Johannes (Evangelist)

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Johannes der Evangelist, El Greco (um 1600), Museo del Prado, Madrid

Johannes der Evangelist (* vor 20 n.Chr. Betsaida (?), † um 101 n.Chr. (?), spätestens aber um 117 n.Chr. in Ephesus) ist der Verfasser des Johannes-Evangeliums. Zudem wird er auch als der Autor der Offenbarung des Johannes und der Johannes-Briefe angesehen. Nach traditioneller theologischer Auffassung ist er identisch mit dem Apostel Johannes und mit dem im Johannes-Evangelium namentlich nicht genannten Lieblingsjünger Jesu, der nach den Angaben Rudolf Steiners zudem niemand anderer als der durch den Christus von den Toten wiedererweckte Lazarus war (siehe unten Lazarus-Johannes).[1] Er ist nach Rudolf Steiner entgegen der traditionellen Meinung auch nicht identisch mit Johannes Zebedäus (griech. Ἰωάννης υἱὸς (oder ὁ) τοῦ Ζεβεδαίου, lat. Iohannes Zebedaei), dem Sohn des Zebedäus und Bruder Jakobus des Älteren, der nur zeitweise dessen Stellvertreter und kein Apostel im eigentlichen Sinn gewesen sei (siehe ebenfalls unten Lazarus-Johannes).

Leben und Wirken des Johannes

Historische Zeugnisse

Johannes auf Patmos (Hieronymus Bosch)

In den synoptischen Evangelien wird Johannes als Bruder Jakobus des Älteren genannt, die beide Söhne des Fischers Zebedäus waren (Mt 10,2, Mk 3,17, Lk 6,14) und durch den Christus den Beinamen Boanerges, „Donnersöhne“, bekamen (Mk 3,17). In diesem Fall wäre Johannes in Betsaida, nordöstlich des Sees Genezareth, dem heutigen El Aradsch bei Mahjar in Syrien geboren, nur wenige hundert Meter östlich des Jordans. Der Frage, wie diese Angaben mit den Aussagen Rudolf Steiners zusammenpassen, wird weiter unten nachgegangen (siehe Lazarus-Johannes).

Im Johannes-Evangelium wird Johannes namentlich nicht genannt, aber, wie bereits oben erwähnt, nach allgemeiner Tradition mit dem Lieblingsjünger des Christus identifiziert.

Weitere Zeugnisse über Leben und Wirken des Johannes finden sich in der Apostelgeschichte und in den Briefen des Paulus. In dem etwa 50 n.Chr. entstandenen Galaterbrief, dem frühesten historisch fassbaren Zeugnis zum Leben des Johannes, bezeugt Paulus das große Ansehen, das Johannes als eine der drei "Säulen" des jungen Christentums genießt (Gal 2,9 EU).

Auf das spätere Leben des Johannes weisen die Worte des frühchristlichen Bischofs Irenäus (ca. 130-200 n.Chr.), nach denen ein Jünger Christi mit dem Namen Johannes in Ephesus noch bis in die Zeiten des römischen Kaisers Trajan (98-117) gelebt, gewirkt und dort sein Evangelium verfasst haben soll. Die entscheidende Aussage, auf die sich die traditionelle Identifikation des Apostels mit dem Evangelisten und Lieblingsjünger gründet, überliefert der frühe Kirchenhistoriker Eusebius von Caesarea (um 260-340) so:

"Danach gab Johannes, der Jünger des Herrn, der auch an seinem Busen ruhte, sein Evangelium heraus als er sich in Ephesus in der Asia aufhielt." (Irenäus, Adv Haer III 1,1, zitiert bei Euseb, Hist Eccl V 8,4).

Legenden

Filippo Lippi, Erweckung der Drusiana (vollendet 1502)

Viele Legenden über das Wirken des Johannes in Kleinasien finden sich in der Legenda aurea des Jacobus de Voragine (Lit.: Legenda, S 65ff). Die wichtigsten sollen hier erwähnt werden:

Es wird erzählt, dass Kaiser Domitian Johannes ergreifen und vor den Toren Roms an der Porta Latina in einen Kessel voll siedenden Öls tauchen ließ. Doch Johannes entstieg dem Kessel unverletzt und frisch wie aus einem belebenden Bad. Da Johannes auch jetzt nicht von seinen Predigten lassen wollte, schickte in der Kaiser in die Verbannung nach Patmos, wo Johannes in Einsamkeit lebte und seine Offenbarung verfasste.

Nach dem gewaltsamen Tod Domitians im September 96 wurde Johannes freigelassen und kehrte nach Ephesus zurück. Als er die Stadt betrat, trug man ihm tot auf einer Bahre Drusiana entgegen, die ihm freundschaftlich verbunden war und von ganzem Herzen seine Wiederkehr erwartet hatte. Da ließ Johannes die Bahre niedersetzten, den Leichnam aufbinden und sprach: "Mein Herr Jesus Christus erwecke dich, Drusiana: steh auf und geh in dein Haus und bereite mir zu essen." Da stand sie auf, wie vom Schlaf erwacht, und tat, wie ihr Johannes geheißen.

Andern Tags rief Craton, ein Philosoph, das Volk auf, diese Welt zu verachten. Zwei reiche Jünglinge, die Brüder waren, drängte er, all ihr Gut zu verkaufen und etliche ihrer Edelsteine zu zerbrechen. Da trat Johannes hinzu und sprach: "Willst du vollkommen sein, so gehe hin und verkaufe alles, was du hast und gib es den Armen." Da antwortete Craton: "Ist wirklich Gott dein Meister, ... so mache, dass die Steine wieder ganz werden ..." Und so geschah und von Stund an war Craton gläubig. Die beiden Jünglinge aber verkauften all ihre Güter und folgten Johannes.

Als die beiden Jünglinge aber eines Tages sahen, wie ihre früheren Knechte in prunkvollen Gewändern einherschritten, da wurden sie recht traurig. Als Johannes dies sah, ließ er sie Gerten und Kiesel vom Strand holen und verwandelte sie in Gold und Edelsteine und sprach: "Gehet hin und löset euer verkauftes Gut wieder aus, doch den himmlischen Lohn habt ihr verloren."

Da Johannes so wider den Reichtum predigte, wurde ein Jüngling tot vor ihn getragen, der hatte vor dreißig Tagen ein Weib genommen. Das fiel dem Apostel zusammen mit des Jünglings Mutter und anderen Freunden zu Füßen und flehte, er möge den Toten erwecken. Da weinte Johannes und betete lange für den Jüngling, da erstand er. Und Johannes gebot ihm, dass er den beiden reichen Jünglingen schildern möge, welche Höllenpein sie nach dem Tode erwarte und welche Seligkeit sie verloren hätten. Soi geschah es und zuletzt fiel der erweckte Jüngling zusammen mit den beiden anderen dem Apostel zu Füßen und baten um Gnade. Und Johannes sprach: "Tuet Buße dreißig Tage und betet, dass die Gerten und Steine sich wieder in ihre frühere Natur kehren mögen." So geschah es und die Jünglinge empfingen wieder die Gnade der Tugenden, die sie früher gehabt hatten.

Johannes zog predigend durch das Land, da machten die Götzendiener einen Aufstand und wollten Johannes zwingen, im Tempel der Diana zu opfern. Da schlug Johannes vor: "Lasset uns beide unsere Götter anrufen; ihr sollt Diana bitten, dass sie die Kirche Christi zerstöre, und tut sie es, so will ich ihr opfern; ich aber will Christum bitten, dass er den Tempel der Diana zerstöre, und so er es tut, sollt ihr an ihn glauben." Und Johannes betete, da fiel der Tempel der Diana. Doch Aristodemus, der Oberpriester der Diana, wollte dieses Gottesurteil nicht annehmen und schürte weiter die Unruhe im Volk, so dass schließlich ein Teil des Volkes im Kampf mit dem anderen lag. Da ging Johannes zu Aristodemus und sprach: "Ich will alles tun, damit du deinen Zorn vergißt." Aristodemus antwortete: "Ich will dir Gift zu trinken geben, bringt die das keinen Schaden, so will ich glauben, dass dein Gott der rechte Gott ist." "Aber", so sprach Aristodemus weiter, "ich will auch, dass du zuvor andere Menschen an diesem Gift sterben siehst, damit du desto mehr verzagst." Und er ließ zwei zum Tode verurteilte Verbrecher bringen und gab ihnen vor allem Volk das Gift zu trinken und sie stürzten alsbald tot zu Boden. Dann reichte er den Becher Johannes. Da schlug Johannes das Kreuz über dem Kelch und das Gift entwich als Schlange, so dass Johannes keinen Schaden nahm, als er den Becher lehrte. Dann reichte er seinen Mantel Aristodemus, damit er sie auf die toten Verbrecher werfen möge. Das tat dieser auch und die Toten erwachten wieder zum Leben. Da bekehrte sich Aristodemus und Friede kehrte wieder in das Land ein.

Da Johannes schon in hohem Alter war, da mochte er nicht mehr reden, als dass er zu jedem seiner Schritte sprach: "Kindlein, liebet euch untereinander." So berichtet es Hieronymus.

Als Johannes im 99 Lebensjahr stand und im 67 Jahr nach dem Tod des Herrn, da erschien ihm der Herr mit seinen Jüngern und sprach: "Komm nun, mein Auserwählter, zu mir, es ist Zeit, dass du an meinem Tische mit deinen Brüdern gespeiset werdest." Da wollte Johannes sogleich kommen, doch der Herr sprach. "Am Sonntag sollst du zu mir kommen." Am Sonntag versammelte sich viel Volk und Johannes predigte vom ersten Hahnenschrei an. Danach ließ er neben dem Altar eine viereckige Grube ausheben, betete zu Gott und trat in das Grab. Da erschien ein so helles Licht um ihn, dass er nicht mehr gesehen werden konnte und als das Licht verschwand, war das Grab voll Himmelsbrot (Manna = Manas), das wächst noch heute dort und wallet auf des Grabes Grund wie feiner Sand in einem Wasserquell.

Lazarus-Johannes

Juan de Flandes, Die Auferweckung des Lazarus (um 1500-1510), Museo del Prado, Madrid

Johannes ist die griechische Form des hebräischen Namens Yochanan (יוחנן), was bedeutet „der HERR (JHWH) ist gnädig“ und im Judentum als Ausdruck einer als göttliches Geschenk gegebenen Geburt aufgefasst wird. Nach Rudolf Steiner ist der Name "Johannes" eine allgemeine Bezeichnung für geistig weit fortgeschrittene Menschen, die bereit sind die Buddhi (Lebensgeist), in der die Christuskraft wirkt, aufzunehmen, die sich von oben her durch Gnade in das Manas (Geistselbst) ergießt (Lit.: GA 094, S. 250ff). Das gilt ganz besonders für den Evangelisten Johannes, und dass damit in diesem Fall auf eine tiefgreifende geistige Neugeburt hingedeutet wird, geht aus der weit reichenden Darstellung Rudolf Steiners hervor, wie er sie schon 1902 in seiner Schrift Das Christentum als mystische Tatsache und die Mysterien des Altertums gegeben hat. Demnach soll es sich bei dem Evangelisten und Apostel Johannes um den vom Tode wieder auferweckten Lazarus aus Bethanien (Joh 11,3-44) gehandelt haben, den Jünger den Jesu "lieb hatte" (Joh 11,3; 13,23; 19,26; 20,2; 21,20-24). Diese in den kanonischen Schriften einzig[2] im Johannes-Evangelium (Joh 11,1-45) geschilderte Totenerweckung war nach Steiner in Wahrheit ein durch das Schicksal eingeleiteter Einweihungsakt, im Zuge dessen Lazarus, wie es in den alten vorchristlichen Mysterien gebräuchlich war, durch einen dreieinhalbtägigen Todesschlaf ging, aus dem er durch den Christus erweckt wurde. Lazarus wurde als Repräsentant der urpersischen Kulturepoche stellvertretend für Zarathustra auferweckt, der ja mit der Jordan-Taufe seine Leibeshüllen für die Inkarnation des Christus zur Verfügung gestellt hatte.

"Es konnte der Christus Jesus also nicht den Zarathustra als den berufenen Repräsentanten des zweiten nachatlantischen Zeitalters auf erwecken. Doch war gleichsam stellvertretend eine andere Individualität auf Erden verkörpert in jener Zeit, deren Entwickelung und für die Menschheit bedeutsamste Mission in merkwürdiger Weise derjenigen des Zarathustra parallel ging. Es war dies Lazarus, der wiedergeborene Hiram Abiff, der bedeutungsvollste der Kainssöhne, der gleichfalls gearbeitet hatte an der Erdenmission von dem menschlichen Ich aus, wie es Zarathustra im alten Persien getan hatte." (Lit.: GA 264, S. 231)

"Der Schreiber des Johannes-Evangeliums war ein hoher, durch Christus selbst eingeweihter Seher.

Der Jünger Johannes wird im ganzen Johannes-Evangelium nirgends genannt. Von ihm heißt es nur: «Der Jünger, den der Herr lieb hatte», zum Beispiel im Kapitel 19, Vers 26. Dies ist ein technischer Ausdruck und bezeichnet denjenigen, der vom Meister selber eingeweiht wurde. Johannes beschreibt seine eigene Einweihung in der Auferweckung des Lazarus, Kapitel 11. Nur dadurch können die geheimsten Beziehungen des Christus zur Weltentwicklung offenbar werden, daß der Schreiber des Johannes-Evangeliums vom Herrn selber eingeweiht worden ist. Wie oben gesagt, dauerten die alten Einweihungen dreiundeinhalb Tage; daher die Auferweckung des Lazarus am vierten Tage. Auch von Lazarus heißt es, daß Christus ihn lieb hatte (Kapitel 11, 3, 35 und 36). Dies ist wieder der technische Ausdruck für den Lieblingsschüler. Während der Körper des Lazarus wie tot im Grabe lag, wurde sein Ätherleib herausgeholt, um die Einweihung durchzumachen und dieselbe Kraft zu empfangen, die in Christus ist. So wurde er ein Auferweckter, derselbe, den der Herr lieb hat, von dem das Johannes-Evangelium herrührt. Wenn man daraufhin das Johannes-Evangelium durchliest, wird man sehen, daß keine Zeile dieser Tatsache widerspricht, außer daß der Vorgang der Einweihung unter einem Schleier dargestellt ist." (Lit.: GA 100, S. 240f)

Diese Einweihung des Lazarus steht darüber hinaus in engem Zusammenhang mit der Individualität Johannes des Täufers (siehe unten Johannes der Evangelist und Johannes der Täufer).

Offen bleibt zunächst die Frage, wie sich diese Darstellung Steiners mit den Angaben der synoptischen Evangelien vereinbaren lässt. Emil Bock äußerte dazu folgende, allerdings nicht auf historisch Fakten gegründete Vermutung:

"Ich glaube, dass es nicht richtig wäre, eine einfache Gleichsetzung zu vollziehen. Ich stelle mir vor, dass es sich um zwei verschiedene Persönlichkeiten handelt, dass aber derjenige, der den Johannes-Platz im Kreis der zwölf Jünger einnahm, der Lazarus des Johannes-Evangeliums war. Nur ist vielleicht Lazarus vor seiner Einweihung in Bethanien nicht in so konstanter Weise im Kreis der zwölf Jünger anwesend gewesen, und da mag, da die Zwölfzahl durchaus als eine kosmische Vollständigkeit erlebt wurde, eine Art Stellvertreter dagewesen sein in dem Zebedäus-Sohn Johannes." (Lit.: Bock, S 765)

Aufschlussreich sind dazu die ohne Orts- und Datumangabe erhaltenen Gedächtnisnotizen von Elisabeth Vreede zu einem Vortrag von Rudolf Steiner «Über Meisterpersönlichkeiten im Zusammenhang mit den Auferweckungen in den Evangelien».

„Unter den zwölf Aposteln ist Lazarus-Johannes selber gleichsam wiederum von einem anderen vertreten. Johannes, der Bruder des Jakobus und Sohn des Zebedäus, ist nicht ein Apostel im eigentlichen Sinn. Jakobus und Johannes sind gewissermassen Eins, sie vergegenwärtigen unter den intimeren Schülern des Christus Jesus die Kraft der Verstandes- oder Gemütsseele, die ja eine doppelte Funktion im Menschen hat, aber doch eine Einheit ist. Daher werden sie genannt «Söhne des Donners», denn der Donner ist makrokosmisch dasselbe, was der Gedanke im menschlichen Mikrokosmos ist. Wenn aber Lazarus zu Johannes wird, nimmt er die Stelle des einen Zebedäus-Sohnes ein, und als solcher ist er derjenige, der beim Abendmahle an der Brust Jesu lag.“ (Lit.:GA 264, S. 232f)

Johannes der Evangelist (Frans Hals, ca. 1625)

Möglicherweise ist hier aber auch gar nicht die leibliche Vaterschaft, sondern die geistige Bedeutung des Namens Zebedäus ausschlaggebend. Zebedäus (hebräisch zabdiel) bedeutet „Geschenk Gottes” (s.a.Matthias) und Betsaida, der Geburtsort, heißt Haus des Fisches und der Fisch war das urchristliche Symbol des Christus. Nach dieser Deutung ist Johannes als göttliches Geschenk aus dem Geist Christi geboren, was genau die Einweihung des Lazarus charakterisiert. So gesehen kommt es auch nicht auf die leibliche, sondern auf die geistige Verwandtschaft von Johannes und Jakobus an, indem auch Jakobus zum engsten Schülerkreis des Christus zählt. Die Evangelien werden meist zu äußerlich genommen. Sie schildern aber nie rein äußere Tatsachen, sondern diese sind stets ein Bild für geistige Zusammenhänge und können daher auch nur sehr eingeschränkt als historische Quellen im üblichen Sinn betrachtet werden. Wie Rudolf Steiner gezeigt hat, tritt dieser geistige Bildcharakter, der das äußere historische Geschehen überdeckt und vielfach sogar unkenntlich macht, entgegen der verbreiteten theologischen Ansicht, gerade bei den drei synoptischen Evangelien stärker in den Vordergrund, während das geistig tiefgründigste Evangelium, das Johannes-Evangelium, zugleich auch das äußere Geschehen am getreusten wiedergibt. Tatsächlich gehört die höchste geistige, künstlerische Kraft dazu, das äußere Geschehen unverfälscht so darzustellen, dass es zugleich zum sprechenden Realsymbol der dahinter stehenden geistigen Ereignisse wird. Was eine schwächere Kraft nur durch eine mehr symbolische Ausdrucksweise darzustellen vermag, kann Johannes durch die Bilder des unmittelbaren äußerlich Geschehens selbst sprechen lassen. Man muss aber dann auch die Bilder als solche nehmen, wie sie sich unvoreingenommen in unserer Seele malen, und darauf lauschen, was sie uns erzählen. Eine bloß intellektuelle Ausdeutung der Symbole führt nur auf Abwege.

Nicolas Froment, Die Auferweckung des Lazarus, 1461, Galleria degli Uffizi, Florenz

Noch weiteres kommt in Betracht. Jakobus und Johannes stammten nach den Synoptikern aus dem "Haus des Fisches" und waren, wie andere Apostel auch, Fischer, die einen großen Teil ihres Lebens auf dem fischreichen See Genezareth verbrachten. An anderer Stelle hat Rudolf Steiner gezeigt, wie das Leben auf See ein naturhaftes imaginatives Hellsehen fördert, das aber nicht mit dem klaren, wachen Ich-Bewusstsein vereinbar ist, das auf festerem Boden gründen muss. Dieses aus alten Zeiten vererbte Hellsehen war wohl bei Jakobus und Johannes, aber auch bei Petrus und Andreas in reichem Maß vorhanden; gerade dadurch waren sie geeignet, etwas von der wahren Wesenheit des Christus zu ahnen und ihm zu folgen. Doch um wahrhaft seine Jünger zu werden, mussten sie lernen, auf diese naturgegebenen Kräfte zu verzichten und neue zu erwerben, die unmittelbar aus dem Ich schöpfen. Sie mussten, anders ausgedrückt, zuerst vom Meer an Land treten. Und so wird uns tatsächlich bei den Synoptikern bildhaft die Berufung der ersten Jünger geschildert:

"16 Als er aber am Galiläischen Meer entlangging, sah er Simon und Andreas, Simons Bruder, wie sie ihre Netze ins Meer warfen; denn sie waren Fischer. 17 Und Jesus sprach zu ihnen: Folgt mir nach; ich will euch zu Menschenfischern machen! 18 Sogleich verließen sie ihre Netze und folgten ihm nach. 19 Und als er ein wenig weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, seinen Bruder, wie sie im Boot die Netze flickten. 20 Und alsbald rief er sie, und sie ließen ihren Vater Zebedäus im Boot mit den Tagelöhnern und folgten ihm nach." (Mk 1,16, (vgl. auch Mt 4,18)

Dass Petrus und Andreas ihre Netze ins Meer warfen und Jakobus und Johannes die ihren flickten, mag wohl auch noch eine tiefere symbolische Bedeutung haben, die darauf hinweist, dass Petrus und Andreas noch mehr aus den alten Kräften schöpfen als die beiden anderen Apostel. Die Jünger mussten jedenfalls auf ihren vererbten geistigen Reichtum verzichten, ganz im Sinne des Christuswortes: Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich. Mt 5,3 Das gilt ganz besonders für Johannes, der am weitesten in der durch den Christus im Ich erweckten übersinnlichen Erkenntnis voranschreiten sollte. Er musste in das "Haus der Armut" einziehen und seinen vererbten Reichtum verschenken. Lazurus war, so sagt die Legende ein reicher Jüngling, aber er hat seinen Reichtum verschenkt, und er lebte in Bethanien und das heißt übersetzt: Haus der Armut (oder auch Haus der Krankheit, des Todes oder der Trauer). In diese Richtung weist, freilich auf ganz andere Art, auch das Gleichnis "Vom reichen Mann und armen Lazarus" (Lk 16,19). Liest man derart die Symbolsprache der Evangelien und nimmt sie nicht nur als äußerliche Schilderung, so beginnt man ihre tiefere geistige Bedeutung zu ahnen und manch scheinbare Widersprüche lösen sich auf (vgl. dazu auch (Lit.: Bock, S 174ff)).[3]

Frühere und spätere Inkarnationen des Johannes

Der Apostel Johannes (Dürer)

Rudolf Steiner hat einzelne Angaben zu früheren und späteren Inkarnationen des Evangelisten Johannes gemacht. Demnach wurde Hiram Abiff, der Baumeister des Salomonischen Tempels, der in seiner damaligen Inkarnation bis an die Grenze der Einweihung kam, wiedergeboren als Lazarus, der nach seiner Erweckung durch den Christus den Einweihungsnamen Johannes trug. Lazarus-Johannes wurde im 13. und kurz darauf im 14. Jahrhundert erneut wiedergeboren und eingeweiht und trägt seitdem den Namen Christian Rosenkreutz, der der Begründer der Rosenkreuzer-Strömung wurde (Lit.: GA 265, S. 405ff und GA 264, S. 420). Dazwischen liegt nach Rudolf Steiner noch eine weitere namentlich genannte Inkarnation im 7./8. Jahrhundert n.Chr., die in Zusammenhang mit der Sage von Flor und Blancheflor steht.

"In den Eingeweihtenkreisen sagte man: Dieselbe Seele, die in Flos oder Flor war und die besungen wird in dem Liede, ist wiederverkörpert erschienen im dreizehnten und vierzehnten Jahrhundert zur Begründung einer neuen Mysterienschule, welche in einer neuen, der Neuzeit entsprechenden Weise das Christus-Geheimnis zu pflegen hat, in dem Begründer des Rosenkreuzertums." (Lit.: GA 057, S. 422f)

Im 18. Jahrhundert wurde Johannes/Christian Rosenkreutz dann wiedergeboren als Graf von Saint-Germain. Weitere Inkarnationen sind nicht namentlich bekannt, doch inkarnieren sich hohe Eingeweihte in der Regel in jedem Jahrhundert und es liegen meist nur sehr kurze Zeiträume zwischen den einzelnen Inkarnationen. Um einen falschen Persönlichkeitskult zu verhindern, darf der Name eines solchen hohen Eingeweihten aber erst 100 Jahre nach seinem Tod öffentlich bekannt werden.

Johannes der Evangelist und Johannes der Täufer

Rudolf Steiner hat wiederholt über frühere und spätere Inkarnationen Johannes des Täufers gesprochen und dabei immer wieder folgende Inkarnationsreihe angegeben: Elias - Johannes der Täufer - Raffael - Novalis (Lit.: GA 114, S. 122ff); GA 120, S. 162ff; GA 126, S. 110ff; GA 139, S. 49ff. An anderer Stelle erwähnt er noch Pinehas, der zur Zeit Moses lebte, als eine noch frühere Inkarnation des Täufers (Lit.: GA 139, S. 155). In seiner letzten öffentlichen Ansprache, gehalten am 28. September 1924 in Dornach, gab Steiner zur großen Überraschung der Zuhörerschaft eine davon abweichende Darstellung. Er spricht wieder über die späteren Inkarnationen des Elias, doch tritt nun der Evangelist Johannes an die Stelle des Täufers. Steiner zeigt "wie die Wesenheit des Elias wiederum erschienen ist in Lazarus-Johannes, was ja eine und dieselbe Gestalt ist, wie Sie schon aus meinem «Christentum als mystische Tatsache» ersehen." Manche Zuhörer mögen diese Aussage zunächst als einen Irrtum oder einfach einen Versprecher Steiners aufgefasst haben, tatsächlich aber handelt es sich um eine Tatsache von größter Bedeutung, die in früheren Vorträgen und Schriften Steiners sehr wohl vorbereitet ist.

Sehr deutlich hat Rudolf Steiner immer wieder dargestellt, dass die überragende Geistgestalt des Johannes/Elias sich nicht vollständig in einem einzelnen Leib inkarnieren konnte. Als er als Prophet Elias wirkte, war er zugleich, in Gemeinschaft mit höheren geistigen Wesenheiten, so etwas wie die Gruppenseele des jüdischen Volkes. Auch in seiner Inkarnation als Johannes der Täufer ragte seine Geistgestalt weit über das Leibesgefäß hinaus. In seinen Vorträgen über das Markus-Evangelium (Lit.: GA 139) hat Rudolf Steiner dann das weitere Schicksal des Täufers in der geistigen Welt nach seiner Enthauptung dargestellt. Nach dem Tod wird Elias/Johannes zur Gruppenseele der zwölf Apostel und öffenet ihnen dadurch den Weg zu einer neuen Art des Hellsehens und sie selbst heilen nun Kranke und treiben Dämonen aus. Herodes selbst führt das darauf zurück, dass der Täufer von den Toten auferstanden sei.

12 Die Zwölf machten sich auf den Weg und riefen die Menschen zur Umkehr auf. 13 Sie trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie. 14 Der König Herodes hörte von Jesus; denn sein Name war bekannt geworden und man sagte: Johannes der Täufer ist von den Toten auferstanden; deshalb wirken solche Kräfte in ihm. 15 Andere sagten: Er ist Elija. Wieder andere: Er ist ein Prophet, wie einer von den alten Propheten. 16 Als aber Herodes von ihm hörte, sagte er: Johannes, den ich enthaupten ließ, ist auferstanden. Mk 6,12 EU

Raffael, Transfiguration (Verklärung Christi), 1520

Nun sind die Apostel bereit, die Speisung der Fünftausend und die Speisung der Viertausend als übersinnliche Ereignisse zu erfahren. Dann schränkte sich die Wirksamkeit der geistige Individulität des Täufers auf den engeren Kreis der drei Apostel Petrus, Jakobus und Johannes ein. Sie wurden dadurch fähig, die Verklärung Christi auf dem Berg Tabor hellsichtig zu erleben (Mk 9,2). Den anderen neun Jüngern aber mangelt nun eine Kraft, darum sind sie auch nicht fähig, die Heilung des mondsüchtigen Knaben zu bewirken, die gleich im Anschluß an die Verklärung geschildert wird. Raffael stellt das in seinem letzten Gemälde sehr deutlich dar.

Noch enger wird der Wirkungskreis des Elias/Johannes, als der Christus die Einweihung des Lazarus vollzieht. Nun verbindet sich die Wesenheit des Täufers von oben her mit der auf Erden aus dem Todesschlaf erweckten Individualität des Lazazus, der dadurch tatsächlich zum Lazarus-Johannes wird. Wie diese Durchkreuzung der beiden Individualitäten genauer vorzustellen ist, konnte Rudolf Steiner nur mehr in einzelnen mündlich überlieferten Aussagen andeuten. Dr. Ludwig Noll, der neben Ita Wegman behandelnder Arzt Steiners war hat folgendes festgehalten:

"Bei der Auferweckung des Lazarus sei von oben her bis zur Bewußtseinsseele die geistige Wesenheit Johannes des Täufers, der ja seit seinem Tode der die Jüngerschar überschattende Geist gewesen sei, in den vorherigen Lazarus eingedrungen und von unten her die Wesenheit des Lazarus, so daß die beiden sich durchdrangen. Das ist dann nach der Auferweckung des Lazarus Johannes, der «Jünger, den der Herr lieb hatte»." (Lit.: GA 238, S. 175)

Wie Frau Dr. M. Kirchner-Bockholt festgehalten hat, gab Rudolf Steiner Frau Dr. Wegman noch folgende ergänzende Erklärung:

"Lazarus konnte aus den Erdenkräften heraus sich in dieser Zeit nur voll entwickeln bis zur Gemüts- und Verstandesseele; das Mysterium von Golgatha findet statt im vierten nachatlantischen Zeitraum, und in dieser Zeit wurde entwickelt die Verstandes- oder Gemütsseele. Daher mußte ihm von einer anderen kosmischen Wesenheit von der Bewußtseinsseele aufwärts Manas, Buddhi und Atma verliehen werden. Damit stand vor dem Christus ein Mensch, der von den Erdentiefen bis in die höchsten Himmelshöhen reichte, der in Vollkommenheit den physischen Leib durch alle Glieder bis zu den Geistesgliedern Manas, Buddhi, Atma in sich trug, die erst in ferner Zukunft von allen Menschen entwickelt werden können." (Lit.: GA 238, S. 175f)

Im Einklang mit dieser Darstellung Rudolf Steiners steht das Kreuzigungsbild von Matthias Grünewalds Isenheimer Altar, indem hier der Apostel Johannes und Johannes den Täufer gemeinsam unter dem Kreuz postiert sind:

Isenheimer Altar 1ml.jpgIsenheimer Altar 1mr.jpg

Kreuzigung mit Maria, Johannes und Maria Magdalena zur linken und Johannes dem Täufer zur rechten Seite des Kreuzes.[4]

Allerdings sagt Steiner bezüglich der Malerei Raffaels:

"Und so könnten wir die verschiedensten Dinge bei Raffael durchgehen. Wenn wir den Blick richten auf seine verschiedenen Madonnen, müssen wir uns allerdings fragen: Ist nicht eines sonderbar bei Raffael, er ist groß, wenn er die Szenen malt, die das Werdende, das Wachsende in der Entstehung des Christentums zeigen, den kleinen Jesus wie etwas, was wie im Keim das ganze werdende Christentum enthält. Wir finden aber keinen Verrat des Judas von Raffael gemalt, eigentlich auch keine Kreuztragung, denn seine Kreuztragung erscheint uns wie zusammengetragen, gar nicht gleich den anderen Raffael-Werken. Wir finden dafür die Verkündigung, die Himmelfahrt, also die Dinge, die gerade auf das Werdende des Christentums hindeuten." GA 143, S. 196

"Und wir lernen verstehen, daß die Welt, innerhalb welcher er war als Johannes der Täufer, wieder aufersteht in Raffael dadurch, daß er andeutet, in welcher Beziehung er zu dem historischen Christus- Ereignis steht, indem er an einem Karfreitag geboren wird. Da finden wir das dritte Heroldtum nach Elias und Johannes dem Täufer. Jetzt verstehen wir mancherlei von den Fragen, die der Weiterblickende aufwerfen muß, wenn wir hinblicken auf die Gestalt Johannes des Täufers. Er stirbt den Märtyrertod, bevor das Ereignis von Golgatha herannaht, er macht mit die Zeit der Morgenröte des Mysteriums von Golgatha, die Zeit der Prophezeiungen, der Vorhersage, gleichsam die Zeit des Frohlockens, er macht aber nicht mit die Zeit der Klage, des Leides. Wenn sich diese Gemütsstimmung nun fortpflanzt in die Persönlichkeit des Raffael hinein, finden wir es da nicht begreiflich, daß Raffael mit so großer Hingabe Madonnenbilder, Kinderbilder malt, verstehen wir da nicht, warum er keinen Verrat des Judas, keine Kreuztragung, kein Golgatha, keinen Ölberg malt? Die in dieser Art existierenden Bilder müssen auf Bestellung gemacht sein, in ihnen drückt sich wirklich nicht das Wesen Raffaels aus. Warum liegen gerade diese Bilder nicht in Raffael? Weil er als Johannes der Täufer nicht mehr mitgemacht hat das Mysterium von Golgatha." (Lit.: GA 143, S. 179f)

Ikonographie

Der Evangelist Johannes mit Buch, griech. Ikone aus dem 14. Jh.

In der bildenden Kunst wird Johannes als einziger der den Christus begleitenden Jünger meist bartlos dargestellt, um auszudrücken, dass er zur Zeit, als er zum Jünger erkoren wurde, noch sehr jung war. In der Legenda aurea wird die Laueterkeit seines Leibes, weil er jungfräulich war auserkoren von dem Herrn (Lit.: Legenda, S 66), besonders hervorgehoben. Erst dort, wo sein späteres Wirken in Kleinasien gezeigt wird, sieht man ihn als bärtigen Mann.

Das Evangelisten-Symbol des Johannes ist der Adler, das Hieronymus so deutete: Johannes erhielt den Adler, weil er im Prolog über das Wort, das am Anfang bei Gott war, höher steigt als die anderen und sich in die höchsten Regionen aufschwingt, so wie ein Adler sich zur Sonne erhebt.

Johannes weitere ikonographische Attribute sind der Kelch mit der Schlange und der Ölkessel, die sich auf die Legenden um sein Erdenleben beziehen, aber auch eine Schriftrolle oder ein Buch, wodurch er als der inspirierte Schreiber des Evangeliums und der Offenbarung charakterisiert wird.

Anmerkungen

  1. Vgl. dazu auch den Artikel von Helmut Kiene: Wer war Johannes der Evangelist? Judith von Halles Beitrag zur Johannesforschung. In: Anthroposophie. Vierteljahresschrift zur anthroposophischen Arbeit in Deutschland, Ausgabe Nr. 263, I/2013 (Ostern), S. 14 - 25
  2. Von der Erweckung des Lazarus wird auch in dem sog. Geheimen Markusevangelium, einer erweiterten Textvariante des kanonischen Markus-Evangeliums, berichtet, das nur in zwei Fragmenten überliefert ist, die sich in einem Brief befinden, der Clemens von Alexandria zugeschrieben wird, jedoch nur in einer Abschrift aus dem 18. Jahrhundert erhalten ist. Diese wurde von Morton Smith (1915-1991) im Kloster Mar Saba nahe Jerusalem entdeckt und 1973 veröffentlicht. Die Echtheit des Dokuments gilt nicht als gesichert, doch lassen philologische Untersuchungen die Autorschaft des Clemens als durchaus möglich erscheinen. Die fragliche Stelle soll zwischen Mk 10,34 und 35 eingefügt sein und lautet:
    "Und sie kamen nach Bethanien, und eine gewisse Frau, deren Bruder gestorben war, war dort. Und herzu kommend, warf sie sich vor Jesus nieder und sagte zu ihm: 'Sohn Davids, habe Erbarmen mit mir.' Aber die Jünger wiesen sie zurück. Und Jesus, der in Wut geriet, ging mit ihr in den Garten, wo das Grab war, und sogleich wurde ein lauter Schrei aus dem Grab gehört. Und näher tretend, rollte Jesus den Stein vom Eingang des Grabes weg. Und sogleich ging er hinein, wo der Jüngling war, streckte seine Hand aus und zog ihn hoch, indem er dessen Hand ergriff. Aber der Jüngling, als er ihn ansah, liebte ihn und fing an, ihn anzuflehen, daß er bei ihm sein möge. Und sie gingen aus dem Grab heraus und kamen in das Haus des Jünglings, denn er war reich. Und nach sechs Tagen sagte ihm Jesus, was er tun solle, und am Abend kommt der Jüngling zu ihm, ein leinenes Tuch über [seinem] nackten [Körper] tragend. Und er blieb diese Nacht bei ihm, denn Jesus lehrte ihn das Geheimnis des Reiches Gottes. Und von da erhob er sich und ging auf die andere Seite des Jordans zurück." [1]
    Danach folgt im kanonischen Markus-Evangelium ein Gespräch des Christus mit den beiden Zebedäussöhnen Jakobus und Johannes über das Herrschen und Dienen. Das zweite überlieferte Fragment des Geheimen Evangeliums schließt daran an und fügt nach den Worten "Und er kommt nach Jericho" in Mk 10,46 noch hinzu:
    "Und die Schwester des Jünglings, den Jesus liebte, und seine Mutter und Salome [Frau des Zebedäus und Mutter des Johannes] waren dort, und Jesus empfing sie nicht".
    Dann folgt die Heilung eines Blindgeborenen bei Jericho.
  3. Vollends aufgelöst werden die scheinbaren Widersprüche durch die Darstellungen der Judith von Halle in ihrem Buche Vom Mysterium des Lazarus und er drei Johannes (2009). Siehe dazu auch die vollends überzeugende Studie von Helmut Kiene: Wer war Johannes der Evangelist?. Judith von Halles Beitrag zur Johannesforschung. In: Anthroposophie. Vierteljahresschrift zur anthroposophischen Arbeit in Deutschland, Ausgabe Nr. 263, I/2013 (Ostern), S. 14 - 25
  4. Vgl. auch Helmut Kiene, a.a.O.

Literatur

Kreuzigung: Christus am Kreuz mit Maria und Johannes, Albrecht Altdorfer (1515-1516)
  1. Emil Bock: Das Evangelium, Urachhaus-Verlag, Stuttgart 1984, ISBN 3-87838-406-8
  2. Johannes Hemleben: Johannes der Evangelist, rororo-Monographie, ISBN 3-499-50194-5
  3. Friedrich Göbel: Die Evangelisten. Eine biographische Betrachtung, Vlg. Edition Die Pforte, Dornach 1995 ISBN 3-85636-113-8
  4. Judith von Halle: Vom Mysterium des Lazarus und der drei Johannes, Verlag für Anthroposophie, Dornach 2009 ISBN 978-3-03769-014-7
  5. Die Legenda aurea des Jacobus de Voragine, aus dem Lateinischen übersetzt von Richard Bentz, Verlag Labert-Schneider, Gerlingen 1993
  6. Helmut Kiene: Wer war Johannes der Evangelist? Judith von Halles Beitrag zur Johannesforschung. In: Anthroposophie. Vierteljahresschrift zur anthroposophischen Arbeit in Deutschland, Ausgabe Nr. 263, I/2013 (Ostern), S. 14 - 25
  7. Reinhard Nordsieck: Johannes: Zur Frage nach Verfasser und Entstehung des vierten Evangeliums, Neukirchener Verlag 1998, ISBN 978-3788716707
  8. Rudolf Steiner: Das Christentum als mystische Tatsache und die Mysterien des Altertums (GA 8);
  9. Rudolf Steiner: Wo und wie findet man den Geist?, GA 57 (1984)
  10. Rudolf Steiner: Kosmogonie, GA 94 (2001)
  11. Rudolf Steiner: Menschheitsentwickelung und Christus-Erkenntnis, GA 100 (1981)
  12. Rudolf Steiner: Das Johannes-Evangelium (GA 103);
  13. Rudolf Steiner: Erfahrungen des Übersinnlichen. Die drei Wege der Seele zu Christus, (1912) GA 143 (1994), ISBN 3-7274-1430-8 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  14. Rudolf Steiner: Zur Geschichte und aus den Inhalten der ersten Abteilung der Esoterischen Schule 1904 bis 1914, GA 264 (1987), ISBN 3-7274-2650-0 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  15. Rudolf Steiner: Zur Geschichte und aus den Inhalten der erkenntniskultischen Abteilung der Esoterischen Schule von 1904 bis 1914, GA 265 (1987)
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Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Freie Werkausgaben gibt es auf fvn-rs.net, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
Die Rudolf Steiner Ausgaben basieren auf Klartextnachschriften, die dem gesprochenen Wort Rudolf Steiners so nah wie möglich kommen.
Hilfreiche Werkzeuge zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk sind Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners und
Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.
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Weblinks

  1. Johannes - Ökumenisches Heiligenlexikon