseits. Das „auserwählte Volk“ zeichnete sich tatsächlich von Anfang an durch seine besondere Fruchtbarkeit und seine (an das Gehirn gebundene) Verstandesbildung aus, die die atavistischen hellseherischen Fähigkeiten zurückdrängte. Das Volks-Ich und rollt mit dem Blut fort, d.h. mit der Vererbungsströmung, in der Jahve für den Menschen weitgehend unbewusst wirkt. Bewusst wirkte Jehova aber in der Verstandestätigkeit, seit er mit Abraham seinen Bund geschlossen hatte. Die Kräfte, die früher nur durch die alte Hellsichtigkeit zugänglich waren, zogen nun bei Abraham in die innere menschliche Organisation ein. Abraham entwickelte dadurch mit seinem Gehirn ein physisches Organ, mit dem er sich - ohne Hellsichtigkeit - rein durch das Denken zum Göttlichen erheben konnte, und diese Organ vererbte er auf seine Nachkommen und prägte damit die Mission des hebräischen Volkes. Zu diesem Bild gehört auch die überlieferte Legende, nach der Abraham als Erfinder der Arithmetik gilt. Diese von Jehova geleitete Entwicklung zielte also auf die Verstandesseele, die im hebräischen Volk in besonderer Weise ausgebildet werden sollte, und die zur Zeit der großen Propheten im letzten vorchristlichen Michaelzeitalter, der Achsenzeit nach Karl Jaspers, zur Reife gelangte.

Die Verstandesbildung ist untrennbar mit der luziferischen Versuchung verbunden. Durch den Sündenfall hat der Mensch vom Baum der Erkenntnis gegessen, sollte aber nicht auch noch vom Baum des Lebens essen. Die Verstandesseele bildet sich, wie wir durch Rudolf Steiner wissen, durch die unbewusste Arbeit des Ich am Ätherleib aus. Der Ätherleib wird aber dadurch in gewisser Weise beeinträchtigt, die Lebenskräfte werden teilweise dem Organismus entzogen, und Krankheit und Tod sind dadurch in das Menschengeschlecht getreten. Später, d.h. in nachchristlicher Zeit, soll durch die Verbindung mit dem (ätherischen) Christus durch die bewusste Arbeit am Ätherleib der Lebensgeist ausgeformt werden. Dann werden wir mit Hilfe des Christus neues Leben schöpferisch hervorbringen und dann werden wir dadurch auch vom Baum des Lebens essen dürfen.

Jahve und Eva

Nicht zufällig sind die Worte Jahve und Eva miteinander verwandt. Eva, als die große Erdenmutter, ist in Jahve enthalten als die Summe all dessen, was durch die alte Saturn-, Sonnen- und Mondenentwicklung herübergekommen ist, wo die Grundlage für den physischen Leib, den Ätherleib und Astralleib des Menschen geschaffen wurden. Erst auf Erden kam das Ich dazu, repräsentiert durch das J im Namen "Jahve".

"Wenn man alles das, was mitgebracht worden ist von der Saturn-, Sonnen-, Mondenentwickelung her für die Erdenentwickelung, zusammenfaßt in seinem natürlichen Aspekt, so tritt es uns entgegen durch das althebräische Altertum symbolisiert in Eva. Eve — die Vokale sind ja niemals klar genannt im Hebräischen — Eve! Fügen Sie dazu das Zeichen für jene göttliche Wesenheit des althebräischen Altertums, welche der Lenker der Erdengeschicke ist, so haben Sie eine Form, die ebenso richtig ist wie jede andere: Jeve-Jahve, der im Mond sein Symbol habende Lenker der Erde. Mit dem verbunden, was von der Mondenentwickelung herübergekommen ist, mit dem Ergebnis der Mondenentwickelung für die Erdenentwickelung: der Erdenherr, verbunden mit der Erdenmutter, die in ihren Kräften ein Ergebnis der Mondenentwickelung ist . . . Jahve! Es geht also herüber aus dem althebräischen Altertum die geheimnisvolle Verbindung der Mondenkräfte, die ihren Rest zurückgelassen haben in dem uns astronomisch erscheinenden Mond und die ihre menschheitlichen Kräfte zurückgelassen haben in dem weiblichen Elemente des Menschendaseins. Die Verbindung des Erdenherrn mit der Mondenmutter kommt uns schon in dem Namen Jahve entgegen." (Lit.: GA 149, S. 97f)

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Die Geheimnisse der biblischen Schöpfungsgeschichte, GA 122 (1984)
  2. Rudolf Steiner: Christus und die geistige Welt. Von der Suche nach dem heiligen Gral, GA 149 (2004)
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Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Freie Werkausgaben gibt es auf fvn-rs.net, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
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Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.
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